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Jung und schlecht gelaunt

G

Gast

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Hi,

also das ist mein erster Beitrag in einem Forum. Hätte auch nie gedacht, dass ich mal so einen schreibe, aber irgendwie muss ich mir jetzt mal meine Wut und meinen Kummer von der Seele schreiben.

Also erstmal kurz was über mich: bin 25, weiblich, habe jetzt gerade mein Studium in den Niederlanden abgeschlossen, wohne momentan auch noch dort, habe viele Freunde, sehe sehr gut aus, bin körperlich gesund und finanziell ist eigentlich auch alles ok. Kurz gesagt, eigentlich müsste es mir bestens gehen und ich weiß auch, dass es einige Leute gibt die mich um mein Leben beneiden.. höre immer wieder Sprüche wie "ach es ist so toll, dass du alleine ins Ausland fürs Studium bist, und was du alles machst.. blablablabla". Bullshit.

Ich fange am besten mal mit meinen Eltern an. Ich bin grundsätzlich das schwarze Schaf in der Familie - mein Bruder war immer das Vorbildskind - bessere Noten, vernünftiger, sparsamer etc. Das musste ich mir auch regelmässig anhören. Meine Eltern sind total konservativ und haben mir immer versucht irgendwelche Regeln aufzudrängen. Ich muss dazu auch sagen, dass ich ein absoluter Rebell war als Jugendliche. Sie wollten mir das Rauchen verbieten, hab dann natürlich extra geraucht. Mit 15 hab ich angefangen mich regelmässig jedes Wochenende bei uns zu Hause im Kaff zu besaufen, was anderes kann man da ja eh nicht machen. Hab dann auch so alles gemacht was man sich vorstellen kann - geklaut, gekifft etc. Mein Vater ist ein absoluter Choleriker und hat wirklich immer krasse Ausraster. Früher haben wir uns teilweise so krass angeschrien, dass er irgendwann so extrem ausgerastet ist, dass er mich gewürgt hat. Jetzt könnte man natürlich sagen, es ist nach zu vollziehen warum er so ausrastet wenn die Tochter sich so verhält. Mit den Jahren bin ich zum Glück dann doch noch vernünftig geworden, aber die Beziehung mit meinem Vater ist nach wie vor total im Eimer. Ich fahre ungerne nach Hause, weil ich weiß, dass wir spätestens nach 2-3 Tagen wieder streiten und er ausrastet wegen Kleinigkeiten (Beispiel: Ich will etwas an seinem Computer drucken und er rastet einfach deswegen aus. Oder ich kleckere auf die weisse Tischdecke und es entsteht ein Fleck.) Also wirklich er RASTET aus. Ich muss wirklich sagen, dass ich an meinem Vater kein Interesse mehr habe. Wenn ich zu Hause bin reden wir vielleicht 5 Sätze das wars. Da geht es dann auch nur ums Studium oder eine Predigt über mein Verhalten mit Geld. Da kommt KEIN lob, kein Glückwunsch zum Studium und v.a. keine normalen Gespräche oder einfach mal Gespräche über Gefühle. Sowas gibts bei meinem Vater nicht. Hab zum Abi und zum Studium Geld bekommen, das wars. Ich bin meinem Vater dankbar, dass er mich finanziell so unterstützt hat, aber menschlich will ich mit ihm nichts mehr zu tun haben. Die Beziehung besteht einzig und allein aus Geld, Leistung, Streitereien und ist absolut kalt und es gibt keine Anerkennung - und das über Jahre hinweg. Als nächstes zu meiner Mutter. Ich hätte ein gutes Verhältnis zu meiner Mutter, wenn meine Eltern getrennt wären (warum die noch zusammen sind ist mir schleierhaft. Definitiv nur aus Geldgründen. Liebe ist definitiv was anderes). Meine Mutter macht alles, damit der Vater sich erst gar nicht aufregt, das ist die einzige Möglichkeit für sie die Situation zu ertragen. Also meine Mutter leidet nicht, sie macht ja alles so, dass es passt. Meine Mutter ist überfürsorglich. Es ist mir einfach zu viel. Meine Mutter würde mir die Rinde vom Brot abschneiden und mir belegte Brötchen ins Zimmer bringen. Ja ist zwar ganz nett, aber es geht auch einfach zu weit. Man muss dazu erwähnen, dass sie mein Tagebuch gelesen hat als ich ca. 16 war. Um ehrlich zu sein erdrückt mich ihre Fürsorge. Ich entferne mich dadurch natürlich umso mehr von ihr. Ich erzähle meinen Eltern rein gar nichts über mein Leben. Manchmal denke ich mir, die wissen eigentlich gar nicht wer ich bin. Meine Eltern sind einfach so konservativ und leben in so starren Regeln, es widert mich regelrecht an. Ihre Vorstellungen von Hierarchie zwischen Mann und Frau und ihre Vorstellung wie ICH mein leben soll: Abi, Studium, jetzt versuchen sie mich mit aller Gewalt wieder nach Deutschland zu holen, so dass ich in Deutschland arbeite, eine Wohnung hab und dort ein normales Leben führe. So bin ich aber nicht und es bricht mir das Herz, dass sie mich nicht ansatzweise verstehen können. Ich verstehe auch manchmal selbst nicht, wieso ich so ein Freigeist bin und Weltenbummler, aber ich habe regelrechte Panik davor mein Leben zu verpassen und nicht gelebt zu haben. Es ist einfach nichts für mich jeden Tag ins Büro zu gehen, 8 Stunden vorm Pc zu sitzen und dann nach Hause zu gehen. Ich bin mir durchaus bewusst, dass ich arbeiten muss, das werde ich auch. Aber ich habe halt grundsätzliche auch keine Lust in Deutschland zu sein. Mir ist es einfach zu kalt und deprimierend. Ich würde am liebsten so weit weg wie möglich. Asien, Amerika, Australien.. egal. Einfach weg. Ich bin auch absolut davon überzeugt, dass Menschen die in einem wärmeren Klima leben, ihr Leben mehr geniessen und glücklicher sind. Nur weil ich Deutsche bin, muss ich doch nicht in Deutschland sein. Meine Eltern verstehen das einfach nicht. Es macht sie bestimmt auch traurig, dass ich immer so weit weg will. Aber mich macht es wirklich selbst so unglücklich hier zu sein. Ich bin seit ca. 2 Jahren einfach täglich genervt. Ich hab hier keine Lust mehr auf mein Leben. Ich habe deswegen jetzt vor kurzen angefangen Bewerbungen zu schrieben weltweit. Bisher allerdings noch keine Antworten. Schätzungsweise wird es auch extrem schwierig einen Job im Ausland zu finden. Darüber bin ich mir auch bewusst, deswegen werde ich mich natürlich auch in Deutschland bewerben. Davon mal abgesehen, dass ich jetzt 5 Jahre etwas studiert habe, worauf ich gar keine Lust mehr habe und auch keinen Sinn mehr sehe. Ich hatte Marketing, Kommunikation und Mode studiert. Ich weiß nicht, aber eigentlich finde ich es mittlerweile nur noch ätzend wie man versucht Leute durch Werbung zu manipulieren und überteuerte Produkte anzudrehen. Ich bin auch nicht wirklich gut in dem was ich studiert habe. Ich habe grundsätzlich absolut kein Selbstvertrauen - wie auch, wurde ja auch nie anerkannt. Ich habe auch eine absolute Leere in mir - weiß nicht worin ich gut/schlecht bin, kenne meine Stärken/Schwächen nicht, kurz um: ich weiß eigentlich gar nicht wer ich bin und was ich will. Meine Eltern versuchen die ganze Zeit mein leben zu kontrollieren, was mich eigentlich nur wahnsinnig macht und ich mich dadurch immer mehr entferne.

