Da ich momentan nicht in Vollzeit arbeite und nur eine Teilzeitstelle als Berufsbegleiterin habe (bin selbst Sozialpädagogin), wurde ich von einer ehemaligen Dozentin gefragt an einem Projekt teilzunehmen, bei dem Studenten einmal wöchentlich an der Uni beraten werden, wenn sie in Krisen stecken.
Seit kurzem fällt mir nun auf, dass ich sehr oft Betroffene in der Beratung habe, die ihr Bachelor/ oder Masterstudium zwar von den Leistungen absolviert haben und jetzt nur noch an ihrer Abschlussarbeit schreiben müssten, die sich aber komplett verzetteln.
Im Bachelor, aber auch in den Masterstudiengängen habe ich teilweise Betroffene vor mir, die seit 2 Jahren und mehr an ihrer Abschlussarbeit schreiben. Ich dachte am Anfang, dass sind nur bedauerliche Einzelfälle, aber in bestimmten Studiengängen scheint das beinahe an der Tagesordnung zu liegen und sich zu häufen.
Mir ist sehr schnell aufgefallen, dass ich bei Problemen wie ungeplanter Schwangerschaft, Krisen, Gewalt, Überforderung und psychischen Erkrankungen im Studium den Betroffenen zwar sehr gut weiterhelfen kann, ich bei der Aufschieberei bei Abschlussarbeiten aber an meine Grenzen stoße, da ich meine Abschlussarbeit damals sehr zügig beenden musste und es mir nicht leicht fällt, mich in die Person zu versetzen.
Vielleicht kann mir hier jemand weiterhelfen und ihr habt noch eine Idee. 😕
Es geht um einen Fall, bei dem die zugehörige Person seit 2 1/2 Jahren an seiner Bachelorarbeit sitzt und nun aus lauter Verzweiflung vor einem halben Jahr einen Nebenjob angenommen hat, um wie mir gesagt wurde, aus dem Teufelskreis des zu Hause rumsitzens zu entkommen und etwas sinnvolles zu tun. Mit dem Nebenjob liefe es ganz gut, allerdings ist die Person seit über 2 Jahren kein bisschen weiter gekommen und sitzt immer noch an den 20 Seiten Bachelorarbeit, die zu 60 Seiten werden sollten. Zu Treffen mit dem Prof wird aus Angst gar nicht mehr gegangen
Der gute Mensch bricht bei jedem unserer Zusammentreffen in Tränen aus und ich werde langsam immer ratloser, was ich ihm noch raten kann.
Meine Ideen waren bisher strukturierte Pläne festzulegen und einen Tag in der Woche einzurichten, der nur für die Bachelorarbeit reserviert ist, aber die werden gar nicht eingehalten.
Derjenige ist nicht der einzige. Ich habe noch 2 andere, denen es ähnlich geht. Nennen wir sie T. und S. T. sitzt seit anderthalb Jahren an seiner Masterarbeit und hat bis auf ein Expose noch nichts nennenswertes vorbringen können. Seinen Tag verbringt er mit zocken oder TV Serien. Finanziert wird das Studium von den Eltern.
S. geht es ähnlich wie dem obigen Fall. S. hat mittlerweile einen 20 Stundenjob im Verkauf angenommen, verdient auch Geld und alles und zahlt die Miete aus eigener Tasche, kommt aber eben nicht zur Abschlussarbeit und ist gleichzeitig wie ich das Gefühl habe auch nicht traurig drum.
Was kann ich denjenigen noch raten? Ich bin hier wirklich an meinen Grenzen angekommen. Hab auch schon mit Therapeuten telefoniert, natürlich in Absprache mit den Fällen, aber die haben kaum Termine frei.
Hat jemand noch Ideen, auf die ich eventuell noch nicht gekommen bin?
Ich habe bisher zu strukturierten Tagesabläufen und KFW geraten, um nicht den finanziellen Druck zu haben. Das funktioniert aber nicht bei T., weil die Eltern auch keinen Druck machen.
Meine Fälle sind kaum in der Lage etwas gescheites zu Papier zu bringen. Der eine sagte, sobald er einen Stift in der Hand hat fängt er an zu zittern, was ich auch gesehen habe. Der andere zockt nur und pennt bis Mittag und ist von einem geregelten Tagesablauf extrem weit weg.
Das Schlimme ist, dass das alles keine dummen Menschen sind, sondern intelligente junge Leute, kurz vorm Ende des Abschlusses, die scheinbar Schreibblockaden haben und sich total verzetteln. Entweder, weil sie jetzt einmal das Arbeiten angefangen haben und da nicht mehr heraus kommen oder weil sie einen Tagesablauf wie ein Hartz 4 Empfänger haben und gar nicht mehr wissen, wie es ist um 7 Uhr aufzustehen.
