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Körperschemastörung so extrem momentan....

  • Starter*in Starter*in muddle
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M

muddle

Gast
Moin,

ich weiß nicht, was ich erreichen will, ich glaube ich muss einfach mal wieder "reden"...

Habe seit langer langer Zeit ein Problem mit dem Essen, wobei ich eigentlich recht normal esse. Aber die Gedanken sind es, die mich stark einschränken und belasten. Ständige Gedanken darum, was ich heute noch essen will und kann, Angst vor dem Zunehmen und Hass auf mich, wenn ich mal wieder mehr gegessen hab als ich wollte.

Ich wiege auf 1,63 nun knapp 52 kg. Theoretisch WEIß ich, dass das nicht zu viel sein kann. Aber mein Kopf spielt da trotzdem nicht mit. Überall sehe ich Fettpölsterchen und traue mich oft genug nicht so manche Sachen anzuziehen. Ich versuche mich zu zwingen, trotz meiner negativen Gedanken über meine Figur enge Sachen anzuziehen. Aber manche Tage ist das nicht für mich auszuhalten. Ich habe in den letzten 6 Monaten knapp 6 Kilo zugenommen und das macht mich fertig. Ich schaffe es nicht mit dem Essen aufzuhören...jedes Mal nehme ich vor, den Tag vernünftig zu essen, damit ich wenigstens nicht zunehme. Aber dann gibt es auf der Arbeit Süßes oder Kuchen oder irgendwelche anderen Gelegenheiten tun sich auf. Ich kann dann nicht NEIN sagen. Das ist schrecklich. Wenn ich versuche es zu ignorieren, dann klappt das nie. Ständige Gedanken um das Stück Kuchen, dass da in der Küche steht. "Ach,dann isst du das jetzt und morgen isst du weniger." Pustekuchen. Am nächsten Tag natürlich das gleiche!

Ich habe das Gefühl förmlich zu spüren, dass das Fett ansetzt. Dass das nicht möglich ist weiß ich. Trotzdem: ich fühle am Kinn, dass da mehr ist, an den Armen, am Bauch, an den Beinen, am Po, überall! Oft genug stehe ich total ungern. Ich stehe dann gekrümmt da, irgendwie weil ich mich in dem Moment einfach sch* und dick fühle. Ebenfalls versuche ich meine Arme oft vom Körper wegzuhalten, damit ich dieses Fett an den Oberarmen nicht spüre. Ich fass mcih überhaupt auch selten an. Seit zwei Jahren schaffe ich es zwar mich einzucremen...aber sich selbst anzufassen, ja sogar an Selbstbefriedigung zu denken, das ist für mich ein Ding der Unmöglichkeit. Und nein, ich wurde nicht missbraucht. Nunja, vor drei Jahren gab es eine Situation in der ich den Sex nicht wollte, aber diese ganzen Körperprobleme gab es schon vorher und ich habe überhaupt nicht das Gefühl, dass diese Sache irgendwas daran geändert hat.

Ich will diese blöde Störung loswerden, will mich normal sehen können, will nicht dauernd so eine Gier auf Süßkram und Fast Food haben. Und nein, ich habe übrigens NICHT lange Zeit verzichtet, so dass das jetzt durchkommt. Das geht einfach schon ewig so. Es fing mit 14 an, dass ich mir dauernd Teilchen vom Bäcker geholt habe, diese heimlich gegessen und dann teilweise ausgek* habe. Seit dieser Zeit habe ich Gier auf Süßes. Ich kann nicht dran vorbeigehen. Aber ich will! Es ist schrecklich. Ich will doch nur normal sein 🙁

Bin in Therapie, aber hauptsächlich wegen meiner Sozialphobie. Mein Thera meint, wenn wir das in den Griff kriegen, dann fühle ich mich auch körperlich besser. Aber das dauert....und ich bin mir nicht sicher, dass das klappt. Es kommt mir so extrem vor. Habe mich vor ein paar Tagen selbst gezeichnet. Also meine Umrisse auf Papier, so wie ich mich SEHE! Danach hat mein Freund mich gezeichnet. Ein himmelweiter Unterschied.

