Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Leben im Ausland ist so einsam

  • Starter*in Starter*in Randigast
  • Datum Start Datum Start
R

Randigast

Gast
Ich weiß nicht, ob mein Anliegen in diese Kategorie passt. Ich weiß auch nicht, was ich mir von diesem Beitrag erhoffe, aber ich muss mir das mal von der Seele schreiben...

Vor nun gut vier Jahren sind mein Mann und ich ausgewandert. Wir leben in unserem Traumland, aber so langsam entwickelt es sich zum Albtraum. Uns geht es zwar nicht schlecht, wir kommen finanziell einigermaßen über die Runden, große Sprünge sind aber nicht drin. Urlaube, regelmäßige Reisen in die Heimat - das geht alles nicht.
Bisher war das auch einigermaßen OK, trotz des Alltags waren wir immer noch in so einer Art Urlaubsmodus, haben die nähere Umgebung unserer neuen Heimat erkundet, haben häufig Besuch aus Deutschland gehabt etc. Nur jetzt, nach vier Jahren, nimmt das natürlich langsam ab. Alle Freunde/Verwandte waren mind. einmal hier, d.h. die Besuche werden weniger. Der Urlaubsmodus schaltet sich nun auch ab, da wir so ziemlich alles in der Umgebung abgegrast haben.

Und so richtig angekommen sind wir irgendwie nicht. Wir haben hier eigentlich keine Freunde. Und die wenigen Kontakte, die wir haben, sind größtenteils auch Deutsche. Gut, das ist an sich ja nicht so schlimm. Wir sind auch in einem Verein, zweinmal wöchentlich haben wir also unsere "sozialen Tage", an denen wir mit Einheimischen zusammen sind. Aber das ist doch eher oberflächlich. Mir fehlt es einfach, mal mit einer Freundin einen Kaffe trinken zu gehen, oder ins Kino. Ich finde hier einfach niemanden, wo es passt.

An der Sprache liegt es nicht, die beherrschen wir beide recht gut. Und alle, die uns kennenlernen, finden uns nett, auch als Paar. Aber es entwickelt sich einfach nichts weiteres.
Auf der Arbeit bin ich auch eher isoliert, arbeite vorwiegend allein. Es sind auch nur wenige Stunden in der Woche, so dass es z.B. keine gemeinsame Mittagspausen oder so etwas gibt. Ich suche zwar nach einem neuen Job, aber das hat bisher noch nichts ergeben.

Somit bin ich ziemlich viel zuhause, und so langsam habe ich das Gefühl, mein Leben entgleitet mir. Ich bin Ende 30, aber ich glaub jeder Rentner unternimmt mehr als ich.
Grundsätzlich habe ich kein Problem damit, allein zu sein. Im Gegenteil, ich bin nicht jemand, der von Verabredung zu Verbaredung springen muss, ich habe gern meine Ruhe. Aber so einmal in der Woche einen Abend mit einer Freundin durchquatschen - das wäre schon schön.

So langsam macht sich in mir der Wunsch breit, nach Deutschland zurückzugehen. Ich vermisse unsere Freunde, die Eltern werden auch nicht jünger... Das Problem ist, dass der Arbeitsmarkt in Deutschland ja auch nicht gerade prickelnd aussieht. Wie gesagt, unser Lebensstandard ist hier nicht besonders hoch, aber immer noch besser als mit Hartz4 in Deutschland.
Zudem glaube ich, nein ich weiß es eigentlich, dass mein Mann gern hier bleiben möchte. Er sagt zwar, dass er jeder Zeit zu einer Rückkehr bereit ist, wenn ich das möchte. Ich weiß auch, dass er mich über alles liebt, und es ihm wichtiger ist, dass es mir gut geht, als der Traum vom Auswandern. Aber er hat immer noch die Hoffnung, das sich hier alles zum Guten wendet, und ich will ihm diesen Traum nicht zerstören.

Ich weiß, dass mir hier keiner wirklich helfen kann, aber das musste mal raus. Vielleicht hat ja doch jemand Tipps auf Lager, oder steckt in einer ähnlichen Situation? Danke fürs Lesen!
 
In welchem Land seid ihr denn?

Ich bin vor kurzem mit meinem Mann in die USA ausgewandert.

Hast du keine Freunde dort? Egal, ob deutsch oder einheimisch.

Denkst du, dass du die alten Freundschaften weiterpflegen koenntest, wenn du zurueckgehst? Wie siehts mit Job aus in Deutschland?

