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Ich will meiner Mum helfen!!!!!!

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H

holli1983

Gast
Hallo!

Ich hoffe, das jemand mir hier vielleicht einen nützlichen und ernstgemeinten Rat geben kann.

Meine Eltern haben vor 24 Jahren geheiratet. Seit einigen Jahren ist meine Mum (meine Schwester und ich auch) sehr sehr unglücklich mit meinem Vater und es wird immer schlimmer.
Als meine Schwester und ich klein waren, war mein Vater selten zu Hause, da er viel arbeitet. Er konnte meine Mum also nie unterstützen (auch auf ihr Fragen hin kaum) was "Elternsachen" und alles andere angeht und hat auch nie danach gefragt, wenn mal in der Schule oder mit Freunden was nicht so toll verlief. Meine Mum hat also alles allein geregelt.
Mein Vater macht uns daher immer den Vorwurf, dass wir nie zu ihm kämen, wenn wir Probleme haben. Es ist nicht so, dass wir es nicht versuchen würden, aber dann hat er meistens keine Zeit oder keine Lust drüber zu reden. Er beschwert sich nie bei uns direkt, sondern immer nur über meine Mum, so dass sie uns das ausrichtet. Er redet also quasi nicht mit uns.
Mein Vater ist auch am WE oft lange unterwegs und teilt niemandem mit wohin er geht und mit wem er sich trifft. Das belastet meine Mum natürlich sehr. Obwohl sie ihn nicht mehr liebt, so wie sie sagt. Mein Vater ist Geschäftsführer einer Firma und verdient daher nicht schlecht, das ist der einzige Grund, aus dem meine Mum zu Hause wohnen bleibt. Sie hat nach meiner Geburt vor 22 Jahren aufgehört zu arbeiten und seither auch nicht wieder angefangen. Heute denkt sie es sei ein Fehler gewesen, was ich verstehen kann, aber sie konnte uns dadurch auch ihre ganze Liebe geben. Dies sieht mein Vater aber leider nicht. Er behandelt sie so wie uns, wie Kinder. Er hat irgendwie noch nicht begriffen, dass wir erwachsen geworden sind und unsere eigene Meinung haben. Auf jeden Fall wäre meine Mum nicht in der Lage sich "allein zu versorgen", wenn sie meinen Vater verlassen würde. Sie ist 51 Jahre alt und würde daher sicher nur sehr schwer einen Job finden, wenn überhaupt. Ich weiss überhaupt nicht wie ich ihr helfen kann und das tut mir so unendlich leid. Manchmal wünschte ich, ich würde im Lotto gewinnen und ihr einen schönen Lebensabend bereiten. Aber das ist ja leider nicht so real.
Vater ist auch immer sehr verletzend zu meiner Mum, keine körperliche Gewalt, psychisch. Vor 10 Jahren ist meine Mum an der Schilddrüse erkrankt und hat daher sehr zugenommen. Jetzt hat sie es endlich geschafft wieder so schlank wie vorher zu sein und hat ärztlich endlich die richtige Hilfe gefunden. Aber anstatt, dass mein Vater ihre "Abnehm- und Sportmühen" honoriert oder ihr mit Rat zur Seite steht, macht er sie fertig. Das Essen ist nicht mehr gut genug, sie verbringe zu viel Zeit mit meiner Oma (sie ist krank, aber unterstützt meine Mum wo es nur geht), sie würde nur immer zu uns halten und nie zu ihm, immer nur sein Geld ausgeben etc. Ich finde das sehr unfair. Seit mein Vater Geschäftsführer geworden ist (ca. 8 Jahre her) hat er auch kaum noch Freunde, weil er einen richtigen Höhenflug bekommen hat und sie sich von ihm abgewandt haben. Aber er gibt meiner Mum die Schuld, dass kein Besuch mehr kommt, obwohl sie sehrwohl noch mit allen Kontakt hat, aber sie wollen ihn halt nicht mehr sehen, weil er nur über seine Arbeit, die "reichen" Geschäftsinnhaber, Autos und sein einziges Hobby Fahrradfahren redet.
Leider traut sich meine Mum nicht, mit den Freunden über diese Probleme mit meinem Vater zu reden, obwohl alle wissen, das es so schlimm für sie sein muss.

Ich könnte noch stundenlang erzählen, wie ihr sicher merkt.

Sie tut mir so furchtbar leid und ich will, dass es ihr endlich besser geht, auch körperlich, denn dieser psychische Stress macht sie fertig (z.B. heute morgen hat sie mir wieder 3 Stunden weinend berichtet, dass sie nicht mehr kann, aber keine Lösung weiß).