Es ist so zermürbend. Ich will mich einfach sehen können wie ich bin und mich so akzeptieren! Langsam kann ich in der Hinsicht nicht mehr.
 
Hey 😉

Was heißt denn du bist in Therapie wegen einer Sozialphobie? Ich hatte zwar noch nie so etwas wie du, aber ich bin genauso groß und genauso "schwer" wie du. Warum machst du dir eigentlich Gedanken darüber ob du etwas heute essen kann oder nicht? Nimmst du so schnell zu, dass du Angst hast, zu dick zu werden oder ist es wirklich so, dass du dich davor "eckelst"?
 
Für mich hört es sich so an, als wäre deine Therapie zu "einseitig". Du musst dringend etwas gegen deine Essstörung und für deine Selbstwahrnehmung tun. Solange du so stark belastet bist, solltest du anstreben, noch weitere Therapieformen in Betracht zu ziehen oder den Therapeuten zu wechseln, wenn er dir das Gefühl gibt, nicht ausreichend auf diese Probleme einzugehen. Hast du mal konkret bei ihm angesprochen, wie sehr dir das alles zu schaffen macht und du da Hilfe willst? Ist ihm das ganze Ausmaß davon bekannt?


Liebe Grüße

Findefuchs
 
Hallo,

dank für Eure Antworten!


@ Jani:


Ich bin seit ca. zwei Monaten bei einem Therapeuten und er hat halt drei Diagnosen gestellt, wobei aber die Sozialphobie jetzt hauptsächlich im Vordergrund steht. Ich hab halt ständig Angst, negativ bewertet zu werden und das wirkt sich sehr auf mein Verhalten bezüglich sozialer Kontakte aus. Derzeit gucken wir noch, wie das so zustande kommt etc. und demnach geht's dann daran mein Verhalten zu ändern. Oder was war deine Frage deswegen? 🙂
Also ich habe schon den Eindruck schnell zuzunehmen. Aber ich weiß auch nicht, was meine große Angst davor ist. Wahrscheinlich, dass andere Leute schlecht über mich denken könnten, wenn sie Speckröllchen sehen....oder auch die Aufmerksamkeit, die ich bekomme, wenn alle sagen "Du bist so dünn!". Irgendwas in mir wehrt sich total gegen eine Zunahme. Ich finde es aber auch wirklich unangenehm mich anzufassen und merke jedes bisschen Fett. Naja, und weil ich deswegen eben nicht zunehmen will, mache ich mir ständig Gedanken ums Essen. Ich könnte halt dauernd Essen, versuche es aber zu vermeiden bzw. zu essen wie andere Menschen auch und nicht ständig Süßigkeiten reinzustopfen. Meist nehme ich aber mehr zu mir, als ich bei meiner Figur sollte. Ich kann einfach nicht an Essen vorbeigehen und kriege die Gedanken nicht los.




@ Findefuchs:


