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Keine Lebenslust, komme nicht voran

  • Starter*in Starter*in marcydarcy
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marcydarcy

Gast
Ich (27 w) habs irgendwie insgesamt nie leicht gehabt. Meine Eltern sind Alkoholiker, als ich 16 war, haben sie sich scheiden lassen. Das ist erst Mal nicht das Problem. Das Problem ist ein Rattenschwanz an Fehlentscheidungen von allen Seiten inkl. mir.

Ich war danach nämlich gewissermaßen “abgeschoben“, weil sich keiner für mich verantwortlich gefühlt hat, und bin bei meinem damaligen festen Freund untergeschlüpft. Der hat sich leider als Kontrollfreak (Handy kontrollieren, erpressen, teilweise auch einsperren) entpuppt, der mir einen psychischen Knacks verpasst hat. Aber da konnte ich nicht raus, weil mich meine Eltern nicht haben wollten. Das hat mir so weh getan.

Ich habe dann irgendwann angefangen zu studieren, ein WG Zimmer gefunden und mich in meinen Mitbewohner verliebt. War auch dumm. Er war selbst ein bisschen labil und hat mich ziemlich heruntergezogen, bis er mir dann sämtliche Energie ausgesaugt hat und dann fertig mit mir war. Das Studium habe ich nicht geschafft.

Ich habe seit ich 16 bin permanent das Gefühl, unerwünscht zu sein, egal ob Familie, Beziehung, Schule, Uni, Arbeitsplatz. Dieses Gefühl macht mich so unsicher, dass mich alles überfordert. Wenn ich falle, dann gibt es niemanden, der mich auffängt. Ich stehe immer alleine mit allem da. Wende ich mich mit meinen Problemen an meine Familie, dann werde ich belehrt oder beschimpft. Für mich gibt es kein Verständnis.

Ich bin zwar aktuell in einer Beziehung. Er ist der liebevollste Mensch, den ich je kennengelernt habe. Lebensbejahend, sorgend, friedfertig. Aber das macht es mir paradoxerweise nicht leichter. Ich habe jemanden gefunden, der wirklich gut zu mir ist. Und deswegen habe ich eine unglaubliche Angst, nicht gut genug zu sein und es zu versauen. Ich hätte gerne das Gefühl mal endlich Zuhause angekommen zu sein.
 
Hm, du schreibst, du möchtest endlich zu Hause angekommen sein. Was macht für dich ein Zuhause aus - eines, in dem du dich sauwohl und gewollt siehst?
Schreib dir selber einen Brief als Feundin und fantasiere ein wenig herum. Hindere dich nicht damit, dass du sagst geht sowieso nicht.
 
Hm, du schreibst, du möchtest endlich zu Hause angekommen sein. Was macht für dich ein Zuhause aus - eines, in dem du dich sauwohl und gewollt siehst?
Schreib dir selber einen Brief als Feundin und fantasiere ein wenig herum. Hindere dich nicht damit, dass du sagst geht sowieso nicht.
Wie meinst du das mit dem Brief? Als fiktive Freundin an mich selbst oder ich an eine fiktive Freundin?

Ich habe noch ein wenig nachgedacht und festgestellt, dass Liebe oder Aufmerksamkeit immer an Bedingungen geknüpft war. Wenn ich die Bedingungen nicht erfüllt habe, wurd ich abgestraft, mit Ignoranz oder Verachtung. Ich habe das Gefühl, dass mein Freund vielleicht Erwartungen haben könnte, von denen ich nichts weiß (er ist allgemein ein sehr introvertierter Mensch) und ich sie deswegen nicht erfüllen kann.

Im Moment lebe ich bei ihm. Er hat mich von sich aus zu sich geholt und es ist hier vollkommen okay für mich. Aber ich fühle mich so, als könnte ich hier jederzeit wieder rausfliegen, was mich emotional belastet. Es würde mich zerreissen, wieder mal "weggegeben" zu werden.

Dafür gibt es keinen akuten Grund. Es ist ein Gefühl, das ich aus meiner Vergangenheit mit mir herumtrage. Ich glaube, so richtig gewollt würde ich mich erst fühlen, wenn ein "richtiger" Haushalt entstehen würde, mit gemeinsamen Verbindlichkeiten. Etwas, das greifbarer ist als Gefühle. Wenn ich mir das recht überlege, dann ist das eigentlich dämlich, aber: Ein Ring am Finger würde schon helfen.
 
Wie meinst du das mit dem Brief?

Im Moment lebe ich bei ihm. Er hat mich von sich aus zu sich geholt und es ist hier vollkommen okay für mich. Aber ich fühle mich so, als könnte ich hier jederzeit wieder rausfliegen, was mich emotional belastet. Es würde mich zerreissen, wieder mal "weggegeben" zu werden.

Dafür gibt es keinen akuten Grund. Es ist ein Gefühl, das ich aus meiner Vergangenheit mit mir herumtrage. Ich glaube, so richtig gewollt würde ich mich erst fühlen, wenn ein "richtiger" Haushalt entstehen würde, mit gemeinsamen Verbindlichkeiten. Etwas, das greifbarer ist als Gefühle. Wenn ich mir das recht überlege, dann ist das eigentlich dämlich, aber: Ein Ring am Finger würde schon helfen.

Ich meinte, du horchst in dich hinein und "baust" dir deine liebevolle gewollte Welt so, wie du sie dir vorstellst und in der du dich wohl fühlst. Mein Gedanke war, dass so eine Vorstellung möglicherweise schwierig ist. Würdest du einen kleinen Abstand schaffen, in dem du einer erdachten Freundin schreibst, fiele es einfacher.

Der Mann hat dich zu sich geholt. Bedeutet für mich schon mal, dass er dich will. Wie sieht es da mit dir selber aus. Wie viel auf einer Skala von 1-10 willst du dich selbst?
Er will dich und doch trägst du die gedankliche Angst mit dir herum, er könne es postum irgendwann widerrufen. Manche Angst wird schnell zur Wirklichkeit, da man den Weg des Angstdenkens eingeschlagen hat und danach lebt und handelt und denkt. Dann, wenn das Schreckliche endlich passiert, bekommt man die Bestätigung.

Ein Ring wird bei deinem jetzigen Denken nicht wirklich helfen. Ein Ring ist ein Ring - mehr nicht.

So richtig gewollt fühlen wirst du lernen, wenn du dich selber anfängst zu mögen/zu lieben/zu wollen!!!
 

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