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Ist mein Berufsleben verflucht?

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Gast

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Erstmal einen schönen Samstag an euch alle.

Würde mir gerne etwas von der Seele schreiben. Ob mir jemand helfen kann, weiß ich nicht. Es fing eigentlich alles damit an, dass ich nach meiner Ausbildung zur Bürokauffrau von meinem Betrieb nur 6 Monate übernommen werde konnte und ich danach 4 Monate arbeitslos war, bis ich wieder eine neue Stelle bekam. Obwohl ich mich schon ständig auch schon während Ende der Ausbildung beworben hatte. Erst nach einem Bewerbungstraining hatte ich Erfolg.

Die neue Stelle hatte ich dann knapp ein Jahr. Es hätten noch zwei Wochen gefehlt. Es war in einem Handwerksbetrieb, in einem kleinen Familienunternehmen. Irgendwann ging es der Firma so schlecht, weil keine Aufträge mehr rein kamen, dass mir ohne Vorwarnung in meinem Urlaub gekündigt wurde, weil ich die letzte war, die in den Betrieb eingestiegen ist.

Danach war ich wieder einige Monate arbeitslos. Das war die schlimmste Zeit meines Lebens. Hätte ich meinen Freund und seine Eltern nicht gehabt, ich hätte nicht gewusst, wie es weitergehen sollte. Ich hatte monatelang nur noch Herzrasen und Panikattacken, sodass ich es kaum noch aushalten konnte. Es mag Menschen geben, denen es gleichgültig ist, wenn sie arbeitslos werden, aber mir geht das total nah, denn ich will arbeiten.

Irgendwann bekam ich wieder eine Stelle. Dort hat es mir auch sehr gut gefallen, das Problem war allerdings, wir waren die ganze Zeit überbesetzt. Ich wurde für eine 100% Stelle bezahlt, obwohl meine Kollegin, die schon seit einer Weile dort gearbeitet hatte und ich nur 50% Prozent gearbeitet hattet. Sprich, man hätte gar keine zweite Arbeitskraft gebraucht. Nach vier Monaten musste ich dann auch gehen. Ich war natürlich sehr traurig, aber jetzt im Nachhinein bin ich fast froh darüber, da ich mit dieser Stelle total unterfordert war.


Zum Glück bekam ich nahtlos eine neue Stelle, in der ich auch jetzt noch bin, mit Betonung auf noch. Bei der neuen Firma bin ich über eine Zeitarbeitsfirma angestellt. Es ist auch wieder ein kleines Familienunternehmen. Eigentlich wurde ich nur eingestellt, weil zwei von drei Kolleginnen ausgefallen waren und meine Kollegin, mit der ich die ersten 2 Monate alleine war das alles nie allein geschafft hätte. Ende des Jahres kurz vor Weihnachten kamen die beiden anderen Kolleginnen wieder zurück. An der Weihnachtsfeier fragte ich meinen Chef, wie es denn nach den Betriebsferien weiter gehen würde und er sagte, es geht schon weiter. Danach war ich erstmal beruhigt. Ursprünglich wollte die Firma eigentlich einen Auszubildenden, aber als dann zwei mal abgesagt wurde, mussten sie schnell Ersatz suchen und zufällig hatte ich mich Ende Oktober letzten Jahres sofort beworben, nach dem die Stelle veröffentlich wurde. Ich dachte da auch an Schicksal, obwohl das sonst nicht der Fall war, weil die Firma zufälligerweise nur gerade mal 3 Km von der Wohnung meines Freundes und mir entfernt ist, in die wir zusammengezogen sind. Dachte mir, besser kann es ja gar nicht sein.

Jetzt ist es aber so, dass ich ständig Angst habe, jede Stelle wieder zu verlieren, egal wo ich bin. Ich hab seit Jahren Schlafstörungen und wahrscheinlich auch noch eine Reizblase bekommen zusätzlich zu meinem Reizmagen, da ich jede Nacht mehrmals auf die Toilette gehen muss. Ich werde sogar aus dem Tiefschlaf rausgerissen. Bisher konnte aber kein Arzt was finden. Ein Heilpraktiker meinte sogar, mit meiner Blase wäre alles in Ordnung. Die ständigen Schlafstörungen haben mittlerweile dazu geführt, dass ich mich nur noch schlecht konzentrieren kann und total vergesslich geworden bin, was mich sehr belastet. Dadurch sind mir am Anfang ständig Leichtsinnsfehler passiert, auch wenn ich mir ganz sicher war, dass alles richtig ist. Mittlerweile schau ich mir alles mehrmals an, bevor ich es meinem Chef vorlege. Teilweise passieren auch Fehler, weil ich Sachen einfach nicht wissen kann. Keiner dieser Fehler ist jedoch tragisch, weil man alles wieder richten kann und es bedeutet auch nie zusätzlich Arbeit für Kolleginnen. Ansonsten denke ich aber, dass es ganz gut in der Firma läuft. Zumindest schaffe ich alles, was mir aufgetragen wird und ich entlaste meine Kolleginnen komplett mit dem Telefon, obwohl ich eigentlich die wichtigste Aufgabe habe, was mir aber auch Spaß macht. Ich würde das nicht mehr hergeben wollen.

