Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Job annehmen, obwohl Bewerbungsgespräch komisch war (habe gerade einen Job)

G

Gast

Gast
Hallo liebe Community,
würde mich sehr freuen, wenn ihr mir hier ein paar Ratschläge geben könnt.
Derzeit bin ich in einem Bereich tätig, der mich nicht wirklich glücklich macht. Zuvor hatte ich einen befristeten Job in einem anderen Bereich mit Projektverantwortung usw. Jetzt bin ich stv. Abteilungsleiterin bei einem anderen Arbeitgeber - unbefristet, aber in einem ungeliebten Bereich. Der Wechsel war damals eine reine Vernunft-Entscheidung.
Das Team bei meinem jetzigen AG ist sehr, sehr nett. Grundsätzlich fühle ich mich auch wohl, wenn einer meiner Vorgesetzten nicht wäre (vernachlässigbarer Grund, es gibt wahrscheinlich immer jemanden, den man nicht so mag) und die Aufgaben mehr zu mir passen würden.

Ich habe mich nun, da ich dieser Stelle 1 1/4 Jahre die Chance gegeben habe, doch noch zu mir zu passen 🙂, auf eine andere Stelle beworben. Inhaltlich voll meins (habe die Stellenanzeige gesehen und gedacht, "wow, da finde ich überhaupt nichts, was mir nicht gefallen würde") allerdings ist der AG jetzt nicht ganz so sehr der, mit dem ich mich zu 100% identifizieren könnte (ist aber auch nicht so, dass ich eine Abneigung gegen den hätte) und die erste Bewerbungsrunde lief irgendwie komisch:
Das Bewerbungsgespräch fand in einem Raum statt, der so schlecht schallisoliert war, dass man auf dem Gang noch das Gespräch der Personalentscheider über die Vorgänger-Bewerber gehört hat. (Ich war nicht in der Nähe der Türe!) Aus diesem Grund habe ich nach dem Gespräch auch gehört, wie einer der Entscheider gesagt hat "die Bewerberin bleibt eh nicht lange, die hat es ja bei der jetzigen Stelle auch nicht lange ausgehalten, die flüchtet vor ihren Aufgaben")

Irgendwie bin ich dann aus dem Gebäude raus (das zudem auch nicht sonderlich ansprechend war und eine positive Arbeitsatmosphäre ausgestrahlt hat) und war dann auf Grund der Erfahrungen aus dem Bewerbungsgespräch völlig fertig.
Dachte auch, dass die mich nie in die nächste Runde lassen.

Ist jetzt aber so - ich bin bei den 2 besten Bewerbern dabei...
Nur weiß ich jetzt nicht, was ich machen soll, wenn ich den Job tatsächlich bekomme.
Nachteile der neuen Stelle:
- längerer Fahrtweg (wenn einem die Stelle und die Leute zusagen, nimmt man sowas ja in Kauf, aber nach dem ersten Eindruck?, müsste täglich zudem eine staugeplagte Strecke fahren)
- die Leute sind schwer einzuschätzen
- riesiger Arbeitgeber (man ist eventuell nur eine Nummer)
- vor allem: der erste Eindruck und das danach entstandene Gefühl, dass das eh nichts wird

Vorteile:
- endlich wieder ein passendes Aufgabengebiet, auch unbefristet
- Weg von dem ungeliebten Aufgabengebiet
- man darf Neuem durchaus auch eine Chance geben
- Abwechslungsreich und Neue Aufgaben

Bei meiner derzeitigen Stelle ist es aber so, dass ich weiß, dass die Leute nett sind, ich einen kurzen Anfahrtsweg habe, die Aufgaben zu bewältigen sind aber eher nicht meins.
Ist aber die Frage, ob ich die Vorteile der derzeitigen Stelle aufgeben soll (Gehaltsmäßig würde ich dort längerfristig mehr bekommen - Gehaltserhöhung auf April in Aussicht), wenn der erste Eindruck bei der neuen so komisch war.
Gut -es besteht natürlich immer noch die 50% Chance, dass es bei der neuen Stelle eh nicht klappt.

Wovon würdet ihr eure Entscheidung abhängig machen?

Viele Grüße
der verzweifelte Gast ...
 
Vor 1 1/4 Jahren hast Du aus Vernunftgründen gewechselt, jetzt zieht es Dich in eine Tätigkeit, die Dich mehr ausfüllt.

Aber.

Was waren die Abers des Wechsels davor, was hat Dich damals in die Vernunftsstelle wechseln lassen?

So aus dem Bauch würde ich auch sagen: Du hältst es nicht lange aus. Dann lass es lieber. Gibt es beim derzeitigen AG evtl. Entwicklungspotential in eine Richtung, die Dir mehr zusagt?
 
Ich sage es mal geradeheraus: Die Nachteile bei der neuen Stelle überwiegen. Das einzig positive, das du genannt hast, ist das neue Aufgabengebiet. Das wäre mir persönlich nicht genug, um meine jetzige, sichere Stelle aufzugeben (falls du genommen wirst). Die Kollegen sind nett, der Anfahrtsweg kurz, das Gehalt stimmt - ist es da wirklich SO furchtbar, wenn die Tätigkeit nicht ganz das ist, was du dir erträumt hast?

Abgesehen davon: Du musst doch nicht gleich das erste nehmen, das du findest. Du hast dich bei dem Gespräch absolut nicht wohlgefühlt. Ich rate dir: höre auf dein Bauchgefühl. Wenn du also wirklich die Stelle wechseln willst, dann solltest du das nur dann tun, wenn auch wirklich ALLES stimmt. Du könntest es sonst sehr schnell bereuen.

