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Ist man mit 47 schon zu alt für Arbeit?

  • Starter*in Starter*in Nonhalema
  • Datum Start Datum Start
N

Nonhalema

Gast
Moin,
ich bin gelernte Rechtsanwaltsgehilfin und habe in so mancher Branche Erfahrungen sammeln können. Ich fülle sehr gerne und schnell Aktenordner mit irgendwelchen schriftlichen Gutachten, Prüfungsberichten etc. Das macht mir einen riesen großen Spaß. Nicht nur, weil es so viele Fachgebiete gibt, nein, man lernt unweigerlich immer und ständig dazu, super. Leider stirbt dieser Beruf der Phonotypistin immer mehr aus und die Jobs sind wirklich sehr dünn besiedelt. Ich bin nun seit einem Jahr arbeitslos und mir fällt täglich die Decke auf den Kopf. Hier im Landkreis Stade herrscht bezüglich Arbeit auch absolut tote Hose, leider. Aus diesem Frust heraus habe ich heute einen satten Brief an die Arbeitsagentur nach Nürnberg geschickt. Da ich ein Mensch bin, der in der deutschen Sprache spricht und schreibt, fiel der Brief entsprechend saftig aus. Hauptgrund des Briefes war der, daß die Agentur für Arbeit uns Arbeitslose wie abgelegte Akten behandelt, welche man von links nach rechts und zurück schiebt. Nächster Grund war der, daß sich die Arbeitgeber alles herausnehmen können und die Agentur für Arbeit lediglich zuschaut. Folgendes Ding ist mir passiert: Ich hatte bei einer Zeitarbeitsfirma für einen Vollzeitjob einen Arbeitsvertrag unterschrieben. Ich sollte bei einem Rechtsanwalt erstmal für 3 Wochen als Datentypistin fungieren. Oh Freude, endlich wieder Arbeit. Fehl gedacht, denn das dicke Ende kommt erst. Morgens um 8 Uhr war für mich die Welt noch in Ordnung, mittags um 12 Uhr nicht mehr, da der Rechtsanwältin dann doch schon eingefallen ist, daß sie lediglich jemanden braucht, der von jetzt auf sofort abrufbar ist und dann auch nur für ein paar Stunden ihre Dreizeiler herunterdattelt. Tolle Rechtsanwältin, diese werde ich garantiert nicht weiterempfehlen. Vielen herzlichen Dank habe ich gedacht, dafür bist du nun morgens um 5 Uhr aufgestanden, hast 2 Stunden im Auto bzw. auf der Bahn gesessen und darfst jetzt wieder nach Hause eiern.
Selbst andere Zeitarbeitsfirmen haben es nicht nötig sich zu melden und mal ein Feedback abzugeben. Auch Angebote als Praktikantin zu arbeiten wurden entweder gar nicht beantwortet oder schlichtweg abgelehnt. Branchenfremde Firmen ziehen logischerweise sogenannte Fachverkäufer vor, als unsereins.
Ich bin nur froh, daß ich einen PC zu Hause habe und noch so Einiges habe, was mich aufrecht erhält, wie z. B. meine Patenwölfin Nisha aus dem Yellowstonepark in Alaska. Ich bin jetzt nur mal gespannt, wie die Herrschaften in Nürnberg reagieren, wenn sie reagieren.

Bis dann grüßt
Nonhalema
 
Hi Nonhalema,

die reagieren bestimmt nicht! Die Arbeitsamtleute sind dermaßen überfordert, daß sie einfach nicht anders können.

Gibt es für Dich nicht die Möglichkeit, Deine Dienste auf Selbstständiger Basis anzubieten? Viele Kanzleien benötigen vielleicht Hilfe, scheuen sich aber jemanden einzustellen. Das heißt dann allerdings viel durch die Gegend fahren, aber Du hättest ne Chance.

Gerhard

PS: Grüß Deine Patenwölfin schön von mir
 
Hallo Gerhard,
vielen Dank für die Grüße an Nisha. Ich bin sehr froh, daß sie nach langer Zeit wieder aufgetaucht ist und zusammen mit einem anderen Wolf vielleicht ein eigenes Rudel gründen will. Hoffentlich bleibt sie nun innerhalb des Parkes, denn dort ist sie vor den Jägern und Flugzeugen geschützt.

Mit dem Aufmachen eines eigenen Büros ist das so eine Sache. Leider hat hier in unmittelbarer Nachbarschaft bereits jemand ein Buchhaltungs- und Schreibbüro aufgemacht, Eingänge rückläufig.

Liebe Grüße
Nonhalema
 
Hi,

nun, dass bei der Konkurrenz die Aufträge rückläufig sind, muß nicht bedeuten, dass kein Mark da ist. Eventuell machen die nicht die richtige Werbung oder liefern miese Arbeit?

Probiers doch einfach mal nebenher. Gewerbe anmelden, Steuerberater suchen (ganz wichtig) und loslegen.

Und dann nicht mit Zeitungsanzeigen werben, das kostet viel zu viel, sondern einfach mal alle potentiellen Kunden in Deiner Nähe direkt anschreiben. Einfach pro Woche 10 Briefe rausschicken, mit personalisierter Anrede und richtiger Briefmarke drauf, damit es nicht nach Massenwerbung aussieht. Das kostet Dich pro Woche 5,50 Euro Porto plus ein paar Euros für Briefumschläge und Papier.

Und Du musst Dir natürlich vorher überlegen, welche Leistungen Du anbietest und zu welchem Preis.

Gerhard
 
Hallo Gerhard,
vielen Dank für deine Anregungen. Ich werde mir das noch mal durch den Kopf gehen lassen.
Übrigens, die Bundesagentur für Arbeit hat sich tatsächlich gemeldet. Jetzt bin ich mal gespannt, von wem ich nun eingeladen werde und ob dann vielleicht doch mal etwas passiert. Vielleicht muß unsereins doch nach gewisser Zeit, wenn einfach nichts passiert, in die höhere Instanz gehen, um bei der Agentur für Arbeit etwas zu erreichen.

Liebe Grüße
Nonhalema
 

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