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In meinem Freudneskreis verdienen alle wesentlich mehr als ich.

  • Starter*in Starter*in AdrianW
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AdrianW

Gast
Hallo. Ich bin in letzter Zeit irgendwie unzufrieden und ausgebrannt...

Am Wochenende war ich Freunden weg, die außer mir eben alle studiert haben, und jetzt teilweise als Lehrer (Beamter), Dipl.-Tralalla etc. bis zu 2800 netto verdienen.

Bisher habe ich mich eigentlich nie mit anderen in einen Vergleich gestellt, doch so langsam bekomme ich damit etwas Probleme, wenn ich sehe dass er (29) mit ihr (26) schon ein Haus kauft, okay vermutlich auch auf Pump, aber trotzdem kommt auch dieses ungeheure ich bin so toll und verdiene so viel zum Vorschein, zählt man denn heute nur noch was wenn man studiert hat oder viel verdient ?

Ich habe 1300 netto... und ich weiß genau dass es vielen anderen noch schlechter geht. Ich bin auch nicht ungebildet oder blöd, habe eben so einen Weg nicht eingeschlagen.

Wie seht ihr das? Bin richtig angenervt schon, aber nicht weil ich neidisch wäre sondern weil mir dieses Getue langsam auf den Geist geht, und man sich schon bald nicht mehr akzeptiert fühlt in dieser Gesellschaft ohne einen "vollwertigen" Job.
 
Mein Schwager und seine Frau sind bisher immer nach dem Motto gegangen: Wenn du es bar bezahlen kannst, dann kannst du es auch kaufen.
Dementsprechend wurde sein neues Auto (Honda Civic) auch bar bezahlt. Ihr kleiner Stadtflitzer auch.
Beide sind Anfang 30.

Sicherlich ist sowas unfair und man fühlt sich nicht wohl damit.
Aber selbst wenn man wenig verdient, kann man ein viel schöneres Leben haben als die, die viel Geld haben.
Geld allein macht nicht glücklich. Es hilft halt etwas dabei.

Du hast in deinem Leben bestimmt auch Dinge, um die du beneidet wirst.
Meine Schwester ist Ärztin, verdient momentan noch das dreifache von mir. Unfair!
Dafür kann ich Dinge, die sie nicht kann, z.B. mit Menschen umgehen. Darum beneidet sie mich.

Ich denke, dass die Welt irgendwo im Gleichgewicht ist. Du hast etwas, was andere nicht haben. Du musst es halt nur suchen und dir das immer wieder bewusst machen. Hilft mir an manchen Tagen, wenn ich wieder dieses "Wir haben uns einfach mal eine neue Küche gekauft" anhören muss.
 
AdrianW meinte:
Dipl.-Tralalla etc. bis zu 2800 netto verdienen.

Solche beträge verdienst du, wenn überhaupt, nur als Dipl-Ing. in technischen Berufen oder in gehobener leitender Position. Lehrer verdienen aber auch nicht schlecht, gebe ich zu. Dennoch liegt ein solches Gehalt weit über dem bundesdeutschen Schnitt und ist daher kaum als etwas Gewöhnliches anzusehen. Ein studierter Diplom-Philosoph verdient vielleicht gerade mal die Hälfte 😉

AdrianW meinte:
wenn ich sehe dass er (29) mit ihr (26) schon ein Haus kauft, okay vermutlich auch auf Pump, aber trotzdem kommt auch dieses ungeheure ich bin so toll und verdiene so viel zum Vorschein, zählt man denn heute nur noch was wenn man studiert hat oder viel verdient ?

Eben, auf Pump kaufen kann (fast) jeder. Dennoch, es wird dir doch schon von klein auf an beigebracht, dass du was werden sollst. Und woran wird das bemessen? Natürlich am Geld. Bei mir an der Uni sind auch alle immer so geil darauf in den Beruf zu kommen und Erfolg zu haben. Wenn sie meinen, bitte. Nur das Gequatsche über ihren tollen Erfolg muss ich mir dann nicht antun.

Lass dich einfach nicht blenden von dem schönen Schein. Wenn dir das zu oberflächlig ist, such dir andere Kontakte.
 
Hallo,

also ich muss ehrlich sagen, dass es mir auch früher ein bißchen auf die Nerven gegangen ist, dass ich irgendwie überhaupt nichts aus mir gemacht habe und die anderen heute viel mehr verdienen als ich...

