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leben mit einer sexuell inaktiven partnerin, ein erfahrungsbericht.

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hey, ich bin mit meiner freundin seit rund drei jahren zusammen. sie erzählte mir bereits am anfang unserer beziehung, dass sie probleme mit schmerzen beim sex hatte. wir ließen es also langsam und vorsichtig angehen. zunächst funktionierte auch alles hervorragend, wir hatten eine menge sex, und sie beteuerte immer, dass die lust ihre schmerzen bei weitem übertraf. dennoch nahm nach etwa einem halben jahr der sex rapide auf etwa zwei mal im monat ab. verführungsversuche meinerseits blockte sie oft unwirsch und übellaunig, sie schob das auf allgemeinen "stress".
nach einem dreivierteljahr waren wir bereits unter der einmal-im-monat-marke angelangt. ganz offensichtlich bereitete ihr dieser zustand unbehagen, denn sie wurde zunehmend empfindlich, wenn dieses thema zur sprache kam. sie sagte mir, sie habe ein schlechtes gewissen deswegen, tat aber nichts um den zustand zu ändern, ganz im gegenteil. sie verplante jede freie minute mit freizeitaktivitäten und hobbies, so dass man gar nicht recht zur ruhe kommen konnte, beziehungsweise man überhaupt zeit für sex gehabt hätte. sie schleppte mich auf jede noch so unbedeutende party von irgendwelchen entfernten bekannten von ihr mit, stellte mich am freitag nach der arbeit vor die vollendete tatsache, dass das ganze wochenende ein einziges hin-und-hergefahre war, und das alles unbedingt sein müsse, weil sie sonst todunglücklich sei.
ich hatte immer das gefühl, dass sie das mit absicht so machte.
darauf angesprochen, stritt sie allerdings alles ab. sie sagte, dass sie mich gerne befriedigen würde, und das zukünftig öfter einfach mit der hand, oder dem mund machen würde.
ab da verplante sie unsere gemeinsame zeit allerdings noch rigoroser, meiner meinung nach, damit sie abends sagen konnte, sie wäre zu müde für sexuelle aktivitäten. natürlich passierte dann auch in der von ihr so vollmundig versprochenen hinsicht überhaupt nichts. ich zog mich zunächst von ihr zurück, vor allem aus dem grund, dass ich diesem gehetzten "leben für freizeitaktivitäten", in dem man immer viel zu wenig schlaf und viel zuviel action bekam, überhaupt gar nichts abgewinnen konnte. ich sagte ihr klipp und klar, dass ich so ein leben nicht führen wollte. sie machte allerdings zunächst so weiter, bis sie bemerkte, dass ich mich tatsächlich immer weiter abkapselte, mehr sachen mit meinen eigenen freunden unternahm, oder auch einfach mal alleine den abend bei einem guten buch zuhause verbrachte.
daraufhin wurde sie nachdenklich, und in einem langen gespräch erklärte sie mir, dass diese freizeitaktivitätengeschichte wohl tatsächlich dazu gedacht war, mich von meinen sexuellen bedürfnissen abzulenken, und in gewisser weise zu manipulieren.
ich legte ihr dar, dass sie in der letzten zeit keinerlei rücksicht auf irgendwelche meiner bedürfnisse, seien es sexuelle oder auch wesentlich wichtigere anderer art, genommen hatte, und ich bereits kurz davor gewesen war, die reißleine zu ziehen. das schockierte sie zunächst sehr.
sie begann in vielen hinsichten wesentlich mehr auf mich einzugehen, bezog mich in die wochenendplanung mit ein, und ließ ein zur ruhe kommen zu. außerdem besserte sich ihre ignoranz in sexuellen dingen; sie befriedigte mich immerhin ab und an.
leider schlief das mit der zeit auch wieder ein, genau wie der sex.
nach einer weile musste ich sie darum regelrecht betteln. das widerstrebte mir und meiner selbstachtung natürlich massiv, und ich sagte ihr, dass sie vielleicht auch mal von alleine auf die idee kommen könnte mir vergnügen zu bereiten, anstatt es immer vor sich herzuschieben, wie einen unangenehmen zahnarztbesuch, und dann ein schlechtes gewissen zu haben, wegen dessen erst recht nichts passiert.
wir sprachen uns schließlich aus, als die beziehung wegen ihres ständigen vermeidungsverhaltens tatsächlich wieder massiv in der krise war. es war ja nicht einmal so, dass ich sie bedrängte. ich versuchte sie gelegentlich langsam und zärtlich zu verführen, wenn überhaupt. meistens massierte ich sie einfach nur, oder streichelte sie. dabei schlief sie jedoch irgendwann immer einfach ein.
in oben genannter aussprache sagte ich ihr, dass mir eine platonische beziehung widerstrebte, und ich mir das auch beim besten willen nicht vorstellen könnte. daraufhin wurde es wieder ein wenig besser, wir hatten zwei- oder dreimal tollen sex, danach war es wieder vorbei.
seitdem schleppt sich unser liebesleben mehr oder weniger einfach so dahin. ab und an fällt ihr mal ein, dass da ja noch so etwas wie sexualität war, aber das vielleicht einmal in zwei monaten. richtigen sex hatten wir zuletzt vor eineinhalb jahren. seitdem haben wir uns beide mit der situation arrangiert. interessanterweise sind wir beide nicht gerade hässlich: sie hat nahezu modelmaße und ich bin durch meinen job sehr trainiert, und auch im gesicht nicht unbedingt ästhetisch benachteiligt.