Ich würde Ihr so gerne helfen, aber weder meine Sis noch ich können sie mit Geld oder ähnlichem unterstützen, da wir noch studieren. Aber wir müssen ihr helfen, sonst weiß ich nicht, ob noch länger so leben kann.

Ich hoffe ihr habt ein paar Ratschläge für mich!

Dankeschön im Voraus!


Eure holli
 
Hi Holli,

darf ich vorab mal fragen, wie alt du bist?
An sich sind die Rollenverhältnisse schon vertauscht, wenn du sozusagen die Mutterrolle für deine Mutter übernimmst und ihr helfen willst...Aber ich versteh schon, dass es dir leid tut sie so leiden zu sehn und du dich da ein wenig hilflos fühlst...aber von Grunde her solltest du dir klar machen, dass du net verantwortlich bist für das Wohl oder Wehe im Leben deiner Ma....sie ist erwachsen genug um die Verantwortung für sich selbst zu übernehmen und sich auch klar zu machen, was sie will und wie sie ihr leben selber gestaltet.
Ich denke es liegt in erster Linie an ihr, etwas zu unternehmen...ne Menge hat sie ja auch gemacht..mit der Abnehmerei und sich ärztliche Hilfe suchen etc...
Das mit ihrer unglücklichen Ehe und den Beziehungsproblemen ist an sich auch ihre Sache...ihr stehen die Möglichkeiten offen deinen Pa in Richtung Eheberatung zu schleifen oder sich zu trennen...Bei guter finanzieller Situiertheit deines Vaters wäre der nach Scheidung unterhaltspflichtig, somit wäre ne finanzielle Grundsicherung schon gegeben...
Was das Nicht-Miteinander-reden mit deinem Vater betrifft: wenn er nicht mit euch redet oder den ersten Schritt dahin tut, warum tut ihr es nicht?
Auch das mit den Freunden bereden könntest sowohl du als auch deine Mutter jederzeit tun...

In Hinsicht auf deine handlungsunsichere Mutter würde ich zu einer Lebensberatung bei der Caritas oder Diakonie raten oder Psychologe/Verhaltenspsychologe....die, bwz. der können/kann mal etwas Ordnung in die Sache bringen und nachforschen, was deine Ma tatsächlich will, wo die Knackpunkte liegen und was man konkret tun kann...
UNd wie gesagt: an sich ist deine Ma für sich und ihr Leben zuständig. Du kannst nur sagen: Mama: es gibt die und die Möglichkeiten, mach mal und guck mal, was du dahingehend tun kannst...Denn ich schätze du bist in einem Alter, wo du selber langsam anfängst dir ein eigenes Leben zurecht zu zimmern?

Lieber Gruss
Tyra
 
Danke für die ersten Antworten und ja, ich bin 22 🙂

Sicher ist meine Mum für ihr Leben selber verantwortlich, ich denke nur, sie schafft es nicht alleine und sie ringt sehr mit sich, schon seit Jahren, ob sie sich nicht Hilfe holen soll. Aber ich kann sie natürlich nicht zwingen. Und deshalb wollte ich hier heute fragen, was man für Möglichkeiten hat, weil mich ihre "Heulkrämpfe" natürlich auch belasten und mir allmählich den Schlaf rauben.

Sowohl meine Sis als auch ich haben sehr oft versucht mit meinem Vater zu reden, auf ihn zu zugehen. Aber er ist leider nicht sehr zugänglich. Er ist schnell gereizt oder beleidigt und zieht sich dann auf sein Fahrrad oder auf die Arbeit zurück, wo er komischerweise immer sehr freundlich zu allen ist und auch mit sich reden lässt.

Ich denke nicht, das für meine Eltern eine Eheberatung in Frage kommt, dafür ist zuviel passiert und auch auf beiden Seiten keine Liebe da, so schlimm sich das auch anhört.

Für mich gäbe es in so einer Situation nur noch die Möglichkeit der Trennung, aber wie ich ja schon geschrieben habe ist meine Mum abhängig vom Geld meines Vaters, da sie nichts verdient. Und sie hat natürlich Angst zu einem Sozialfall zu werden, da sie ja nur ca. 15 Jahre gearbeitet hat und somit superwenig Rente bekommen würde.
 
holli1983 meinte:
Sowohl meine Sis als auch ich haben sehr oft versucht mit meinem Vater zu reden, auf ihn zu zugehen. Aber er ist leider nicht sehr zugänglich. Er ist schnell gereizt oder beleidigt und zieht sich dann auf sein Fahrrad oder auf die Arbeit zurück, wo er komischerweise immer sehr freundlich zu allen ist und auch mit sich reden lässt.