Zudem ganzen kommt hinzu, dass ich schon immer gerne und viel Alkohol getrunken habe, regelmässig kiffe und auch harte Drogen seit 2-3 Jahren regelmässig konsumiere (das ist in Holland ungelogen schon fast normal - hier gibt es jedes Wochenende irgendwelche Rave Parties). Ich weiß auch nicht so ganz wieso ich so selbst zerstörerisch bin. Aber feiern ist für mich einfach so der einzige Moment wo ich mal komplett abschalten kann. Naja das ganze hat natürlich auch irgendwann Konsequenzen gehabt. Ich war irgendwann total überfordert - gearbeitet, studiert, Wochenenden nicht geschlafen, stress mit eltern etc. Seit letztem Jahr hatte ich dann regelmässige Break downs - Heulkrämpfe, mehr oder weniger schon fast geschrien, Depressionen und einfach grundsätzliche von allem und allen genervt. Mich darf man dann auch echt nicht ansprechen. Für meine Mitbewohner ist das auch echt eine harte Belastung. Seit einem halben Jahr habe ich dann deswegen mit harten Drogen und kiffen versucht aufzuhören.. hab es bisher nicht ganz geschafft, aber es extrem reduziert, seitdem geht es mir auch schon besser. Man muss dazu auch sagen, ich bin ein extrem sensibler Mensch, sehr emotional, ich träume und denke sehr viel. Drogen haben das natürlich noch verstärkt. Mittlerweile denke ich oft, ich hab einen ganz schönen Schaden davon abbekommen.. kann meine Gefühle kaum kontrollieren, Erinnerungsprobleme, schlechte Konzentration.. einige Gehirnzellen sind definitiv auch drauf gegangen. Ich glaube durch die Drogen habe ich mich auch irgendwie selbst verloren und versuche gerade wieder alles einigermassen zusammen auf Reihe zu bringen. Aber es klappt halt nicht so ganz. Ich weiß einfach nicht was ich will und wer ich bin.

