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Karriereplanung vollkommen verkackt und komme nicht mehr weiter

joern187

Neues Mitglied
Hi,

ich befinde mich aktuell in einer richtig miesen Situation. Beruflich läuft überhaupt nichts bzw. hat es nie wirklich. Grund dafür ist, dass mein Studienabschluss (Sport/Bachelor) auf den Arbeitsmarkt nichts wert und es einfach keine Stellen für meine Qualifikation und Vorerfahrung. Höchstens im freiberuflichen oder niedrig bezahlten gemeinnützigen Bereich und selbst da werde ich behandelt wie jemand, der kein Abschluss hat. Meine Vorerfahrung ist hier praktisch irrelevant. Die würden fast jeden nehmen, da sonst keiner die Arbeit für wenig Geld machen würde. Vor allem, weil es nur Teilzeit ist und man damit nichts aufbauen kann. Perspektive Fehlanzeige. Solche Stationen bringen mir auch überhaupt nichts, da es nicht wirklich als Berufserfahrung anerkannt wird. Meine Praxisstationen im Lebenslauf sind fast ausschließlich Sportvereine als Praktikant, Ehrenamt oder Selbstständigkeit. Die haben mir nichts gebracht. Bis auf meinen Bachelor habe ich auch nichts handfestes vorzuweisen und selbst dieser Abschluss ist schon Jahre her. Keine Zertifikate oder sonstige Qualifikationen. Dank Corona konnte ich im Sportbereich die letzten Jahre auch gar nichts machen und jetzt ist es auch nicht viel besser. Bekomme keine Chance irgendwo anzufangen. Einen Führerschein habe ich nicht, der leider etwas zu oft verlangt wird. Das ist jetzt auch nicht etwas, was ich so eben mal machen kann.

Vor ein paar Jahren habe ich versucht mich ein wenig umzuorientieren im Schulbereich als Lehrer und auch im Nachmittagsprogramm als eine Art pädagogische Ergänzungskraft. Hat mir eigentlich sehr viel Spaß gemacht. War auch kurz davor auf Lehramt zu studieren, damit mein Bachelor von Nutzen sein kann, aber meine Motivation zu studieren war einfach weg. Auch weil mir der Gedanke nicht gefällt für das deutsche Schulsystem zu arbeiten, weil es einfach Müll ist und ich immer gezwungen werde mich daran zu orientieren. Ich bin als Typ etwas speziell und hatte bisher immer das Gefühl, dass meine Ideen und Vorgehensweise nicht erwünscht ist. Wie schon erwähnt gefällt mir Arbeit an sich sehr und war deswegen jahrelang dran, aber ich passe überhaupt nicht zur Unternehmenskultur im sozialen Bereich. Habe auch versucht mich selbstständig zu machen mit Nachhilfe, aber das hat rein finanziell nicht funktioniert und viel zu unsicher. Ansonsten liegt mir diese freie Arbeit mehr, da ich als Angestellter wenig Erfahrung gemacht habe und diese waren negativ.

Ich bin mittlerweile ü30, was höchstwahrscheinlich einer der Gründe für meine Schwierigkeiten bei der Jobsuche ist. Es gibt auch allgemein sehr wenig Quereinstiegsmöglichkeiten, weil überall irgendetwas verlangt wird. Mein Sportstudium ist mir eher im Weg, weil es nirgends gebraucht wird. Die Personaler stecken mich in eine Schublade, in der ich nicht rein gehöre. Im Bewerbungsgesprächen wurde ich auch mal darauf angesprochen, warum ich als „Sportler“ eine Bürotätigkeit machen möchte. In Wirklichkeit habe ich aber viel mehr praktische Erfahrung im Büro-, IT- und Sozialbereich als mit Sport, aber das kann ich nicht nachweisen ohne Ausbildung oder Zertifikaten. Mit Sport hatte ich bisher fast gar nichts zu tun. Berufserfahrung fehlt mir, aber ich bekomme überhaupt keine Chance diese zu sammeln. Praktikumsstellen sind fast ausschließlich für Studenten, wenn es überhaupt welche gibt. Motivationstechnisch fällt es mir auch schwer wieder als Praktikant zu arbeiten und anderen zu helfen, während ich selbst nicht weiterkomme und mir keiner hilft. Mir fehlen auch jegliche Kontakte, um irgendwo irgendwie reinzukommen. Auch wenn ich keine Ausbildung im sozialen oder Schulbereich gemacht habe, sind meine Erfahrung sehr umfangreich. Wird aber nicht anerkannt, weil nichts davon als Festangestellter geschehen ist. Habe so viel ehrenamtlich bzw. unentgeltlich im sozialen Bereich gearbeitet und das wird mir nun zum Verhängnis.