Meine Kolleginnen und meine beiden Chefs, zwei Brüder, sind auch total nett und freundlich. Es sind die ersten Chefs, die sich wirklich für einen interessieren und mit denen man sich richtig unterhalten kann. Der eine Chef, der für das Büro zuständig ist, ist auch total geduldig. Was mir aber irgendwann aufgefallen ist, was aber vielleicht immer so ist, wenn man ihnen etwas zur Kontrolle vorlegt, schauen sie es nicht wirklich an. Seit mir das aufgefallen ist, schau ich lieber nochmal mehrmals drüber oder zeig es meiner einer Kollegin, die meine Vorgesetzte ist, weil sie es sich immer ganz genau ansieht.

Wenn ich irgend einen Fehler gemacht habe, dann schreib ich mir das auf einen gelben Klebezettel und häng es mir an meinen Bildschirm und dann passiert mir das kein zweites Mal mehr, weil es sich dann einprägt.

Im Mai wäre meine Probezeit vorbei und vor zwei Wochen sprach ich meinen Chef darauf an, wie es denn weitergehen würde. Er sagte, wir könnten da in zwei Wochen nochmal drüber srechen, da er sich erst mal mit seinem Bruder unterhalten müsste. Ich unterhielt mich deswegen auch mit meinen drei Kolleginnen und sagte, dass bedeutet doch sicherlich, dass ich gehen muss oder? Daraufhin sagten sie, das hätte gar nichts zu bedeuten. Meine eine Kollegin, die dort die Ausbildung gemacht und Anfang letzten Jahres ausgelernt hatte, sagte, sie wusste auch lange nicht, ob sie übernommen wird, weil es daran liegt, dass die zwei Chefs manchmal einfach keine Lust haben, Entscheidungen zu treffen.

Jetzt kann ich seit zwei Wochen noch schlechter schlafen. Gestern passierte mir wieder seit langem ein Leichtsinnsehler bei etwas, was ich meinem Chef vorgelegt hatte. Ich hatte eine Auftragsbestätigung geschrieben und zwar den richtigen Preis genommen aber die falsche Einheit. Da ich es aber meinem Chef zur Kontrolle zeigte und es nie falsch zum Kunden rausgegangen wäre, wäre auch nie was passiert. Sonst müsste man es auch nicht vorzeigen. Mein Chef war aber trotzdem sauer, was er sonst nie ist. Ich vermute, dass er gestern einen schlechten Tag hatte. Er sagte, wenn das so rausgegangen wäre, wären locker 1000 Euro kaputt gegangen. Wobei das überhaupt gar nicht gestimmt hätte, es wären nicht mal 200 Euro gewesen, aber es ist ja jeder Euro zuviel. Nur 1000 Euro wären der Hammer gewesen. Es wäre aber so nie raus gegangen, weil ich es ja zur Kontrolle hingelegt hatte. Danach ging es mir total schlecht, ich hätte wirklich heulen können und konnte nich mal was essen zur Mittagspause. War währenddessen auch ganz allein im Büro.

Nach der Pause kam mein Chef wieder und war auf einmal wieder total freundlich und gutgelaunt wie sonst. Er kam dann zu mir und sagte, wir wollten doch miteinander sprechen, das machen wir dann am Montag. Ich fragte ihn, in welche Tendenz es gehen würde und er sagte, das könne er mir noch gar nicht sagen, da er immer noch nicht mit seinem Bruder gesprochen hatte. Die hatten zwei Wochen Zeit und haben es wieder bis auf den letzten Drücker rausgeschoben. Was für die ja normal sei, so wie meine Kolleginnen sagten.