So jetzt kommt das nächste Thema, das mich sehr belastet: Männer und Liebe. Ich brauche ständig Anerkennung und irgendwie Selbstbestätigung. Deswegen habe ich mit viel zu vielen Männern Sex. Ich weiß gar nicht mehr wie viele. Aber eigentlich will ich doch nur einen Freund, der mich liebt. Den finde ich aber einfach nicht. Ich hab grundsätzlich auch nur scheiß Erfahrungen mit Männern - entweder sie sind dann solche emotionalen Krüppel, dass ich darunter leide, weil ich das Gefühl habe ich bedeute ihnen nichts, oder sie geben mir all das was ich will (viel Zuneigung, allgemein viel zeit zusammen verbringen etc.) und betrügen und belügen mich aber dann. Von meinem letzten Exfreund bin ich auch echt geschädigt, hat mir wirklich das Herz gebrochen. Das ist jetzt über 6 Monate her, und ich weine manchmal immer noch. Man muss dazu sagen, wir waren auch nur 3 Monate zusammen. Ich werde dann auch einfach viel zu anhänglich und entwickle dann solche extremem Gefühle, dass ich wirklich 3 Monate nachdem Schluss war ein Haufen Elend war. Mit mir war regelrecht nichts anzufangen. Ich will das so auch einfach nicht mehr. Mir macht das selber Angst, dass ich so extreme Gefühle haben kann. Es ist einfach ungesund. Aber ich glaube, das kommt daher, dass ich einfach keine Liebe von meinem Vater bekomme und sie deshalb sehnlichst suche. Ich bin jetzt 25, und ich wünsche mir einfach so sehr eine Beziehung mit gegenseitig viel Liebe. Kein Mann hat mich je wirklich geliebt. Das macht mich einfach traurig. Ich bin eigentlich so ein nettes Mädchen und ich würde alles für meine Partner in einer Beziehung tun und ich verstehe einfach nicht, wieso mich keiner liebt. Ich weiß, man muss sich erst selber lieben bevor jemand anderes einen lieben kann.. aber wie soll ich mich denn selbst lieben, wenn ich eigentlich gar nicht weiß was ich will, wer ich bin und eigentlich mir auch von meinen Eltern immer anhören muss, was ich alles falsch mache.

Auf meine Freunde habe ich mittlerweile auch teilweise echt keine Lust mehr. Ich bin auch einfach so launisch, ich glaube viele haben darauf auch irgendwie keine Lust. Ich merke, dass sich Freunde irgendwie auch von mir entfernen.. kann ich ja auch verstehen, bin ja auch nur schlecht gelaunt. Einige Freunde meinten auch schon ich soll mal in Erwägung ziehen in eine Therapie zu gehen... das ganze geht ja jetzt auch schon seit 2 Jahren. Ich kann auch einfach mit Kritik nicht umgehen.. und wenn dann wieder Sprüche kommen wie "lern mal nein zu sagen" oder "sei nicht so stur" dann sehe ich das als so einen schlimmen Angriff in meiner Person und fange dann wieder unendlich an über meine Persönlichkeit nachzudenken. Ich glaube viele wollen mir damit eigentlich nur helfen, wie ich mich selbst ein bisschen ändern kann um glücklicher zu werden, aber ich denke mir dann immer "bin ich wirklich so scheiße oder warum soll ich alles an mir ändern?". Ich hatte in letzter Zeit auch wirklich viele Streitigkeiten mit Freunden.. belastet mich auch ziemlich, weil ich mich dann immer Frage "was ist mit mir los? wieso habe ich jetzt schon wieder einen Streit". Aber andererseits weiß ich ja auch, dass etwas vorgefallen ist, was nicht nur ich zu verschulden habe, also der Fehler nicht nur meinerseits ist.. aber grundsätzlich frage ich mich dann trotzdem, wie es sein kann, dass ich innerhalb von kurzer Zeit mit mehreren Leuten Probleme habe..