Möglicherweise hast du recht. Meine Therapie ist derzeit schon recht einseitig. Aber ich denke auch, dass der Thera einigermaßen recht hat, wenn er sagt, dass würde sich bessern, wenn ich mir allgemein nicht mehr so Gedanken um die Meinung anderer mache. Was sagst du dazu?
Ich bin halt auch erst seit ca. zwei Monaten bei ihm und derzeit reden wir hauptsächlich über die Sozialphobie. Bald geht's an erste Übungen. Letztens habe ich ihm z.B. diese Zeichnung gezeigt. Er fand das interessant, ist aber nicht groß darauf eingegangen. Habe ihm schon zwei drei Mal gesagt, dass wir das Thema Körper nicht aus dem Blick verlieren dürfen, weil mich das eben auch belastet. Er meinte das kommt auch noch. Ich mein, man kann halt auch nicht alles auf einmal bearbeiten 🙂 Die Zeit ist eben auch begrenzt 😉 Er ist auch noch recht jung und ich denke es ist für ihn auch noch schwierig, solche Themen zu behandeln. Ich bin froh überhaupt erst mal einen Thera zu haben. Schon wieder ewig wegen eines Wechsels zu warten würde mir auch nicht gut tun! Und sonst fühl ich mich auch echt wohl bei ihm. Meistens ist es halt so, dass ich hinkomme, er mich kurz fragt wie es mir geht und wir kurz und knapp den Inhalt der letzten Stunde wiederholen und dann hat er so sein Programm. Bei der Frage wie es mir geht habe ich nun glaube ich schon drei mal angesprochen, dass ich mich gerade in meinem Körper nicht wohlfühle. Er fragt dann zwar mal was, aber dann gehen wir auch zum normalen Programm über. Ich weiß nicht. Ist das normal so? Habe noch keine großartigen Vergleiche...wie läuft das bei anderen? Ist halt keine Gesprächs- sondern eine Verhaltenstherapie. Habe ihm halt auch gesagt, dass ich z.B. versuche enge Kleidung anzuziehen. Das ist für ihn glaube ich auch Zeichen genug, dass ich es schon selbst angehe und mein Verhalten da versuche zu verändern...
 
@ Findefuchs:


Möglicherweise hast du recht. Meine Therapie ist derzeit schon recht einseitig. Aber ich denke auch, dass der Thera einigermaßen recht hat, wenn er sagt, dass würde sich bessern, wenn ich mir allgemein nicht mehr so Gedanken um die Meinung anderer mache. Was sagst du dazu?
Ich bin halt auch erst seit ca. zwei Monaten bei ihm und derzeit reden wir hauptsächlich über die Sozialphobie. Bald geht's an erste Übungen. Letztens habe ich ihm z.B. diese Zeichnung gezeigt. Er fand das interessant, ist aber nicht groß darauf eingegangen. Habe ihm schon zwei drei Mal gesagt, dass wir das Thema Körper nicht aus dem Blick verlieren dürfen, weil mich das eben auch belastet. Er meinte das kommt auch noch. Ich mein, man kann halt auch nicht alles auf einmal bearbeiten 🙂 Die Zeit ist eben auch begrenzt 😉 Er ist auch noch recht jung und ich denke es ist für ihn auch noch schwierig, solche Themen zu behandeln. Ich bin froh überhaupt erst mal einen Thera zu haben. Schon wieder ewig wegen eines Wechsels zu warten würde mir auch nicht gut tun! Und sonst fühl ich mich auch echt wohl bei ihm. Meistens ist es halt so, dass ich hinkomme, er mich kurz fragt wie es mir geht und wir kurz und knapp den Inhalt der letzten Stunde wiederholen und dann hat er so sein Programm. Bei der Frage wie es mir geht habe ich nun glaube ich schon drei mal angesprochen, dass ich mich gerade in meinem Körper nicht wohlfühle. Er fragt dann zwar mal was, aber dann gehen wir auch zum normalen Programm über. Ich weiß nicht. Ist das normal so? Habe noch keine großartigen Vergleiche...wie läuft das bei anderen? Ist halt keine Gesprächs- sondern eine Verhaltenstherapie. Habe ihm halt auch gesagt, dass ich z.B. versuche enge Kleidung anzuziehen. Das ist für ihn glaube ich auch Zeichen genug, dass ich es schon selbst angehe und mein Verhalten da versuche zu verändern...

Dann würde ich auf keinen Fall den Therapeuten wechseln, wenn du dich ansonsten wohl und gut bei ihm aufgehoben fühlst.

Ich bin jetzt keine Fachfrau und kann nur meine Eindrücke und persönlichen Erfahrungen zu dem Thema sagen, aber ich finde, dass Essstörungen nochmal eine ganz eigene Sache sind. Zu viel Therapien können kontraproduktiv sein, aber sie können auch ergänzend sein, gut unterstützen und bestimmte Punkte besser in Angriff nehmen, wo eine andere Therapie wieder nicht greift. Therapeuten sind nunmal auch verschieden ausgerichtet und spezialisiert.