Ich sprach auch mit meiner einen Kollegin drüber, die die Ausbildung dort gemacht hatte. Sie sagte, sie wäre total aufgeregt und gespannt, was dabei raus kommt. Als ich sie fragte, ob sie und die anderen wollen würde, dass ich dableibe, sagte sie, natürlich wollen wir das, was denkst du denn. Wobei es wahrscheinlich eher daran liegt, dass sie die Arbeit nicht mehr schaffen, wenn ich weg bin, als an meiner Person -.-. Wobei ich ja trotzdem sehr gut mit allen drei auskomme.

Wenn ich eine Firma hättet, wie würdet ihr euch entscheiden? Würdet ihr, wie ursprünglich geplant, einen Azubi einstellen, weil der um ein vielfaches billiger ist, obwohl ein Mitarbeiter seit fast einem halben Jahr in der Firma ist und man dem Azubi von Grundauf alles beibringen müsste im Gegensatz zu einer ausgelernten Kraft, wobei ja noch dazukommen würde, dass er durch die Berufsschulpflicht regelmäßig im Betrieb ausfallen würde.

Als ich meine Kollegin fragte, ob die Chefs vielleicht jemand neues einstellen wollen, vllt einen Azubi, fragte ich sie, was das bringen würde und sie sagte, das würde natürlich überhaupt gar nichts bringen, aber sie weiß nicht, wie die beiden ticken. Wobei man auch sagen muss, dass jeder am Anfang Fehler macht und keiner perfekt ist. Meine Kolleginnen machen sogar heute noch Fehler, sogar meine Chefs machen Fehler aber die dürfen das ja. Zu meinem Fehler von gestern sagte meine Kollegin, dass ihr das heute auch noch ab und zu passiert.

Jetzt kann ich es jedenfalls gar nicht bis Montag abwarten. Als ich mein Chef mir das sagte, sagte ich zu ihm, dass ich in der letzten Zeit sooo schlecht schlafen kann, woraufhin er meinte, dass er sich das vorstellen könnte und das es ihm auch sehr leid täte. Wobei ich noch schlechter werde schlafen können, wenn die Antwort am Montag nein lautet.

Ich habe keine Kraft mehr, ständig die Stelle wechseln zu müssen und Angst zu haben, sie wieder zu verlieren. Meine Kolleginnen und mein Freund sagte, dass es bei mir gar nicht so schlimm wäre und es viele andere viel schlimmer treffen würde, weil ich bisher immer etwas bekommen hätte aber mich belastet es trotzdem. Wenn ich arbeitslos bin, wie soll ich dann die Miete bezahlen? Ich will nicht von meinem Freund abhängig sein.

Wovor ich natürlich auch Angst habe, ist davor, dass ich anfange zu weinen, wenn die Antwort am Montag nein lautet. Es ist nämlich so, dass ich auf jeden Fall bis März Mitte März oder so noch dort bin, weil grad wieder eine der Kolleginnen fehlt und eigentlich wird eine vierte Person gebraucht. Ich hoffe so, dass sie sich richtig entscheiden.

Der Text wurde jetzt doch etwas länger und ich danke allen, die bis hier hin durchgehalten haben, fürs lesen.
 
Also, für mich klingt die Firma, wo du jetzt bist, sehr nett. Alle haben Verständnis und bis jetzt hat ja auch noch gar keiner gesagt, dass du gehen sollst. Ich würde darüber auch vorher gar nicht so viel sprechen, nicht dass du da noch schlafende Hunde weckst, denn eigentlich läuft es doch erst mal gar nicht schlecht.

Wegen so einem Flüchtigkeitsfehler wie der Auftragsbestätigung wirst du sicher nicht gekündigt, denn das wird einem Azubi erst recht passieren und niemand ist perfekt.

Die Entscheidung können wir deinem Chef jedoch nicht abnehmen, da wirst du wohl warten müssen, was er dazu sagt.

Deine Angst ist verständlich, aber siehe es doch auch mal anders herum. Du hast es bis jetzt jedes Mal wieder geschafft, eine neue Arbeitstelle zu finden, wow! Darüber wären viele, glaube ich, sehr glücklich und offensichtlich kommst du ja gut an bei den AG, denn es liegt ja nicht an dir, dass du wieder gehen musst, sondern daran, dass du eben die kürzeste Betriebszugehörigkeit hattest.

Vielleicht solltest du aber trotzdem, falls du wirklich gehen musst, dir deinen nächsten Arbeitgeber und seine Situation etwas sorgfältiger anschauen, damit du nicht aus Verlegenheit oder als Vertretung eingestellt wirst.

Ich drücke dir fest die Daumen für das Gespräch, halt uns mal auf dem Laufenden!
 