Habe auch schon versucht mich umschulen zu lassen, aber es wurde abgelehnt, weil meine Motivation nicht zu erkennen war aufgrund meiner verschlossenen Art. Das hat mich damals schon demotiviert, weil ich mich monatelang darauf vorbereitet habe (IT-Umschulung) und die Eignungsprüfungen alle gut waren. Später habe ich probiert eine Weiterbildung zu bekommen, damit mein Studium aufgewertet wird mit kaufmännischen Fachwissen, aber auch das wurde abgelehnt, weil es hierfür keine Stellen gibt. Jobcenter kann man in meinen Fall ganz vergessen. Versuchen mich da loszuwerden ohne Erfolg, weil es nichts gibt für mich und wenn ich eine Lösung habe, dann wird es abgelehnt aus irgendwelchen Gründen. Die kommen mit mir nicht voran und muss wahrscheinlich bald wieder zu einer Maßnahme, die nichts bringt.

Da ich nicht mehr ganz so jung bin, möchte ich so schnell wie möglich ein normales Leben haben. Daher wäre für mich die erste Option irgendetwas zu machen, wo ich schnell dank Bachelorabschluss und Berufserfahrung reinkomme. An eine Erzieherausbildung denke ich immer wieder mal, weil ich im Sozialbereich die meisten Erfahrung gemacht habe oder eben an eine Umschulung. Da es dann doch wieder 2-3 Jahre dauern würde bis ich einen Abschluss habe und in dieser Zeit nicht wirklich Berufserfahrung sammeln kann. Auf Kindergarten habe ich auch nicht wirklich Lust, wo die meisten gesucht werden. Meine soziale Ader ist auch etwas ausgeblutet, weil die ganze Zeit geben ohne etwas zu bekommen oder gar dafür benachteiligt zu werden, kann ich mir nicht mehr erlauben. Meine Persönlichkeitsentwicklung hat sehr darunter gelitten und bin wegen dieser vergeigten Karriereentwicklung sehr verunsichert. Brauche etwas, wo ich mich direkt weiterbilden kann und Praxiserfahrung sammeln kann. Ansonsten werde ich für Arbeitgeber nicht viel interessanter, wenn andere Bewerber halb so alt sind und schon doppelt so viel Erfahrung. Bei mir ist es auch so, dass ich für nichts Spezielles wirklich brenne. Arbeite generell gerne kreativ und am PC. Deshalb drehe ich mich die ganze Zeit im Kreis. Auch weil ich die ganze Zeit befürchte, dass befristete Jobs mich nicht weiterbringen und ich jedes Mal von vorne beginnen muss. Damit meine ich von Zeitarbeitsjob zum nächsten zu hüpfen. Dieser Gedanke blockiert mich, weil ich etwas sicheres möchte. Zumindest sicher im Vergleich was ich bisher erlebt habe.

Mein Problem aktuell ist, dass ich keine Anlaufstelle habe oder kenne, die mir in meinen Fall helfen können. Auch habe ich keine Referenz, an der ich mich orientieren könnte. Bin wirklich ratlos, weil es immer irgendwelche abers gibt.

Weiß hier jemand, was in meinen Fall karrieretechnisch am meisten Sinn machen würde? Gibt es eventuell Möglichkeiten, die mir Unbekannt sind?