Natürlich kann man nach nur zwei Monaten noch nicht eine weltbewegende Besserung sehen und beginnt erst mit der Therapie und alles zu bearbeiten. Aber, ich würde das für mich einfach auch mal allgemein ins Auge fassen. Zumindest das, womit du dich wohl und sicher fühlst und was dir positive Pespektiven aufzeigt. Überfordern solltest du dich natürlich nicht und jeder tickt da auch anders. Es gibt Leute, die haben zwei oder drei Therapeuten und fahren damit besser, andere können sich nur auf einen Therapeuten einstellen und dem vertrauen und andere wiederum haben eine "Haupttherapie" und nehmen ab und an ergänzend andere Wege, die sie unterstützen.

Frag doch mal direkt deinen Therapeuten, was er davon hält, dass du ergänzend deine Essstörung und Selbstwahrnehmung in Angriff nehmen willst, weil dir diese Dinge sehr zu schaffen machen und dich belasten. Das ist ja kein Angriff auf seine Person oder sagt auch nicht aus, dass er schlecht ist, vor allem da du ihn dann miteinbeziehst.

Tun würde ich auf jeden Fall etwas gegen deine momentane Situation. Kenne das alles und wie belastend das sein kann und wie sehr es einem einen einigermaßen unbeschwerten Alltag versaut. Vor allem dieser innere Schmerz, den man fühlt, weil man mit dem eigenen Körper nicht klarkommt und das ständige Unwohlsein. Oder diese verdammte Kopfsache.

Es gibt ja Therapeuten, die auf Essstörungen spezialisiert sind. Oder allein Körpertherapien. Das sind oft alles Therapieformen, die man ergänzend macht. Kenne ich von vielen Leuten. Wenn du dich nicht mehr so kopflastig und freier fühlst, dann kannst du dich auch vielleicht in der Therapie mehr öffnen und andere Schwerpunkte bearbeiten.


Liebe Grüße

Findefuchs
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke für deine ausführliche Antwort Findefuchs!

Nee, ein Wechsel kommt wirklich nicht in Frage. Sonst ist er glaube ich echt super, zumindest was eben die Sozialphobie angeht. War vorher kurzzeitig bei zwei anderen Therapeuten und das war eine vollkommen andere Welt, so dass ich da auch bald wieder abgebrochen habe. Mein jetziger Therapeut ist der erste seit 10 Jahren, der mir überhaupt eine Diagnose gegeben hat (die anderen habe ich nur im Nachhinein durch Schriftverkehr erfahren). Und dies ist auch die erste Diagnose, mit der ich mich identifizieren kann. Er weiß schon gut, was mit mir los ist und das ist eine sehr wichtige Basis.


Ich wusste gar nicht, dass man quasi zwei Therapien machen kann. Spielt die Krankenkasse da so ohne Weiteres mit? Dann wär das wirklich noch eine Maßnahme...gerade so etwas Körperbezogenes. Ich versuche mich zu überwinden und meinen Therapeuten mal drauf anzusprechen, was er davon hält. Ich hoffe das schaffe ich 🙂


Hatte auch schon überlegt zusätzlich in eine Selbsthilfegruppe zu gehen. Sowas ist ja quasi kostenlos, also muss nicht mit der Krankenkasse abgeklärt werden, oder? Aber da gibt es ja meist nur sehr auf Essstörungen bezogene Gruppen und wenn der Fokus so auf dem Essen liegt ist das eher kontraproduktiv bei mir. Ich muss mal suchen, ob es eine Gruppe für Körperschemastörungen gibt.


