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Komapatient

Cojack

Neues Mitglied
Meine Mutti (77 Jahre) liegt seit letzten Donnerstag im künstlichen Koma, ist während der Untersuchung (nach zwei Blutstürzen) kolabiert und musste reanimiert werden. Ich habe es bis jetzt nicht geschafft, sie zu besuchen, weil ich Angst habe, sie an all den Geräten zu sehen. Ich dachte immer ich bin stark, doch in dem Moment, wo ich mit meinem Vati ins KKH fahren wollte, habe ich versagt, habe Weinkrämpfe und Herzrasen bekommen. Da ist mein Mann und mein Sohn (19) mitgefahren und haben mir danach gesagt, es war gut, dass ich nicht mitgefahren bin, ich wäre sicherlich zusammengebrochen. Heute nun kam mein Vati aus dem KKH und sagte, dass die Ärzte festgestellt haben, dass bei meiner Mutti die Hirntätigkeit ausgesetzt hat und sie - bis zum Ende - nur an Geräte angeschlossen, weiterleben würde. Morgen nun ist ein Gespräch mit den Ärzten und da liegt die Entscheidung bei der Familie, ob die Geräte abgeschaltet werden sollen. Die Entscheidung steht für alle Familienmitglieder fest, dass die Gerät abgeschaltet werden, denn sie hätte dies nie gewollt. Mein Problem und Angst, ich konnte bei dieser Nachricht nicht weinen, ich versuche zu verdrängen, ich habe ein Blockade aufgebaut. Ich weiß nicht, soll ich morgen mit ins KKH, mich bei meiner Mutti verabschieden, dann das Bild, wie sie an den Geräten angeschlossen ist ein Leben lang vor mir sehen oder sie so in Erinnerung behalten, wie ich sie am Tag vor ihrer Einlieferung gesehen habe ??? Vielleicht ist noch jemand um die Zeit online, der mir einen Ratschlag geben kann, denn an Schlaf ist bei mir nicht zu denken. DANKE!!!
 

Hallo Cojack,

schau mal hier: Komapatient. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Umarmung!

Ratschlag:

Geh hin und verabschiede Dich!
Du würdest es Dir sonst wohl nicht verzeihen.

Du schaffst das auch!

Es ist tragisch..ich werde auch nicht...irgendwas dazu sagen...
Erstarrt bist Du sowieso. Die Blockade macht schon Sinn.
Du mußt nicht grübeln deshalb.Es ist eine Schutzfunktion,damit der Mensch nicht durchdreht... ich kenn das ...

Da Deine Mutti 77 ist, werdet Ihr die schwere Entscheidung,ob Organspende oder nicht,sicher nicht treffen müssen?

Das ist sowas...wo ich mir denke--ein tragisches Unglück hätte noch "irgendeinen Sinn----jemandem anderes zu helfen".
Schlimm und schockig ist es sowieso.

Bitte--- es ist der letzte Dienst,den Du Deiner Mama tun kannst.
Man hat alles versucht.
Daß Dein Mann und Sohn sie so "schlimm" gesehen haben,lag daran,daß die Ärzte da noch gekämpft haben um sie--da geht es oft richtig hektisch zu...und halt auch mal für Laien schockig.

DAS wird morgen nicht so sein!
Dich erwartet KEIN Monster---sondern Deine Mama,bissel blaß---und wie im Schlaf.
(Ich habe eins meiner Kinder verabschieden müssen.Es sagt sich jetzt so "scheinbar leicht"--das trügt. Gibt unfaire Dinge im Leben...)

Es tut mir sehr leid. Nimm Deine Lieben und laß Dich hinbringen...

Micky

Und--Du hast NICHT versagt!
 
Hallo Cojack,

es tut mir für Dich leid,was Du da erlebst..sicherlich ist es ganz schwer für Dich und Du fühlst Dich hin-und hergerissen-hast grosse Angst dich zu entscheiden,womöglich das es die Fehlentscheidung wäre,und du es später bereust..

Ich kann Dir nachempfinden und drück dich mal ganz lieb in Gedanken..