Sorry für den sehr langen Text schon einmal und danke, falls ihr es euch angetan habt und mir helfen könnt. Wäre sehr dankbar dafür.

lg
 
Habe gerade mal bei Stepstone geschaut. Was wäre es denn in dieser Richtung - Sport- und Fitnesskaufmann als Quereinstieg im IT-Bereich?
 
Schade, dass da mit der IT nicht geklappt hat beim Amt. Das wäre echt eine Perspektive gewesen.
Ansonsten gäbe es natürlich noch das Handwerk. Da wärst du vermutlich schnell in Lohn und Brot. Nur vermutlich willst du das nicht machen. Was machen deine ehemaligen Kommilitionen? Die haben doch bestimmt was gefunden? Du solltest schon noch bereit sein etwas neues zu lernen. Du siehst ja selbst, dass es mit dem Sportstudium so nicht funktioniert. Du musst dich neu motivieren sonst kommst du aus dem Alg echt nicht mehr raus. Wenn du länger drin bist, kassierst du nur noch absagen. Wie wäre es mit Ausbildungen?
 
Hallo joern187,

willkommen hier im Forum. Ich habe zwar in Deinem Bereich keine persönliche Erfahrung, aber vielleicht kann ich Dir dennoch eine Hilfestellung geben.

1.) Mach den Führerschein. Das dauert 3 - 5 Monate. Das bedeutet, wenn Du flott bist, dass Du es dann auch schon in 3 Monaten schaffen kannst. Das verbessert Deine Chancen auf einen Job erheblich.

2.) Da Du introvertiert bist, wäre vielleicht ein Persönlichkeitstrainig angebracht, bei dem Du lernst, Dich beim Bewerbungsgespräch offener zu präsentieren und Deine Motivation stärker als bisher zu zeigen.

3.) Da Du ein spezieller Typ mit eigenen ungewöhnlichen Ideen bist, brauchst Du Freiraum dafür, diese Ideen umsetzen zu können. Ein junges Start-Up-Unternehmen mit flachen Hierarchien und einer offenen, liberalen und respektvollen Unternehmenskultur wäre daher für Dich ideal.

Vielleicht helfen Dir diese Tipps ein bißchen.

LG Amatio
 
Was hat dich dazu bewogen Sport zu studieren? Welche Vorstellungen hattest du, was du damit mal arbeiten möchtest?
Wie wäre es mit einer Ausbildung oder Studium zum Physiotherapeuten? Wie ich darauf komme? Ich denke die Kombi Physiotherapie und Sport wäre eventuell etwas für den Rehabilitationsbereich. Menschen helfen, mit Bewegungstraining wieder fit zu werden.

Ansonsten fällt mir nur ein, in die Richtung der Selbstständigkeit zu gehen. Fitnesskurse anbieten und dich als Personaltrainer zur Verfügung stellen.

Wenn du jedoch was komplett anderes machen willst, dann wirst du auch was komplett anderes lernen müssen. Oder du gibst dich mit Helferjobs zufrieden.
 
Was hat dich dazu bewogen Sport zu studieren? Welche Vorstellungen hattest du, was du damit mal arbeiten möchtest?
Wie wäre es mit einer Ausbildung oder Studium zum Physiotherapeuten? Wie ich darauf komme? Ich denke die Kombi Physiotherapie und Sport wäre eventuell etwas für den Rehabilitationsbereich. Menschen helfen, mit Bewegungstraining wieder fit zu werden.

Ansonsten fällt mir nur ein, in die Richtung der Selbstständigkeit zu gehen. Fitnesskurse anbieten und dich als Personaltrainer zur Verfügung stellen.

Wenn du jedoch was komplett anderes machen willst, dann wirst du auch was komplett anderes lernen müssen. Oder du gibst dich mit Helferjobs zufrieden.

Das ist ein sehr guter Ansatz. Ich empfehle, nach Stellenausschreibungen in RV- oder BG-Rehakliniken zu suchen. Die zahlen dann nach ihren Tarifverträgen und da kämst du mit dem Bachelor vergleichbar in den gehobenen Dienst.

