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Kündigung nach Überforderung im neuen Job

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Mitglied
Hallo zusammen,

ich bin Mitte 20, habe die letzten 12 Monate beruflich relativ viel durchgemacht. Ich möchte das hier nur mal schildern, da Ich meine weiteren Entscheidungen bereits getroffen habe. Wer möchte kann gerne seine Meinung dazu äußern, was er/sie eventuell anders gemacht hätte.

Mein ehemaliger Arbeitgeber, bei dem Ich über drei Jahre war, ist leider in Schwierigkeiten gekommen, was letztendlich auch in der Insolvenz endete. Gerade das letzte Jahr dort war alles andere als leicht, allerdings auch sehr lehrreich. Die Arbeitszeiten waren lang, der Druck hoch und keine Besserung in Sicht, weshalb Ich das Unternehmen auch schon kurz vor der Insolvenz verlassen habe. Ich war nicht der einzige, der zu diese Zeitpunkt schon das Weite gesucht hat. Dennoch wurde mir von den Vorgesetzten vorgeworfen, Ich würde die Firma im Stich lassen und wäre mit Schuld, wenn sie insolvent geht.

Ich kann sagen, dass es mir diese Worte zum Glück nicht zu Nahe gegangen sind. Ich hab für meine Arbeit immer viel Lob bekommen, sowohl von Kollegen, von Geschäftspartnern als auch von Vorgesetzten (vor der Kündigung). Offenbar war meine Arbeit sogar so gut, dass Ich im Umkreis bei Mitbewerbern ins Gespräch gekommen bin und zu diesem Zeitpunkt zwei Jobangebote bekommen habe. Hab mich dann für das aus meiner Sicht beste entschieden und bin im Frühjahr dort hin gewechselt.

Der Job war im Prinzip gut. Wohnortnah, vernünftige Bezahlung, soziale Geschäftsführung und hat mir auch eine gute Perspektive geboten. Leider hab Ich dann die wohl bisher größte Fehlentscheidung meines Berufslebens getroffen. Nach etwa zwei Monaten im neuen Job hab Ich einen Anruf von der Personalabteilung eines Unternehmens erhalten, bei dem Ich mich bereits im Vorfeld mal beworben hatte. Kurzer Überblick über das Unternehmen: Automobilindustrie, mehrere Tausend Mitarbeiter an mehreren Standorten in Deutschland und ebenso einige Tausend weltweit. Man hat mir eine Stelle in einem kleinen Werk etwa 50 km entfernt angeboten. Gute Möglichkeiten innerhalb des Unternehmens, sehr gute Bezahlung, Weiterbildungsmöglichkeiten, Auslandsaufenthalte, etc. Kurzum hat man mir sehr viel Honig ums Maul geschmiert und Ich bin darauf eingegangen, da Ich es als Chance für meine weitere Karriere gesehen habe.

Die Realität sah leider anders aus. In dem Werk regiert das pure Chaos. Das Personal wurde schon vor einem Jahr reduziert, seitdem werden in den meisten Bereichen täglich Überstunden gemacht. Dies hat dazu geführt, dass viele teils langjährige Kräfte das Unternehmen verlassen haben. In meinem Aufgabengebiet waren es bis vor dem Sommer noch drei erfahrene Arbeitskräfte. Mit mir als neuen Mitarbeiter waren wir dann nur noch zu zweit, wobei der Kollege auch seit 5 Wochen nicht mehr gekommen ist, da er total überfordert war. Ich wurde kaum richtig in die Prozesse eingearbeitet und sollte nach vier Wochen den Job übernehmen, den vorher drei Leute gemacht haben. In meinem Aufgabenbereich ist Zeit ein wichtiger Faktor. Ich muss schnell reagieren können, um zusätzliche Kosten zu vermeiden bzw. so gering wie möglich zu halten. Leider ist das unter den Umständen absolut nicht mehr möglich gewesen. Die Situation war für mich noch deutlich schlimmer als in dem vorherigen Unternehmen kurz vor der Insolvenz.

Ich habe bereits nach zwei Wochen gesagt, dass das nicht klappen wird. Mein Vorgesetzter hat mich verstanden, aber von der Werkleitung kamen außer ein paar aufmunternde Worte kaum Hilfe. Ich habe es dann sogar noch direkt an die Personalabteilung gewandt. Zwar kam, als die Situation immer mehr eskalierte etwas Unterstützung, allerdings meiner Meinung nach viel zu spät. Ich, und auch mein Abteilungsleiter, fühlen uns von der Firma leider sehr alleine gelassen.

Der Stress hat mir sehr zugesetzt, u.a. habe Ich die letzten vier Wochen im Schnitt 55-60 Stunden unter starkem Zeitdruck pro Woche gearbeitet. Und das wie gesagt in einem Job, in den Ich gerade mal knapp zwei Wochen eingelernt wurde und dann so gut wie komplett auf mich alleine gestellt war. Auch habe Ich zuletzt viel Druck von der Werkleitung bekommen, da in meinem Verantwortungsbereich sehr viel schief gelaufen ist, was sehr hohe Zusatzkosten verursacht hat. Auch mit dem Hinweis, dass unnötige Kosten, etc. zu meinen Lasten gehen und arbeitsrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen würden.

Ich hab in diesem Zeitraum Magenschmerzen bekommen und ca. 6kg abgenommen. Zudem keine Nacht mehr durchgeschlafen und war körperlich total erschöpft, sodass Ich mich für diese Woche hab krankschreiben lassen. Ich muss sagen, dass mir das bisher sehr gut getan hat, ich wieder durchschlafe und mich körperlich auch wieder fitter fühle. Leider geht es zulasten meiner Kollegen, die die Arbeit irgendwie mit übernehmen müssen. Allerdings habe Ich leider bisher in solchen Situationen viel zu oft zurückgesteckt und nicht an mich gedacht und bin sehr froh, dass Ich das diesmal getan habe.

Ich habe den aktuellen Job wieder gekündigt und glücklicherweise ist die Stelle bei meinem Arbeitgeber, bei dem Ich seit dem Frühjahr war, noch nicht neu besetzt, sodass Ich dort wieder anfangen kann. Für mich geht es jetzt nur noch darum, ob Ich die restlichen zwei Wochen noch auf die Arbeit gehe oder ob Ich mich noch krankschreiben lasse und die Zeit zur Erholung nutze, wobei Ich danach noch ca. 2 Wochen Resturlaub habe. Es ist nicht meine Art krank geschrieben zu sein und Ich habe dadurch auch ein schlechtes Gewissen - allerdings raten mir Freunde und Familie mich weiterhin krankschreiben zu lassen.
 
Du hast deine Entscheidung getroffen,
warum solltest du dich dort weiterquälen und nochmal zurückkehren ins Chaos?
Es ist vorbei und außerdem sinnlos.

Du hast dich eingesetzt und alles gegeben, deine Vorschläge wurden nicht umgesetzt.
Die haben dich verheizt und der nächste der kommt wird genauso verheizt.

Die suchen eine eierlegende Wollmilchsau die möglichst kostengünstig das unmögliche schafft!

Lass dich weiter krankschreiben, tanke Kraft für deinen zukünftigen Job.

LG Yado
 

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