Liegt es wirklich an dem Land oder lediglich an der Situation, in der du dich befindest? Was wuerde besser werden in D? Man kann auch in D in der Bude sitzen und sich alleine fuehlen.

Vielleicht solltest du es deinem Mann offen darlegen, wie du dich fuehlst und gemeinsam eine Loesung finden. Wenn es bis zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht besser wird, plant ihr die Abreise.

Wuensch dir alles Gute
 
Ich kann deine Stimmung ein wenig nachvollziehen. Auch wir wohnen im Ausland, haben unseren auslaendischen Bekanntenkreis, mit denen wir uns in Abstaenden treffen und unsere Vereine. Alles ist gut, aber jemanden, den ich aus voller Ueberzeugung "Freundin" nennen wuerde, habe ich auch nicht gefunden. Ich mache mir deswegen allerdings nicht allzu grosse Gedanken. Das kommt sicher auch noch mit der Zeit. Es hat schliesslich niemand auf uns gewartet. Freundschaft braucht Zeit, um zu wachsen. Je aelter wir werden, desto langsamer waechst sie. Es sind wir, die Zugezogenen, die sich bemuehen muessen. Hilft es dir, in Zeiten, in denen etwas Heimweh aufkommt, mit Familie und Bekannten aus Deutschland zu skypen?

Im Gegensatz zu dir fliege ich 2x im Jahr nach Deutschland. Die Vorfreude ist immer riesig. Trotzdem stelle ich von Mal zu Mal mehr fest, dass es nicht mehr das Deutschland ist, das ich vor ein paar Jahren verlassen habe. Ich fuehle mich im lauten, hektischen Deutschland unwohl und will schnell wieder dahin zurueck, wo ich vielleicht nie ganz ankommen werde, aber wo ich mich doch wohler fuehle.

Vielleicht kommt die erste Generation einer Auswandererfamilie nie ganz an? Vielleicht hat Deutschland sich auch nicht so sehr veraendert, sondern ich habe mich, gepraegt durch das andere Land, mehr veraendert als mir bewusst ist und ich sehe die Welt mit anderen Augen. Bist du ganz sicher, dass du dich in Deutschland wohler fuehlen wuerdest?
 
Was sagt denn Dein Mann genau dazu, dass Du Dich so einsam fühlst?


Liest sich jetzt vielleicht komisch für Dich,
aber ich habe nur das Bundesland gewechselt
und auch einfach das Gefühl, ich fasse einfach nicht Fuss.
Was mich in meinem alten Leben mit ausmachte, das wird hier einfach nicht gebraucht.
Fühle mich entwurzelt.
- Ist es so ähnlich bei Dir?

Liebe Grüsse!
Landkaffee
 
Ja, das kann ich leider nur bestätigen.

Wir sind vor 3 Jahren ausgewandert, weil wir nicht mehr so viel arbeiten konnten/wollten. Wir haben uns ein Haus gekauft und Leben von der Miete aus Deutschland und ein paar Rücklagen bis zum Rentenalter. Das ist auch ganz ok
In Deutschland hätten wir es uns nicht leisten können ohne Arbeit zu leben.
Aber nun fehlt uns hier alles was Leben ausmacht. Kinder, Enkelkinder, Freunde Kino, Theater, gute Gespräche und und und. Das schlimmste es fehlt außer dem Ehepartner eine vertraute Person.
Die Sprache dieses Landes ist für uns unerlehrnbar, das macht es nicht einfacher auch wenn viele Einheimische deutsch sprechen.

Wir überlegen ob wir wieder zurück gehen, aber --- wir sind jetzt nicht jünger geworden und befürchten das wir in Deutschland keine Anstellung finden und wieder in die Selbständigkeit, die uns gesundheitlich nach 30 Jahren krank gemacht hat, wollen wir nicht zurück.
Irgendwie haben wir uns ins AUS geschossen und Kreisen zwischen den Welten.
 
Hallo an euch ,
da ich mich auch sehr intensiv mit einer auswanderung beschäftige,bzw. diese gerade vorbereite, lese ich eure beiträge mit viel trauer.
ich wünsche euch allen, dass sich die situation für jeden von euch ändert.
ich lebe noch in deutschland , fühle mich hier aber auch unheimlich alleine - trotz familie.
beste grüsse und wünsche. . . Alex
 
Ich frage mich, ob Einsamkeit und Ausland einander bedingen?

Es kann doch auch sein, dass man im eigenen Land einsam ist - und im Ausland nicht?

Oder?
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Thema gelesen (Total: 0) Details

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben