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ich will sein, nur irgendwas…

L

letager

Gast
Wenn ich krank wäre, wäre ich..
Wenn ich alkoholsüchtig wäre, wäre ich..
Wenn ich drogensüchtig wäre, wäre ich..
Wenn ich verliebt wäre, wäre ich..

Wenn ich zu dumm zum lernen wäre, wäre ich..
Wenn ich zu arm zum leben wäre, wäre ich..
Wenn ich zu hässlich zum ausgehen wäre, wäre ich..
Wenn ich zu müde zum arbeiten wäre, wäre ich..

Wenn ich traurig wegen der Liebe wäre, wäre ich..
Wenn ich wütend wegen Betrug wäre, wäre ich..
Wenn ich fröhlich wegen der Freunde wäre, wäre ich..
Wenn ich eifersüchtig wegen Blicken wäre, wäre ich..

Wenn ich verzweifelt wegen der Unerreichbarkeit meines Traumes wäre, dann wäre ich..
Wenn ich resignieren würde weil ich Ziele nicht erreiche, dann wäre ich…
Wenn ich es mich zerreißen würde dass sie nicht anruft, dann wäre ich…
Wenn die Aufgaben mir unlösbar erschienen, dann wäre ich..

Wenn ich leiden würde, weil es meinen Eltern nicht gut geht, dann wäre ich…
Wenn ich schreien würde, weil der Schmerz Narben in mein Gesicht treibt, dann wäre ich..
Wenn ich mich winden würde, weil ich immer wieder geschlagen werde, dann wäre ich..
Wenn ich ängstlich durch jede dunkle Gasse schleichen würde, dann wäre ich…

Wenn ich fragen würde, was muss ich tun, dann wäre ich..
Wenn ich lernen wollte, wie es funktioniert, dann wäre ich..
Wenn ich lesen würde, nur um die Lösung zu erfahren, dann wäre ich…
Wenn ich sehen würde, um den Sinn zu verstehen, dann wäre ich..

Wenn ich lieben könnte, dann wäre ich…
Wenn ich hassen wollte, dann wäre ich…

Wenn ich lachen würde, nur weil die Sonne scheint, dann wäre ich..


Selbst wenn ich tot wäre,…….


……..bin ich endlich…..
 
Angelos meinte:
ich finde das gedicht sehr schön. was hast du gedacht als du es geschrieben hast es würde mich sehr interessieren?

liebe grüße A.


was ich gedacht habe? nichts bzw. alles all das was dort steht...

ich habe es gestern abend direkt hier rein geschrieben, diese gedanken fließen durch meinen kopf und ich habe sie über meine hände ohne jegliche emotion in diese zeilen geformt..

es geht mir so und ich verbringe meine zeit damit dies zu ertragen, denn für alles weitere fehlt mir das sein..

lg der Letager
 
Hi letager,

sorry, aber wenn man tot ist, ist man eindeutig nicht mehr....es sei denn man fühlt sich als NIchts und es macht einem nichts aus ins Nichts zu gehn...
Und an sich ist im Leben der Konjunktiv = die Möglichkeitsform "wäre" überflüssig...man steckt an sich in Situation und ist dadurch....
Ich finde den Grundtenor deines Gedichts sehr traurig und auch das Ende....klingt alles sehr lebensfern und deprimiert...
Was hat dich zum Konjunktiv und zu den vielen Wenns bewogen? Würde mich mal interessieren...

Lieber Gruss
Tyra
 
liebe tyra,

selbst tot wäre doch ein zustand, oder?

von den vielen "wenn s" würde doch schon eines genügen um wieder etwas zu sein und dafür oder dagegen etwas tun zu müssen...
 
Stimmt der Tod ist systemisch ein Zustand in dem sich Lebensstrukturen auflösen und da wo ehemals eine gewisse Ordnung herrschte ein (scheinbares) Chaos bilden....sprich: unser Sein hört auf in der zuvor gewesenen Art zu sein...

Und nun kommt's drauf an ob man christlich denkt und an die Unsterblichkeit der Seele glaubt, oder diese buddhistisch ebenfalls ins Nichts gehen sieht, bzw. nicht von Seele spricht, sondern von einem ebenfalls vergänglichen individuellen Bewusstsein....

