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kann mich auf nichts mehr freuen und habe an nichts interesse

G

Gast

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hallo,

ich bin weiblich, 28 und fühle mich wie in einer mittelschweren midlife-crisis. mein leben macht mir irgendwie überhaupt keinen spaß mehr. alles ist mir zuviel und bei der kleinsten belastung fange ich an zu heulen. früher hatte ich viele freunde, ging gerne weg und habe mich die ganze woche auf den freitagabend bzw das wochenende gefreut.

einerseits vermisse ich diese zeit total, andererseits würde ich gar nicht mehr weggehen wollen. die leute nerven mich nur noch, ich bin total lustlos, die gespräche interessieren mich nicht mehr. alles langweilt mich, auch meine beziehung, die ich seit 3 jahren habe. es gibt nichts, von dem ich sagen kann: da freue ich mich total drauf. einfach null.

hobbys habe ich keine mehr. ich sitze eigentlich nur am PC und höre musik, surfe durchs netz und das wars. einerseits total unbefriedigend, andererseits, ich will es ja gar nichts anders.

was könnte das sein? eine depression? irgendwas anderes? ich habe es seit gut und gerne 2 jahren. 🙁
 
es ist so als würdest du mein Leben beschreiben!!mir gehts genau wie dir,ich bin bereits 29.
ich glaube das das schon eine leichte Depression ist,zumindest hab ich das und ich nehme antidepressiva damit es nicht ganz so schlimm ist mit diesem Gefühl zu leben.
 
Was hat sich in denn vor etwa zwei Jahren in deinem Leben verändert? Welche Gedanken quälen dich? Wenn du dir dein "ideales Leben" mal vorstellst: Wie ungefähr sieht dieses aus?

Könnte es sein, dass du einfach genervt vom Alltagstrott bist und dich von ehemals guten Freunden, die dich ja laut eigener Aussage nur noch nerven, auseinandergelebt hast? Das würde erklären, warum du so lustlos bist und dich die Gespräche nicht mehr interessieren. Vielleicht ist es an der Zeit für dich, Neues auszuprobieren und so neue Leute kennenzulernen, die eher deinen Vorstellungen/Erwartungen entsprechen. Vielleicht musst du auch deine Beziehung überdenken: Was hält euch noch zusammen? Bloß Routine? Vielleicht geht es deinem Partner ja ähnlich. Ehrlichkeit wäre hier wichtig, von beiden Seiten.

Natürlich kannst du dir auch professionelle Unterstützung suchen, wenn du alleine nicht weiterkommst. Ich glaube aber, es würde dir guttun, neue Erfahrungen zu machen und dich vielleicht irgendwie auf freiwilliger Basis zu engagieren - seinem Leben einen Sinn zu geben, wie klein und unbedeutend er auch wirken mag, kann schon einiges verändern.
 
hallo nochmal,

ja ich gehe arbeiten, aber spaß habe ich daran nicht. im gegenteil, es ist eher eine qual für mich. das hört sich vielleicht blöd an, aber ich habe bis vor 2 jahren noch studiert und als dann der richtige "ernst des lebens" begann, ging es mir immer schlechter. ich liebte es einfach, in der schule oder uni zu sitzen, gemeinsam mit meinen freunden, alle mit demselben ziel, nämlich die schule und später das studium zu schaffen.
alles war irgendwie noch offen, jetzt fühle ich mich total gefangen, obwohl der job immer mein absoluter traumjob gewesen ist, auf den ich unbedingt hinarbeiten wollte.

am liebsten wäre ich nochmal 15 und würde weiterhin zur schule gehen. ich fühle mich, als wäre ich jetzt "alt" und der tolle teil meines lebens, die jugend und die damit verbundene freiheit ist vorbei.
 
Hi!

Erstmal: Mit diesem Problem bist du sicherlich nicht alleine. Das Studium ist, ähnlich der Schulzeit, eine recht unbeschwerte, oder, passender: unverbindliche Zeit. Man legt Grundsteine für das zukünftige Leben, lebt allerdings viel mehr im Hier und Jetzt, und eher selten in der unsteten Variable "Zukunft". Die kommt schon früh genug, und wenn sie da ist, werden wir's schon merken. Und irgendwann kommt sie dann, der Weg, der doch so schön war, scheint vorbei, jetzt wird alles "ernst und grau". Das muss aber natürlich nicht sein. Die Tatsache, dass dir auffällt, was dir an deinem momentanen Leben nicht gefällt, spricht sicherlich für dich. Auch, wenn du unter Umständen immer noch nicht weißt, was du möchtest, weißt du jetzt doch sicher, was du nicht willst - Und ab jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: 1. Du versuchst, dich mit deiner momentanen Situation abzufinden. Vielleicht steckt du momentan in einer Phase fest, die sich als Mischung aus Nachtrauern einer schönen vergangenen Zeit und Hilflosigkeit in einer stark effizienzorientierten Gesellschaft beschreiben lässt. Unter Umständen heilt Zeit hier alle Wunden? Wenn nicht, mündet das ganze in trister Resignation; Und das möchtest du nicht. Also bleibt Möglichkeit Nummer 2:
Du bist immernoch nicht alt, du hast den gesamten Rest deines Lebens noch vor dir. Klar, im Studium schien die unmittelbare Zukunft vorerst abgesichert; Nicht vorbestimmt, aber doch so sehr Halt gebend, dass man sich darum keine weiteren Sorgen machen musste. Dieser Faktor ist jetzt nicht mehr vorhanden. Das heißt allerdings nicht, dass du nicht bestimmen kannst, wo's lang geht. Du weißt, dass dir der momentane Zustand nicht gefällt - Dich davon beeinflussen zu lassen, und unter Umständen Rückschlüsse auf dein zukünftiges Leben zu führen, würde schlussendlich in einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung enden. Du fühlst dich hilflos, antriebslos, überfordert, glaubst nicht daran, dass sich etwas ändert - Worin resultiert das? In fehlender Veränderung. Du fühlst dich bestätigt und glaubst, dass die Hoffnung tatsächlich verloren ist; Und erst dadurch ist sie es auch. Insofern liegt es gänzlich an dir, dagegen vorzugehen. Was gefällt dir nicht? Wie kannst du es ändern? Ginge es dir vielleicht besser, wenn du dich aufraffen würdest, und, wenn du auch nicht auf ein neues Ziel hinarbeitest, versuchst, die Misstände aus deinem Leben zu tilgen? Dass dich die Leute nerven und deine Beziehung langweilt könnte ein Teil deiner momentanen (Identitäts-?) Krise sein; Bevor du hier weitere Schritte einleitest, solltest du dir darüber im Klaren sein, dass dein gesamtes Bewusstsein von deiner momentanen Situation geschwärzt sein könnte. Wenn du nach ordentlicher Reflektion immernoch der Meinung bist, dass in der Beziehung einiges schief läuft, solltest du deinen Partner dringend darauf ansprechen - Mit der Wahrheit geht es am Ende allen Beteiligten besser, da sie das Geschehene besser einordnen können. Ansonsten geht es jetzt mehr als je zuvor darum, deinen persönlichen Platz in dieser Welt zu finden, in der Werte und Normen gänzlich subjektiv sind; Du musst herausfinden, was wichtig für dich ist, ohne dich zu sehr von anderen beeinflussen zu lassen. Was für andere gilt, gilt nicht zwangsläufig für dich. Was möchtest du also? Oder, einfacher: Was möchtest du nicht? Und was kannst du dagegen tun?
 

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