Einen Rat hier zu geben ist nicht einfach,
doch vielleicht ist es Dir ein kleiner Trost zu wissen
egal wie Du Dich entscheidest,
ob Du deine Mutti nochmals sehen möchtest ,dich von Ihr verabschieden-
oder das dann doch lieber in Gedanken und deiner bisherigen Erinnerung an sie machen möchtest-
Du triffst immer die für Dich gerade richtige Entscheidung.

Auch wenn andere da anders entscheiden würden,wichtig ist wie es Dir dabei geht,mit welcher Entscheidung Du besser zurecht kommst-jetzt,bzw. morgen und auch für die zukunft.

Mein Rat an Dich, horche in Dich hinein,auf dein Bauchgefühl dein Kompas,denn dieses weist Dir den richtigen Weg.

Ich bin in Gedanken morgen bei Dir und wünsche Dir ganz viel Kraft!

Leoni
 
Vielen Dank für die lieben Zeilen, auch noch zu so später Stunde. Ich habe mich heute würdevoll von meiner Mutti verabschiedet und würde es auch jedem anderem raten, dies zu tun. Am Anfang war eine totale Abwehr in mir, an das Bett zu treten, meine Beine waren wie Gummi, doch dann wollte ich nicht mehr weg, ich konnte ihr Gesicht nicht küssen, also nahm ich mir ihre Hand, die an Schläuche angeschlossen war, und habe sie geküsst. Ich habe sie gestreichelt, sie war ganz warm, ich habe ihr gesagt, dass ich sie liebe und wir uns irgendwann wiedersehen. Ich hatte so eine Angst davor, Gott sei Dank hatte ich meinen Mann an meiner Seite, alleine hätte ich dies nicht überstanden. Am liebsten würde ich mich sofort wieder ins Auto setzen und zu ihr fahren, bis sie endlich Ruhe findet, ich habe soviel nicht gesagt, was mir später eingefallen ist. Doch ich habe meiner MUTTI gesagt, dass ich sie liebe, sie immer lieben werde und wir uns irgendwann mal wieder sehen. Es TUT so WEH!!!
 
Hallo Cojack,

Hochachtung, Du hast genau das richtige gemacht. Nachdem ich gestern Deinen Beitrag gelesen habe (ich war noch nicht registriert) dachte ich, hoffentlich findet sie die Kraft, sich von ihrer Mutter zu verabschieden.

Du hast am Ende Deiner Mutter Respekt, Achtung und vor allem Liebe gezeigt; sie hat es mit Sicherheit gespürt und Dir im Stillen gedankt.

LG
Mary2105
 
ich danke dir für deine worte und ich glaube, sie hat nur noch auf mich, die sich die ganze zeit davor gesträubt hat sie zu besuchen, gewartet hat, um endlich in aller stille einzuschlafen. leider ist die realität in meinem kopf noch nicht vollständig angekommen, doch der knackpunkt wird kommen, wenn ich sie zu grabe trage und dann werde ich vielleicht loslassen können. obwohl ich weiß, dass sie tod ist, schaue ich immer wieder ins nachbargrundstück, wo sie gewohnt hat, ob sie aus dem fenster schaut, ich warte, ob sie - wir hatten ein ritual - mich 9.15 uhr auf arbeit anruft, damit ich wusste, es geht ihr gut -, dies wird mir unendlich fehlen. ich muss aber auch stark für meinen vater sein, der nun ganz alleine ist, ich muss die kraft für ihn mir aufbringen und ich schaffe es. ich wünsche allen in diesem forum gesundheit und ein langes glückliches leben.
 
Sie wird IMMER bei Dir sein!

Ich wünsche Dir die Zuversicht,daß der Schmerz einmal erträglicher wird
(Das ist so--ich hab es AUCH nicht glauben wollen...)

...und ich wünsche Dir reale Freunde,die Dich auffangen,wenn Du mutlos bist ...
und ich wünsche Dir,daß Du jeden Tag Deine Mutti neben Dir fühlst und ihre tröstende Hand auf Deinem Kopf spürst ....
 

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