Übrigens glaub ich nicht, dass du diese Worte ohne Emotionen hingeschrieben hast...ich denke Gefühl und Denken sind untrennbar miteinander verbunden und genauso wie Worte durch dich hindurchfliessen....sind sie ebenfalls von Emotionen durchflossen...
WAs du ansprichst ist Intuition als eine Art des Ausdrucks von Emotion ohne lang drüber nachzudenken....zwar formuliert der Verstand die Worte, aber ohne die Emotionen rauszuzensieren....daraus ergibt sich der poetische Ausdruck und die Worte enthüllen deine emotionale Verfaßtheit.
 
liebe tyra,

über glauben oder der gleichen mache ich mir wirklich keine gedanken, es geht auch nicht darum ins nichts zu gehen oder aufzuhören.... all dies wäre eine richtung ein ziel, mehr oder weniger ein weg, wenn du es so nennen magst.
es geht einzig und allein um die veränderung, welche nicht von selbst aufgrund von zeit, geduld oder was auch immer, hervorgerufen werden kann....

einflüsse zwingen uns ob wir wollen oder nicht, einflüsse verändern uns....
wir reden uns zwar ein, dass wir dies so wollten doch allein der einfluss hat uns dazu getrieben so zu werden....

irgendwann "lernt" man sich zu schützen und einflüsse nicht mehr zu zulassen.... und plötzlich "steht" man....

ganz "flach" ausgedrückt: wenn ich mir morgen den arm breche werde ich zum arzt gehen.... wenn nicht wird sich nichts verändern und ich werde nichts tun...

PS: die emotion ist mir nicht erkennbar gewesen, warum ist es schrieb weis ich noch nicht, erreichen wollte ich damit nichts.....

warum ich es dann nicht gelassen habe? nun, wenn es egal ist kann ich es ja auch schreiben....
 
Ich denke, dass man egal ob man etwas tut oder nicht tut sich trotzdem verändert....Veränderung ist das Grundprinzip des SEins...in jeder Sekunde und Minute und Stunde und jeden Tag ändern sich deine Körperzellen...du wirst ohne geringstes Zutun in einigen Jahren körperlich verändert sein....
Allerdings hast du eine Menge Einfluss darauf mit der Dynamik der Zeit mitzuschwimmen und dich anzupassen...wenn nicht wird deine Zeit vorzeitig enden...oder aber anstatt dass du mitbestimmst wie dein Leben verläuft werden dich irgendwelche Einflüsse oder Menschen bestimmen....
Auch wenn du dich verkriechst oder nichts tust, wirst du dich verändern, körperlich und auch geistig...mag sein, dass man dass aus Angst vor dem Vergehn leugnet....aber es ist halt wie es ist...und wie Schiller schon sagte: Wohl denen, die das unvermeidliche Schicksal in eigenen Willen verkehren können...
Übrigens kann man die geistige Änderung auch auf neurologischer Ebene sichtbar machen. So ändert sich durch die Umweltirritationen/Lernen die Hirnstruktur ständig...es entstehen neue Neuronen-Verknüpfungen etc...Man muss sich nur mal die Entwicklung vom Kleinkind zum ERwachsenen ansehn...allerdings kommen Kaspar Hauserle nach einiger gewissen Zeit nicht mehr mit der Komplexität der Welt klar, da diese Irritationen zu lange fehlten und gewisse Entwicklungsphasen verpasst wurden...

In Bezug auf Naturwissenschaften sagte mal ein schlauer Mann (Bronowski in The Origin of Imagination) "Es gibt keine Permanenz für naturwissenschaftliche Begriffe, denn sie sind lediglich unsere Interpretationen natürlicher Phänomene. Wir machen bloß eine temporäre Erfindung, die den Teil der Welt betrifft, der uns gerade zugänglich ist"....also auch hier ständige Veränderung der Begriffe mit der Änderung der Welt...

Daher am Schluss die von Cato dem Älteren verfaßte Lebensweisheit:
"Denn dem entgeht das flüchtge Glück,
der es nicht packt am Schopf.
Die Göttin der Gelegenheit ist kahl am Hinterkopf"

Und Thomas Hobbes:
"Häufig ist die Prophezeiung die Hauptursache für das prophezeite Ereignis"
Will meinen, wer für sich voraussagt, dass ihm nichts hilft, er nie Glück hat, er ewig leidet etc. oder er dies nicht ändern kann, der blockiert sich selbst...

