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Leben im Schatten

L

lost_angel

Gast
Leben im Schatten,
sterben im Licht.
Ein Blick aus dem Fenster,
die Tabletten in der Hand.

Wolken ziehen vorüber,
wie egal es ihnen ist,
was hier auf dieser Welt
alles vor sich geht.

Wie die Wolken,
so war auch mein Leben.
Es kam und es ging,
selten blau, oft finster grau.

Geplagt von Blitzen,
einschüchterndem Donner.
Noch blutet mein Körper,
noch fliesst Blut in meinen Venen.

Der Himmel verfinstert sich,
die Zeit des Abschieds naht.
Die Wolken stehen still,
sie ziehen nicht mehr weiter.

Mein Leben dreht sich im Kreis,
Erinnerungen an früher,
an eine Kindheit,
in Schutt und Asche.

Die Rückkehr der Realtität,
die Rückkehr des Schmerzes,
des sinnlosen Daseins.

Ich zerreisse meine Fesseln,
der Gang in den Tod,
befreit mich für immer von euch.
Ein Objekt, das nicht mehr ist.

Meinen Körper werdet ihr missen,
meine Seele habt ihr nie gekannt.
Sie war unerreichbar fern,
auch mir war sie stets so fremd.

Tabletten gemischt mit Alkohol,
Tabletten gemischt mit dem Tod.
Keine Angst mehr vor dem Sterben,
alle Fesseln fallen ab,
die mich so lange quälten.

Nur noch dumpf eure Stimmen,
sie hallen durch meinen Kopf.
Das Zimmer beginnt sich zu drehen,
um mich wird alles schwarz.

Ihr habt euer Ziel erreicht, in dem Moment,
da ihr an meinem Grabe steht.
Ich habe den Kampf nicht gewonnen,
in meinem Leben nichts bewegt.

Alles bleibt gleich, wie es war.
Die Wolken ziehen weiter,
nun, da ich nicht mehr da bin.
Sie tragen mein Geheimnis
weit fort, in die Hand der Ewigkeit.

Angel (bin nur traurig, ich mach nichts dummes)
 
Ein Zustand

Insofern wir Menschen sind,
sind wir auf Hilfe angewiesen.
Heute ich-morgen du.
Aber diese Angewiesenheit auf Hilfe
heißt nicht,
dass der eine schwach,
der andere mächtig ist.
Hilflosigkeit
ist ein vorrübergehender Zustand.
Die Fähigkeit
auf eigenen Füßen zu stehen, zu laufen
ist dagegen
der bleibende
allen gemeinsame Zustand.
 

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F Lebensmüde - mit dem Gefühl / Zustand leben Leben 36

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