Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Initativ-Bewerbung nach Arbeitslosigkeit und ohne Berufserfahrung

mdz

Mitglied
Hallo zusammen.

Es geht diesmal um meinen Bruder 22 Jahre, seit Mitte 2009 hat er eine abgeschlossene handwerkliche Ausbildung.
Er hat leider wegen jungendlichem Leichtsinn seinen Führerschein verloren und hat ihn erst seit März wieder.
Dass er keinen Führerschein hat, hat ihn auf der Arbeitssuche sehr behindert, sodass er noch nichts gemacht hat außer einen Aushilfsjob.

Nun möchte er sich wieder bewerben, denn er möchte gerne wieder in dem erlernten Beruf arbeiten.
Nun arbeitet er seit heute als Produktionshelfer bei einer Zeitarbeitsfirma.
Doch wer macht eine Ausbildung um danach 7,..€ brutto zu verdienen? Er hat selbst Schuld mit dem Führerschein, das ist klar, aber jetzt muss es ja gehen.

Bei einem Unternehmen kann er eine Bewerbung abgeben, aber momentan suchen sie nichts, aber das kann ja noch kommen. Daher möchte er eine Initiativ-Bewerbung schreiben. Ich kann ihm da auch nicht sooo helfen, ich hasse Bewerbungen schreiben aber wir haben mal was geschrieben.

Vorerst einige Fragen:
1. Einleitung: Immer danken für das nette Gespräch?! Oder wie leitet man sonst ein?

2. Wie beschreibt man die am Besten die Lücke von Ende der Ausbilung bis jetzt?
Das ist ja auch über ein Jahr. Hört sich auch blöd an, wenn man schreibt, dass der fehlende Führerschein einen an einer Arbeitsaufnahme gehindert hat.

3. Hauptteil: Man möchte Fertigkeiten udn kenntnisse erweitern...bla bla...
Tolles Unternehmen, da viele Dienstleitungen. Davon kann man profitieren.
Doch warum sollte der Arbeitgeber ihm ne Chance geben? Was hat er davon?
Er kann ja auch einen Azubi übernehmen.

4. Er möchte unbedingt Erfahrungen sammeln, notfalls auch im Praktikum. Doch wie soll man das formulieren?

5. Er möchte am Liebsten von heute auf morgn wechseln. Er ist in der Probezeit. Was sagt man denn zum möglichen Eintrittstermin?
Unter Einnhaltung der 2-wöchigen Kündigungsfrist wäre ein Eintritt in Ihr Unternehmen möglich?

Ich hoffe ihr könnt uns weiterhelfen!

LG
mdz
 
Zunächst mal vorweg:
Initiativbewerbungen (so nach dem Motto "ich schreib da mal hin, mal sehen was kommt") würde ich nicht machen. Da sind die Erfolgschancen zu gering und der Aufwand dafür (Porto, Passbildkosten und so) einfach zu hoch.

Statt dessen würde ich hier erst einmal ein paar Firmen heraus suchen,
  1. da dann anrufen und fragen, wer für Personaleinstellungen zuständig ist
  2. mich dann zu demjenigem verbinden lassen
  3. die Person dann fragen, ob die Firma gegenwärtig neue Mitarbeiter sucht.

