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jahre lang geschwiegen

A

Amy85

Gast
ich bin mit 12 in ein erziehungsheim gekommen.. da meine pflegeeltern mit mir nicht mehr klar kamen, na in diesen heim wurde ich fast zwei jahre sexuellmissbraucht von 5 jungen aus meiner gruppe... sie schlugen oder vergewaltigten mich ich habe immer geschwiegen, bis ich kurz vor meinen auszug noch mit meiner bezugsbetreurin sprach ich erzählte ihr was passiert ist, aber bei sie meinte so.. das würden die jungs nie machen und ich habe ganz schön fantasie... von da an schwieg ich und verdrängte alles.. als ich dann mit 17 immer mehr alpträume hatte ging ich zu einem psycho doc der fing dann eine traumatherapie an aber ich wollte nicht reden, also brach ich ab, letztes jahr ging ich dann in eine tagesklinik dort erzählte ich wieder alles, dort hieß es immer wenn bilder hoch kommen soll ich nicht daran festhalten, aber darüber reden durfte ich nur mit dem arzt obwohl ich wusste das es noch mehr gab denen es auch passiert ist(man redet ja trotzdem miteinander auch wenns verboten ist) ja und ich habe mal mein arzt gefragt ob man nicht eine gruppe bilden kann, abeer er meinte das es nicht so gut ist nach drei moanten brach ich die therapie ab und machte ambulant weiter.. der fragte mich was für Probleme ich bearbeitet habe will und ich habe ihn gesagt das ich gerne das thema sexuellenmissbrauch berabeitet haben möchte... vor kurzem habe ich auch diese therapie abgebrochen... ich weiß echt nicht warum ich es tue... ich würde gerne in so ne gruppe gehen.. aber ich habe angst davor... es fällt mir auch schwer über das ganze thema zu reden, ich schäme mich so immer noch. ist das normal??? ich habe jetzt vor eine gruppentherapie einmal die woche zu besuchen.. ich habe schon angst davor, dass ich es wieder abbreche oder ich es nicht verkrafte was die anderen viell. erlebt haben und es mir dann wieder super schlecht geht.. im moment geht es mir ganz gut.. hat jemand vielleicht schon gruppentherapie gemacht und kann mir seine erfahrrungen berrichten.. das würde mir viell. ein wenig die angst nehmen! danke schon mal in vorraus für die antworten
 
Hallo Amy,

ich selber habe keine direkten Erfahrungen mit einer solchen Gruppentherapie, habe aber davon gehört und an sich nur Gutes.
Setz dich nicht zu sehr unter Druck, mach Schritt für Schritt.
Deinen Beschreibungen nach hast du ja die Kraft besessen dich immer wieder aufzuraffen um etwas zu tun! Das ist doch schon mal was!

