G
Gast
Gast
Hallo,
ich bin momentan total verzweifelt und auf dieses Forum gestoßen. Ich muss mir meine Gedanken einfach mal von der Seele schreiben und kann nicht warten, bis ich nach Monaten mal mit einem Therapeuten sprechen kann.
Ich fühle mich in meinem Leben momentan total in der Sackgasse, habe an garnichts mehr Freude und dadurch auch keine Lebenslust mehr.
Ich bin vor kurzem 40 geworden, weiblich, verheiratet, keine Kinder und Vollzeit berufstätig.
Am meisten macht mir mein unerfüllter Kinderwunsch zu schaffen. Es war für mich schon als Teenager absolut klar, dass ich Kinder haben möchte, am liebsten schon Mitte 20. Ich dachte auch, den richtigen Partner dafür gefunden zu haben. Zum Anfang unserer inzwischen 15-jährigen Beziehung war auch bei ihm der Kinderwunsch vorhanden. Ich muss dazu sagen, dass mein Partner 8 Jahre älter ist. Wegen Studium und Jobwechsel hat er mich immer wieder vertröstet und ich habe es viele Jahre hingenommen. Ihm war es auch sehr wichtig finanziell abgesichert zu sein, bevor man Kinder hat, mein Standpunkt ist eher, dass Kinder vor allem viel Liebe brauchen, irgendwie bekommt man es auch mit nicht so viel Geld hin. Hinzu kamen Probleme im Sexleben in der Art, dass mein Mann keine Lust mehr dazu hat. Also habe ich auch keine anderen Möglichkeiten wie Adoption oder Kinderwunschklinik in Betracht gezogen, denn ich wusste ja, woran es liegt. Über das Thema Sex mit meinem Mann zu sprechen ist außerdem sehr schwierig, da er aus seinem Elternhaus so eine negative Prägung erhalten hat. Vor ein paar Jahren im Rahmen einer Burnout-Therapie meines Mannes stellte sich dann heraus, dass er sehr große Angst davor hat, Vater zu werden. Er fürchtet, wie sein eigener Vater zu sein, der ihn als Kind oft geschlagen hat. Richtige Liebe hat er von seinen Eltern auch nie erfahren.
Inzwischen hat er mir auch gestanden, dass er mir teilweise nur gesagt habe, dass er auch Kinder möchte, damit ich ihn nicht verlasse.
Inzwischen glaube ich nicht mehr daran, noch Mutter zu werden. Ich weiß, dass es biologisch natürlich noch Möglichkeiten gibt, aber ich glaube auch psychisch inzwischen zu verkorkst und depressiv zu sein und traue mir das selbst garnicht mehr zu. Wenn ich die ganzen Babys in unserm Freundes- und Bekanntenkreis sehe (der im Schnitt 10 jünger ist als wir) könnte ich nur noch heulen. Deshalb nehme ich auch oft schon keine Einladungen mehr an, wenn die Kinder dabei sind. Auch die Beziehung zu meinem kleinen Neffen ist dadurch überschattet.
Die zweite Sackgasse ist meine berufliche Laufbahn. Eigentlich war es mir immer nur wichtig, eine intakte Beziehung mit Kindern zu haben, Job war zweitrangig. Trotzdem habe ich versucht, das zu erreichen, was ich mir wünschte. Nach dem Studium könnte ich mir die für den Wunschjob notwendige Zusatzausbildung nicht leisten und habe daher erstmal einen Bürojob in ner anderen Branche angenommen, in der Hoffnung, kurzfristig einen Job zu finden, der sich mit der Zusatzausbildung auch finanziell vereinbaren lässt. Das hat leider nicht geklappt wie erhofft und nun hänge ich seit fast 10 Jahren im Job der Sachbearbeiterin fest. Vor drei Jahren hatte ich zwar nebenberuflich ein erstes Modul einer Zusatzausbildung absolviert, dort aber festgestellt, dass alle anderen Teilnehmer jahrelange einschlägige Berufserfahrung mitbringen, die ich nicht auch nur ansatzweise vorweisen kann. Außerdem ließ sich ein Fortführen der Ausbildung zeitlich und finanziell nicht mit meinem Job vereinbaren, mein Mann war zu dem Zeitpunkt außerdem ohne Job.
