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Jeder sieht, was du scheinst. Nur wenige fühlen, wie du bist. (Niccolò Machiavelli)

L

lostlady

Gast
Ich werde in den nächsten Tagen versuchen zu beschreiben, wer ich bin.
Aber weiß ich es selbst so genau?
😕
 
Ein Scheinwerfer beleuchtet einen bestimmten Bereich. Erkennt er sich aber selbst?
Dein Auge sieht die Dinge um dich herum. Sieht es sich aber auch selbst (mal abgesehen von der Idee eines Spiegels jetzt 😀)?
All das was du erkennen kannst, bist du nicht..

LG.
 
Viele Menschen verbiegen sich aus vielen Unterschiedlichen Gründen, doch wenn sie wahrhaftig ins ich hineinhören , dann stellen sie fest, das es nicht richtig ist, nur die wenigsten setzen an dem Punkt an und beginnen sich selbst zu erkennen, die meisten verbiegen sich in eine oder dieselbe Richtung weiter , weil es der leichtere Weg ist und die angebliche Hoffnung bleibt, es würde sich was ändern. ( Ich )
 
Wenn du selbst nicht so genau weißt wer du bist, dann wäre es doch eine prima Idee, das jetzt raus zu finden. Du wirst sehen das lohnt sich sogar, denn es wird dein Leben positiv verändern.
 
Geht es nach Rilke, werden wir immer wieder ein anderer sein.
Welch eine Mühsal, täglich neu zu grübeln, wer man HEUTE sein könnte und WARUM man so ist.

Hängt dies nicht oft mit Faktoren zusammen, die von außen kommen und die man vielleicht auch nicht beeinflussen kann?
 
Es geht nicht darum, wer man sein könnte und warum man so ist. Es ist eigentlich viel einfacher, man muss nur herausfinden, wer man wirklich ist. Und man sollte alles an sich akzeptieren oder noch besser sich selbst mögen oder gar lieben. Du verwendest gerne Aussagen oder Sprüche von anderen, ok. Aber was sind deine ganz persönlichen Worte? Was ist deine eigene Meinung? Das sind die wichtigen Fragen. Du musst das hier nicht öffentlich schreiben, wenn du das nicht magst. Aber du solltest es für dich selbst tun, glaube mir, das hilft dir.
 
Geht es nach Rilke, werden wir immer wieder ein anderer sein.
Welch eine Mühsal, täglich neu zu grübeln, wer man HEUTE sein könnte und WARUM man so ist.

Hängt dies nicht oft mit Faktoren zusammen, die von außen kommen und die man vielleicht auch nicht beeinflussen kann?

Ja, jeden Tag neu zu grübeln, wäre tatsächlich ein Mühsal. Das kenne ich auch.

Aber.... es jeden Tag neu zu entdecken, erleben zu können - das kann richtig Spaß machen. Das "warum" sollte in meinen Augen dabei keine entscheidende Rolle spielen. Es ist, was ist, und du bist, was sich gerade zeigt. Du bist einzigartig, individuell, und doch Teil des ganzen Geschehens. Dabei gilt es weniger, diese Worte mit dem Verstand zu erfassen, sondern mehr darum, ihre Bedeutung selbst zu erfahren. Wir sind Teil der Unbeschreiblichkeit, die unser menschliche Verstand in ein festes Gefüge, ein Konstrukt packen will. Dann nämlich fängt er an, zu sortieren, normieren, kategorisieren, und die Dinge zu trennen und zu benennen.

Ich glaube, es ist hilfreicher, zu fühlen, zu erleben, wer wir selbst wirklich sind, auch im Zusammenspiel mit anderen. Dann macht das alles Sinn. Es verstandesmäßig alles erfassen zu wollen, zu grübeln, das vernichtet das Gefühl für unseren Sinn und unsere Existenz. Das ist zumindest meine Erfahrung.

Tu das, was für Dich richtig ist, und was Dich glücklich macht.

Ich wünsche Dir von Herzen viel Kraft - und wundervolle Erfahrungen mit Dir selbst und anderen, wenn du es wünschst.
Alles Liebe, bleib gesund!
 
Ich möchte - was mich betrifft - auf den Spruch von Machiavelli hinweisen, den ich für dieses Thema gewählt habe: er hat sich im Laufe der bisherigen Diskussion bestätigt.
Das meine ich keineswegs böse.

Natürlich kann man sagen: ich bin eben das, was ich jetzt bin.
Das wäre Genügsamkeit. Die liegt mir aber nicht. Und das wieder bedeutet: daß ich "Statik" ja gar nicht möchte.

In diesen Sätzen ->
Zitat: *Warum muss man denn täglich darüber grübeln? Warum wünschst du dir Statik statt Wandel? Warum muss man denn "wissen" statt spüren? Warum willst du denn die Verantwortung für deine Reaktion der Aktion anderer zuschieben? Warum willst du dich denn isolieren in deinem So-Sein?*
<- sehe ich einige Widersprüche.
Auch DAS meine ich nicht böse.

Wenn ich wissen möchte, weshalb andere Menschen so oder so auf mich reagieren, muß ich wissen, wer ich bin ..., wieso ich so auf sie wirke.
Es könnte sein, ich sollte etwas ändern. Also muß ich an mir forschen.
Und danach entscheiden, ob ich mich vielleicht ändern sollte: nach außen hin.
Denn "was ich fühle", das sie nicht sehen, wäre ein zweites Thema.

 
Ich könnte mich fragen, wer bin ich für andere und was muss ich ändern um für andere das zu sein, was ich mir vorstelle. Und dann habe ich gelernt, dass ich einfach BIN. Es macht so gar keinen Sinn, sich für andere zu verändern. Das ändert auch gar nichts an unserem SEIN. Der Kern bleibt immer bestehen, Verhalten ändert sich, Einstellungen auch. Menschen verändern sich. Ich und die Anderen. Habe ich nun die Absicht, immer zu den Anderen zu passen, muss ich mich auch ständig ändern. Und so finde ich mich nie. Dann bin ich eine Marionette im eigenen Körper.

Ich kann andere auch nicht ändern und das will ich auch gar nicht. Was ich ändern kann, ist mein Umgang, manchmal auch mein Verhalten, meine Einstellung. Es geht darum, bei sich zu bleiben. Innerlich. Klar, Verhalten kann man anpassen. Man kann sich aus seelisch verbiegen und auch brechen. Aber das ist ja nicht Sinn des Lebens.

Seit mir reicht zu wissen, dass ich BIN, lebe ich leichter. Ich kann auch sehr viel leichter andere Menschen so lassen, wie sie sind. Ich muss nicht mehr ständig hin und her pendeln. Natürlich denke ich auch darüber nach, warum komme ich bei anderen Menschen anders an als ich mich selbst fühle. Vielleicht kann man was verändern, das macht man dann aber NUR für sich. Vielleicht muss ich aber auch gar nichts ändern, weil die Einschätzung eines Anderen über mich sehr viel mehr über ihn aussagt als über mich.

Es reicht mir zu SEIN und MEINE Wertvorstellungen zu leben. Und im Sturm des täglichen Lebens und der Begegnungen mit anderen Menschen immer wieder zurück zu kommen zu mir. Ansonsten löse ich mich auf. Und andere Menschen dürfen sich selbst leben. Ich muss nicht von jedem geliebt werden und ich muss auch nicht jeden so mögen, wie er für mich rüber kommt. Niemand wird sich für mich verändern. Und ich nun auch nicht mehr.

kiablue
 

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