Leider ist jetzt doch das eingetroffen, vor dem ich so große Angst hatte. Am Freitag war mein letzter Arbeitstag. Der Grund war aber wirklich nicht der Fehler, sondern mal wieder eine zu geringe Auftragslage. Das hat dazu geführt, dass in der Produktion Aufträge vorproduziert werden muss, damit die Mitarbeiter dort beschäftigt sind. Bei uns im Büro merkt man davon eigentlich nichts. Trotzdem haben meine Chefs gesagt, dass es für sie dann ja auch mit Kosten verbunden ist und sie auch nicht wollen, dass ich mich langweile. Ich war auch über eine Zeitarbeitsfirma beschäftigt. Erst hieß es, sie versuchen, etwas für mich zu finden, drei Tage später erhielt ich allerdings eine Mail, dass eine Kündigung an mich raus ging. Jetzt kann ich bis zum 15. Überstunden abbauen.

So langsam weiß ich echt nicht mehr weiter. Mir hat es so gut gefallen in dieser Firma und ich bin richtig traurig, dass ich wieder gehn musste. Ich war so gut eingelernt und jetzt muss ich mich schon wieder auf was Neues einstellen. Das Schlimmste ist, ich schäme mich auch total meinem Freund und seinen Eltern gegenüber. Ich bin die erste Freundin ihres Sohnes und dann bekommt er "sowas". Bisher stehen zum Glück noch alle zu mir und helfen mir, aber ich weiß nicht, was passiert, wenn das noch öfter vorkommt. Ich steh jetzt permanent unter Druck, meinen nächste Stelle unbedingt behalten zu müssen. Nach meiner Ausbildung wäre das jetzt der vierte Betrieb, in dem ich arbeiten müsste. Ich kann von Glück sagen, dass ich zwischen dem zweiten und dritten nach meinem Ausbildungsbetrieb nicht Arbeitslos war, aber die Familie meines Freundes weiß es ja trotzdem. Ein Trost ist nur, dass man es im Lebendslauf nicht sehen kann. Nach der jetzigen Stelle kann ich zum Glück in die Bewerbung schreiben, dass ich Krankheitsvertretung war. Es ist ja wohl immer noch besser, sowas zu machen, als arbeitslos zuhause zu sitzen. Das ist zumindest meine Meinung.

Ein Problem ist auch, ich habe sooooo Angst vor einer neuen Stelle. Mir fehlt es leider etwas an Selbstbewusstsein und ich fürchte mich total vor Mobbing, oder mich mit neuen Kollegen nicht zu verstehen. Zum Glück kam ich bisher immer in Unternehmen, wo ich mich immer gut mit Kolleginnen verstand, aber ich bin leider ein Mensch, der abgelehnt wird, wenn man ihn nicht richtig kennenlernen will. Ich versuche aber selber auch immer mein Bestes. Ich habe schon manchmal gefragt, woran es liegt, dass ich von allen ignoriert und links liegen gelassen und keiner mit mir sprechen möchte und mir wurde gesagt, dass ich das irgendwie ausstrahlen würde, obwohl es das letzte ist, was ich möchte. Meine Mutter meinte einmal, ich hätte wie eine Art Schutzschild um mich herum aufgebaut. Ich wurde auch schon als kleines Kind von anderen Menschen abgelehnt, was ich auch wohl gemerkt haben musste, obwohl ich damals ein ganz normales und fröhliches Kind war. Ich war nur total ruhig, still und schüchtern. Meine Mutter hatte mir mal erzählt, dass ihr öfter wortwörtlich gesagt wurde, ich sei ein total hässliches Baby, was ihr immer sehr weh getan hat. ich glaube aber nicht, weil ich vielleicht ein hässliches Gesicht gehabt hätte, sondern weil ich Körperlich unterentwickelt war. Es ist jetzt auch nicht so, dass ich böse Gesichter mache oder so, ich versuche immer zu lächeln. Mir selber fällt es leider sehr schwer, auf Leute zuzugehen. In meinem letzten Job war es das erste Mal, dass ich mich aktiv an Gesprächen beteiligen konnte und das ich auch immer mit einbezogen wurde.