Am Freitag werde ich mal zum Pilates gehen. Habe da ein Test-Angebot in der Zeitung entdeckt und dachte das wär vielleicht was für mich. Einerseits ist es gut zum Stressabbau, was mir auch immer wieder geraten wird 🙁 Andererseits soll es ja quasi die Haltung stärken und Muskelgruppen beanspruchen, die man sonst nicht so nutzt. Vielleicht ist das mal ganz gut, wenn ich mich mit meinem Körper beschäftige, um ihn besser kennenzulernen. Da ist so ein "ruhiger" Sport mit vielfältigen Bewegungen sicher besser geeignet, als ein Powersport. Und als ich vor einem halben Jahr mal ein wenig Fitnesstraining zu Hause gemacht habe tat mir das auch ganz gut. Einfach zu sehen, welche Muskelgruppen man bewegen kann etc. Sonst funktioniere ich halt einfach. Ich achte wenig auf mich und das was ich mache und stelle z.B. Veränderungen an meinem Körper nur selten fest.


Mal sehen...ich versuche halt irgendwie was zu ändern und muss einfach probieren 😉
 
Ich denke, das ist von Krankenkasse zu Krankenkasse verschieden. Bei mir ist es so, ich bin in Einzeltherapie und Gruppentherapie. Beides wird einfach von einem Stundenbudget abgerechnet, also in Sitzungen, die mir die Krankenkasse bezahlt.

In den meisten Fällen wird eine Körpertherapie oder ähnliches nicht bezuschusst aber (!), das liegt auch immer im Ermessen der Krankenkasse und bei wem du das alles machen lässt. Ich denke, das ist auch einfach fallabhängig.

Frag doch einfach mal bei deiner Krankenkasse an. Manche bezahlen sogar einen Ernährungsberater, wenn du durch eine Essstörung Probleme mit dem Essen hast. Da gibt es auch spezialisierte Leute.

Ich würde es einfach alles mal abklopfen und auf mich wirken lassen. Und mich auch nicht abschrecken lassen, wenn ein gewisser Anteil selbst gezahlt werden muss. Wenn es hilft, dann sollte es das Geld wert sein und wenn es nur ganz wenige Sitzungen sind, die man macht. Ich habe mich sehr viel über Körpertherapien informiert und habe von einigen gehört, dass es ihnen sehr geholfen hat. Einigen war es wert, die Stunden selbst zu bezahlen (und wir reden hier jetzt nicht von übermäßig krass hohen Beträgen).

Eine Selbsthilfegruppe ist immer so ein Sache. Das kann sehr stark triggern. Gerade essgestörte Leute sollten sich eigentlich in so einem Umfeld voneinander fernhalten, solange sie nicht "clean" sind. Ich merke das selbst noch, wie heftig und stark man mich durch Kleinigkeiten triggern kann und wie schnell ich wieder drinstecke. Wenn die Selbsthilfegruppe von einem Therapeuten geleitet wird (aber dann ist es ja schon eine Gruppentherapie, meinst du das?), dann ist es wichtig, offen darüber zu reden, was andere in einem auslösen und wenn es nur gesondert mit dem Therapeuten ist. Das ist am Anfang schwer, gerade diese Offenheit, aber ich bin sehr froh um meine Gruppentherapie 🙂.

Ich würde auch übrigens als Betroffene, die loskommen will von dem ganzen Mist, Selbsthilfeforen meiden, die speziell für Essgestörte sind. Dort befinden sich leider auch User, die alles andere wollen, nur nicht loskommen von dieser Sucht, oder viele, die dich einfach runterziehen oder triggern, weil sie selbst noch zu sehr drinstecken und vieles noch nicht eingesehen haben oder einsehen wollen. Das bremst einen dann auch aus.

Pilates und leichter Sport ist doch eine feine Sache, solange es nicht darum geht, abzunehmen oder sich schick zu trainieren 😉. Das kann ja leider bei einer Essstörung wieder zum Wahn werden. Wie wäre es auch mit Yoga? Da tust du auch sehr viel für den Körper. Hab einige Zeit Hatha-Yoga gemacht und war sehr angetan! Probier doch mal langsam einfach alles aus, was dir körperlich gut tut und deinen Kopf ausschaltet, was das Essen und Kontrolle angeht. Vielleicht zieht auch eine Freundin mit und begleitet dich? Gemeinsam ist es oft schöner.

