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Ingrid
Gast
Meine Eltern sind 76 und 77 Jahre alt. Meine Mutter hatte Darmkrebs, wurde erfolgreich operiert. Leider ist sie schon seit Jahren depressiv. Sie liegt seit der OP den ganzen Tag im Bett oder auf dem Sofa und wartet aufs sterben. Meinem Vater geht es auch nicht sehr gut. Er hat versch. Alterserkrankungen , damit geht er aber gut um. Ich wohne 600km entfernt und kann außer regelmäßigen Telefonaten nicht viel machen. Da ich selbständig bin kann ich auch nicht mal einige Tage frei nehmen und hinfahren. Dann verdiene ich nichts und meine 8 Tageskinder sind nicht versorgt, d.h. deren Eltern können nicht zur Arbeit. Das würden die Eltern nicht lange mitmachen, dann würden sie sich eine andere Betreuung suchen und meine Existenz wäre zerstört. So sind Besuche nur in größeren Abständen möglich. Mein Bruder wohnt vor Ort. Er hat die Betreuungsvollmacht für Beide, hat sich darum gekümmert das sie einen Pflegedienst bekommt der sie daheim versorgt, er hat einen "Essen auf Rädern" Dienst organisiert und wenn wichtige Arzttermine anstehen versucht er auch dabei zu sein. Da er Beamter ist und in Gleitzeit arbeitet, kann er auch während der Dienstzeit verschwinden. Jetzt habe ich den Eindruck das er es mir übel nimmt, das ich nicht helfen kann. Aber wie soll ich es machen? Außerdem übernimmt der Pflegedienst und mein Vater die eigentliche Pflege. Ich bin hin und her gerissen zwischen der Realität und der Verantwortung. Wie würdet ihr handeln?