LG Rosie
 
Mir persönlich wären ein kurzer Arbeitsweg, nette Kollegen, sichere Stelle, gut zu bewältigendes Pensum wichtiger, als die neue Herausforderung (die du ja noch nichtmal sicher hast), die scheinbar genau das ist, was ich mir immer vorgestellt habe. Mir wäre das Risiko zu groß, dann eventuell festzustellen, dass es doch nicht 100%-ig das ist, was ich wollte.

Aber ich denke, dass das eine Typfrage ist. Man kann genauso argumentieren, dass das beste Umfeld nix bringt, wenn einen die Stelle nicht 100%-ig ausfüllt. Da musst du für dich herausfinden, wo deine Prioritäten liegen.
 
Ich lese hier auch ein "Nein" zur neuen Stelle heraus. Du suchst förmlich Argumente, die dafür sprechen. Aber dein Bauch scheint es abzulehnen. Dann tue du das auch. Entscheiden musst du jedoch letzlich alleine.
 
Liebe Community,

so, jetzt wollte ich mich nochmals kurz bei euch rückmelden. Erst mal möchte ich mich ganz, ganz herzlich bei euch für eure lieben und hilfreichen Worte bedanken. Hat echt gut getan, von euch eine Rückmeldung und vor allem Verständnis zu erhalten.

Ich möchte euch kurz erzählen, wie es jetzt weiterging, mit meiner Entscheidung und meinem Job-Problem.
Ich habe tatsächlich an der zweiten Runde der Bewerbung teilgenommen. Und die Wahl ist tatsächlich auf mich gefallen.
Ich habe mir dann aber Bedenkzeit ergeben, habe auch geschildert, dass mir die Äußerungen im Zusammenhang mit dem ersten Gespräch ein paar Zweifel bereitet haben.
Die waren dann sehr verständnisvoll.

Ich habe mich schlussendlich trotzdem gegen den Job entschieden.
Zwar habe ich jetzt auch Angst, dass es in diesem Bereich in der näheren Umgebung wohl keine vergleichbaren Stellen geben wird (die wären mir auch gehaltstechnisch sehr entgegen gekommen). Und ich hätte mir die Arbeit sehr gut vorstellen können. Selbst der direkte Vorgesetzte war sehr nett.

Aber:
Nach dem ersten Gespräch haben sich bei mir die Zweifel irgendwie schon festgesetzt (Nach dem Gespräch hatte ich eher Fluchtgedanken ;-)) Und ich hab mir dann auch gedacht... wie ist das, wenn es halt doch nicht richtig passt...
Dann fange ich da an - der lange FAhrtweg, lange ARbeitszeiten, die in diesem Bereich einfach typisch sind und dann noch das Gefühl, dass es einfach nicht die richtige Entscheidung war...
Ich glaube, ich hätte mich einfach auch nicht richtig mit dem Arbeitgeber identifizieren können, nach dem ersten Eindruck.

Kurz und gut: Ich habe abgesagt. Bei meinem jetzigen Job habe ich zwar keine Entwicklungsmöglichkeiten in die Richtung und auf Grund der Tatsache, dass es solche Stellen selten gibt, ist es natürlich etwas Harakiri-mäßig gewesen. Aber ich glaube, ich bin der falsche Mensch für Entscheidungen, bei denen so viel wenn und aber dabei ist. Das war mir zu Risiko-lastig.
Ich glaube, dass ich meine Ängste schon rational erklären könnte und dass ich die schon auch mit Logik aus dem Weg räumen könnte, aber mir fehlt auf Grund dieser Ängste irgendwie das Gefühl, mit dem Herzen bei dieser Entscheidung zu sein.
Hoffentlich bereue ich die Entscheidung nicht. Aber jetzt ist es so, irgendwie auch gut, dass eine Entscheidung getroffen ist.

Bei meiner jetzigen Stelle hatte ich das Problem, dass ich vorschnell zugesagt hatte, obwohl ich mich überrumpelt fühlte und mir das Aufgabengebiet nicht richtig zugesagt hat. Das bin einfach nicht ich, das waren reine Vernunft-Überlegungen und keine Bauch-Entscheidungen, die damals wichtig waren. Da ist eine eindeutige Fehlentscheidung rausgekommen.
Diesmal war es eine Mischung (Fahrtweg - Vernunft; Bauch - erster Eindruck) die mich dazu gebracht haben, so zu entscheiden. Mal schauen, was bei der Kombi an Entscheidungswegen rauskommt.

Würde mich freuen, wenn ihr mir Daumen drückt, dass demnächst in der Nähe mal wieder eine Stelle ausgeschrieben ist, die mir zusagt und in meinem Lieblingsbereich ist. Ich wünsche mir so sehr, dass mal das Aufgabengebiet und die Leute und die Atmosphäre halbwegs passen. Bei meinem ersten Job war das so. Das nie alles rosig ist, ist natürlich klar, aber vielleicht gelingt mir mal wieder so ein Glücksgriff.

Ich danke euch nochmals herzlich. Für die Antworten, fürs Zuhören und für die Tipps. Ich fühle mich mit Entscheidungen manchmal so alleine. Da tut es gut, eine Rückmeldung zu erhalten.

Liebe Grüße
 

Anzeige (6)

Autor Ähnliche Themen Forum Antworten Datum
B Überforderung mit Job & Fortbildung, was tun? Beruf 10
J Unterfordert im Job Beruf 6
S Unterforderung im Job Beruf 4

Ähnliche Themen

Thema gelesen (Total: 2) Details

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben