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keine freunde, weil ich nicht autofahre..

G

Gast

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hallo, ich bin 25 und habe das problem, dass viele (eigentlich jeder) mich verurteilen, weil ich mich weigere, auto zu fahren. zwar habe ich mit 19 meinen führerschein gemacht, bin aber 2x durch die praktische prüfung gefallen und hatte fast dreimal soviele fahrstunden wie jeder meiner damaligen freunde / bekannten. hätte also im grunde mehr als genug übung gehabt, aber ich kann einfach nicht fahren und ich denke nicht, dass dies mit "zu wenig übung" zusammenhängt.

ich leide unter nachtblindheit, sehe teilweise kurven, wo gar keine sind und die ganzen verkehrsschilder, die verschiedenen spuren und ampeln überfordern mich heillos und lassen mich panisch werden. ich kann bis heute nicht einparken, weder vorwärts noch rücktwärts und habe es damals in der prüfung mit hängen und würgen gerade so hinbekommen. ich bin kurz gesagt einfach ein totaler grobmotoriker. fahre auch schon fahrrad seit meinem 6. lebensjahr, bin jahrelang regelmäßig gefahren und habe doch nie ein gefühl dafür bekommen. noch heute kann ich z.b. keine engen kurven fahren, ohne absteigen zu müssen.

jedenfalls habe ich dann, was das autofahren betrifft, nach unzähligen peinlichen und unangenehmen erlebnissen im verkehr mit 21 jahren gesagt, dass ich mir das nicht mehr antun möchte und seitdem bin ich nicht mehr gefahren. meine freunde und bekannten haben sich deshalb von mir abgewendet, was ich eigentlich nicht so recht nachvollziehen kann, denn ich erwarte nicht, dass mich ständig jemand chauffiert und wenn mir dies angeboten wurde, so habe ich jedesmal das komplette benzingeld bezahlt.

so nach und nach musste ich mir aber immer blödere sprüche anhören, es wurde permanent darauf rumgeritten, dass ich nicht autofahre, so als müsste man unbedingt eine schwachstelle suchen und diese bis zur unkenntlichkeit ausschlachten. das wurde den leuten selbst nach 2 jahren nicht langweilig. irgendwann wurde ich dann nicht mehr gefragt, ob ich z.b. freitagabends mitkomme in eine bar oder einen club. es "störte" die leute wohl, dass ich jedesmal als erste abgehauen bin, weil ich eben meinen nachtbus erwischen musste.
auch wurde sich beschwert, dass ich bei den fahrgemeinschaften immer nur als beifahrer dabei bin und nie selber fahre, dabei habe ich 1. weder drum gebeten, mitfahren zu dürfen und 2. habe ich wie gesagt jedesmal benzingeld gezahlt.

es wurde dann auch oftmals angeboten, mich abzuholen, weil meine wohnung eh auf dem weg lag und danach wurde mir dies durch die blume vorgehalten, so als wäre ich ein lästiges anhängsel, ein schmarotzer. mit den leuten von damals habe ich mittlerweile nichts mehr zu tun, da sie sich wie gesagt irgendwann von mir abwandten und ich auch nicht einsehe, ständig jemandem hinterher zu rennen.

das traurige ist, dass ich seitdem auch keine neuen bekannten / freunde mehr gefunden habe. sobald irgendwie das thema "auto" ins gespräch kommt und ich dann sage, dass ich keines habe und auch nicht fahre, werde ich sofort dumm und ungläubig angeschaut und es kommen dann höchstens noch so stichelnde sprüche von wegen "hey, kommst du freitagabend mit.. ach nee, du hast ja kein auto!"

auf der arbeit fahren die kollegen immer zusammen in der mittagspause in ein restaurant und ich bleibe dann eben jedesmal allein zurück und esse in der mensa. der witz ist aber, dass dort auch jedesmal nur einer fährt und die anderen mitnimmt. aber das ist ja was anderes, denn diese anderen könnten ja THEORETISCH selber fahren und deshalb nimmt man die mit und mich nicht.

ich kann und will nicht verstehen, wie man so furchtbar intolerant sein kann. ist es in irgendeiner weise ein charakterdefizit oder etwa "peinlich", sich mit jemandem sehen zu lassen, der nicht autofahren kann oder möchte?! selbst mein partner, von dem ich eigentlich dachte, dass er ein sehr offener und toleranter mensch ist, fängt plötzlich damit an.

wenn wir uns sehen komme ich immer mit der bahn zu ihm und habe ihn auch nie gebeten, mich abzuholen oder zu fahren. aber auch er fängt neuerdings an, mir erzählen zu wollen, dass man ohne auto ja "nicht ernst genommen wird" und dies heutzutage einfach genauso unentbehrlich ist wie rechnen und schreiben können. zudem sei es für ihn total "unsexy", dass ich ständig von jemand anderem abhängig bin durch meine nicht vorhandene mobilität.