Du müsstest dann nur ggfs. einen Umzug hinnehmen.

RV steht für Rentenversicherung und BG für Berufsgenossenschaft.
 
Trainer? Dafür braucht man Lizenzen die von den jeweiligen Verbänden anerkannt sind. Die Lizenzen gibt es in verschiedenen Niveaus. Dann kannst du dich als Trainer bei einem Verein oder Verband bewerben. Als Sportstudent hattest du doch sicher Lieblingssportarten oder etwas, wo du besonders gut warst?

Sonst denke ich auch, Physiotherapeut oder ähnliches wäre möglich.
 
Danke an alle Antworten.

Zu den Sportberufen: Damit läuft es überhaupt nicht. Mein Studium allein bringt mir gar nichts. Bekomme nicht einmal einfache Trainerstellen in Billigfitnessstudios. Habe dort schon alles versucht. Nur Absagen ohne Bewerbungsgespräch. Bin bisher nur einmal für eine Stelle im Gesundheitsbereich eingeladen worden, aber dort hat man mich direkt abgehakt wegen meiner fehlenden Qualifikationen und Praxiserfahrung. Bekomme höchstens eine Stelle im Dorfverein, wo ich zweimal die Woche irgendwelche Rentner per Übungsleiterpauschale beschäftige ohne Karrierechancen. Als Nebenjob vielleicht OK, aber nicht wenn man nichts hat. Im Rehabereich bzw. Gesundheitssport allgemein ist es nicht besser, weil hier welche mit speziellen Weiterbildungen gesucht werden bzw. einen Schwerpunkt in Gesundheitssport hatten. Das ist alles nicht der Fall bei mir. Was auch dumm wäre ist, dass mein Studium irrelevant wäre bei vorhandenen Zertifikaten. Die fehlende Berufserfahrung ist der Knackpunkt, weil ein Sportstudium eigentlich mehr wert sein müsste als irgendwelche nicht-standardisierte Zertifikate. Außerdem brenne ich mich nicht wirklich für den Rehabereich. Sonst hätte ich mich schon eher darauf fokussiert. Das wäre der falsche Ansatz etwas zu machen nur weil es was mit Sport zu tun hat.

Dasselbe Spiel auch mit Physiotherapie. Da ist jetzt nicht wirklich ein großes Interesse dahinter und der Weg bis zum Abschluss dauert auch etwas. Habe mich natürlich auch damit beschäftigt, aber als Physiotherapeut ist man für die Arbeit die man leisten muss unterbezahlt und muss darüber hinaus sich ständig weiterbilden aus eigener Tasche, um überhaupt relevant zu bleiben. Ich glaube auch, dass meine finanzielle Situation eine Physiotherapieausbildung gar nicht erlauben würde, da es nicht gefördert wird und unbezahlt ist.

Ein weiteres Problem mit Trainerberufen ist, dass so gut wie alles auf Honorarbasis abläuft und dann auch noch Teilzeit. Stellenmarkt sieht nicht gut aus. Würde nichts gefördert bekommen wie beispielsweise eine Weiterbildung zum Fachwirten, was für mich optimal gewesen wäre. Ich sehe mich aktuell auch nicht wirklich als Kursleiter. Dafür habe ich mich zu sehr vom Sport als Berufsfeld auseinander gelebt und habe keine Berufserfahrung als Trainer. Wenn es Sport sein soll, dann etwas im organisatorischen Bereich bzw. was sich eher im Hintergrund abläuft. Wie Sportmarketing oder- management z.B. Hierfür gibt es aber keine Stellen und falls doch, dann wird eher das kaufmännische Fachwissen verlangt und der Sport ist egal. Deshalb versuche ich etwas zu finden, womit ich mein Sportstudium doch noch verwerten kann. Einfach so aufgeben möchte ich das nicht, aber es gibt halt keine Möglichkeiten für mich. Dafür wird Sport viel zu wenig gefördert. Überall wird gesucht, aber nichts wird angeboten, weil kaum Geld im Sport fließt. Ansonsten wären solche Jobs mit Sportbezug meine höchste Priorität. Zum Beispiel Sportförderung oder sonstige Projekte. Das würde auch mehr zu mir passen, weil man da auch kreativ sein und ich mein Fachwissen einbringen kann. Falls jemand Möglichkeiten kennt, dann gerne mir mitteilen.

