G
Gast
Gast
Mein Problem ist eigentlich echt lächerlich, aber ich würde trotzdem gerne mal die Meinung von anderen Studierenden/ehemaligen Studierenden hören.
Kurz, wie mein Leben bisher war:
Abi gemacht mit 1,7; danach Ausbildung angefangen, nach 3 Monaten abgebrochen (war nichts für mich). Ein Jahr in einem Nebenjob gearbeitet; dann das Studium angefangen (9 Semester Regelstudienzeit).
Nach 4 Semestern hatte ich das Vordiplom mit 1,5 Notenschnitt. Scheinfrei seit dem 7. Semester. Seit dem 8. Semester Diplomarbeit gemacht, damit jetzt im kommenden Monat fertig. Und nebenbei immer am Wochenende gearbeitet, durchgehend angestellt gewesen im Nebenjob.
So, das waren jetzt nur mal die Rahmenbedingungen für mein Schul- und Hochschulleben. Folgende Situation habe ich jetzt- ich komme jetzt ins 10. Semester und könnte theoretisch meine Diplomprüfungen ablegen.
Jetzt überlege ich, ob ich ein 11. Semester dranhänge. Unter anderem, um mich persönlich wieder auf die Reihe zu kriegen.
Dazu muss ich folgendes erklären: Im 4. Semester war ich ein halbes Jahr an Depressionen (akut) erkrankt. Ich hab eine Therapie gemacht, bin wieder auf den Damm gekommen und hatte etwa ein Jahr danach endlich das Gefühl, die Depression wieder losgeworden zu sein. Die Depressionen kamen u.a. durch den starken Druck, den ich mir selbst für die Prüfungen gemacht hab, ich war am Ende total fertig. Dadurch, dass ich nicht so "klug" bin wie meine Mitstudenten und mir allen Stoff hart erarbeiten muss und mir das Lernen an sich sehr schwer fällt (und das verstehen) musste ich doppelt soviel lernen, um die selben Noten zu bekommen. Das hat mich am Ende wirklich geschafft.
Das Problem, das dadurch entstand war, dass ich danach eingesehen hab, was ich falsch gemacht hab und in ein anderes Extrem gestürzt bin- ich war lange gar nicht belastbar und bin auch jetzt schlicht und einfach "faul". Ich kann es gar nicht schön reden, ich kann mich oft ganz schlecht aufraffen und der Gedanke, schwierige Leistungen zu bringen verpasst mir manchmal ziemliche Panik. Ich hab in den letzten Semestern keine bis kaum Kurse belegt und eigentlich nur so vor mich hin gedöst. Als Mensch und psychisch. Ich hab zwar alle Grundvoraussetzungen erfüllt (alle Scheine, auch zusätzliche aus Interesse natürlich), war aber nicht übermäßig fleißig, hatte kein Ehrenamt, keinen Studijob, kein Auslandssemester (konnte ich mir nicht leisten), nur den Nebenjob.
Ich hab jetzt lange mit meinem Leben gekämpft und viele Fortschritte gemacht. Ich bin jetzt 26 und fühle mich endlich bei mir angekommen. Hab meine soziale Phobie überwunden, mag meinen Nebenjob, kann heute viele Dinge bewältigen, bin erwachsener geworden. Erst jetzt hab ich das Gefühl, mein Leben habe irgendwo endlich einen Wert.
Jetzt kommen wie gesagt die Prüfungen und da ich meine Diplomarbeit gerade erst fertig bekommen hab, soll ich in vier Monaten auf die Diplomprüfungen lernen, mir eine Arbeitsstelle suchen, meine Wohnung aufgeben und nebenbei mein Leben stabil halten. Um ganz ehrlich zu sein, ich weiß, das klingt lächerlich, aber ich fühle mich für das alles absolut nicht bereit.
Ich weiß, wie kindisch das klingt, aber ich hab Angst, dass ich alles wieder zerschmeiße, wenn ich jetzt so "hetze" (ich weiß, hier von Hetze zu sprechen ist echt lächerlich).
