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In der Trauer hat man keine Freunde mehr!

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dauni

Aktives Mitglied
Hallo,

wie manche von Euch schon wissen ist meine Mama vor sechs Wochen gestorben. Seitdem geht es mir natürlich nicht so besonders.
Allerdings dachte ich das ich zwei gute Freunde habe auf die ich mich immer verlassen kann. Nun, ich habe mich getäuscht. Die eine Freundin kann immer nur dann wenn es ihr Freund auch erlaubt und die andere hat auf einmal sooo viel zu tun. Ich wollte sie nächste Woche besuchen weil mein Mann spätschicht hat aber sie hat keine zeit mehr.... Seit drei Wochen nennt sie mir immer wieder andere Ausreden weshalb sie nicht kann. Für mich scheint es so als ob sie kein Kontakt mehr mit mir will... :-( Das macht mich sehr sehr traurig. Denn ich hab sie sehr gern gehabt.
und es ist auch nicht so das ich nur von meinen Sorgen reden wenn wir uns begegnen, ich frag sie auch wie es ihr geht und lasse sie immer wissen das ich auch für sie da bin...
Ans Telefon geht sie auch nicht mehr...
Und es ist auch nicht so das ich ständig was will und nerve...
Ich fühle mich so traurig, entäuscht und alleine. Warum sind die Menschen nur so? Ich versuche immer für alle und jeden da zu sein und anderen ist es egal wie es mir geht, gerade jetzt wo eh alles schon so trostlos geworden ist.
Ich weiß auch nicht.. ist das normal oder geht es wieder nur mir so?
Vorallem was soll ich nun machen? Ich möchte niemand mehr hinterher laufen. Entweder ist jemand gerne mit mir befreundet oder eben nicht.
Aber traurig bin ich, sehr traurig...

LG
 
Hallo dauni,

zunächst möchte ich Dir mein Mitgefühl ausdrücken. In jungen Jahren ist es ausgesprochen schwer, solche Ereignisse zu verarbeiten. Gerade jetzt, wo Du jemanden zu Reden brauchst, wären gute Freunde wichtig.

Leider haben viele Mitmenschen ein Problem, auf trauernde zuzugehen und sie bei der Bewältigung zu unterstützen. Dabei ist es doch garnicht so schwer. Einfach zuhören wäre bereits eine Hilfe. Aber sie haben Angst davor, weil sie befürchten, etwas falsch zu machen oder an eigene Schicksalsschläge erinnert zu werden. Die wenigsten aber haben den Mut, Dir dies offen mitzuteilen und ziehen sich daher zurück.

Es ist wichtig, mit anderen über das Geschehene zu reden, es zu verarbeiten oder eben einfach nur zuzuhören. In größeren Städten gibt es Selbsthilfegruppen. Evtl. besteht die Möglichkeit, mit Deinem Mann einen Urlaub an einem ruhigen Ort zu verbringen, wo ihr miteinander reden und euch ein wenig ablenken könnt.

Man sagt: "Die Zeit heilt die Wunden". Ich kann Dir aus eigener Erfahrung sagen, dass die Wunden allein durch die Zeit nicht geheilt, sondern nur verschlossen werden. Sieh' zu, dass Du unter die Leute kommst, vielleicht hilft es Dir, jeden Tag zum Friedhof zugehen, aber gehe anschließend ins Café und suche das Gespräch mit anderen. Es braucht seine Zeit, bis man den neuen Zustand auch innerlich akzeptieren kann.

Wenn Dir Deine Freunde nicht helfen können oder wollen, dann belasse es dabei.

Ich wünsche Dir für die kommenden Monate viel Kraft und nette Mitmenschen.

John
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

vielleicht können "Deine Freunde" einfach nicht mit dieser Situation umgehen.
Zum einen könnten sie Bedenken haben etwas falsches zu sagen, dann ist für sie vielleicht nicht klar, ob sie dich eher auf andere Gedanken bringen sollten, Mit-trauern oder dich besser allein lassen wollen.

Verallgemeinern solltest Du nicht, ich meine, da spielt eher eine ganze Menge Unsicherheit der anderen mit rein!
 
Hallo

das die beiden unsicher sind glaub ich nicht. Eine davon hat letztes Jahr auch ihre Mama verloren somit weiß sie also wie es ist und sie kannte meine Mum auch und all ihre guten sowie schlechten Seiten.
Und mit der anderen hab ich darüber gesprochen (als sie einmal bei mir war) das mir reden mit ihr gut tut. Sie hat auch ein kleines Kind und ich würde mit meinem Baby zu ihr fahren, da würd ich ja net nur von meiner Trauer sprechen.
Nun Ja, soll nicht sein...Ich werde ab sofort niemand mehr um was bitten und auch niemand mehr an mich ran lassen dann kann mir schon keiner mehr weh tun.