Liebe Grüße

Findefuchs
 
Deine Hinweise sind wirklich sehr hilfreich 🙂

Ich werde jetzt gleich mal googlen, was genau diese Körpertherapie denn eigentlich ist 🙂 Gehört hat man das schon mal, aber ich muss eben mal genau gucken, ob das was für mich sein könnte.

Und dann würde ich mich einfach mal mit meiner KK in Verbindung setzen. Ich glaube ich habe die für mein junges Alter schon ganz schon viel gekostet :wein: Aber vielleicht sagen sie sich ja auch "Na vielleicht wird sie dann endlich gesund.!" 😀 Einen Versuch ist es auf alle Fälle wert. Selbst zahlen könnte ich es auf keinen Fall, so sehr ich es auch wollen würde. Dafür ist einfach nichts da.

Das mit dem Ernährungsberater ist auch nochmal ein guter Hinweis. Ich hab schon ab und an mal daran gedacht, aber irgendwie hab ich mich dann doch nie genauer informiert.

Und ich meinte übrigens Selbsthilfegruppen und keine Gruppentherapie. Der einzige Unterschied ist quasi die leitende Person? Also ich bin eigentlich schon jemand, der keine Probleme damit hat, die Gefühle preiszugeben - wenn ich sie denn identifizieren kann! 😛 Schnell triggern lasse ich mich eigentlich auch nicht. Ich bin wohl durch meine Medis ziemlich abgestumpft...

Was du allerdings sagst bezüglich solcher Foren, das kann ich voll und ganz bestätigen. In Zeiten, in denen ich nicht so stabil bin wie derzeit, lasse ich mich schnell von dem Geschriebenen beeinflussen. Ich gucke manchmal sporadisch in solche Foren rein, aber bin nirgends aktiv. Und das ist für mich auch vollkommen okay so. Ich hatte mal eine Zeit in der ich selbst Pro Ana toll fand. Ich weiß, das ist einfach bescheuert, aber ich habe mich auf diesen Seiten rumgetrieben und WOLLTE mich davon anstecken lassen...Ich wusste genau, wenn man da erstmal drin ist, dann ist das gefährlich und krank. Trotzdem wollte ich. Aber ich esse zu gern... Das klingt echt bescheuert. Manchmal "möchte" ich in der Hinsicht krank sein...ich weiß nicht, ob es einfach ein Schrei nach Aufmerksamkeit ist. Keine Ahnung. Ich sehe dünne Mädchen oder Frauen und finde das einfach toll und anziehend und möchte auch so aussehen. Mir gefällt das. Aber mir gefällt es auch, wenn ich Aufmerksamkeit bekomme, indem andere sagen "Du bist so dünn!", "An dir ist doch nichts dran!", "Ich mach mir sorgen, du siehst so zerbrechlich aus.". Da bin ich ehrlich: Es gefällt mir...und wahrscheinlich will ich es deswegen manchmal auch nicht so recht loslassen. Andererseits denke ich so oft, dass ich einfach nur ein normales Leben führen will und nicht mehr ständig ESSEN ESSEN ESSEN im Kopf haben will. Ich merke regelrecht wie ich verblöde. Ich bin in den letzten Jahren so vergesslich geworden und kann mir immer weniger merken. Ich glaube es kreisen einfach so dermaßen viele (unnötige) Gedanken in meinem Kopf, dass ich mich auf das Wesentlich nicht konzentrieren kann.