Jetzt hab ich mir überlegt, ob ich noch ein Semester dran hänge. Da ich aktuell empfinde, dass es aufwärts geht, hab ich richtig Lust, mir den Stoff für die Prüfungen ganz ausführlich anzueignen und auch mal in die und die andere Richtung zu lesen/schauen. Ich möchte viell. noch ein Praktikum machen und mein Studium langsam auslaufen lassen, bzw. meine psychische Verfassung noch zu festigen, mein Leben noch mehr zu ordnen und auf die Reihe zu kriegen. U.a. auch, weil ich panische Angst davor hab, dass ich jetzt wieder versuche alles auf einmal zu schaffen und am Ende wieder mit nichts dastehe.
Allerdings habe ich ein sehr schlechtes Gewissen bzgl. meiner eigenen Faulheit. Zum einen weiß ich, was Druck und Belastung mit mir macht, zum anderen weiß ich auch, dass Andere das locker alles schaffen und durchziehen. 10. Semester zu studieren wäre noch okay, aber 11. finde ich ist schon arg getrödelt, v.a., da ich ja nicht mal sagen kann, ich hab besonders viel gemacht und deshalb nichts auf die Reihe gebracht. Ich dachte eigentlich, ich wäre nach meiner 1. Depression schlauer und würde nie wieder das Studium über meine psychische Gesundheit setzen, aber jetzt aktuell fühle ich mich einfach nur faul und unfähig und v.a. wie Peter Pan, der nicht erwachsen werden will.
Nun meine Frage an euch- ging es jemandem genau so? Habt ihr auch länger studiert um der "gemütlichkeit" willen? ich hab das Gefühl, dass alle um mich herum total belastbar und fähig sind und so absolut niemand so verwirrt und planlos wie ich. Hab nur Leute um mich rum, ganz viel machen, viele Praktika, viele Kurse, das alles super hinkriegen und jetzt im 9ten Semester fertig werden, Auslandssemester machen usw.
Gibt es denn niemanden, der es gelassener hat angehen lassen und bei dem das erfolgreich war?
Freue mich auf Rückmeldungen.
Kurz, wie mein Leben bisher war:
Abi gemacht mit 1,7; danach Ausbildung angefangen, nach 3 Monaten abgebrochen (war nichts für mich). Ein Jahr in einem Nebenjob gearbeitet; dann das Studium angefangen (9 Semester Regelstudienzeit).
Nach 4 Semestern hatte ich das Vordiplom mit 1,5 Notenschnitt. Scheinfrei seit dem 7. Semester. Seit dem 8. Semester Diplomarbeit gemacht, damit jetzt im kommenden Monat fertig. Und nebenbei immer am Wochenende gearbeitet, durchgehend angestellt gewesen im Nebenjob.
So, das waren jetzt nur mal die Rahmenbedingungen für mein Schul- und Hochschulleben. Folgende Situation habe ich jetzt- ich komme jetzt ins 10. Semester und könnte theoretisch meine Diplomprüfungen ablegen.
Jetzt überlege ich, ob ich ein 11. Semester dranhänge. Unter anderem, um mich persönlich wieder auf die Reihe zu kriegen.
Dazu muss ich folgendes erklären: Im 4. Semester war ich ein halbes Jahr an Depressionen (akut) erkrankt. Ich hab eine Therapie gemacht, bin wieder auf den Damm gekommen und hatte etwa ein Jahr danach endlich das Gefühl, die Depression wieder losgeworden zu sein. Die Depressionen kamen u.a. durch den starken Druck, den ich mir selbst für die Prüfungen gemacht hab, ich war am Ende total fertig. Dadurch, dass ich nicht so "klug" bin wie meine Mitstudenten und mir allen Stoff hart erarbeiten muss und mir das Lernen an sich sehr schwer fällt (und das verstehen) musste ich doppelt soviel lernen, um die selben Noten zu bekommen. Das hat mich am Ende wirklich geschafft.
