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Kinderschreie

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U

Unregistriert

Gast
Kinderschreie in der Nacht.
Alles ist dunkel,
alles schläft.
Niemand hört,
wie das Kind schreit.
Das Kind schreit so lange,
bis es nicht mehr kann.
Es verstummt.
Ein Kind ist gestorben
im Dunkeln der Nacht.
Getötet durch euch.
Seht den Körper des Kindes,
das ihr auf dem Gewissen habt.
Seht das Gesicht des Kindes,
den Schmerz in seinen Augen.
Wie könnt ihr jetzt noch leben?
Ein Kind ist gestorben,
ein Kind ist verstummt.
Eine Seele, unschuldig;
verletzt worden bis zum Grunde.
Es war nur ein Kind.
Wie könnt ihr das sagen?
Eine Kinderseele, unverdorben,
wie viel mehr wert ist sie,
als die Unsere.. gepeinigt,
verstummt, getötet.
Wie viele Seelen verstummen,
wie viele Herzen erfrieren,
nur weil ihr sie nicht seht?
Weil ihr sie quält,
weil ihr sie missachtet,
ohne euch die Folgen bewusst zu sein.
Die Folgen eures Handeln:
Eine Welt voller Herzen,
so kalt wie Stein.
Eine Welt in der kein Kind mehr spielt,
kein Kind mehr lacht.
Ihre Seelen sind tot.
Ihre Seelen sind verstummt.
Der Anblick würde euch töten,
euer Gewissen bewegen.
Kein Wunder schaut ihr nicht hin,
wie viel Angst habt ihr davor,
einst Angesicht zu Angesicht
vor euren Ofern zu stehen.
Kinderschreie in der Nacht,
sie blieben ungehört.
Eine Kinderseele getötet,
von keinem bemerkt,
von keinem vermisst.
 

Hallo Unregistriert,

schau mal hier: Kinderschreie. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Hoppla, wieder mal nicht registriert..
also.. :-/ habt ihr wahrscheinlich gemerkt, das Gedicht ist von mir.
... lost_angel
 
Das stimmt, Deine Gedichte haben ihren ganz eigenen Charakter, so können nur Deine klingen und die versteinertste Seele zum Zittern bringen.

Eines würde mich interessieren Angel. Hast Du all diese Anklagen nach dem letzten Geschehnis geschrieben, oder stammen auch schon welche aus der Zeit davor?

Trotz Deines harten Schicksals beneide ich Dich um diese Gabe.

Eure Gedichte haben es mir angetan, sie sind so aussagekräftig, dass es keiner Interpretation bedarf.
Sie inspirieren mich täglich aufs neue, ein Buch zu schreiben.

Habt ihr eigentlich alle, wie ihr hier im Forum seid, jemals in der Schule so schreiben können wie hier?
Eure Sprache ist so blumig, dass ich mich frage, wie so etwas möglich ist. Da ist kaum ein holpriger Beitrag dabei. Ihr drückt Euch so verständlich aus, dass da nichts misszuverstehen ist.

Ich bin grade dabei, eine Umfrage zu schreiben, die ich heute oder morgen noch ins Forum setzen möchte.

Angelchen ich kann Dich immer wieder nur ermutigen, schreibe weiter, das Schreiben scheint Deine Sprache zu sein, so wie anderen Menschen eine schöne Stimme gegeben wurde, ganz zu Schweigen von denen, die mit einem Instrument die Seele klingen lassen.

Meinen Kummer habe ich immer aus mir herausgeschmettert, dass die Türen und Fenster wackelten. Das hat fast immer, den Eisenreif um meine Brust gesprengt. Am stärksten war dieses Gefühl am Meeresufer oder im Gebirge auf einem Hochsitz, aber auch in einer Kirche
So erging es mir naach der Wende während meines ersten Besuchs in Karlsbad in Tschechien. Dort gab es eine kleine, wunderschöne orthodoxe Kappelle. Jedesmal, wenn ich sie besuchte, fühlte ich einen inneren Zwang zu singen. Und die Küsterin, die an einem Tisch sass und Ansichtskarten verkaufte, hatte ebenfalls eine schöne Altstimme, und so sangen wir im Duett, sie tschechisch und ich deutsch, oder wir beide Latein. Und keiner von uns merkte, wie sich währenddessen die Kappelle bis auf den letzten Stehplatz füllte.
Mein Freund und ich wanderten jeden Tag einmal dahin, und die Küsterin erzählte mir, dass sie, seit ich zum ersten mal in der Kappelle gesungen hatte und dann später mit ihr, sie soviel verkaufte und soviel Trinkgeld bekam, dass sie zum erstenmal auch etwas kaufen konnte, was nicht unbedingt zum alltäglichen Leben notwendig war, was sie als großen Reichtum empfand. Zum Dank wollte sie meinen Freund und mich einmal zum Essen einladen.
Mit so spontanen Handlungen kann man so viel bewirken, ohne sich dessen bewusst zu sein. Ich habe mich über das Strehlen in den Augen der Küsterin sehr gefreut.

Ich habe Euch doch einmal von dem englischen Musikstudenten erzählt, der während seines Studiums in München bei uns lebte.
Als mein Vater starb, hat er eine Bachkantate gesungen: "Schlummert ein, Ihr matten Augen", die mir heute in der Erinnerung noch durch und durch geht.

Als die Trauerfeier für meinen Vater stattfand, hab ich von der Nachricht von seinem Tod bis zur Trauerfeier nicht eine einzige Träne vergießen können, ich war einfach wie versteinert.
Aber ich wußte auch eines, dass ich meinen geliebten Vater mit Musik, die er so liebte, verabschieden mußte.
Ich hatte immer eine recht schöne Stimme, aber als ich mit 20 vor seinem Sarg stand und ohne Begleitung das Ave verum von Mozart sang, da, so wurde mir später erzählt, hat meine Stimme geklungen, wie ein ganzer Kirchenchor in einer Kirche. Um dazu fähig zu sein, musste ich wie versteinert die Zeit bis dahin verbringen. Kaum war der letzte Ton verklungen, brach ich zusammen und wollte gar nicht mehr aufhören zu weinen.

Was ich mit meiner Geschichte sagen möchte ist, dass diese Versteinerung in uns, der einzige Schutz ist, den wir haben, um nicht am Leid zu zerbrechen.
Deshalb gehören die Menschen, die sich sprachlich oder mit Musik allmählich aus der Versteinerung lösen, zu den Glücklichen unter den Leidenden. Ein Instrument zu spielen, Wandern und dabei die Natur einatmen, sich handwerklich betätigen oder ein Tagebuch führen, alles sind Mechanismen, damit wir nicht bis zum Lebensende versteinert bleiben. Denn es sind alles Handlungen, die sich nach Außen wenden, also den Kontakt nach außen wieder aufnehmen.
Und das ist gut so! Das lässt hoffen!
In Liebe
Euer Luiserl
 

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