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Ist mein Freund schwul?

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Gast

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Hallo,

Ich (w, 24) habe in letzter Zeit manchmal die Befürchtung, dass mein Freund unterdrückt schwul sein könnte, also ohne es sich eingestehen zu wollen. Vielleicht ist meine Vermutung auch total lächerlich, ich weiß es nicht. Wir sind seit 3 Jahren zusammen und ich weiß, dass die anfängliche Leidenschaft nicht ewig anhält, aber bei uns läuft schon seit langer Zeit nur sehr selten was im Bett, obwohl ich mir wirklich Mühe gebe. Aber wenn ich z.B. in Dessous vor ihm herlaufe, sieht er mich nicht mal an. Das soll jetzt wirklich nicht eingebildet klingen, aber ich weiß, dass ich nicht hässlich bin und die meisten Männer mich nicht von der Bettkante stoßen würden. Und ich weiß nicht warum, aber ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass er keine Affäre hat, irgendwie ist er nicht der Typ dafür, auch wenn man das natürlich nie zu 100% wissen kann.

Es gab dann noch so ein paar kleine Momente, die meinen Verdacht verstärkt haben. Einer davon war, als er mir erzählt hat, dass ihn einmal ein homosexuelles Paar ebenfalls für schwul gehalten hat. Man kann das natürlich nicht verallgemeinern, aber es heißt ja immer, sie hätten ein Gespür dafür. Und normalerweise hätte ich mir auch nichts dabei gedacht, aber in Verbindung mit anderen Dingen hat mich das nachdenklich gemacht.

Er meinte auch mal, dass er wohl auch mit früheren Partnerinnen Probleme mit dem Sex hatte und auch, dass Frauen seiner Meinung nach viel öfter wollen als Männer. Kann es sein, dass er in der Hinsicht einfach kein so großes Bedürfnis hat?

Ich weiß nicht, was ich machen soll, denn ihn auf meine Befürchtung darauf ansprechen hätte keinen Sinn. Denn wenn meine Vermutung falsch ist, würde ihn das in seiner Männlichkeit kränken und wahrscheinlich würde dann nie wieder was im Bett laufen. Wenn sie wahr ist, würde er es sowieso nicht zugeben, denn er ist zwar nicht homophob, reagiert aber schon eher gekränkt darauf, wenn man schon nur Scherze darüber macht. Aber es heißt ja immer, dass gerade die unterdrückten homosexuellen dem ganzen nach außen hin extrem ablehnend gegenüberstehen.

(nur um das klarzustellen, es ist mir im Allgemeinen völlig egal ob ein anderer Mensch jetzt auf Frauen oder auf Männer steht, nur bei meinem Freund spielt das ja selbstredend eine Rolle)

Wenn ich das so schreibe, kommt mir meine Vermutung total bescheuert vor. Aber was bleibt ist die Tatsache, dass er sich anscheinend körperlich nicht zu mir hingezogen fühlt. Ich habe ihn auch schon mal auf den wenigen Sex angesprochen und seine Antworten waren, er sei oft müde oder er wisse nicht warum oder es müsse sich eben aus dem richtigen Moment ergeben. Aber glaubt mir, ich gebe mir wirklich Mühe, den richtigen Moment zu kreieren. Er küsst mich auch selten. Richtig küssen eigentlich nur noch während des Sex, was ja selten vorkommt, ansonsten nur mal Küsschen auf die Wange oder so ein Bussi auf den Mund. Ich vermisse wirklich die Leidenschaft.

Ich weiß nicht, was ich tun soll. Denn er sagt, er liebt mich und er plant auch seine Zukunft mit mir. Manchmal habe ich das Gefühl, dass er nur mit mir zusammen ist, weil ich theoretisch "die perfekte Freundin" bin (seine Worte), dass er mich aber nicht wirklich liebt. Ich hoffe, jemand kann mir helfen.

Danke und viele Grüße
 
Mehrere Möglichkeiten sind denkbar:
1) Er steht nicht (mehr) auf dich ist aber aus Bequemlichkeit noch bei dir.
2) Er steht auf einen anderen Typ (Frau/Mann)
3) Er hat eine schwach ausgeprägte Libido und tatsächlich weniger Lust auf Sex (gibt es tatsächlich, nicht jeder Mann erfüllt die Klischees und läuft dauergeil in der Gegend herum)
4) Viel Stress auf der Arbeit mindert seine Libido
5) Das viele reden und die krampfhaften Versuche das Problem zu lösen verursachen Druck= mindert die Libido

Wie war es denn am Anfang eurer Beziehung? Von wem ging meist die Initiative aus?
 