Das Problem, das dadurch entstand war, dass ich danach eingesehen hab, was ich falsch gemacht hab und in ein anderes Extrem gestürzt bin- ich war lange gar nicht belastbar und bin auch jetzt schlicht und einfach "faul". Ich kann es gar nicht schön reden, ich kann mich oft ganz schlecht aufraffen und der Gedanke, schwierige Leistungen zu bringen verpasst mir manchmal ziemliche Panik. Ich hab in den letzten Semestern keine bis kaum Kurse belegt und eigentlich nur so vor mich hin gedöst. Als Mensch und psychisch. Ich hab zwar alle Grundvoraussetzungen erfüllt (alle Scheine, auch zusätzliche aus Interesse natürlich), war aber nicht übermäßig fleißig, hatte kein Ehrenamt, keinen Studijob, kein Auslandssemester (konnte ich mir nicht leisten), nur den Nebenjob.
Ich hab jetzt lange mit meinem Leben gekämpft und viele Fortschritte gemacht. Ich bin jetzt 26 und fühle mich endlich bei mir angekommen. Hab meine soziale Phobie überwunden, mag meinen Nebenjob, kann heute viele Dinge bewältigen, bin erwachsener geworden. Erst jetzt hab ich das Gefühl, mein Leben habe irgendwo endlich einen Wert.
Jetzt kommen wie gesagt die Prüfungen und da ich meine Diplomarbeit gerade erst fertig bekommen hab, soll ich in vier Monaten auf die Diplomprüfungen lernen, mir eine Arbeitsstelle suchen, meine Wohnung aufgeben und nebenbei mein Leben stabil halten. Um ganz ehrlich zu sein, ich weiß, das klingt lächerlich, aber ich fühle mich für das alles absolut nicht bereit.
Ich weiß, wie kindisch das klingt, aber ich hab Angst, dass ich alles wieder zerschmeiße, wenn ich jetzt so "hetze" (ich weiß, hier von Hetze zu sprechen ist echt lächerlich).
Jetzt hab ich mir überlegt, ob ich noch ein Semester dran hänge. Da ich aktuell empfinde, dass es aufwärts geht, hab ich richtig Lust, mir den Stoff für die Prüfungen ganz ausführlich anzueignen und auch mal in die und die andere Richtung zu lesen/schauen. Ich möchte viell. noch ein Praktikum machen und mein Studium langsam auslaufen lassen, bzw. meine psychische Verfassung noch zu festigen, mein Leben noch mehr zu ordnen und auf die Reihe zu kriegen. U.a. auch, weil ich panische Angst davor hab, dass ich jetzt wieder versuche alles auf einmal zu schaffen und am Ende wieder mit nichts dastehe.
Allerdings habe ich ein sehr schlechtes Gewissen bzgl. meiner eigenen Faulheit. Zum einen weiß ich, was Druck und Belastung mit mir macht, zum anderen weiß ich auch, dass Andere das locker alles schaffen und durchziehen. 10. Semester zu studieren wäre noch okay, aber 11. finde ich ist schon arg getrödelt, v.a., da ich ja nicht mal sagen kann, ich hab besonders viel gemacht und deshalb nichts auf die Reihe gebracht. Ich dachte eigentlich, ich wäre nach meiner 1. Depression schlauer und würde nie wieder das Studium über meine psychische Gesundheit setzen, aber jetzt aktuell fühle ich mich einfach nur faul und unfähig und v.a. wie Peter Pan, der nicht erwachsen werden will.
Nun meine Frage an euch- ging es jemandem genau so? Habt ihr auch länger studiert um der "gemütlichkeit" willen? ich hab das Gefühl, dass alle um mich herum total belastbar und fähig sind und so absolut niemand so verwirrt und planlos wie ich. Hab nur Leute um mich rum, ganz viel machen, viele Praktika, viele Kurse, das alles super hinkriegen und jetzt im 9ten Semester fertig werden, Auslandssemester machen usw.
Gibt es denn niemanden, der es gelassener hat angehen lassen und bei dem das erfolgreich war?
Freue mich auf Rückmeldungen.