Francis Bacon: "Wer Neues nicht zuläßt, muß neue Übel erwarten, denn die Zeit ist der größte Erneuerer"

Ovid sagte: Nichts in der Welt hat Bestand
und immer folgt Ebbe den Fluten
womit gesagt sein soll: das einzige was sich tatsächlich nie ändert ist die ständige Änderung...

Gruss
Tyra
 
Nach meinen geistigen Ergüssen jetzt nochmal speziell zu deinen Äußerungen:

Welche Einflüsse meinst du konkret? Ich denke du hast recht unsere Umwelt prägt uns schon, aber sie legt unser Leben nicht fest. Wir selbst haben es in der Hand wieviel wir an Einflüssen zulassen, und wieviel wir unser Leben aktiv mitgestalten....ist allerdings mit Arbeit verbunden....Kopfarbeit und Handarbeit....

Leichter oder bequemer ist es natürlich zu sagen: ich kleines Wurm bin allen Einflüssen hilflos ausgeliefert und kann eh nix tun, daher harre ich der Dinge die über mich hereinbrechen mögen...Aber sag mal ehrlich: ist das denn ein Leben?
Nee, da nehm ich lieber das Ruder in die Hand und pfeif zumindest einigen Einflüssen mal was, wenn sie mir querliegen....
Es mag zwar einige unvermeidliche Einflüsse oder Zwänge geben...die reduzieren sich bei mir jedoch auf Tod und Krankheit...wobei Krankheit bzw. das Gegenteil: Gesundheit in meinen Augen auch ne weitgehend eigenverantwortliche und gestalterische SAche ist...

Wenn du dir morgen einen Arm brichst und nicht zum Arzt gehst wird sich ne Menge verändern: du wirst ne Menge Schmerzen haben und dein Arm wird krumm zusammenwachsen und evtll verkrüppeln und nicht mehr nutzbar sein...wenn z.B ein Nerv geklemmt ist....nur mal flach ausgedrückt...

Und als zweite Frage: welche Art der Veränderung meinst du konkret...dass du dich vom Denken und Fühlen her ändern willst?

Gruss
Tyra
 
da ich es einfach nicht mag zwischen den zeilen zu formulieren, drücke ich es wieder direkt aus.

eigentlich wollte ich keine grundsatz sein diskussion auslösen, es geht ihr auch absolut nicht ums verkriechen.

und selbstverständlich ändern sie zellen und neurale verbindungen jeden tag, ja jede sekunde.
doch das Nichtsein ist in mir! ich habe nichts wovor ich mich verkrieche, ich habe aber genau so keine richtung in die dein besagtes ruder umreißen könnte bzw. "sollte"
will sagen ich weis nicht wo ein hafen liegt und ob ich den dann überhaupt anlaufen soll ABER wenn eine welle kommt, wasser eintritt, oder segel reißen, immer dann weis ich was zu tun ist und immer dann werde ich es wieder zum laufen bringen.. danach treibe ich weiter..

um deine erste und deine letzte frage, sie scheinen mir ziemlich ähnlich, zu beantworten
"Welche Einflüsse meinst du konkret?"

alle, alle einflüsse die auf jemanden treffen verändern. aber darum geht es mir nicht.


und diese frage ist drückt schon aus was ich suche: das sein... nun sind wir wieder ganz am anfang.
"welche Art der Veränderung meinst du konkret...dass du dich vom Denken und Fühlen her ändern willst?"

ich will kein denken und fühlen verändern, denn wenn ich es hätte, gäbe es je endlich etwas gehen bzw. für das ich gehen könnte.

ICH WILL DENKEN ICH WILL FÜHLEN ICH WILL ENDLICH WIEDER WISSEN WAS ICH UND WOZU ICH WOHIN ICH UND WARUM ICH WILL

nichts weiter, keine tiefe annalyse, keine rezitierten toten oder lebenden dichter und gelehrten.

ich will ein ziel haben und nicht jeden scheiß tag das verfluchte boot wieder zusammen nageln.
 

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