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kann man zwei verschiedene Menschen sein?

kleinesFischlein

Neues Mitglied
Hey!

Mein Titel mutet vielleicht etwas eigenartig, ich erkläre es gleich.
Zunächst jedoch: Bin neu hier im Forum... und leider gerade sehr verzweifelt. Hoffentlich hat jemand paar nette Worte für mich übrig 🙂

Vielleicht vorab einige Informationen zu mir selbst: bin 24, weiblich, studiere, war schonmal in psychotherapeutischer Behandlung wegen depressiver Phasen und Selbstwertproblemen, hatte eine unbeschwerte Kindheit und liebende Eltern.

Mit meinem Freund bin ich seit nunmehr vier Monaten zusammen. Wir führen eine Fernbeziehung aber haben uns direkt ineinander verliebt und auch wenn wir uns erst seit einem halben Jahr kennen so fühle ich mich ihm unsagbar nahe und habe ihn auch schrecklich gern.

Mein Problem ist nun, u.a. xD, dass ich meine, eine Freundschafts- und eine Beziehungspersönlichkeit zu haben.
Bedeutet, ich verhalte mich vmtl sogar gravierend anders meinen Freunden (und Fremden) gegenüber als zu meinem Freund.
Und daraus resultiert, dass ich immense Schwierigkeiten habe, wenn ich meinen Freund zu meinen Freunden mitnehme oder er mich mit zu seinen.
Es artet sogar so aus, dass ich mir vor Nervösität die Finger blutig piepel, oder hinterher nen Heulkrampf kriege.
Es ist nicht so dass ich auf Partys/was auch immer total verstockt in der Ecke sitze, ich gebe mir wirklich Mühe mich normal zu verhalten. Aber es ist mega stressig.

Nun erwartet mein Freund natürlich dass wir mehr mit seinen Freunden unternehmen.
Da ich allerdings auch noch sehr eifersüchtig bin, bedeutet, ich vergleiche mich viel, habe ich darauf keine große Lust.
Ich sehe wohl ein, dass das dazu gehört, die Freunde und die Partner miteinander bekannt zu machen.
Bisher war das nur irgendwie nie gängige Praxis in meinen Beziehungen. Ich brauche sehr viel Nähe, und die finde ich nunmal am ehesten in der Zweisamkeit.

Ich habe meine Freunde immer selbst gefunden, war immer "selbstständig", also ohne Begleitung unterwegs, quasi "frei". Aber wenn mein Partner dabei ist, weiß ich nicht mehr wo mir der Kopf steht. Ich kann mich nicht mehr frei bewegen. Zu ihm bin ich so, zu anderen komplett anders.

Beispielsweise war ich neulich mit einem guten Freund unterwegs und ich war mega selbstbewusst. War rundum zufrieden mit mir.
Wenn ich mit meinem Freund unterwegs bin hab ich schon Angst beim Bäcker was zu bestellen.
Wieso? Weil mein Geist so für ihn geöffnet ist, ich mich beobachtet von ihm fühle und glaube zu wissen was er denkt. Also das klingt jetzt vielleicht etwas irre, ich meine es vielmehr in etwa so: Kennt ihr das, wenn ihr euren Partner anschaut und egal was er tut, ihr findet es toll? Auch wenn er sich unwohl fühlt, etwas Peinliches getan hat, unsicher ist oder was auch immer in diese Kategorie passt. Genauso kennt ihr aber doch auch das Gefühl, wenn ihr das Gleiche bei einem anderen Menschen beobachtet und eine gewisse/latente Abneigung spürt. Nichts Bösartiges, aber eben keine Zuneigung. Und das glaube ich bei meinem Partner zu spüren.

Woher kommt das alles?
Was soll das?
Was zum Henker soll ich bloß dagegen tun????


Könnte es schlicht sein dass mein Freund und ich nicht zueinander passen? Ist es vielleicht das?
Es war nur schon immer so, bei allen meinen Freunden, dass ich mich zu denen anders verhielt und in der Gruppe nicht mehr funktionierte.