Mir ist schon klar, dass ich nicht alle retten kann, aber das Phänomen scheint bei wahrem kein Einzelfall zu sein. Mir tut es als Beraterin in der Seele weh zu sehen, wie sich diese Studenten entweder in unterqualifizierten Jobs abquälen oder ihre wertvolle Lebenszeit verstreichen lassen.
Seit kurzem fällt mir nun auf, dass ich sehr oft Betroffene in der Beratung habe, die ihr Bachelor/ oder Masterstudium zwar von den Leistungen absolviert haben und jetzt nur noch an ihrer Abschlussarbeit schreiben müssten, die sich aber komplett verzetteln.
Im Bachelor, aber auch in den Masterstudiengängen habe ich teilweise Betroffene vor mir, die seit 2 Jahren und mehr an ihrer Abschlussarbeit schreiben. Ich dachte am Anfang, dass sind nur bedauerliche Einzelfälle, aber in bestimmten Studiengängen scheint das beinahe an der Tagesordnung zu liegen und sich zu häufen.
Mir ist sehr schnell aufgefallen, dass ich bei Problemen wie ungeplanter Schwangerschaft, Krisen, Gewalt, Überforderung und psychischen Erkrankungen im Studium den Betroffenen zwar sehr gut weiterhelfen kann, ich bei der Aufschieberei bei Abschlussarbeiten aber an meine Grenzen stoße, da ich meine Abschlussarbeit damals sehr zügig beenden musste und es mir nicht leicht fällt, mich in die Person zu versetzen.
Vielleicht kann mir hier jemand weiterhelfen und ihr habt noch eine Idee. 😕
Es geht um einen Fall, bei dem die zugehörige Person seit 2 1/2 Jahren an seiner Bachelorarbeit sitzt und nun aus lauter Verzweiflung vor einem halben Jahr einen Nebenjob angenommen hat, um wie mir gesagt wurde, aus dem Teufelskreis des zu Hause rumsitzens zu entkommen und etwas sinnvolles zu tun. Mit dem Nebenjob liefe es ganz gut, allerdings ist die Person seit über 2 Jahren kein bisschen weiter gekommen und sitzt immer noch an den 20 Seiten Bachelorarbeit, die zu 60 Seiten werden sollten. Zu Treffen mit dem Prof wird aus Angst gar nicht mehr gegangen
Der gute Mensch bricht bei jedem unserer Zusammentreffen in Tränen aus und ich werde langsam immer ratloser, was ich ihm noch raten kann.
Meine Ideen waren bisher strukturierte Pläne festzulegen und einen Tag in der Woche einzurichten, der nur für die Bachelorarbeit reserviert ist, aber die werden gar nicht eingehalten.
Derjenige ist nicht der einzige. Ich habe noch 2 andere, denen es ähnlich geht. Nennen wir sie T. und S. T. sitzt seit anderthalb Jahren an seiner Masterarbeit und hat bis auf ein Expose noch nichts nennenswertes vorbringen können. Seinen Tag verbringt er mit zocken oder TV Serien. Finanziert wird das Studium von den Eltern.
S. geht es ähnlich wie dem obigen Fall. S. hat mittlerweile einen 20 Stundenjob im Verkauf angenommen, verdient auch Geld und alles und zahlt die Miete aus eigener Tasche, kommt aber eben nicht zur Abschlussarbeit und ist gleichzeitig wie ich das Gefühl habe auch nicht traurig drum.
Was kann ich denjenigen noch raten? Ich bin hier wirklich an meinen Grenzen angekommen. Hab auch schon mit Therapeuten telefoniert, natürlich in Absprache mit den Fällen, aber die haben kaum Termine frei.
Hat jemand noch Ideen, auf die ich eventuell noch nicht gekommen bin?
Ich habe bisher zu strukturierten Tagesabläufen und KFW geraten, um nicht den finanziellen Druck zu haben. Das funktioniert aber nicht bei T., weil die Eltern auch keinen Druck machen.
Meine Fälle sind kaum in der Lage etwas gescheites zu Papier zu bringen. Der eine sagte, sobald er einen Stift in der Hand hat fängt er an zu zittern, was ich auch gesehen habe. Der andere zockt nur und pennt bis Mittag und ist von einem geregelten Tagesablauf extrem weit weg.
Das Schlimme ist, dass das alles keine dummen Menschen sind, sondern intelligente junge Leute, kurz vorm Ende des Abschlusses, die scheinbar Schreibblockaden haben und sich total verzetteln. Entweder, weil sie jetzt einmal das Arbeiten angefangen haben und da nicht mehr heraus kommen oder weil sie einen Tagesablauf wie ein Hartz 4 Empfänger haben und gar nicht mehr wissen, wie es ist um 7 Uhr aufzustehen.
Mir ist schon klar, dass ich nicht alle retten kann, aber das Phänomen scheint bei wahrem kein Einzelfall zu sein. Mir tut es als Beraterin in der Seele weh zu sehen, wie sich diese Studenten entweder in unterqualifizierten Jobs abquälen oder ihre wertvolle Lebenszeit verstreichen lassen.
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