Wenn ich meinen Mann verlasse, habe ich begründete Angst, dass er total abrutscht. Er gibt sich auch sehr die Schuld an unseren Problemen, teilweise auch, weil ich ihm aus Wut und Enttäuschung Dinge an den Kopf geworfen habe, die ich im Nachhinein bereue. Ich liebe ihn noch, aber sehe unter diesen Voraussetzungen einfach keine Zukunft für unsere Beziehung. Bzw. nur eine sehr schwarze Zukunft, in der es keinen Sex gibt und ich ihm unser Leben lang die Kinderlosigkeit vorwerfe, wenn auch nur in Gedanken.
Die Alternative ist, dass ich mich trenne, mir lebenslang Vorwürfe mache, wenn er wirklich abrutscht und nach einem roboterhaften Arbeitsleben einsam sterbe. Dass ich jemand anderen finde, halte ich momentan auch für ausgeschlossen, weil ich mein Selbstvertrauen komplett verloren hab und von Grund auf ziemlich introvertiert bin.
Ich fühle mich total einsam und weiß nicht, warum ich noch irgendetwas tun soll. Mir fällt es auch sehr schwer mich Freundinnen gegenüber zu öffnen. Die, mit denen ich mir vorstellen könnte zu reden, kennen alle meinen Mann auch sehr lange und ich empfände es irgendwie als Verrat oder Bloßstellung, wenn ich so intime Dinge wie unser Sexleben ansprechen würde.
Vielleicht habt Ihr einen Rat für mich? Ich weiß einfach nicht weiter. Danke Euch!!!
ich bin momentan total verzweifelt und auf dieses Forum gestoßen. Ich muss mir meine Gedanken einfach mal von der Seele schreiben und kann nicht warten, bis ich nach Monaten mal mit einem Therapeuten sprechen kann.
Ich fühle mich in meinem Leben momentan total in der Sackgasse, habe an garnichts mehr Freude und dadurch auch keine Lebenslust mehr.
Ich bin vor kurzem 40 geworden, weiblich, verheiratet, keine Kinder und Vollzeit berufstätig.
Am meisten macht mir mein unerfüllter Kinderwunsch zu schaffen. Es war für mich schon als Teenager absolut klar, dass ich Kinder haben möchte, am liebsten schon Mitte 20. Ich dachte auch, den richtigen Partner dafür gefunden zu haben. Zum Anfang unserer inzwischen 15-jährigen Beziehung war auch bei ihm der Kinderwunsch vorhanden. Ich muss dazu sagen, dass mein Partner 8 Jahre älter ist. Wegen Studium und Jobwechsel hat er mich immer wieder vertröstet und ich habe es viele Jahre hingenommen. Ihm war es auch sehr wichtig finanziell abgesichert zu sein, bevor man Kinder hat, mein Standpunkt ist eher, dass Kinder vor allem viel Liebe brauchen, irgendwie bekommt man es auch mit nicht so viel Geld hin. Hinzu kamen Probleme im Sexleben in der Art, dass mein Mann keine Lust mehr dazu hat. Also habe ich auch keine anderen Möglichkeiten wie Adoption oder Kinderwunschklinik in Betracht gezogen, denn ich wusste ja, woran es liegt. Über das Thema Sex mit meinem Mann zu sprechen ist außerdem sehr schwierig, da er aus seinem Elternhaus so eine negative Prägung erhalten hat. Vor ein paar Jahren im Rahmen einer Burnout-Therapie meines Mannes stellte sich dann heraus, dass er sehr große Angst davor hat, Vater zu werden. Er fürchtet, wie sein eigener Vater zu sein, der ihn als Kind oft geschlagen hat. Richtige Liebe hat er von seinen Eltern auch nie erfahren.