Falls ja wird dein Bruder evtl. nach seiner Qualifikation gefragt und so weiter, also wäre es praktisch, wenn dein Bruder da schon seine Bewerbungsunterlagen vor sich liegen hätte - kann er ablesen, falls er am Telefon aufgeregt sein sollte.
Falls nicht... hat er Geld für Porto und Passbild gespart. Klingt jetzt doof, so ists aber.
[...]
1. Einleitung: Immer danken für das nette Gespräch?! Oder wie leitet man sonst ein?[...]
Für das Gespräch würde ich nicht danken... das hat dein Bruder ja schon gemacht, als das Gespräch stattgefunden hat. Ich hab in meinen Bewerbungen immer mit "bezugnehmend auf unser Gespräch vom [Tag, Monat] übersende ich Ihnen mit diesem Schreiben meine Bewerbungsunterlagen" angefangen.
[...]
2. Wie beschreibt man die am Besten die Lücke von Ende der Ausbilung bis jetzt?
Das ist ja auch über ein Jahr. Hört sich auch blöd an, wenn man schreibt, dass der fehlende Führerschein einen an einer Arbeitsaufnahme gehindert hat.[...]
Das ist nie so leicht, denn je konservativer die Branche ist, um so schwerer ists, eine solche Lücke zu erklären. Man könnte hier sagen "Schreib 'Arbeit suchend' rein", allerdings muss dein Bruder dann spätestens beim Vorstellungsgespräch erklären, warum denn über ein Jahr sich kein Erfolg eingestellt hat.
Da spielt vieles mit rein wie beispielsweise, wie denn sein Gegenüber eingestellt ist und was dein Bruder in diesem einem Jahr gemacht hat.
Was ich defintiv aufführen würde sind alle (!) Aushilfsjobs mit einer etwaigen Zeitangabe im Lebenslauf. Klingt aufwändig, wenn das mehrere waren, allerdings zeigt das dem, der den Lebenslauf sieht, dann auch, dass dein Bruder sich bemüht hat und nicht auf der faulen haut herumgelegen hat. Das wird bei Lücken im Lebenslauf schnell unterstellt.
Das mit dem Führerschein würde ich im Lebenslauf garnicht erwähnen, das ist mehr Sache fürs Vorstellungsgespräch. Da kann er dann sagen, was war (falls es Alkohol am Steuer war) und dann auch überzeugend dahingehend argumentieren, dass er wegen diesem jugendlichem Leichtsinn den Führerschein verloren hat und vor so immensen Schwierigkeiten bei der Arbeitssuche stand, dass er daraus eine Lehre gezogen hat und das nicht noch einmal erleben möchte. So in der Art etwa.
[...]
3. Hauptteil: Man möchte Fertigkeiten udn kenntnisse erweitern...bla bla...
Tolles Unternehmen, da viele Dienstleitungen. Davon kann man profitieren.
Doch warum sollte der Arbeitgeber ihm ne Chance geben? Was hat er davon?
Er kann ja auch einen Azubi übernehmen.
DAS, also warum der Arbeitgeber ihm ne Chance geben sollte, wird er ohnehin beim Vorstellungsgespräch gefragt werden. Da gehts um Selbstreflektion, also wie sich der Bewerber selbst sieht, wo er seine Stärken ausmacht und ob und wie diese dann für die Firma von Nutzen sein können.
Hier liegts auf der Hand, dass sein Ausbildungsabschluss noch nicht lange her und das Wissen noch aktuell ist. Zudem kann dein Bruder ja auf die Aushilfstätigkeiten (sofern die auch im handwerklichem Bereich waren und etwas mit seiner Qualifikation zu tun hatten) verweisen und sagen, dass er bei mehreren Arbeitgebern in diesem Bereich eingesetzt war und so auch die Facetten des Berufs erleben und auch unterschiedliche Abläufe in den Firmen sehen konnte. Er kann dazu noch sagen, dass er flexibel und bereit ist, auch Mehrarbeit (Überstunden) zu leisten... und das ist für so ziemlich jede Firma wertvoll.

[...]
4. Er möchte unbedingt Erfahrungen sammeln, notfalls auch im Praktikum. Doch wie soll man das formulieren?[...]
Zum Beispiel so:
"Gerne bin ich auch dazu bereit, Sie im Rahmen eines Praktikums von meinen Fähigkeiten zu überzeugen und weiter zu entwickeln."