Ach ja, einen Friedhof gibt es nicht, sie wird erst noch Seebestattet.

Lg
 
Hallo Dauni,

ich kann dich sehr gut verstehen ich habe meinen Vater vor knapp einem Jahr verloren und mir erging es ähnlich wie dir.
"Freunde" wo man dachte die sind immer für einen da... tja das war wohl Fehlanzeige....
Mittlerweile habe ich den Tod von meinen Vater schon ganz gut überwunden und habe für mich selbst festgestellt das man auf solche vermeindlichen Freunde echt verzichten kann.

Zwecks das Freunde nicht wissen wie sie sich verhalten sollen finde ich jetzt als meine persönliche Meinung das das gar nicht sein kann denn NORMALERWEISE sollten sich Freunde BEI DIR melden und fragen wie es dir geht und ob sie dir was gutes tun können oder bei etwas unterstützen usw. man hat ja auch amtsgänge... post... und selbst kleinigkeiten wie saubermachen oder Einkaufen fallen die ersten Wochen oft schwer.
Es langt ja schon wenn von einem Freund oder Freundin der hinweis kommt das man jederzeit anrufen oder vorbeikommen kann und sie immer da sind wenn man mal was braucht...
LEIDER musste ich eben das auch feststellen, lass irgendetwas gravierendes in deinem Leben passieren und du siehst wer wirklich zu dir steht und zu dir hält. Alles andere sind meiner Meinung nach nur "Bekanntschaften" sozusagen...

Leider wie es auch schon meine Vorgänger erwähnten wollen die Leute mit dem was unbequem ist oft nichts am Hut haben. Aber wer ein wenig Verständnis hat und ein bisschen das Leben begreift der weiss das das Leben eben mal kein Ponnyhof ist und das es leider auch ab und zu mal seine Schattenseiten hat die man dann mit seinen Freunden gemeinsam meistern muss. Danach kommen auch dann mal wieder die sonnigen Zeiten 🙂

Lass dich nicht unterkriegen. Nimm dir die Zeit zum trauern die du brauchst aber dann schaue auch auf dein weiteres kommendes Leben und versuche das alles wieder ins "alltägliche" zu bringen.
Lerne einfach neue Leute kennen und vielleicht baut sich ja dann da im laufe der Zeit eine neue ganz tolle richtige! Freundschaft auf so hast du auch was was du dir vornehmen kannst was dich von ab und an evtl negativen auftretenden Gedanken ablenkt...

Ich wünsche dir alles alles Gute!!
 
Liebe Dauni,

ich habe das gleiche Problem wie Du - fühle mich einsam und habe auch die Erfahrung gemacht, dass Freunde und Bekannte sich zurückziehen, bzw. gar nicht auf das Thema eingehen (dazu hab ich hier sogar schon ein Thema erstellt)

So hat John schon recht, dass Reden wichtig ist, aber was tun, wenn die andern das Thema wechseln, dann sofort von sich reden, oder (bei e-mail Kontakt) keine Antwort mehr geben? Alles kenne ich zu Genüge.

Eine Trauergruppe gibt es zwar, wo ich wohne, aber da hab ich eine grosse Hemmschwelle, ist auch nicht jedermanns Sache - ich finde, mit Freunden zu reden würde mir mehr helfen.

Ich bin nun ca. alle zwei Wochen bei einer Psychologin, das hilft mir. Aber natürlich ersetzt das keine Freundschaft und ich kann Dir nachfühlen, wie traurig Du bist, dass da so wenig Verständnis kommt.

Ich weiss auch nicht, ob das nur Unsicherheit auf Seiten der andern ist oder Angst, dass ihnen das selbst passiert. Ich kann mir das kaum vorstellen, denn als erwachsener Mensch kann man sich doch in sowas reinversetzen, auch wenn man direkt noch keinen Verlust erlebt hat.

Eine Kollegin hat mich da z.B. positiv überrascht - sie selbst hat sowas noch nicht erlebt, hat dann aber auch nicht versucht, das mit den üblichen Sprüchen wegzureden, sondern einfach gesagt, dass sie in der Beziehung keine Erfahrung hat. Aber sie hat mir zugehört, was schon viel wert ist.

Also ich kann damit auch nicht umgehen, und bin arg enttäuscht und verletzt.
Geburt und Tod sind untrennbar miteinander verbunden - bei Geburten flippen alle aus vor Freude, aber mit dem Tod und Trauer will keiner was zu tun haben.