Was Pilates angeht: Ich würde lügen, wenn ich sagen würde ich verspreche mir nicht ein schönen Nebeneffekt davon (nämlich, dass mein Körper straffer wird). Aber das ist nicht der Hauptgrund! Ich glaube da sollte man sich auch eher einen anderen Sport aussuchen 😉 Nee, ich habe schon des Öfteren daran gedacht - trotz aller meiner Vorurteile - mal sowas wie Yoga oder sowas in Richtung autogenes Training oder so auszuprobieren. Einfach um mal den Kopf frei zu kriegen. Aber das konnte mich nie so recht überzeugen, dass ich es dann wirklich gemacht habe. Abgesehen davon, dass es für mich ein riesengroßes Problem darstellt in eine Gruppe zu gehen!!! Und nun habe ich das mit Pilates gelesen und mich ein wenig mehr informiert und davon war ich irgendwie überzeugt! Alles andere konnte mich bislang nicht überzeugen. 😛 Also, ich muss mich wirklich zwingen da am Freitag hinzugehen, egal wie groß meine Angst ist!

Und ja...das mit der Freundin, die mitzieht, das wär toll! Aber da ich Probleme mit solchen sozialen Kontakte habe, hat sich bei mir seit Jahren keine Freundschaft mehr ergeben :mad: Aber auch das ist halbwegs in Arbeit und ich bemühe mich...mit Höhen und Tiefen.

Darf ich fragen, inwieweit du mit dem Thema Essstörung zu tun hast?

LG
muddle
 
Hallo muddle,

schön dass ich dir weiterhelfen konnte 🙂. Ich weiß, ist alles furchtbar hart mit dem Körper und dem Essen. Und eigentlich geht es einem total mies und man ist immer müde und geschafft, man merkt wie die Muskeln abbauen (ich zumindest) und man fragt sich öfters, wofür diese Hölle eigentlich? Und dann kann man nicht aufhören. Dann kickt einen nicht nur oft das Dünnsein, sondern die Leere im Bauch und die Kontrolle.

Ich bin seit ich 14 Jahre alt bin magersüchtig. Allerdings mit verdammt hohen Höhen und sehr tiefen Tiefen. Ich hatte Jahre, da habe ich ganz okay gegessen, aber im Griff hatte ich es nie so richtig. Die Magersucht war/ist immer da und in schwierigen Zeiten gesteht man es sich dann nicht ein, dass es die Magersucht ist, sondern man schiebt es auf den Stress, oder weil einem schlecht wird oder weil man sich "gesünder" ernähren will ...

Und die Grenzüberschreitung ist verdammt knapp. Deswegen pass wirklich darauf auf, dass du es nicht mit dem Sport übertreibst. Tu es hauptsächlich um deinem Körper Gutes zu tun und um dich zu entspannen. Wenn du willst, kannst du ja hier berichten, wie es am Freitag für dich war? Ich bin mir sicher, es ist nur eine Sache der Gewöhnung und du wirst viele nette neue Leute kennen lernen 😉.

Ich kann dich sehr gut verstehen, viele Sportarten sind schlichtweg für mich tabu, weil ich mich bis zum Zusammenbruch antreiben würde oder weil ich mich sehr unwohl fühle. Ich bin früher furchtbar gerne schwimmen gegangen, ich habe es geliebt und es hat mir richtig gut getan und irgendwann habe ich es mich nicht mehr getraut. Und seit Jahren bereue ich es bitter, dass ich es nicht schaffe, einfach wieder schwimmen zu gehen. Ich sehne mich so sehr danach, dass ich sogar davon träume 🙁.

Den Ernährungsberater würde ich echt mal anstreben 🙂. Ich kann verstehen, dass es dir schwer fällt, aber der kann dir auch die Angst nehmen und dir helfen, wie du dich so ernähren kannst, dass du deinem Körper das geben kannst, was er braucht. Vor allem wegen der Verdauung 🙄.

Ich würde immer eine Gruppentherapie einer Selbsthilfegruppe vorziehen. Man weiß ja blöd gesagt nicht, wer da alles drinsitzt und wer da fachlich gut eingreifen kann, wenn es eskalieren sollte oder ausartet. Und es ist schon ziemlich schwer, wenn da auch ein Essgestörter sitzt und dir erzählt, dass er sich zu "fett" findet und abnehmen will und wie schwer das Essen fällt etc. Und wenn man dann sieht, wie blind Essgestörte dann manchmal noch sind oder wie sehr sie sich gehen lassen (zähle mich phasenweise auch dazu), dann kann das ganz schön triggern und man wird wütend. Wenn man dann diese alten und schlimmen Gefühle wieder hat oder in alte Muster verfällt - wem will man sich da dann anvertrauen, der sich damit auch auskennt? Da ist ein Therapeut einfach immer die bessere Wahl, der die Gruppe leitet und die Leute kennt. Und in deiner Therapie über eine Selbsthilfegruppe zu reden, ist glaube ich weniger Sinn der Sache, weil eine Gruppe sollte einen weiterbringen.