Das Sportstudium an sich war ein sehr großer Fehler. Habe mich dafür entschieden, weil ich mich für den Sport immer motivieren kann im Gegensatz zu anderen Dingen. Über die beruflichen Möglichkeiten habe ich nicht wirklich nachgedacht bzw. habe ich alles viel zu sehr unterschätzt. Gerade im Sport läuft vieles über Kontakte, die ich nicht habe. Nach meinen Studium habe ich den Sport nicht wirklich eine Chance mehr gegeben und mich direkt auf den Bildungsbereich konzentriert. Ursprünglich als Sportlehrer, aber der nicht-sportliche Teil hat mir viel mehr gefallen. Es sind mittlerweile Jahre nach meinen Studium vergangen und bin da völlig raus. Sport für mich selbst ist immer noch eine Leidenschaft, aber so als reiner Trainer nicht wirklich. Bin dafür wahrscheinlich zu ruhig und nicht motivierend genug für die meisten Arbeitgeber. Bin sehr passiv, was nicht gut ankommt. Bis auf Sportstudium und privater Sportausübung hat mein Leben null Sportbezug. Habe keine Sportspezialität oder sonstige Vereinserfahrung. Mein Abschluss ist nur ein Stück Papier. Jeder 08/15 Vereinsmitglied der mal eine Jugendmannschaft trainiert, hat mehr drauf als ich. Diese fehlende Kompetenz spüren Arbeitgeber sofort, da diese auch hohe Erwartungen haben an einen Sportabsolventen.

Falls das jemand hier ansprechen sollte: Ein Master ist für mich schwierig, weil mein Bachelor unterdurchschnittlich ist und somit für das meiste disqualifiziert. Es gibt im Sport allgemein nicht viel Auswahl und die Konkurrenz für die paar Studienplätze zu hoch. Dank meinen Abschluss kann ich auch nicht so einfach einen anderen Bachelor machen, weil ich nur über die Zweitstudiumquote reinkommen kann.

Mit meinen ehemaligen Studienkollegen habe ich nichts mehr zu tun. Viele haben das Studium abgebrochen oder haben aufs Lehramt gewechselt, weil Sport allein einfach perspektivlos ist. Es ist auch schwierig für mich an diese Studienkollegen zu orientieren, weil diese alle einen Sportbezug im Leben haben und mit großer Wahrscheinlichkeit einen besseren Abschluss und Praxiserfahrung. Trainer ist höchstwahrscheinlich keiner von denen, weil ein Studium mehr wert ist. War ja auch schon kurz davor abzubrechen, aber ich hatte da schon den Großteil des Studiums hinter mir und wäre Verschwendung da noch aufzuhören. Nun wurde mein Durchhalten zum Verhängnis.

Sorry, dass es wieder so viel wurde.
 
Grund dafür ist, dass mein Studienabschluss (Sport/Bachelor) auf den Arbeitsmarkt nichts wert und es einfach keine Stellen für meine Qualifikation und Vorerfahrung.
Quereinsteiger Lehramt Sport.
Läuft.
Werden gesucht wie Gold.
Einfach mal an deine Bezirksregierung wenden.
 
Danke an alle Antworten.