Meine Vermutung ist, dass ich zu meinem Partner zuviel Nähe aufgebaut habe. Er weiß so gut wie alles von mir; meinen Freunden erzähle ich nichts aus meiner intimen Gedankenwelt. Die kennen auch meine Probleme gar nicht.
Mein Partner hingegen kennt alle meine Fehler und Schwächen weil ich sie ihm erzählte und mir daher keine Mühe geben brauchte sie zu verstecken.
Vielleicht ist es das?

Ganz wie dem auch sei.
Ich hab Angst dass ich mich von meinem Freund trenne (oder er sich von mir) weil ich es provoziere. Weil ich immer wieder sowas sage wie "ich passe nicht zu dir" oder "ich gebe dir nicht was du brauchst".

Dabei hab ich gar nicht solch immense Minderwertigkeitsgefühle.
Eher im Gegenteil.
Beziehungsweise, es war mal schlimmer, mittlerweile bin ich auf einem guten Weg möchte ich meinen, habe mich mit mir selbst angefreundet und wir stehen in einem guten Verhältnis. Das war mal anders.

Ich weiß nicht ob es so eine gute Idee ist das im Netz zu veröffentlichen. Fühle mich bloß so hilflos... In meinem Kopf ist zur Zeit nichts los, habe gar keine Lust mit meinem Freund zu reden geschweigedenn ihn zu sehen.

Was ist denn nur verkehrt mit mir 🙁
 
Es ist völlig normal das man nicht bei jedem sich gleich verhält. Jeder mensch hat verschiedene Seiten und schlüpft in verschiedene Rollen. Solange du immer noch weißt das bist alles du selbst, was ich raus lese ist alles in Ordnung. Ich meine du würdest doch deine Freunde nicht abknutschen, oder Fremde einfach umarmen. Es ist doch klar das man gegenüber Fremden distanzierter ist als zu seinem eigenen Freund. Das wäre unnormal wenn es anders rum wäre. Eine Mutter ist auch anders zu ihrem Kind als zu ihrem Mann. Oder eine Frau verhält sich anders in der Arbeit als zuhause. Das einzige problem was du hast, ist das du kein Selbstbewusstsein hast. Und daher Fremden gegenüber sehr zurück haltend bist, ja sogar Angst hast. Kann ich gut verstehen.

Du warst ja schon wegen depressionen und selbstwertgefühl in Therapie, vielleicht solltest du nochmal mehr an dein Selbstwertgefühl arbeiten und selbstsicherer werden. Dann klappt es auch, das du offener wirst und sicherer gegenüber Fremden. Aber wie gesagt es ist völlig normal das man sich nicht immer gleich verhält. Jeder Mensch hat mehrere Persönlichkeitsanteile, solange man weiß das sie zu einem gehören, ist alles wunderbar. Den du erlebst es ja voll mit, wie du dich verhältst, und da brauchst du keine Angst haben. Sei froh das du so wandelbar bist. Aber schau trotzdem das du deine Depressionen in den Griff bekommst, sowie an dein selbstbewusstsein arbeitest. Das ist ganz wichtig!

Lg Seele28
 
Das einzige problem was du hast, ist das du kein Selbstbewusstsein hast. Und daher Fremden gegenüber sehr zurück haltend bist, ja sogar Angst hast. Kann ich gut verstehen.

hi! danke für deine Antwort! Aber mir scheint du hast meinen Text nicht aufmerksam gelesen? Ich habe nur in Gesellschaft meines Freundes kein Selbstbewusstsein.
Wenn ich allein (oder mit Freunden) bin, bin ich Fremden gegenüber nicht sonderlich zurückhaltend...

Klar gibt es Situationen in denen ich unsicher bin, aber ich habe Selbstvertrauen.

Bloß ist eben der Unterschied so krass, in meinem Verhalten zu Freunden/Partner.

Das ist es was ich nicht verstehe & mich fertig macht.
 