[...]
5. Er möchte am Liebsten von heute auf morgn wechseln. Er ist in der Probezeit. Was sagt man denn zum möglichen Eintrittstermin?
Unter Einnhaltung der 2-wöchigen Kündigungsfrist wäre ein Eintritt in Ihr Unternehmen möglich?
Hm... schwierig.
Er geht ja aktuell einer Aushilfstätigkeit nach, richtig? Dann kann er das schreiben wie "Da ich bis zum [Tag, Monat] mich in der Probezeit bei der Firma [aktueller Arbeitgeber] befinde, wo ich einer Aushilfstätigkeit als [Bezeichnung der Tätigkeit] nachgehe, ist mir innerhalb dieser Probezeit ein Wechsel in Ihr Unternehmen unter Einhaltung einer 14tägigen Kündigungsfrist möglich."

Wichtig ist halt nur, dass er der Firma, in der er aktuell arbeitet, nichts von seiner Bewerberei erzählt. Nicht dass er auf der Straße steht und eine weitere Lücke ohne Job beginnt.

Grüße
Sylvain
 
Vielen Dank für die Antwort.
Werde es ihm morgen zeigen.

Das Blöde ist ja nur, dass er seinen Zeitvertrag auch nicht für ein unbezahltes Praktikum hinschmeißen will. Das Beste wäre ja, wenn sie ihn fest bzw. für ne bestimmte Zeit haben wollen, aber er hat ja leider noch nicht viel zu bieten.
Eigentlich ist der Vertrag bis zum 31.06.10 befristet.
Sollte man dann doch vll. den 01.07. angeben als frühesten Eintrittstermin? Im Moment suchen die ja nichts.

Mein Bruder ruft mal einige an und fragt, ob die suchen. Der letzte Betrieb hat gesagt, er hätte vor kurzem 2 eingestellt aber für den Fall, das sie bald vll. suchen, könnte er denen eine Bewerbung zukommen lassen.

Ich habe jetzt nochmal kurz mit einem Bekannten gesprochen, der in einer Personalabteilung gearbeitet hat. Er meinte, man solle das mit dem Führerschein nicht erwähnen auch nicht im Gespräch. Man solle lieber sagen, man wurde entlassen und habe so schnell keine neue Anstellung gefunden. Man soll keine Gründe nennen, den das klänge nach Schuldgefühlen und Rechtfertigung.
Ich kann das leider nicht ganz nachvollziehen und Sylvain denkt anscheinend auch nicht so wie er.
Mein Bruder hat den Führerschein wegen Punkten verloren... Mofa frisiert und solche Geschichten...

Es ist ja ein handwerklicher Betrieb! Schreibt man da auch Unternehmen? Geht auch z.B. "...ein Wechsel in Ihren Betrieb..."?
 
Zuletzt bearbeitet:
Das Problem ist, dass das so ziemlich jeder Personalverantwortliche anders sieht. Der Punkt mit dem Führerschein... den würd ich an der Stelle deines Bruders auch nur anfangen, wenn der Gegenüber ihn drauf anspricht. Das beschränkt sich meistens auf "Habe Sie einen Führerschein Klasse B?" und den hat dein Bruder ja. Ob der mal weg war, fragt eigentlich keiner.

Und im Grunde ists egal, ob dein Bruder "Unternehmen" oder "Betrieb" schreibt. Macht keinen wirklich großen Unterschied und negativ wirkt sich die Formulierung hier auch nicht auf seine Chancen aus.

Wenn der Vertrag bis Ende Juni geht, wie du schreibst UND dein Bruder den zu Ende machen möchte, kann er das tun, nur muss das dann auch entsprechend im Anschreiben stehen wie etwa:

"Da ich bis zum [Tag, Monat] mich in einem befristeten Arbeitsverhältnis bei der Firma [aktueller Arbeitgeber] befinde, wo ich der Tätigkeit als [Bezeichnung der Tätigkeit] nachgehe, ist mir der Wechsel in Ihren Betrieb zum 01. Juli diesen Jahres möglich."

Hab mal "Unternehmen" durch "Betrieb" ersetzt 😉

Grüße
Sylvain
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben