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Klammern meine Eltern an mir?

Sissilina

Neues Mitglied
Hallo,

wo und wie fange ich am besten an?

Ich fange mal von vorne an. Mit 1/12 Jahren, also als ich noch ein Baby war, bekam ich Hirnhautentzündung und Windpocken zugleich. Das Ergebnis: ich erkrankte an Epilepsie und war damals auch linksseitig gelähm wo der Arzt sagte das ich mein Leben lang im Rollstuhl sitzen müsste. Meine Eltern wollten dies nicht wahr haben und kämpften wie zwei Löwen um mich. So, das ich dank ihnen, heute laufen, selbst eine eigene Wohnung habe und ein normales Leben führen kann.

Im laufe der Jahre hatte ich einige unschöne Beziehung wo ich nur Streitereien erlebte. Bei mir entwickelte sich durch Erfahrungen eine Bindungsphobie und gleichzeitig merkte ich manchmal das ich, als ich einen Mann kennen lernte, auch mich selber vergass, da ich nur immer gesprungen bin, wenn er schrieb und ich ständig anrief, als er sagte das ich ihn jederzeit anrufen kann.

Heute ist mir jedoch was aufgefallen: ich wollte einfach mal meine Ruhe habe, da ich oft bei meinen Eltern war und selbst merke, das ich auch mal Abstand von ihnen brauche und möchte. Heute, als ich mich mal nicht blicken lies, kam mein Vater zu mir, ob alles in Ordnung ist und meine Mutter rief später durch das ich mich zurück ziehe und fragte, ob ich zum Kaffee kommen möchte was ich verneinte.

Nun taucht immer mehr bei mir die Frage auf: könnte es sein, das sich meine Eltern (vielleicht unbewusst) an mich klammern oder Schwierigkeiten haben mich los zu lassen?

Ich habe keine Freunde, doch lerne gerade neue Menschen kennen in meiner Nähe (Online Forum) kennen. Mein Wunsch ist es einfach nicht jedesmal erzählen zu müssen "ich war hier mit meinen Eltern " "ich habe das mit meiner Mutter gemacht "

Können Eltern sich an Kinder, vor allem, wenn es das letzte Kind im Haus ist klammern? (Mein Bruder ist schon lange mit seiner Familie etwas weiter weg gezogen)

Was kann ich tun um mich emotional von meinen Eltern fern zu halten? (Das Problem: sie sind gleichzeitig meine Vermiete, denn zwischen ihnen und mir wohnen nur 2 Nachbarn)

Danke für eure Tips und Ratschläge.
 
Natürlich können sie klammern. Passiert besonders oft bei Einzelkindern, wenn die Eltern alles auf ein Kind projizieren und beim Aufziehen vergessen dass auch mal wieder eine Zeit ohne Kinder kommt, stehen sie da und stellen fest: Ups, wie waren noch gleich meine Hobbies? Wie hießen nochmal meine Freunde? Scheiße, ich brauch Gesellschaft! Kind, du musst meine Leere ausfüllen!

Der erste Schritt wäre vielleicht eine neue Wohnung, um die halb finanzielle Abhängigkeit zu lösen.
Wie sieht es aktuell mit Job, Finanzen usw. aus bei dir?

Der nächste Schritt wäre dann sich weiter um sich selbst zu kümmern. Eigene Freunde suchen, Hobbies pflegen, Haushalt schmeißen, sich weiterbilden.
 
Eigene Wohnung geht leider nicht. Da ich in einer USE (Union Sozialer Einrichtungen) arbeite verdiene ich leider nicht soviel das ich es mir leisten könne und ich wohne in einem Haus wo meine Eltern die Vermieter sind (sie haben das eine Endhaus und ich das andere Endhaus). Manchmal habe ich das Gefühl sie begreifen nicht, das ich schon 38 bin. Meine Mutter zweifelte das ich meinen Job packe, da ich in einer Wäscherei arbeite und linksseitig keine Feinmotorik hab, da ich als Kleinkind linksseitig gelähmt war. Und mein Vater würde mich, da er Rentner ist, überall hin fahren und abholen.
 