Hinzu kommt jetzt auch noch die Krankheit meiner Mutter, die sie seit ein paar Jahren hat und die jetzt so weit vorangeschritten ist, dass es dem Ende zu geht. Das belastet natürlich auch. Zumal mein Vater jetzt auch noch Depressionen bekommen hat. Ich selber bin auch mehr oder weniger für zwei Haushalte zuständig, weil mein Vater das nicht schafft, bzw keine Lust dazu hat. Alle zwei Wochen mindestens muss ich zu meinem Vater nach Hause, um seine und die Wäsche meiner Mutter zu machen. Also bügeln und zusammenlegen und sowas. Und was man halt sonst noch so im Haushalt machen kann. Da verlangt mein Vater aber meistens nicht viel. Jedes Mal, wenn ich bei ihm zu Besuch bin, ist der ganze Boden auch immer voll mit Hundehaaren. Bei uns zuhause muss ich mich natürlich um meine Wäsche und die von meinem Freund kümmern und geputzt werden muss natürlich auch. Das ist ja ansich auch ganz normal und nichts schlimmes, aber leider habe ich absolut keinen Ausgleich am WE, außer vielleicht mal spazieren zu gehen. Somit kann ich eigentlich nie abschalten.

Naja, jetzt hoffe ich mal, wieder Glück zu haben und wieder nahtlos eine Stelle zu bekommen. Morgen darf ich mich wieder bei einer Zeitarbeitsfirma vorstellen. Ich wollte das eigentlich nicht mehr, aber ich muss nehmen was ich bekomm. Ganz schlimm für mich ist auch, dass ich mich sooooo sehr auf einen gemeinsamen Urlaub mit meinem Freund gefreut habe, aber ich das jetzt voll vergessen kann, weil ich ja wieder in die Probezeit komme. Hätte ich jedes Jahr Urlaub machen können, würde ich ja nichts sagen, aber ich hatte vor einem Jahr das erste Mal seit Jahren einen Urlaub, bei dem ich mich wirklich erholen konnte und es war das erste mal seit fast 20 Jahren, dass ich ans Meer geflogen bin. Die ganzen Jahre davor konnte ich erstens nicht, weil mir das Geld gefehlt hat oder ich wegen meiner Ausbildung nicht konnte und weil ich meine Urlaube dazu opfern musste, meinen Eltern zu helfen. Sollte ich in meiner nächsten Stelle wieder innerhalb der Probezeit gehen müssen, wird es grad immer so weiter gehen.

Irgendwann möchte ich auch gerne ein Kind haben, aber scheinbar versucht eine höhere Macht, das zu verhindern -.-. Mein Freund würde das finanziell zwar alleine schaffen, aber man möchte doch auch was dazu beitragen und nicht abhängig sein. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich erst meinen Frieden haben werde, wenn ich mit einem Baby daheim bleiben kann aber der Wunsch wird mir in den nächsten Jahren nicht erfüllt werden und da bin ich dann schon Anfang 30.
 
Mach dich nicht verrückt wegen der Arbeit. Ich kann zwar nachvollziehen, dass das mit der Arbeit schlecht läuft, aber du solltest anfangen selbst Kontrolle zu üben, lass dich mal von einem beraten und deine Bewerbungsunterlagen checken. Dann fang an außerhalb der Zeitarbeit dich zu bewerben auf eine feste Stelle. Immer weiter bewerben, bis du was vernüpftiges bekommst. Glaub mir anderen gehts wie dir, man muss ständig versuchen vorwärts zu kommen.
Ein Hörbuch-Tipp: Sorge dich nicht, lebe! von Dale Carnegie 😉
 
Naja, leider mache ich mich aber verrückt wegen der Arbeit. Ich bin auch schon knapp davor, Depressionen zu bekommen. Den ganzen Tag kann ich an nichts anderes denken und schlafen kann ich in der Nacht jetzt noch schlechter, als es eh schon der Fall war. Der Druck, die nächste Stelle unbedingt behalten zu müssen, wird auch immer größer, da ich ganz große Angst habe, dass mein Freund mich dann doch verlässt, obwohl er mir versprach, mich niemals zu verlassen. Man weiß aber nie, wie ein Mensch sich dann entscheidet. Da wir zusammen wohnen, kann ich nicht warten, bis ich eine Stelle ohne Zeitarbeit bekomme. Ich muss ja schließlich auch meinen Teil der Miete beisteuern und ALG 1 ist so wenig, dass mein Konto immer weiter schrumpfen wird. Ich hatte das Glück, dass bisher nur die letzte über eine Zeitarbeitsfirma war und da hatte ich so viel verdient wie noch nie. Man glaubt es kaum. Im Moment sind aber 90% der Stellen über Zeitarbeit und nur der Rest direkt. Ich verstehe es nicht, warum die Firmen niemanden mehr direkt einstellen können. Nur, weil sie dann die Einstellungsformalitäten nicht haben??? Oder weil man einen Mitarbeiter angeblich schneller wieder los wird??? Was übrigens gar nicht wahr ist.