Inzwischen hat sich meine Situation verändert. Ich habe eine Job gefunden in dem ich, gemessen an meinem Bildungsabschluss schon ziemlich gut verdiene. Es ist Brutto nur ein geringer Unterschied zu Jungingenieuren. Daher interessiert mich jetzt auch nicht mehr, dass meine Leute (die auch fast alle studiert haben außer ich) mehr verdienen. Die haben sich dafür auch an der Uni oder FH einige Jahre quälen müssen um zu diesem Gehalt zu kommen. Und was haben sie heute? Zwar den Kontostand, aber nicht mehr die Zeit. Alle sitzen sie von acht/neun Uhr bis mindestens abends um sechs in der Arbeit. Toll, darum beneide ich die nicht! Ich verzichte auf die paar 100 Euro brutto und gehe bei schönem Wetter um drei/halb vier ohne Gewissenbisse nach Hause. Das können sich meine Studierten nicht leisten.

Gewiss sind 1300 Euro netto nicht die Welt, aber ich weiß ja auch nicht, wie Deine Arbeit ist. Hast Du viel Verantwortung? Musst Du viel leisten (Schicht?)

Wenn Du nicht studiert hast, wird sich Dein Gehalt kaum mehr über 2K netto hinaus bewegen. Und selbst dafür muss man schon Glück haben.

Und was das ganze mit dem "vollwertigen" Job auf sich hat: Lass es einfach an Dir vorbei gehen. Und ähm... Was verstehst Du unter einem vollwertigen Job? Das Du so ein Gehalt hast wie studierte oder einen Vollzeitjob?
 
gluecklich meinte:
Alle sitzen sie von acht/neun Uhr bis mindestens abends um sechs in der Arbeit. Toll, darum beneide ich die nicht! Ich verzichte auf die paar 100 Euro brutto und gehe bei schönem Wetter um drei/halb vier ohne Gewissenbisse nach Hause

Achso, heißt das man entwickelt eine Arbeitsmoral erst ab einem gewissen Mindestlohn oder was? Studierte Leute haben genau die selben Verpflichtungen wie du auch. Und ob man darüber hinaus mehr machen möchte ist eine Einstellungssache jedes Einzelnen und hat nichts mit dem Abschluss/dem Gehalt zu tun.
 
.

Zitat von AdrianW
Dipl.-Tralalla etc. bis zu 2800 netto verdienen.
Dennoch liegt ein solches Gehalt weit über dem bundesdeutschen Schnitt und ist daher kaum als etwas Gewöhnliches anzusehen. Ein studierter Diplom-Philosoph verdient vielleicht gerade mal die Hälfte 😉

Mal abgesehen davon das ich nicht weiss was ein Diplom Philosoph beruflich machen sollte....wo arbeiten die denn bitte....glaube ich nicht das jemand mit einem akademischen Abschluss für 1400 Euro Netto arbeiten würde, das bekommt fast jeder Aldi-Verkäufer.
 
also ich kenne das auch!
viele verdienen in meinem umkreis mehr als ich!
und manchmal bin ich da auch neidisch drauf oder fühle mich minderwertig!

auf der anderen seite lebe ich nicht um zu arbeiten sondern umgekehrt!

viel wichtiger ist doch dass dir dein beruf spaß macht und dass du zumindest nicht verhungerst, sondern dir einen einigermaßen normalen lebensstandard leisten kannst!

wenn jdn meint mir erzählen zumüssen was er nicht gerade alles mit seinem ganzen geld macht dann gehe ich darauf kaum noch ein!

oder ich erzähl ihm wieviel "spaß" mir dafür mein beruf macht und dass es mir dieser auch für das geld wert ist (auch wenn man immer gern mehr hätte)!

nee, versuche da einfach drüber zustehen!

geld ist nicht alles und geld macht nicht glücklich! es sieht nur immer so aus!

und jdn der andere leute schon nach ihren gehaltsabrechnungen beurteilt der wäre mir schon von vornherein ziemlich suspekt!😉

lg, kena
 
tja, ich könnte genau den entgegengesetzten Thread eröffnen. In meinem Familien- und Freundeskreis werde ich mal am meisten verdienen. 😀 Aber mir isses wurscht. :mad:
 
Engelbonn meinte:
Mal abgesehen davon das ich nicht weiss was ein Diplom Philosoph beruflich machen sollte....wo arbeiten die denn bitte....

Die beraten z.B. größere Unternehmen in ethisch-sozialen Fragen.

Engelbonn meinte:
glaube ich nicht das jemand mit einem akademischen Abschluss für 1400 Euro Netto arbeiten würde, das bekommt fast jeder Aldi-Verkäufer.

Viele Akademiker, besonders in den Geisteswissenschaften arbeiten überhaupt nicht, weil sie in ihrem Beruf keine Anstellung finden. Gibt halt nicht so viel Nachfrage in Bereichen wie Philosophie, Geschichte, Archäologie usw.. Alles, wo meistens Forschungsgelder zum Anstellen von Leuten benötigt werden ist schwierig.. (Es sei denn Unternehmen sehen da ein wirtschaftliches Interesse drin).
 

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