Zu den Sportberufen: Damit läuft es überhaupt nicht. Mein Studium allein bringt mir gar nichts. Bekomme nicht einmal einfache Trainerstellen in Billigfitnessstudios. Habe dort schon alles versucht. Nur Absagen ohne Bewerbungsgespräch. Bin bisher nur einmal für eine Stelle im Gesundheitsbereich eingeladen worden, aber dort hat man mich direkt abgehakt wegen meiner fehlenden Qualifikationen und Praxiserfahrung. Bekomme höchstens eine Stelle im Dorfverein, wo ich zweimal die Woche irgendwelche Rentner per Übungsleiterpauschale beschäftige ohne Karrierechancen. Als Nebenjob vielleicht OK, aber nicht wenn man nichts hat. Im Rehabereich bzw. Gesundheitssport allgemein ist es nicht besser, weil hier welche mit speziellen Weiterbildungen gesucht werden bzw. einen Schwerpunkt in Gesundheitssport hatten. Das ist alles nicht der Fall bei mir. Was auch dumm wäre ist, dass mein Studium irrelevant wäre bei vorhandenen Zertifikaten. Die fehlende Berufserfahrung ist der Knackpunkt, weil ein Sportstudium eigentlich mehr wert sein müsste als irgendwelche nicht-standardisierte Zertifikate. Außerdem brenne ich mich nicht wirklich für den Rehabereich. Sonst hätte ich mich schon eher darauf fokussiert. Das wäre der falsche Ansatz etwas zu machen nur weil es was mit Sport zu tun hat.

Dasselbe Spiel auch mit Physiotherapie. Da ist jetzt nicht wirklich ein großes Interesse dahinter und der Weg bis zum Abschluss dauert auch etwas. Habe mich natürlich auch damit beschäftigt, aber als Physiotherapeut ist man für die Arbeit die man leisten muss unterbezahlt und muss darüber hinaus sich ständig weiterbilden aus eigener Tasche, um überhaupt relevant zu bleiben. Ich glaube auch, dass meine finanzielle Situation eine Physiotherapieausbildung gar nicht erlauben würde, da es nicht gefördert wird und unbezahlt ist.

Ein weiteres Problem mit Trainerberufen ist, dass so gut wie alles auf Honorarbasis abläuft und dann auch noch Teilzeit. Stellenmarkt sieht nicht gut aus. Würde nichts gefördert bekommen wie beispielsweise eine Weiterbildung zum Fachwirten, was für mich optimal gewesen wäre. Ich sehe mich aktuell auch nicht wirklich als Kursleiter. Dafür habe ich mich zu sehr vom Sport als Berufsfeld auseinander gelebt und habe keine Berufserfahrung als Trainer. Wenn es Sport sein soll, dann etwas im organisatorischen Bereich bzw. was sich eher im Hintergrund abläuft. Wie Sportmarketing oder- management z.B. Hierfür gibt es aber keine Stellen und falls doch, dann wird eher das kaufmännische Fachwissen verlangt und der Sport ist egal. Deshalb versuche ich etwas zu finden, womit ich mein Sportstudium doch noch verwerten kann. Einfach so aufgeben möchte ich das nicht, aber es gibt halt keine Möglichkeiten für mich. Dafür wird Sport viel zu wenig gefördert. Überall wird gesucht, aber nichts wird angeboten, weil kaum Geld im Sport fließt. Ansonsten wären solche Jobs mit Sportbezug meine höchste Priorität. Zum Beispiel Sportförderung oder sonstige Projekte. Das würde auch mehr zu mir passen, weil man da auch kreativ sein und ich mein Fachwissen einbringen kann. Falls jemand Möglichkeiten kennt, dann gerne mir mitteilen.

Das Sportstudium an sich war ein sehr großer Fehler. Habe mich dafür entschieden, weil ich mich für den Sport immer motivieren kann im Gegensatz zu anderen Dingen. Über die beruflichen Möglichkeiten habe ich nicht wirklich nachgedacht bzw. habe ich alles viel zu sehr unterschätzt. Gerade im Sport läuft vieles über Kontakte, die ich nicht habe. Nach meinen Studium habe ich den Sport nicht wirklich eine Chance mehr gegeben und mich direkt auf den Bildungsbereich konzentriert. Ursprünglich als Sportlehrer, aber der nicht-sportliche Teil hat mir viel mehr gefallen. Es sind mittlerweile Jahre nach meinen Studium vergangen und bin da völlig raus. Sport für mich selbst ist immer noch eine Leidenschaft, aber so als reiner Trainer nicht wirklich. Bin dafür wahrscheinlich zu ruhig und nicht motivierend genug für die meisten Arbeitgeber. Bin sehr passiv, was nicht gut ankommt. Bis auf Sportstudium und privater Sportausübung hat mein Leben null Sportbezug. Habe keine Sportspezialität oder sonstige Vereinserfahrung. Mein Abschluss ist nur ein Stück Papier. Jeder 08/15 Vereinsmitglied der mal eine Jugendmannschaft trainiert, hat mehr drauf als ich. Diese fehlende Kompetenz spüren Arbeitgeber sofort, da diese auch hohe Erwartungen haben an einen Sportabsolventen.

Falls das jemand hier ansprechen sollte: Ein Master ist für mich schwierig, weil mein Bachelor unterdurchschnittlich ist und somit für das meiste disqualifiziert. Es gibt im Sport allgemein nicht viel Auswahl und die Konkurrenz für die paar Studienplätze zu hoch. Dank meinen Abschluss kann ich auch nicht so einfach einen anderen Bachelor machen, weil ich nur über die Zweitstudiumquote reinkommen kann.

Mit meinen ehemaligen Studienkollegen habe ich nichts mehr zu tun. Viele haben das Studium abgebrochen oder haben aufs Lehramt gewechselt, weil Sport allein einfach perspektivlos ist. Es ist auch schwierig für mich an diese Studienkollegen zu orientieren, weil diese alle einen Sportbezug im Leben haben und mit großer Wahrscheinlichkeit einen besseren Abschluss und Praxiserfahrung. Trainer ist höchstwahrscheinlich keiner von denen, weil ein Studium mehr wert ist. War ja auch schon kurz davor abzubrechen, aber ich hatte da schon den Großteil des Studiums hinter mir und wäre Verschwendung da noch aufzuhören. Nun wurde mein Durchhalten zum Verhängnis.

Sorry, dass es wieder so viel wurde.

Das, was du schreibst, ist irgendwie widersprüchlich:

Einerseits schreibst du dass du (bis auf Studium und eigener Sportausübung) keinen echten Bezug zum Sport mehr hast. Ausserdem möchtest du auch weder im Gesundheitsbereich noch in der Reha noch als Trainer arbeiten.

Andererseits beharrst du darauf, dass ein Bachelor Abschluss im Sport (den du nach eigener Aussage unterdurchschnittlich abgeschlossen hast) etwas wert sein müsse, zumindest mehr als Zertifikate (warum eigentlich? Hast du im Studium denn genau das gelernt, was man in Diesen Zertifikatskursen lernt?)

Schau mal, es hat wenig Sinn, wenn du darauf beharrst, dass dein Abschluss irgendeinen Wert haben muss, wenn du in diesem Bereich gar nicht arbeiten willst.

Es ist leider absolut möglich, am Berufsmarkt vorbei zu studieren und das ist dir eben passiert.

Kann vorkommen.

Natürlich ist es nicht schön, dass das offenbar für dich eine Fehlinvestition war, aber die Milch ist nun mal verschüttet.

Mach mal für dich eine ehrliche Liste mit deinen Interessensfeldern und deinen Fähigkeiten (z. B. was Kommunikation angeht, ob du gerne mit Menschen viel Kontakt hast oder das Gegenteil...), natürlich auch 'Hard skills' wie Umgang mit Office Programmen, Sprachen usw.

Notfalls geh noch mal ins BIZ.

Und dann sattle um, am sinnvollsten in einen Ausbildungsberuf.

Und NB: ich kenne absolut niemanden, der in seinem Beruf stets volle Erfüllung findet und sich nie zu was zwingen muss.

Das ist einfach ein unrealistischer Anspruch.

Alles Gute, das wird schon, wenn du es angehst.
 

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