Ich war jetzt erst 2 Monate in Asien backpacken und war dort zum ersten Mal wieder richtig glücklich - Unistress, Liebeskummer, Probleme mit Freunden & Familie - alles war vergessen. Ich hab auch endlich mal wieder gelacht und mein Leben richtig genossen. Es hat nicht mal zwei Wochen gedauert und ich bin wieder zurück in meine Negativität gefallen. Ich bin auch der festen Überzeugung, dass wenn man sich einredet man ist glücklich, ist man auch irgendwann glücklich, versuche mir eigentlich deswegen bewusst zu sagen, das mein Leben gut ist, aber naja.. irgendwie erfolgslos.... ich liebe es allerdings leider auch mich im Selbstmitleid zu ertränken. Ich will hier einfach nur noch weg. Am liebsten irgendwo alleine einen komplett neuen Start machen und endlich mal rausfinden wer ich bin.. aber ich weiß halt auch nicht so wirklich wie..

So das war jetzt ein langer Roman. Sorry. Aber musste das jetzt mal los werden. Vielleicht hat ja jemand Lust zu antworten.
Gute Nacht.
 
Oh wei..ja bei mir es ist das gleich naja also mit meinem Vater bin ich sehr im Streit mein Bruder und meine Mama sind beide Depressiv, ich bin schon so lange so genervt Pampe alle an & bin schon genervt bevor ich aufstehe wenn ich nur aus der Wohnung unter mir Teller geklappt höre..
Außerden komme ich mir so undankbar und scheiße vor, meine Eltern ermöglichen mir und meinem Bruder alles und ich kacke alle an & muss immer recht haben, wenn ich einen Fehler mache sind auch immer die anderen schuld.
Ich versuche jetzt wenigstens Leute in der Stadt an zu lächeln und ich versuche hilfsbereit zu sein, ich habe so wenigstens das Gefühl ein etwas besserer Mensch zu sein,
außerdem könnte man mal probieren sich bewusst Fehler auf zu zeigen also wenn du ungerecht mit jemandem bist dann sag einfach sobald es dir klar ist entschuldigung ich habe das nicht so gemeint(blablabla) .LG vielleicht hilft es ja schon ein klitze kleines bisschen zu wissen das du nich t der einzige 24 Stunden Muffel bist..:/
 
Hallo,

Ich denke, dass es leider sehr normal ist, die Ankennung der Eltern zu suchen und verschiedene Wege zu suchen, den Mangel zu kompensieren.
Abgesehen von den Drogen finde ich nichts Verwerfliches an deinem Lebensweg und ich vermute, dass deine Eltern furchtbar neidisch und eifersüchtig sind, dass du dein Leben lebst und sie nicht aus ihren Strukturen heraus können.
Dein Vater regt sich über einen Fleck auf einer Tischdecke auf - was ist das für ein armer Mann, dem so ein Driss so nahe geht? Was ist deine Mutter für eine arme Sau, die sich ihr Leben lang den Launen ihres Mannes unterwirft und der so langweilig ist, die keinen Lebensinhalt außer ihre Kinder hat?
Ein Wechsel der Perspektiven hilft dir vielleicht, Verständnis für deine Eltern zu entwickeln und ihr Verhalten nicht mehr persönlich zu nehmen. Aber das ist keine Entschuldigung für ihr Fehlverhalten!

Wenn dich Reisen und das Ausland so glücklich macht, hau rein, sonst endest du noch wie deine Eltern! Vielleicht könntet ihr mal gemeinsam reisen, einen Urlaub machen und vielleicht begreifen sie, was sie so begeistert hat! Oder auch nicht, aber dann hast du es wenigstens versucht.

Die Männer sind so eine Sache, leider finde ich mich in dem Part wieder.
Sex gibt einem nicht das Gefühl, geliebt zu werden und hinterlässt nur eine schmerzhafte Leere.
Ich habe aufgehört, belanglosen Sex zu haben, denn er hat mir nichts gebracht. Ich habe mein Beuteschema geändert und dadurch einen tollen Mann kennen gelernt, der mich seit 3 Jahren begleitet und mir nicht fremdgeht, mich bedingungslos liebt und gut zu mir ist.
Das war viel Arbeit - und ich habe viele Männer kennen gelernt, die mir Interesse an einer Beziehung geheuchelt haben, aber nur Sex wollten. Mir wurde klar, dass ein seriöser Mann bei Dates Sex nicht thematisiert und wenn das Thema immer wieder aufkam, dass er nichts von mir möchte - dann habe ich den Kontakt abgebrochen und mir weitere Enttäuschungen gespart.

Du bist eine kluge Frau mit viel Mut - ich wünsche dir alles Gute!
 

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