Mach dir innerlich klar, dass es hier um dein Leben geht, um ein möglichst unbelastetes Leben nach dem Gewalttrauma. Und nur eine Therapie, die du auch von A-Z durchziehst und zu Ende bringst kann dir dabei helfen.
Dir sollte diese Therapie keine Angst machen...daran ist noch keiner zugrunde gegangen, sondern im Gegenteil haben diejenigen, die das durchgezogen haben gute Erfolge und ein gehöriges Stück Lebensqualität zurückgewinnen können.
Du solltest eher Angst davor haben keine Therapie zu machen....und zwar so viel Angst, dass du immer schön brav zu allen Sitzungen gehst, auch mal drauf hörst was die Therapeuten sagen und meinen...dich öffnest und alles raus läßt, auch wenn dieser Prozess der Erinnerung nicht schmerzlos sein wird...Aber das ist wichtig, damit dein Therapeut dir sagen kanns wie du mit den ERinnerungen klar kommst, wie du sie kontrollieren kannst, dich abgrenzen, Traumkontrolle etc...ist alles möglich! Wenn du dich der Sache stellst...ansonsten überfällt dich dieses Trauma in deinem Leben immer wieder...sei es durch ein Bild oder Geruch ausgelöst und lähmt und blockiert dich, was übrigens sehr häufig in den Wiederholungsfall einer Vergewaltigung etc führen kann.
Ein unverarbeitetes Trauma schwächt und gefährdet dich, also weg damit!!
Dieser Wille und Überlebenswille ist in dir...denn ansonsten hättest du wohl kaum diese verschiedenen Therapien begonnen oder dich hier im Forum gemeldet...Diesen Willen unterstütze weiter, dann schaffst du das schon! Trau dir ruhig mal etwas mehr zu, du kannst ne Menge aushalten und packst auch die Thera...
An sich finde ich dabei egal ob es ne Einzeltherapie oder Gruppentherapie ist, bzw. am besten wäre wohl beides...Gruppe alleine ist zu wenig denke ich, denn im Einzelgespräch verhält man sich doch anders als in der Gruppe, in der man sich oft zu bequem hinter anderen verstecken kann....In einer Einzeltherapie kann man intensiver rangehen...was du ja offensichtlich meidest wie die Pest, oder? Tja aber wie gesagt: ohne Konfrontation geht es nicht und je näher du an den inneren Dämon der Erinnerung heranrückst....der ja nur ne ERinnerung ist und dir als solches nix Arges mehr antun kann!! desto radikaler kann man den packen und kleinkriegen...Ganz weg geht die Erinnerung nie...aber sie kann verändert werden und zwar so, dass sie ihre Dämonie verliert und sozusagen wiene Bombe, die andauernd in dir hochgehen könnte, entschärft wird...Und das ist echt viel wert!!

Zum Punkt Schamgefühl kann ich nur sagen: weg damit, ist für eine Therapie schädlich...du solltest als einziges Ziel diese Therapie haben und dich nicht durch irgendwas ablenken lassen...SChamgefühl ist ein Luxus, den du dir ne zeitlang nicht leisten kannst! Es gibt übrigens auch nix für das du dich schämen müsstest...alles wird ja auch streng vertraulich behandelt und da kannst du ganz beruhigt nen Seelenstriptease hinlegen...je mehr Offenheit, desto besser der Therapieerfolg!

Also überlege dir was du willst und entscheide dich pro oder Contra Konfrontation: Augen auf und durch...oder Augen immer wieder zu und weglaufen...was leider nur wenig oder null Fortschritt bringt und dazu noch die Gefährdung wieder Gewaltopfer zu werden, oder die Gefährdung psychisch zu erkranken, dauerhafte Verhaltensstörungen zu kriegen etc. etc. also alles Nachteile, die man seinem ärgesten Feind und auch sich selber nicht gönnen sollte!!
Ich denke du schaffst das für dich zu kämpfen ...auf jeden Fall drück ich dir ganz doll die DAumen dazu!

LG
Tyra
 
hallo amy,

ich habe langjährige erfahrungen mit gruppentherapie. es gibt da ziemliche unterschiede, wie es ja auch in der einzeltherapie essentielle unterschiede gibt. das klassische auf dem stuhl im kreis sitzen, und sich intellektuell abarbeiten. das kuschelige in der runde liegen, und füreinander da sein...
meine besten erfahrungen, habe ich in der tiefenpsychologischen körpertherapie gemacht. über den körper, ohne viele worte erreicht zu werden, hat nochmal eine ganz andere, dich im gegensatz zur psychotherapie, auch rückwirkend in den ersten 3 lebensjahren und davor erreichende wirkung.
grade für dich ist die körpertherapie, glaube ich, die sinnvollste, und wahrscheinlich auch die schmerzhafteste art der therapie.
kommst du aus norddeutschland? falls ja, kann ich dir gute adressen geben.
ach ja, wenn du fragen zu therapie ansich hast, schreib einfach, oder ruf mich an...
alles gute wünsch ich dir!!
 
Hallo Amy,
etwas sehr Wichtiges solltest Du Dir zu Herzen nehmen, es giebt nichts wofür Du Dich schämen müsstest! Die Dir das angetan haben, haben sich abgrundlos zu schämen aber nicht Du.
Alles Gute HaDe
 

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