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Konzentrationsprobleme

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Gast

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Meine Konzentrationsprobleme machen mich alle... in einer Vorlesung länger als 10 Minuten zuhören? Fehlanzeige! Länger als 30 Minuten an einem Text arbeiten? Eine Qual. Länger als 10 Minuten einen Text lesen? Dafür muss es schon der interessanteste Text der Welt sein.
Ich möchte gern einmal wissen, ob meine Probleme normal sind oder woran sie liegen könnten... jedenfalls bei Gruppenarbeiten merke ich, dass ich viel weniger Ausdauer habe als die anderen, dabei liebe ich mein Studium doch 🙁 Meine Noten sind soweit ok, Durchschnitt eigentlich, hat aber auch andere Gründe. Mein Abi war 1.8, auch wenn ich dafür nur wenig gelernt hatte. Für Klausuren maximal 3 Stunden, vor dem Abi maximal 4 Tage... alle anderen waren besser vorbereitet, wussten mehr... vor der Oberstufe habe ich mich meistens ohne Lernen mit durchschnittlichen Noten durchgeschlagen, in der Grundschule habe ich auch fast nichts gemacht, aber damals war ich immer konzentriert und aufmerksam... Viele werden im Laufe der Zeit ruhiger... ich hingegen bin während meiner Gymnasiallaufbahn immer unaufmerksamer geworden.
Dabei liebe ich es eigentlich neue Dinge zu lernen, interessiere mich auch für soooo viel, aber eben nie zu tiefgründig. Ich will immer alles lernen und machen, schmiede Pläne, und fange Dinge an oder auch nicht, aber ausser meinem Abi habe ich noch nie was zuende gebracht... keine Ausdauer, keine Konzentration oder mein Interesse ebbt nach einer Weile ab. Leute, die mich kennen, sind manchmal erstaunt was ich so alles weiss oder womit ich mich so themenmässig beschäftige und finden es anstrengend... ich persönlich empfinde mich eigentlich immer als dümmer als andere, also keine Ahnung wie die auf sowas kommen...
Und ich habe das Gefühl, dass sich meine Konzentration jetzt im Studium nur weiter verschlimmert, und das obwohl mich dieses Studium so sehr interessiert!!
Ich nehme mir immer vor zu lernen, aber mache es dann doch nicht, oder lenke mich 98% der Zeit ab... und dadurch kann ich auch meine Freizeit null geniessen! Eigentlich muss ich immer erst etwas abhaken, um etwas neues beginnen zu können... ich weiss einfach nicht, was ich tun soll.. ich habe Angst, dass ich aufgrund fehlender Konzentration nur mittelmässige Leistungen erbringe und dann arbeitslos werde oder nie was Anständiges finde...
Eine Ausbildung wäre glaube ich nichts für mich. Ich habe ein Jahr nach dem Abi nicht studiert und mich irgendwann einfach nur geistig unterfordert gefühlt... und es gibt auch kein anderes Studium, das ich mir besser vorstellen könnte, und da habe ich schon gesucht wie verrückt...

Hat jemand von euch vielleicht Erfahrung mit solchen Problemen? Ist das normal (wobei normal kann es ja nicht sein, andere können sich ja auch konzentrieren)? Kann das eine neurologische Ursache haben? Oder doch was anderes?
Was kann ich versuchen, um das in den Griff zu bekommen?

Danke 🙂
 
Hallo Gast,
das ist interessant, dass du dich in der Grundschule
noch besser konzentrieren konntest - ich tippe mal,
da war noch vieles neu und aufregend, wobei jetzt
im Studium viele Themen doch bekannt und lange
nicht so spannend sein dürften.
Offenbar gehörst du zu jenem Drittel der Menschen
(wie ich auch), die man als "Beziehungstypen" be-
zeichnen kann (vgl. http://www.beziehungstyp.de/). Eines
der Merkmale ist es hier, sich nicht lange auf etwas
konzentrieren zu können, schon gar nicht auf sehr
geistig-theoretische Dinge, es sei denn, es ist völlig
neu und spannend, was ja selten lange anhält. Dafür
haben diese Menschen andere Stärken wie Fantasie,
Ideenreichtum, soziale Kompetenzen, positive Ein-
stellung usw.
Ich vermute, sobald du in Interaktion mit anderen
bist, kannst du dich besser konzentrieren - aber nur
passiv dazusitzen und zuhören ist nicht so sehr för-
derlich. Beobachte dich doch mal selbst, was du tun
kannst, um so weit konzentriert zu bleiben, dass du
die Inhalte aufnehmen kannst. Bei manchen hilft da
schon das Kritzeln von Bildchen oder dass sie die
Aufschriebe so schön, bunt, vielfältig machen, dass
sie Spaß dabei haben. Oder gönne dir bewusst kleine
Pausen, in denen du dich absichtlich ablenkst und
dein Hirn so entspannst (möglichst, indem du ihm
etwas Spannendes zum Aufnehmen gibst).

Grundsätzlich könnte dir helfen, wenn du dir immer
wieder den SINN deines Studiums in Bezug auf an-
dere Menschen vor Augen hältst. Und dir außerhalb
des Studiums spannende Hobbys, Menschen oder
Themen gönnst.

Viele Grüße,
Werner
 
Hallo!

Mir geht es ganz genau so, wie du beschreibst! Der Text könnte 1🤐 von mir sein.
Leider stecke ich mittlerweile mitten in meiner Diplomprüfungsphase und verzweifel an mir selber. Ich bin plötzlich total überfordert, sobald ich vor meinen Unterlagen sitze und was tun soll. SO schlimm war es während des Studiums nie. Die ersten beiden Prüfungen habe ich schon versaut.

Ich weiß leider auch keinen Rat, aber vielleicht hilft es schon zu wissen, dass es Leute gibt, denen es exakt genau so geht wie dir?

Etwas Neurlogisches oder eine "Krankheit" würde ich ausschließen. Ich denke, vielleicht ist es eher etwas Psychisches respektive Unterbewusstes.
Vielleicht baut man sich zu viel Druck auf, ist zu perfektionistisch, blockiert sich dadurch selbst und dreht sich unzufrieden im Kreis.

Ich habe jetzt noch 6 Wochen Zeit mich zu fangen und in meiner letzten und wichtigsten Prüfung was zu reißen... es wäre toll, wenn das klappt. Ansonsten habe ich mir mein Leben versaut, bevor es richtig los ging- und das auch noch "bei vollem Bewusstsein".

Beste Grüße
 

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