Hey, ich will dir nur sagen, ich war auch schon mit einem Schwulen zusammen, der es auch wusste.

Ich gehe davon aus, dass theoretisch die Möglichkeit gegeben ist, sich in den CHARAKTER eines Menschen zu VERLIEBEN, diesen Menschen um seiner Persönlichkeit willen zu lieben, UNABHÄNGIG vom Geschlecht.
In Zusammenhang damit kann sich sicherlich auch die Konstellation ergeben, dass man nur ein Geschlecht sexuell anziehend findet, der Partner, den man liebt diesem aber nicht angehört.



Außerdem gibt es meiner Meinung nach nicht nur schwarz, weiß und grau - homo, hetero und bi, sondern Abstufungen dazwischen.

So kann ein Mann, der sein Leben lang heterosexuelle Beziehungen hatte, auch eine sehr geringe Neigung zur Homosexualität haben, also kaum oder nur mit extrem wenigen gleichgeschlechtlichen Personen das Bedürfnis zur Auslebung.

Und das natürlich in alle Richtungen (ein homosexueller Mann findet einen geringen Satz Frauen anziehend / homosexuelle Frau zu einem geringen Anteil Männer / heterosexuelle Frau zu einem geringen Anteil Frauen / uvm).
Natürlich gibt es auch 100% genau ausgerichtete Menschen.
Aber ich denke in den meisten herrschen zumindest gelegentlich Gedanken, die nicht ihrer regulären sexuellen Ausrichtung entsprechen, auch wenn sie kein/nur ein geringes Bedürfnis haben diesen Neigungen zu folgen.



Es kann also aus verschiedenen Richtungen sein, dass deine Vermutung zutrifft.
Aber generell würde ich auch das, was meine Vorschreiberin meinte in Betracht ziehen.
Ist vielleicht hilfreicher als wilde Spekulationen, warum wer nun was für welches Geschlecht empfindet.


Wichtig ist für eure Situation doch viel mehr die Frage:
Wie geht ihr in Zukunft mit diesem Zustand um?

Ich würde ein offenes Gespräch mit ihm empfehlen, in dem du ihm konkret von deinen Bedürfnissen und Bemühungen berichtet und fragst, weshalb er darauf nicht anspringt.
Dränge ihn aber nicht zu einer Antwort.
(Gerade hinter schweigender Unlust können auch traumatische, verdrängte Erfahrungen stecken!)
Und frag ihn, welche Lösungsansätze ER für angemessen hält.

Deine Vermutungen würde ich generell mal außen vor lassen. Selbst wenn sie sich bewahrheiten, ändert eine Verifizierung nichts grundlegendes.

Außerdem solltest DU dir überlegen, was für Alternativen eventuell für dich in Frage kommen würden, falls sich an den Gewohnheiten zu eurem gemeinsamen Liebesspiel tatsächlich nichts ändern sollte.
Zwingen kannst du ihn schließlich nicht. 😉
Es braucht wohl nicht gesagt werden, dass das der komplett falsche Ansatz wäre, egal ob nun durch darauf bestehen oder Schuldzuweisungen oder Mitleid.
Es gilt schlicht einen für BEIDE akzeptablen Kompromiss zu finden.

Ist das nicht möglich und du weiterhin unglücklich mit der Situation, wäre vielleicht eine Trennung erwägenswert.
 
Danke für eure Antworten.

Anfangs ging die Initiative eigentlich schon meistens von ihm aus. Wenn wir abends irgendwo im Auto unterwegs waren und an einer roten Ampel gehalten haben, sind wir da schon fast übereinander hergefallen. Mir ist natürlich klar, dass es normal ist, dass das so nicht ewig bleibt, aber ab und zu mal begehrt fühlen möchte ich mich schon. Eigentlich war das schon nach ein paar Monaten, dass es dann irgendwann weniger wurde und er nur noch selten Lust hatte.

Was mir auch noch eingefallen ist, er fasst mich unten herum eigentlich auch nicht mehr an und auch oral nichts, nur ich bei ihm, das will er schon, wenn dann mal was läuft. Auch wenn ich direkt aus der Dusche komme macht er nichts bei mir, also kann es auch nicht an der Hygiene liegen.
Ich verstehe es nicht, denn ich habe mich wirklich nicht gehen lassen, also ich bin nicht "unattraktiver" als am Anfang.