Vielleicht kann dein Therapeut ein Gutachten oder so erstellen, das bestätigt, dass dir eine Körpertherapie gut tun würde? Oder dein Hausarzt stellt dir aus, dass du magersüchtig bist. Das ist hart, ich weiß, aber setzt nunmal manchmal leider viel bei Krankenkassen in Bewegung. In manchen Fällen übernimmt nämlich dann die Krankenkasse die Kosten für eine Ernährungsberatung.


Liebe Grüße

Findefuchs
 
Bei mir ging das auch in etwa mit 14, na eher 15, los....allerdings bin ich nicht magersüchtig, sondern eher bulimisch, manchmal gehts mehr in Richtung Binge Eating und dann doch wieder ein wenig anorektisch. Grundsätzlich habe ich die Diagnose rezidivierende Bulimie bekommen. Habe eine bunte Mischform und eigentlich überwiegen nur die Gedanken. Auf das Essen bzw. das gesamte Verhalten wirkt es sich eher wenig aus. Weder habe ich richtige FA, noch hungere ich. Ich könnte einfach ständig essen! Immer und überall...dann fühle ich mich schrecklich, zähle Kalorien. Versuche quasi nur das zu mir zu nehmen, was bei meiner Statur und Verbrauch ideal wäre. Esse aber ständig mehr. Dann wieder kommt eine Phase, in der ich versuche abzunehmen. Das sieht dann aber doch recht gesund aus (70 - 80 % des Tagesbedarfs). Solche Phasen liebe ich! Wie du auch schon sagst, das Hungergefühl, die Kontrolle, die Disziplin, auf die ich stolz bin. Aber das sind nur kurze Phasen. Meiste kämpfe ich damit, nicht zu viel zu essen und nicht zuzunehmen. Naja, und ab und an (alle paar Monate) denke ich dann mal "Ach jetzt isst du halt ganz viel und gehst danach zur Toilette"... Das ist dann aber meist einmalig. Obwohl ich sagen muss: Ich kann nicht alleine zu Hause sein! Da würde mir das dauernd passieren. Zum Glück ist mein Freund ständig da und ich bin nur selten alleine und ungestört. Ich hätte dann keine Kontrolle mehr über mich.

Das was du bezüglich der Gruppentherapie schreibst mag wohl sein. Ich hab da ja nicht so die Erfahrung. Ach mal sehen, wenn ich eine Gruppe bezüglich Körperschema finde, dann würde ich das wohl mal antesten. Eine reine Essstörungsgruppe wäre nichts für mich. In meinem vorherigen Beitrag habe ich ja geschrieben, dass ich mich nicht leicht triggern lasse. Aber wenn ich jetzt drüber nachdenke: Angenommen da wären dünne Mädels...das würde mich sehr triggern. Ich würde auch so sein wollen! Das klingt echt bescheuert...

Eine Art Gutachten wäre auch gut. Ich werde mich mal nach den ganzen Möglichkeiten erkundigen und das Thema bei meinem Therapeuten auch nochmal genauer ansprechen. Am Donnerstag hab ich auch sowieso einen Termin bei meiner Hausärztin. Wenn es passt und ich mich traue, spreche ich das Thema da mal an.

Da habe ich doch schon ein paar Ansätze. Siehste, da wollte ich einfach nur mal ein paar Gedanken loswerden und mal jammern und gehe mit konkreten guten Vorschlägen 🙂 So find ich das gut! :daumen:
 

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