Ich wünsch mir wenigstens nur einen einzigen Tag, an dem ich mal keine Sorgen habe. Meine Mutter wird ja auch in absehbarer Zeit sterben. Das sind alles Probleme, um die sich mein Freund überhaupt nicht kümmern muss. Er hat eine feste Stelle, bei der er super verdient und er hat gesunde Eltern und sogar noch eine gesunde Großmutter.

Meine Schwester hat es auch viel besser als ich. Obwohl sie nur ein Jahr älter ist als ich, arbeitet sie bereits seit 6 Jahren in Ihrem Beruf und ist jetzt gerade in Elternzeit. Danach wird sie wohl auch wieder in ihrer Firma arbeiten können. Und das alles, obwohl obwohl ich in der Schule nie sitzen geblieben bin, was man ja meinen könnte. Nur, weil ihre Ausbildung im Gegensatz zu meiner nur 2 Jahre betrug und ich durch den Abbruch meiner ersten Ausbildung ein ganzes Jahr verloren hatte.

Das Schlimme ist, dass ich mir auch schon seit langem sehnlichst ein Kind wünsche, mir der Wunsch wegen meiner beruflichen Situation und dadurch, dass mein Freund mit Kindern noch warten möchte, da ich seine erste Freundin bin, nicht erfüllt wird. Vom Finanziellen her wird es später aber so sein, dass mein Freund alleine für uns sorgen kann und ich erst mal nicht mehr arbeiten gehen muss. Was ich aber später natürlich wieder machen werde. Irgendwie haben auch alle um mich herum schon ein Kind und sind verheiratet. Ich habe das Gefühl, es zu gar nichts gebracht zu haben.

Was mich auch belastet, die Mutter meines Freundes verbringt Stunden vor dem PC, um nach Stellen für mich zu suchen. Was ich auch wahnsinnig nett von ihr finde, aber ich möchte nicht, dass sie sich für mich so verausgabt. Sie hat ja noch ihr eigenes Leben. Leider ist sie aber eine Person, die meint alles in die Hand nehmen zu müssen. So hat sie es für meinen Freund und seine Schwester gemacht und jetzt denkt sie, dass sie es auch für mich so machen muss. Ich weiß aber nicht, ob es ihr hierbei um mich geht oder ob sie eher Angst hat, ihr Sohn könnte finanziell für mich aufkommen müssen und deswegen versucht sie, so schnell wie möglich für mich eine neue Stelle zu finden. Wenn das so ist, dann sollte ich ihr vielleicht mal sagen, dass in den letzten Monaten die häufigsten Einkäufe an Lebensmitteln von meinem Geld getätigt wurden, obwohl mein Freund das Dreifache verdient, ich aber die Einzige bin, die dran denkt, dass Lebensmittel benötigt werden und alles, was ich kaufe, verwendet mein Freund natürlich auch mit, so wie umgekehrt. Ich mag es eigentlich auch nicht, wenn man über mich bestimmt. Meine Eltern haben das auch gemacht, als ich noch zuhause gewohnt habe, aber jetzt lassen sie mich in Ruhe. Die Mutter meines Freundes ruft dann oft noch um 21 Uhr oder später an und gibt mir ein Stellenangebot durch, auf das ich mich dann sofort bewerben soll. So wie gestern. Zum Glück hatte ich diese Stelle aber selber gefunden und mich darauf beworben. Irgendwann habe ich Abends auch mal ein Recht, abzuschalten und ich möchte selber entscheiden, wann ich meine Bewerbungen schreibe und das möchte ich eben nicht mehr am späten Abend machen, sondern schon tagsüber. Abgesehen davon, dass ich auch alt genug bin, um selber nach Stellenanzeigen zu suchen, was ich auch jeden Tag mache.

Wisst ihr aber, was ganz schlimm ist? Das sollte ich eigentlich gar nicht sagen. Ich hab so große Angst, meinen Freund zu verlieren, weil ich ohne ihn wirklich nicht mehr leben möchte. Ich hatte bisher nur Pech mit Männern und ich weiß, dass ich keinen Partner mehr finden werde, der meinem Freund das Wasser reichen kann und das ist wirklich nicht übertrieben. Ich will auch nie wieder einen anderen. Ihn zu verlieren, könnte ich nicht verkraften.
 

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