Ich habe ihn auch nicht zu sehr unter Druck gesetzt, ich habe ihn eben einmal darauf angesprochen und dann nichts mehr gesagt. Jetzt weiß ich nicht mehr was ich tun soll, denn zu sehr darüber zu reden, setzt ihn dann ja eben unter Druck und würde, denke ich, nur dazu führen, dass er noch weniger Lust hat. Wenn ich aber nichts sage oder mache, ändert sich aber auch nichts.

Was den Stress auf der Arbeit angeht, im Moment könnte er tatsächlich gestresst sein, allerdings war das auch schon vorher so, als er definitiv wenig Stress und viel Zeit hatte.

Ich liebe ihn wirklich sehr und möchte die Beziehung eigentlich nicht beenden. Aber die Situation im Moment ist wirklich frustrierend, denn ich fühle mich abgelehnt und unattraktiv, wenn er mich in körperlicher Hinsicht nicht mal beachtet, egal was ich mache.
 
Hallo, ich bis nochmal (mit den vielen hetero/homo/bi Theorien). Ich nenn mich mal Gast A um Verwechslungen zu vermeiden. 😉

Ich würde ehrlich mal mit ihm reden.
Aber kein Forderndes Gespräch, dass du willst und er sollte, weil...
(Auch wenn diese Gefühle natürlich verständlich und berechtigt sind, aber wie du selbst schon erfahren hast kontraproduktiv.)

Sondern einfach wie wenn es um ein normales Problem geht.
So nach dem Motto: "Schatz, mir fällt jetzt schon seit einiger Zeit auf, dass du hinkst. Hast du Schmerzen? Zeig mal, wo es wehtut."
Einfach mal auf verständnisvoll und tröstend machen.

Manche (!nicht alle!) Männer haben Probleme zuzugeben, wenn etwas nicht stimmt, manchmal können sie es sich auch selbst nicht eingestehen.
Gerade wenn es um ihren Piephahn und Sexualität, also ihre "objektifizierte Männlichkeit" (mit einem 😉 zu nehmen) geht.
Viele haben (leider?) durch unsere Gesellschaft einfach drinnen, daran gemessen zu werden und auch daran, wie viel sie schweigend ertragen können.

Da ist es hilfreich, einfach einfühlsam und vorsichtig an den kleinen Jungen in ihm zu appellieren und zu trösten/verständnisvoll zu sein.
Oder mit Intuition und etwas Raffinesse die Barriere zu verdrängten Problemen zu lockern.
Nicht zu weit, sonst kommt er sich vielleicht schwach vor, aber so, dass er zum denken kommt und sieht, dass er da mit dir reden kann.


Ich weiß nicht, ob dein Freund dieser Typ Mann ist, aber ich wage mich mal zu sagen, dass fast ausnahmslos alle Männer durch das Denken unserer Gesellschaft zumindest eine leichte, vielleicht auch unterbewusste Prägung in diese Richtung haben.
Ist ja an sich nichts schlimmes, wenn einer den Helden spielt, gibt sogar Frauen, die das tun.
Aber manchmal führt dieses "stark sein" auch zu Komplikationen, wie inneren Konflikten.


Vielleicht hat er wirklich viel Stress oder andere Probleme, die auf die Psyche schlagen.
Auch hier kann so ein Vorgehen Blockaden lösen.

Nicht ausschließbar wären auch körperliche Ursachen, Hormone etwa, (auch Männer können unter Schwankung der Sexualhormone leiden und dadurch unter geschwächter Libido!), Schilddrüse ist auch denkbar, da eine Störung dieser ggf zu Erschöpfung führen kann.


Und zu dem schwulen Paar auch mal: Wenn er süß ist, dann kann das auch einfach ein Anmachversuch gewesen sein. 😉


Ausschließen würde ich erst mal nichts, trotzdem solltest du seine Orientierung erst mal nicht in Frage stellen.
Gar nichts tun wird aber auch nicht viel helfen, deshalb meine ich, ein Gespräch wäre gut.

Forsche und ermittle aber nicht zu viel.
Versuch lieber ihn anzuregen, sich von selbst zu öffnen.
Wenn das nicht hilft, schreib nochmal, dann kann man mit den Reaktionen und Aussagen vielleicht noch etwas mehr anfangen.


Vielleicht hat auch noch jemand anders Ideen, wie man an die Sache rangehen kann. 🙂

LG!
 

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