Was hälst du denn davon, wenn ihr (du und deine Schwester) eurem Vater mal in einem Brief sagen würdet, was euch bedrückt? Dann kann er nicht ausweichen und es würde ihm vielleicht auch zu denken geben, wenn seine Töchter zu diesem Mittel greifen. Einen Versuch wäre es doch wert, oder?
 
Finde Viktorias Ratschlag gut.
Was deine Mum allerdings betrifft, sollte sie ne Entscheidung für sich treffen...ist ja kein Zustand, dass sie dauerhaft an ihrem Leid hängt, somatisiert und andere mitleiden lässt.
Wie gesagt, sollte sie sich mal bei einem Anwalt erkundigen...auch bei ner Scheidung hat sie einen Unterhaltsanspruch und müsste durch deinen Vater weiterversorgt werden!!
Also nicht lang spekulieren und wahrscheinlich Angst für nix und wieder nix haben , sondern machen und nach Rechtslage etc. erkundigen!

Und dir würd ich raten, dass du dich abnabelst und vom Ort der Tränen mal genügend weg entfernst.....dass kann Mütterlein evtll. auch mal motivieren ein wenig aus dem Quark zu kommen...Passivität und Abwarten bringt leider keine Lösungen sondern erhält nur unnötig lang den wohl recht ungemütlichen Status Quo...

Und man sollte schon den Realitäten ins Auge sehn, wenn Papi tatsächlich null Interesse an family hat und nix dafür tut, nichtmal Zeit findet zum gemeinsamen Gespräch oder null Interesse hat für seine Frau oder Kinder, dann hat meiner Ansicht nach Pappi auch nicht dieses Schein-Heilige Happy-familiy life verdient, sondern sollte allein mit seinem Job und Fahrrad zu Haus sitzen...
Also lasst euch nicht zur stummen Lifestyle-Deko degradieren sondern stellt auch mal ein paar Ansprüche und bestimmt die Regeln eines familiären Zusammenlebens ein wenig mit...

Viel Glück dabei!
Tyra
 
Mit einem Brief haben wir es schon mal probiert. Und auch mit einem Gespräch, das liegt zwar schon etwas zurück, aber damals ist mir auch alles zuviel geworden und ich habe mich intensiv mit meinem Vater unterhalten. Bei dem Gespräch war auch der Rest meiner Familie dabei. Aber leider hat es die ganze Sache noch verschlimmert und mein Vater hat mir damals die Schuld an allem gegeben, weil ich Dinge angesprochen habe, mit denen er sich noch nie beschäftigt hat. Da war ich 20, das ist also 2 Jahre her und die Situation ist leider noch übler geworden.

Zu Hause bin ich nur noch selten, da ich studiere und 5 Tage die Woche bei meinem Freund und seiner Familie verbringe. Glaubt mir, wenn ich genug eigenes Geld hätte wäre ich schon ausgezogen, aber als Studi ist es mir kaum möglich und bei meinem Freund einziehen möchte ich auch nicht. Sicher könnten meine Eltern mich unterstützen, aber auf Grund der blöden Familiensituation stelle ich mich stur und möchte das Geld meines Vaters nicht haben, da er sonst wieder nur Dank erwartet, den ich nicht bereit bin ihm zu geben, nicht unter diesen Umständen, daher lebe ich von dem, was ich in meiner Ausbildung gespart habe.
Meine Schwester studiert jetzt auch und wird sicher bald wegziehen, da der Weg zu weit ist. Vielleicht ändert sich dann etwas. Aber sonst sehe ich die Idee als sehr verfangen an.
 
upsi, meinte nicht idee, sondern die situation ist sonst sehr verfangen!! 🙂
 
Hi holli,

tja, leider kein Ausnahmefall deine Familiensituation...oft bleibt dann nur sich zu lösen und es selber später mal besser zu machen....
Ich mein, du hast dich ja bereits redlich bemüht und bist dafür noch abgekanzelt worden....also scheint da wenig Verständnis füreinander da zu sein...
Mag sein, dass man ein paar Jahre oder Jahrzehnte später mal wieder ne Ebene findet....war in meiner Familie so, die sich zunächst heillos verzankt hatte...

Ich denke in deiner Situation ist es gut zu lernen dich abzugrenzen und dich vorwiegend um deine eigene Zukunft zu kümmern....die Aufgabe der Kinder ist es nicht ihre Eltern zu sozialisieren oder deren Partnerschaft zu retten oder ähnliches...
Auch wenn dir das Leiden deiner Mutter verständlicherweise sehr nahe geht, ist sie es doch, die sich entschliessen muss einen WEg heraus zu finden...

Viel Glück weiterhin auch mit deinem Studium!
Lieber Gruss
Tyra
 
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