ich liebe sie dennoch sehr, auch wenn im bett so gut wie gar nichts mehr läuft, denn sie ist ein wirklich großartiger mensch, und beziehungen lassen sich beim besten willen nicht nur auf sex reduzieren. wir haben mittelrweile viel schöne und auch schwere zeiten durchgestanden, unsere beziehung ist vertrauter und enger als alles, was ich davor hatte.

natürlich vermisse ich den sex, denke aber paradoxerweise, dass uns ihre dahingehenden schwierigkeiten eher enger zusammengeschweißt haben, da wir seitdem mehr über unsere beziehung und bedürfnisse reflektieren.
 
Ja nun . . . . ist ja eigentlich doch alles in Ordnung? Prima, wenn man sich arragieren kann.

Tragen nun TV oder die so frei rumliegenden Zeitschriften zur Unruhe bei oder Deine Erinnerung, daß Du mal gesagt hast, daß Du k e i n e sexfreie Beziehung magst?

Warum schilderst Du uns das? Willst Du uns sagen: seht mal, wie wir das machen, so geht`s auch?

Bitte nicht als Hohn auffassen, ist ernsthaft gemeint.

MfG
Gelinda
 
Schön, wenn ihr beide damit glücklich seid und ihre Frigidität euch "noch enger zusanmengeschweißt hat".

Mir würde unter diesen Umständen eine nette Freundschaft reichen, da ich nicht bereit wäre, Zeit meines Lebens auf Lust und Leidenschaft zu verzichten.

Was soll uns dein Erfahrungsbericht sagen?
 
hallo, gelinda 🙂

eigentlich ist mein ziel damit klarzumachen, dass dieses thema generell überbewertet ist, die erwartungshaltung an junge menschen scheint ja zu sein, dass man immer und überall sex haben müsste. das gefühl habe ich zumindest, und wenn man sich in der werbung und den medien so umguckt wird man damit ja auch regelrecht bombardiert.

die kernaussage ist nicht, dass ich mich jetzt einfach unbefriedigt in mein schicksal ergeben habe, sondern dass sexualität zwar die schönste nebensache der welt ist, aber eigentlich genau das: eine nebensache.