Was ist das 'Ich'? Das 'Ich' zerfällt in verschiedene soziale Rollen, in denen wir uns definitiv anders benehmen. Insbesondere bei Selbstwertproblemen kann es durchaus sein, dass sich man sich in verschiedenen sozialen Konstellationen vollkommen anders verhält.

Ich kenne das von mir selbst. In der Schule früher war ich eher der Draufgänger, im Sportverein eher der Ruhige, Zuhause war ich der Brave, am Wochenende mit Freunden der schlechte Einfluss, vor dem die anderen Eltern immer gewarnt haben.

Ich hatte früher auch sehr starke Probleme Freundeskreis und Freundin unter einen Hut zu kriegen. Am Anfang habe ich diese beiden Sachen einfach strikt getrennt. Inzwischen glaube ich, dass ich früher vor meinen Freunden auch nie 'ich' war, sondern nur ein bestimmter Teil von mir. Mein Freundschafts-Ich. Mein Freundschafts-Ich war wie eine Filmfigur. Sie tat das, was ich als Regisseur dachte, dass mein Publikum (meine Freunde) erwarteten oder das, was meiner Meinung nach zur Rolle passte. Ich habe z.B. auch nie wirklich über persönliche Probleme oder Gedanken gesprochen und wenn, dann nur ausschnittsweise und immer so, dass ich das Gesicht meiner Kunstfigur wahre.

Meine Freundinnen kannten natürlich auch ganz andere Seiten an mir und wann immer ich mit meinen Freunden und meiner Freundin zusammen war, setzte mich das ungeheuer unter Stress, da ich glaubte, allein die Anwesenheit meiner Freundin würde etwas Persönliches über mich aussagen, was die anderen werten könnten. Das war die Person, die ich mir (und nicht mein Freundschafts-Ich) ausgesucht habe. Sie verriet etwas über den anderen Teil meiner Persönlichkeit, den mein Umfeld einfach nicht kannte.

Ich war 3,5 Jahre mit einem Mädchen zusammen damals und ich kann an einer Hand abzählen, wie oft wir zusammen mit meinen Freunden unterwegs waren. Ich spürte einfach eine Art latenten Rechtfertigungszwang, wenn sie mit dabei war, den ich einfach nicht gut aushielt.

Vor meinen Freunden war ich stets sehr selbstbewusst und ich hatte auch ein gewisses Image, aber tief in mir drin gab es eine große Unsicherheit. Dieses selbstbewusste 'Ich' war nur eine Maske, die ich trug, solange ich mit ihnen zusammen war. In meinem Sportverein z.B. war ich recht weit unten in der sozialen Hierachie. Es gab Mädchen, die mir beim Training zugeschaut haben, weil sie mich süß fanden, aber meine Teamkollegen lachten nur und fragten verächtlich, was die denn von mir wollen würden. Es war dann als ob zwei Welten kollidieren.

Es war schwer ein einheitliches Selbstwertgefühl zu entwickeln und so verteilte es sich in unterschiedlichem Maße auf die unterschiedlichen sozialen Rollen, die ich einnahm und entsprechend schwer war es, wenn diese Rollen auf einmal aufeinandertrafen.

Ich weiß nicht, ob dir gerade ähnlich geht, aber es klingt ein wenig danach.

Inzwischen habe ich kein Problem mehr damit mich als Ganzes zu sehen. Wie man das allerdings bewusst forciert weiß ich leider nicht. Ich habe mir damals eine lange Auszeit von allem gegönnt und dann nach und nach wieder angefangen ein Fuß nach dem anderen ins Leben zu setzen. Das hatte allerdings weniger mit diesem Problem zu tun, sondern mit anderen, aber ich schätze, dass ich dadurch auch dieses Problem bewältigt habe. Vielleicht ist es auch einfach nur die Zeit, die einen geeint hat.

so long...
 
Vielleicht hast du unbewusst Angst, dass du etwas tun könntest, was er nicht gut findet?
Kennt dein Freund denn dein anderes Ich?
Ansonsten erkläre ihm deine Bedenken und geh mit ihm doch zum Bäcker.
Er darf dir auch die Hand halten, wenn du bestellst 😉
 

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