Die Angst, die sie damals und lange Zeit um dich haben mussten, hat sie geprägt. Eine Familientherapie könnte euch helfen.
 
Eigene Wohnung geht leider nicht. Da ich in einer USE (Union Sozialer Einrichtungen) arbeite verdiene ich leider nicht soviel das ich es mir leisten könne und ich wohne in einem Haus wo meine Eltern die Vermieter sind (sie haben das eine Endhaus und ich das andere Endhaus). Manchmal habe ich das Gefühl sie begreifen nicht, das ich schon 38 bin. Meine Mutter zweifelte das ich meinen Job packe, da ich in einer Wäscherei arbeite und linksseitig keine Feinmotorik hab, da ich als Kleinkind linksseitig gelähmt war. Und mein Vater würde mich, da er Rentner ist, überall hin fahren und abholen.

Tja dann musst du deutlicher Grenzen setzen. Kommt eventuell ein Nebenjob für dich in Frage?
 
selbst eine eigene Wohnung habe und ein normales Leben führen kann.

Das entspricht ja dann nicht der Realität. Die Wohnung wird von deinen Eltern vermietet, vermutlich mit geringer Miete. So bist du immernoch finanziell abhängig von deinen Eltern. "Normal" - naja, mit Ende 30 scheinst du noch kein selbstständiges Leben zu führen. Das ist jetzt nicht böse gemeint, versteh das nicht falsch. Aber da scheint wohl eine zweite Seite der Münze zu bestehen. Du bist ebenso noch nicht von deinen Eltern abgenabelt.

Da ist halt immernoch dieses sehr stark präsente Eltern-Kind-Verhältnis zu bestehen, von beiden Seiten.

Bei der USE bekommst du doch gutes Gehalt. Knapp 1800-2000 Netto. Da ist eine eigene Wohnung drin, natürlich mit den finanziellen Abstrichen, die das nunmal erfordert.

Das ist halt auch die Sache der Bequemlichkeit, die du aufgeben müsstest. Nicht nur deine Eltern "klammern" sondern ja auch du an dieser Bequemlichkeit der bestehenden Nabelschnur.

Ich würde auch mal eine Umschulung überlegen. Denn du bist ja nicht auf den Kopf gefallen, sondern nur motorisch eingeschränkt. Vielleicht wäre ein Jobwechsel garnicht mal so schlecht um dich auch von deinem Stigmata zu lösen. Körperliche Behinderung ist ja keine geistige Einschränkung. Hast du eine abgeschlossene Ausbildung? Vielleicht kannst du da ja irgendwas drauf aufbauen als Fachwirtin oder in der Art. Bedeutet aber auch sich da etwas durchzubeißen und Ellbogen ausstrecken. Hilft auch sich zu emanzipieren und eigenständig sein Leben aufzubauen.

Eine Lehrerin von mir hat auch eine einseitige Lähmung, starke Beeinträchtigungen was das körperliche eingeht, kann aber laufen. Sie ist studierte Biologin und eine unfassbar wunderbare Lehrerin. Die hatte das von Geburt an. Heute ist sie verheiratet, zwei Kinder und sehr wertgeschätzte Lehrerin. Man darf sich da nicht immer sofort in Schubladen stecken lassen. (Auto kann sie auch nicht fahren, schlägt sich aber mit Bus und Bahn durch.)

Mein bester Freund im Kindergarten wurde aufgrund seiner Muskellähmung stigmatisiert und auf eine Schule für geisitg behinderte Kinder geschickt. Der musste sich richtig durchkämpfen, heute studiert er Maschinenbau, laufen fällt ihm immernoch etwas schwer. Aber im Club kurz tanzen - dafür reicht es. Er hat auch eine sehr nette Freundin.
 
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