ich könnte echt heulen wegen dieser ganzen verurteilenden sprüche wegen sowas. 🙁
 
Hey, ich muss ehrlich gestehen ich habe mir nicht den ganzen Text durchgelesen, will aber trotzdem kurz ein paar Sätze dazu schreiben. Mir kommt es so vor als lebst du nicht in einer Grossstadt, denn hier ist es fast andersherum. Die Menschen fahren hier immer weniger Auto, bzw bei den jungen Menschen fängt ein Umdenken statt, viele fahren Fahrrad oder mit der Bahn und sind gegen Autos. Warum? Einerseits bist du in der Stadt schneller mit dem Fahrrad als mit der Bahn oder dem Auto, ausserdem wie wir ja alle wissen schädigen Autos der Umwelt. Des Weiteren wird ein Auto unter jungen Leuten als purer Luxus angesehen, da es teuer ist und es durchgehend an Wert verliert. Das ist natürlich bei weitem nicht bei jedem so, auch hier gibt es genug junge Leute deren Statussymbol ihr Auto ist. Das hat ja aber erstmal nichts zur Sache zu tun.

Erstmal du hast mein vollsten Respekt das du das so durchziehst und ich finde es absolut daneben von deinen "Freunden" (ich setze sie bewusst in Klammern) das sie so darauf rumreiten. Ich finde es unfreundlich, unhöflich und kindisch auf solchen belanglosen Dingen rumzureiten. Und ich versteh die Leute bei dir nicht. Wie kann man so darauf pochen ob jemand ein Auto hat oder nicht..das ist doch bescheuert.
Auch frage ich mich wenn sie fragen Freitag Abend ob man mitkommt und dann von wegen kein Auto, ähhh trinken die kein Alkohol? Wie wird das denn gemacht? Es ist schade zu hören das deren subjektive Wahrnehmung stark eingeschränkt zu sein, das sie ein Charakter aufs Auto beschränken. Und wenn du dich um den nächsten Baum wickelst? Würden sie dann immernoch Witze machen? Manch Leute merken einfach nicht was sie anrichten mit ihren Sticheleien und Aussagen und das selbst dein Freund mit so einem Mist anfängt ist echt traurig.
Was kann man da gross zu sagen? Typisch Autofahrer die ihr Ego pushen müssen? Naive Jugendliche die den Sinn nicht verstanden haben? Ich kann dir leider nicht sagen was du tun kannst wie man damit umgehen soll, ich kann nur sagen ich finde es gut das du es durchziehst und lass dich nicht so einbuttern von so einem Quatsch, auch wenns schwer fällt.

Bei mir ist es genau andersherum..Ich habe meinen Führerschien mit 18 gehabt und bin immer mit den Autos der Eltern umhergedüst. Als ich dann auszog und in die Stadt gezogen bin, wollte ich erstmal auch nicht auf ein Auto verzichten, aber kein Geld und die Eltern zahlen bei mir nicht. Also wars das auch wieder. Inzwischen lebe ich auch knapp 7 Jahre ohne Auto, fahr auch kein Auto (ich hab keins und ich braucht es einfach auch nicht) und bewältige meine täglichen Wege auf dem Fahrrad und wenn es mal etwas weiter ist fahr ich mit der Bahn. Nur so am Rande...

Jetzt habe ich doch ein wenig mehr als ein paar Sätze geschrieben 😛 also nochmal lass dich nicht einlullen von solch einem Quatsch und sieh zu das du andere Leute findest die nicht auf solch einen Stuß wert legen. Da gibt es sicherlich auch ein paar bei dir..und Kopf hoch! 😉
 
Ach du meine Güte,

was für Leute treiben sich denn bitteschön in deinem Umfeld rum?

Als ich deinen Thread gelesen habe, wurde ich richtig wütend, denn es ist doch keine Pflicht, den Führerschein zu machen oder Auto zu fahren! Und Menschen ohne Auto werden NORMALERWEISE auch nicht wie Deppen behandelt.

Unter richtigen Freunden sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, jemanden mitzunehmen, der selbst nicht fährt, sofern dessen Ziel am eigenen Weg liegt und er nicht ständig darauf besteht, mitgenommen zu werden. Dafür kannst du ja vielleicht was anderes besser und könntest dich bestimmt irgendwie für gelegentliche Fahrdienste erkenntlich zeigen.

Jemanden wegen so was auszuschließen geht gar nicht!