Inzwischen hat er mir auch gestanden, dass er mir teilweise nur gesagt habe, dass er auch Kinder möchte, damit ich ihn nicht verlasse.
Inzwischen glaube ich nicht mehr daran, noch Mutter zu werden. Ich weiß, dass es biologisch natürlich noch Möglichkeiten gibt, aber ich glaube auch psychisch inzwischen zu verkorkst und depressiv zu sein und traue mir das selbst garnicht mehr zu. Wenn ich die ganzen Babys in unserm Freundes- und Bekanntenkreis sehe (der im Schnitt 10 jünger ist als wir) könnte ich nur noch heulen. Deshalb nehme ich auch oft schon keine Einladungen mehr an, wenn die Kinder dabei sind. Auch die Beziehung zu meinem kleinen Neffen ist dadurch überschattet.
Die zweite Sackgasse ist meine berufliche Laufbahn. Eigentlich war es mir immer nur wichtig, eine intakte Beziehung mit Kindern zu haben, Job war zweitrangig. Trotzdem habe ich versucht, das zu erreichen, was ich mir wünschte. Nach dem Studium könnte ich mir die für den Wunschjob notwendige Zusatzausbildung nicht leisten und habe daher erstmal einen Bürojob in ner anderen Branche angenommen, in der Hoffnung, kurzfristig einen Job zu finden, der sich mit der Zusatzausbildung auch finanziell vereinbaren lässt. Das hat leider nicht geklappt wie erhofft und nun hänge ich seit fast 10 Jahren im Job der Sachbearbeiterin fest. Vor drei Jahren hatte ich zwar nebenberuflich ein erstes Modul einer Zusatzausbildung absolviert, dort aber festgestellt, dass alle anderen Teilnehmer jahrelange einschlägige Berufserfahrung mitbringen, die ich nicht auch nur ansatzweise vorweisen kann. Außerdem ließ sich ein Fortführen der Ausbildung zeitlich und finanziell nicht mit meinem Job vereinbaren, mein Mann war zu dem Zeitpunkt außerdem ohne Job.
Wenn ich meinen Mann verlasse, habe ich begründete Angst, dass er total abrutscht. Er gibt sich auch sehr die Schuld an unseren Problemen, teilweise auch, weil ich ihm aus Wut und Enttäuschung Dinge an den Kopf geworfen habe, die ich im Nachhinein bereue. Ich liebe ihn noch, aber sehe unter diesen Voraussetzungen einfach keine Zukunft für unsere Beziehung. Bzw. nur eine sehr schwarze Zukunft, in der es keinen Sex gibt und ich ihm unser Leben lang die Kinderlosigkeit vorwerfe, wenn auch nur in Gedanken.
Die Alternative ist, dass ich mich trenne, mir lebenslang Vorwürfe mache, wenn er wirklich abrutscht und nach einem roboterhaften Arbeitsleben einsam sterbe. Dass ich jemand anderen finde, halte ich momentan auch für ausgeschlossen, weil ich mein Selbstvertrauen komplett verloren hab und von Grund auf ziemlich introvertiert bin.
Ich fühle mich total einsam und weiß nicht, warum ich noch irgendetwas tun soll. Mir fällt es auch sehr schwer mich Freundinnen gegenüber zu öffnen. Die, mit denen ich mir vorstellen könnte zu reden, kennen alle meinen Mann auch sehr lange und ich empfände es irgendwie als Verrat oder Bloßstellung, wenn ich so intime Dinge wie unser Sexleben ansprechen würde.
Vielleicht habt Ihr einen Rat für mich? Ich weiß einfach nicht weiter. Danke Euch!!!