Oder wie Winnie auch schreibt : da wird wegen Fussball geheult, aber bei so einem Verlust kommt kein Verständnis.

Also ich versteh das nicht....
Hippi
 
Mir geht es ähnlich. Als ich eben die Texte gelesen habe, sind das genau meine Gedanken und Gefühle. Ich habe meine Mama vor 4 Wochen verloren und habe auch niemanden mit dem ich reden kann. Sobald die Leute erfahren, das es einen Todesfall gibt, gehen sie dir aus dem Weg(z.b.Nachbarn). Ich habe das auch schon vor 7 Jahren bei meinem Vater miterlebt. Zuerst hatte ich einige "Freunde", mit denen ich gesprochen und geweint habe. Aber nach ein paar Wochen kam es mir vor, als wäre jetzt genug Zeit für die Trauer aufgebracht worden. Es hatte jeder seine eigenen "kleinen" Probleme, die natürlich super wichtig sind und es ist jeder mit sich selbst beschäftigt und hat keine Zeit. Das "Beste" ist, wenn sie deine Trauer als Anlass sehen, um Ihren eigenen Müll loszuwerden (was im Vergleich zu dem Verlust eines geliebten Menschen doch meistens sehr banal ist).Man bekommt dann ein paar Minuten Aufmerksamkeit und der Rest geht dann drauf, um dem Anderen zuzuhören. Ich war früher eine Persomn, die für jeden da war. Habe Ihnen zugehört, wenn es sein muß jeden Tag und Nacht. Habe mein eigenen Bedürfnisse zurückgestellt. Das ist jetzt der Dank dafür. Viele haben eine solche Erfahrung noch nicht miterlebt und können sich da sehr schlecht einfühlen. Ich habe mich damals auf diese "Freunde" verlassen und wurde bitter enttäuscht. Ich habe jetzt daraus gelernt und "belästige" mit meiner Trauer keinen mehr. Natürlich fühle ich mich oft einsam und bemerke das es wirklich niemand gibt der für mich da ist. Und das tut schon verdammt weh! Aber somit schütze ich mich vor weiteren Enttäuschungen und ärgere mich nicht um die wohlgemeinden Ratschläge, die spätestens nach ein paar Wochen kommen, wenn man nicht wieder so funktionieren kann und wieder "gut drauf" sein kann. Darauf kann ich gerne verzichten. Meine Genugtuung ist allerdings, das wir früher oder später alle mal Erfahrungen mit dem Tod und der Trauer machen, und ich werde auch für keinen dasein wenn es mal soweit ist. Das befriedigt mich irgendwie-ist auch ziemlich heftig, oder?!
Aber so ist es nun mal.
Ich wünsche allen ganz viel Kraft und Stärke um die Trauer zu verarbeiten und mit ihr zu leben.
 
Viele haben eine solche Erfahrung noch nicht miterlebt und können sich da sehr schlecht einfühlen.

Das ist genau der Punkt. Viele Freunde stehen dieser Situation einfach hilflos und überfordert gegenüber, auch wenn sie gerne helfen würden. Ich würde dies nicht gleich auf die Qualität der Freundschaft beziehen. Der Todesfall eines sehr nahen Menschen ist doch eine sehr spezielle Situation. Die beste Hilfe erhält man meinen Erfahrungen nach nur von Personen, die das gleiche Schicksal teilen oder von Profis.
Gruß
Thorschti
 
Ich kann gut verstehen, dass das Verhalten Deiner Freunde Dich traurig macht.
Gerade jetzt wäre es wünschenswert, wenn sie für Dich da wären...
...kann das auch gar nicht nachvollziehen...

...Du brauchst aber niemandem hinterherlaufen.

Konzentriere Dich auf Dich und versuche Dir was Gutes zu tun. Konzentriere Dich auf Menschen- die Dir ausschließlich gut tun. Das brauchst Du jetzt am meisten!
Ich wünsche Dir für die nächsten Wochen ganz viel Kraft und Menschen-
die wirklich für Dich da sind und Dich in Deiner Trauer begleiten

lg. Sissy
 
Hallo,

ja da hast Du recht. Seltsamerweise hab ich das auch schnell erkannt und verinnerlich. Und jetzt ist es mir auch egal... Der Tot meiner Mama macht mir schon genug zu schaffen da will und kann ich mich nicht wegen so einer falschen Person auch noch fertig machen...

Ich schätze jetzt die Menschen die mir geblieben sind und die es ehrlich meinen!!!

Danke für Deine Worte.
 
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