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keine Trauerbewältigung

  • Starter*in Starter*in millamara
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M

millamara

Gast
Im Sommer 09 ist mein Vater verstorben. Sehr plötzlich an einem Herzinfarkt.....

Da die ganze Familie streng religiös ist, fand das Begräbnis auch in diesem Rahmen statt (nicht evangelisch oder katholisch).. ich bin die einzige die mit 18 von zuhause weg ist und dem Glauben nicht mehr angehört...

Das Begräbnis war furchtbar.. mein Vater war so ein toller künstlerischer Mensch... absoluter Vollblutmusiker und die ganze Zeit in der Rede ging es nur um Gott und wieder Gott und nochmal Gott...

Ich bin als schwarzes Schaf dargestellt worden, sprich als schuld an seinem tot weil ich ja die einzige in der familie bin die ihr eigenes Ding durchgezogen hat... ich bin nicht in der Lage mich mit der Trauer auseinanderzusetzen... ich kann keinen Friedhof und keinen Sarg sehen ohne das Gefühl zu bekommen, den Boden unter den Füßen zu verlieren....

Jedesmal wenn ich Zeit finden könnte in mich zu gehen, passiert irgendwas anderes, ständig irgendwelche Hiobsbotschaften und ich hab manchmal das Gefühl ich existiere gar nicht mehr... von himmelhochjauchzend zu tote betrübt...

hat jemand ähnliches durch? wie lange habt ihr gebraucht um die trauer verarbeiten zu können?
 
Hallo,

das sind die verkappten Glaubenskrieger. Es soll welche geben, die den Katholiken den Rang ablaufen.

Ich finde es toll, dass Du es schon mit 18 Jahren geschafft hast, Dich zu lösen. Dazu gehört viel Kraft und persönliche Stärke.

Ich hoffe Du glaubst jetzt nicht wirklich, dass was die Dir einreden wollen, dass Du am tot Deines Vaters schuld bist. Wenn es doch so Gottesgläubige Menschen sind, wissen die bestimmt, dass es Gottes Wille war seinen Sohn zu ihm zu holen.

Und ich hoffe, dass Du Deine Hiobsbotschaften nicht als Zeichen einer überirdischen Macht nimmst.

Das sind Dinge des Lebens. Mal passieren sie selten mal oft und dann geballt. Mal sehr wohl dosiert, dass man damit gut leben kann.

Du musst an Dich selber und Deiner eigenen Kraft glauben.

Warum gehst Du nicht zu einer Einrichtung die mit Dir und gleichgesinnten die Trauer bewältigen.

Es gibt doch einige Einrichtungen.

Ein Freund von mir und seine Ehefrau hat es sehr geholfen. Sohn wurde überfahren. Ein Jahre später wurde die Tochter ermordet.

Die beiden sind im Leben zurück und haben ihr Lachen wieder.

LG
 
vielen lieben dank für deine worte..

ich hab mich bisher nicht getraut zu einer einrichtung zu gehen, da ich denke dass es viel schlimmere fälle gibt und nicht als mymose dastehen wollte...
 
Hallo Millamara,

Wenn Dein Verstorbene Vater Dir vergeben hat-
Und da darfst Du Dir sicher sein, das hat er.

Er hat Dir vergeben.
Dann musst auch Du Dir vergeben.


Grüble nicht mehr nach, was Du vielleicht versäumt hast,

oder falsch gemacht hast.



Das wird Dein Vater nicht wollen.

Dein Vater wird wollen, dass Du an das Gute und Schöne

das ihr miteinander erlebt habt denkst.

Sei dankbar für die gemeinsamen Stunden
die ihr miteinander erlebt und geteilt habt.


Schuldgefühle trennen Dich von Deinen Geliebten Vater


Lass sie beiseite! Vergib Dir selbst,

damit Du frei bist, ihn auf neue Weise zu lieben

und seine Liebe genießen kannst.

Jeder Fall ist schlimm. Es gibt nicht schlimmere oder weniger schlimmere.
Fälle.

Ein jeder hat sein Empfinden.

Diese Einrichtungen, wo Du Hilfe bekommen kannst, wo trauern kannst, werden keinen Menschen abweisen oder diese als mymose ansehen.

LG

 
Hallo millamara!

Ich bin als schwarzes Schaf dargestellt worden, sprich als schuld an seinem tot weil ich ja die einzige in der familie bin die ihr eigenes Ding durchgezogen hat...
Ich kann nur erahnen, was da vielleicht abgelaufen ist: streng religiöse Sekte, die alles verteufelt, was nicht in ihren Kram passt.

Ich finde es sehr sehr unpassend, einem jungen Menschen wie Dir derartige Schuldgefühle zu produzieren. Diese Menschen sind nicht religiös. Ich finde es schon fast erstaunlich und lobenswert, dass Du es als Mitglied (als hineingewachsenes Kind) geschafft hast, Dich von denen abzugrenzen. Aber so etwas geht nicht ganz verloren. Du mußtest deren Indoktrination einige Jahre über Dich ergehen lassen.

Warum hat er denn den Herzinfarkt bekommen? Hat er geraucht? Hat er sich angeblich über Dich aufgeregt? Ich vermute, dass an den Anschuldigungen gegen Dich nichts übrig bleibt. Im Gegenteil: das, was die machen, kann man vermutlich als kriminell bezeichnen.

Du hast nun das Problem, dass Du Dich nicht angemessen mit der Trauer auseinandersetzen kannst. Vielleicht liegt es an den falschen Schuldgefühlen. Ansonsten ist es wohl für jeden jungen Menschen schwer, so etwas zu verarbeiten. Allzu alt war ja auch Dein Vater wahrscheinlich nicht. Und es kam plötzlich.

Ich vermute, dass Du jemanden brauchst, der mit Dich in Deiner Trauer begleitet. Als mein Vater damals starb, sah ich mich vor die Alternative gestellt:

A) Hingabe an die Trauer oder
B) möglichst verdrängen und praktisch denken

Ich hatte mich für B) entschieden. A) konnte ich dann im Laufe der Zeit abarbeiten, als ich merkte, dass ich mit dem Verlust klar kam.

Wenn Du am Zweifeln bist, dann empfehle ich Dir unbedingt eine gute Begleitung. Vielleicht könnte soetwas ein Psychologe leisten. Vielleicht ein dafür spezialisierter Heilpraktiker oder eine andere Beratungsstelle. Auf keinen Fall solltest Du denken, das Du als "Mimose" dastehst. Du scheinst zu leiden, also solltest Du Hilfe bekommen.

Im übrigen halte die Unsterblichkeit für relativ wahrscheinlich und das relativiert den Schrecken des Todes ein wenig.
 
Da das Leben nach dem Tod meines Vaters weitergehen musste hab ich halt auch einfach weitergemacht...

Privat gab es genügend Schwierigkeiten und damit hatte ich auch immer genügend zu tun um mich nicht mit der Trauer auseinanderzusetzen..

Aber dieser ganze Ballast trägt dazu bei, dass man in nervlichen Extremsituationen immer weniger belastbar wird und sehr häufig nahe am Wasser gebaut ist..

Diese Schuldgefühle und die ganze Misere bekomme ich so leicht nicht los, ich weiß zwar das ich nicht schuld sein kann.. aber allein die Äußerung und das Wissen, dass man als einzige in der Familie anders ist und es evtl. doch Grund ist das er gestorben ist macht mich fertig...
 

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