Ich bin jetzt 18 und habe übrigens auch nicht vor, in den nächsten paar Jahren den Führerschein zu machen. Lebe in einer großen Stadt und bin auch so mobil genug. Eigentlich wäre es doch ein gutes Gegenargument zum Thema Auto für dich, dass du eben nicht die Umwelt verpesten und zusätzlich belasten willst, oder? 😉

Meine Eltern haben übrigens auch beide nie den Führerschein gemacht, werden aber auch nicht wie Ausgestoßene behandelt. Ich glaube, du solltest versuchen, mit etwas netteren, weniger oberflächlicheren Leuten Kontakt zu knüpfen... Drücke dir die Daumen!
 
Das sind doch keine Freunde. was würden die bei mir erst sagen. ich werde nie einen machen können. bin sehtechnisch noch eingeschränkter als du.

tut mir leid für dich!
 
Hmm,

grade wenn du immer auf dem Weg liegst kann ich das nicht ganz nachvollziehen... Freunde sind das wirklich nicht.

Für euch anderen: Da wo ich wohne fahren über den Tag verteilt 5 Busse - für alles Weitere (ohne Auto) müsste ich ne halbe Stunde Rad fahren, auf einer Straße an der das an einen Selbstmordversuch grenzt (auch wenn ich das schon gesehen habe^^)

Ist halt von Region zu Region unterschiedlich - ich z.B. könnte weder pünktlich auf die Arbeit - noch abends iwie weg (das sind Schulbusse) - und wie das mit dem Alkohol läuft? Möglichkeiten:
a) Man trinkt komplett kein Alkohol oder sehr wenig
b) Man trinkt Alkohol und übernachtet wo anders ;-)
c) Man trinkt Alkohol, nimmt die Bahn soweit es geht - und zahlt danach noch ein Taxi^^
d) Man teilt sich das halt mit wem - auf dem Land nehmen Freunde durchaus auch Umwege von > 0,5h in Kauf - mal trinkt der eine nix - mal der andere...^^

LG
 
Menschen mit einem vermeintlichen "Makel", was für einige Zeitgenossen bereits damit beginnt wenn man nicht Auto fährt, werden leider ausgegrenzt und abseits gestellt. So ist das eben leider wenn man etwas nicht "kann" bzw. nicht gewillt ist, jeden 08/15 Herdentrieb mitzumachen, da muss man dann durch und zu seiner Haltung stehen.

Zumindest weißt du anhand der Reaktionen deiner Umgebung, um was für eine Sorte "Mensch" es sich handelt -> Schafe.

Da ich mich dem Autofahren selbst verweigere, kenne ich solche Sprüche ziemlich gut, aber es ist wichtiger, zu seinen Tugenden und Wertvorstellungen zu stehen als sich anzupassen um irgendwelchen Deppen zu gefallen. 😉
 
Hi Du,

solche "Freunde" kenne ich nur zu gut. Wenn das sonst richtige Freunde für Dich sind, MÜSST ihr ne Lösung finden. Das geht ja dann nur so, dass sie Dich mitnehmen. Wo lebst DU? Wie ist die Infrastruktur bei Dir? Wie weit sind die Sachen weg, wo ihr Euch trefft?

Du hast den Führerschein. Klar sind Deine Probleme krass. Lass Dir trotzdem psychologisch helfen. Es gibt spezielle Therapeuten und auch Fahrschulen. Lass Dir das Fahren nicht ganz nehmen, wenn es irgendwie möglich ist.

Meine Eltern sind jetzt 77 und 79 Jahre alt. Sie hatten nie ein Auto, beide keinen Führerschein. Und sie haben kaum Freunde, weil sie nie "mithalten" konnten, nirgendwo hinfahren konnten. Man darf sich nichts vormachen.
Nicht alles ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Heute können mein Bruder und ich sie rumfahren, was aus beruflichen Gründen oft schwierig ist. Sie sind immer auf uns angewiesen.

Eine andere Möglichkeit wäre, es Dir schwarz auf weiß geben zu lassen, dass Du nicht fahren darfst/sollst/kannst.
Quasi als Beweismittel. Aber ich frage mich wirklich ob das Freunde sind, denen man so was beweisen muss.

NIEMAND SOLL MIT ANGST AUTO FAHREN. ANGST MACHT DICH UNSICHER. DU SELBST MUSST ES DIR ZUTRAUEN.
SONST MACHT ES KEINEN SINN.

Gruß Lebenszeichen
 
Ganz ehrlich, bei meiner schlechten Sehleistung würde ich so auch sagen, ich wäre ne Gefahr für den Straßenverkehr.

Aber soweit denken nun mal viele Leute nicht.

Hauptsache Schaf und Status.
 
Wer heutzutage noch auf den ausgeprägten Individualverkehr der vergangenen Jahrzehnte setzt und den PKW zu einem unverzichtbaren Statussymbol erhebt, der ist dumm und zurückgeblieben.
 

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