wenn man sich zu sehr darauf fokussiert, ist schonmal der grundstein für eine unglückliche beziehung gelegt, wenn beide partner da nicht zu mindestens 90% kompatibel sind, obwohl eigentlich andere sachen viel wichtiger sind: sich zeit füreinander zu nehmen, die selben ziele zu verfolgen, dem partner schwächen zu verzeihen, und zu wissen, dass man für den anderen auch nicht perfekt sein muss.

natürlich ist es frustrierend nicht begehrt zu werden, aber man stirbt nicht gerade daran. das ewige streben nach glück und erfüllung, dass uns als ideal aufgezeigt wird, ist nicht die realität. es gibt keine perfekten partner und es gibt auch keine perfekten beziehungen. irgendwas ist immer, und oft genug der sex... deswegen muss man aber nicht gleich aölöes hinschmeißen - getrennt hätte ich mich nur, weil mir das leben meiner freundin zeitweise zu hektisch war, und sie darüber, krampfhaft sex zu vermeiden, beinah vergessen hätte, wie eine beziehung sich anfühlen und sein sollte.

die nebensache mutierte zur hauptsache, obwohl man sie mit sehr wenig aufwand wieder dorthin verweisen hätte können, wo sie hingehört.
 
Zwischen "Sex an allen Ecken und Enden" und "einmal Sex in 1,5 Jahren" gibt es doch sicher charmante Mittelwege...

Aber es ist süß, dass du den Jungspunden zeigen willst, dass man auch ohne Poppen fröhlich sein kann.
 
Willst du dir deine sexuelle Frustriertheit jetzt selbst schönreden/schreiben?
Zu einer funktionierenden Beziehung gehört nun mal ein unverkrampftes Sexualleben.
Du hattest in 1 1/2 Jahren 1x Sex und musstest noch darum betteln. Jetzt passt du dich deiner Partnerin an, indem du dir selbst einredest, wie unwichtig dir der Sex geworden ist.
Du lügst dir doch selbst in die Tasche.
Du bist viel zu jung um enthaltsam zu leben und deine Triebe zu unterdrücken.
Zwischen euch passt es nicht.
 
"dennoch nahm nach etwa einem halben jahr der sex rapide auf etwa zwei mal im monat ab. verführungsversuche meinerseits blockte sie oft unwirsch und übellaunig, sie schob das auf allgemeinen "stress"."

Klar, ist Stress öfters schuld an der Lustlosigkeit. Aber wie lange... In meinen Augen ist deine Freundin sehr egoistisch!

Ich kaufe es dir nicht ab. Im Gegenteil ich erkenne in deinem Beitrag: Frustration, Sehnsucht nach Nähe und Geborgenheit!

Schon der Titel "leben mit einer sexuell...." Es sollte nicht heißen ~Erfahrungsbericht~ sondern eine "Leben"saufgabe.
Aber bist du das wirklich?

FRAGE an dich: Wie lange möchtest du es noch mitmachen?
 
Ich mag unfair sein, aber auch ich glaube nicht, dass Sex für dich nur eine nachrangige Nebensache ist. Dein Text lässt nach meiner Wahrnehmung ein riesiges Frustpotential erkennen, das darauf wartet, wieder über dich hereinzubrechen.

Es ist richtig, dass man nicht immer und überall vögeln muss. Am Anfang machen's viele täglich (in der Blüte der Jugend auch mehrfach, wenn's die Umstände zulassen), bei den meisten gesunden Beziehungen geht die Häufigkeit mit der Zeit zurück. Das ist verständlich und muss kein Zeichen für grundsätzliche Fehler in der Beziehung sein. Eine nahezu komplett sexlose Beziehung könnte ich mir allerdings gar nicht vorstellen, und dein Erfahrungsbericht liest sich auch nicht sehr zufrieden.
 
Was mich bei deinem Erfahrungsbericht wundert: Woher kommen ihre Schmerzen, habt ihr das abgeklärt ?

Wenn ich dauernd Schmerzen hätte, dann hätte ich wohl irgendwann auch keine Lust mehr auf Sex.
 
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