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Ich werde immer falsch verstanden

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iandor

Mitglied
ich leide in letzter zeit zunehmend an meiner unfähigkeit, verbal das auszudrücken, was ich konkret meine. ich weiß nicht, woran es liegt, aber ich habe den eindruck, dass ich ständig missverstanden werde. ich bin kein bösartiger mensch und schrecke selbst dann davor zurück, leuten etwas verletzendes an den kopf zu werfen, wenn ich sie nicht mag oder sie sich abwertend mir oder anderen gegenüber verhalten. ich würde nicht absichtlich jemanden verletzen. dennoch passiert es in letzter zeit ständig, dass meine aussagen zum beispiel als verletzend oder sarkastisch aufgenommen werden. ich meine etwas neutral oder als "friendly jab" und merke durch die folgende zurechtweisung, dass es definitiv anders ankam als gemeint. ich kann das auch nur schwer ändern, weil mir eben vorher nicht bewusst ist, dass meine aussage missverstanden werden könnte. alternativ: vielleicht wird nichts missverstanden und meine aussage ist einfach scheiße.
inzwischen ziehe ich mich nach solchen vorfällen immer mehr zurück und sitze dann einfach da und fühle mich schlecht. das schema in gesprächen (meistens im voicechat) ist daher momentan oft folgendermaßen: ich sage etwas, was dann negativ aufgenommen wird. ich versuche, zu erklären. kurze zeit später passiert es nochmal. wieder versuche ich, zu erklären. habe dann aber bereits das gefühl, dass es egal ist, was ich sage und dass meine aussagen für eine negative atmosphäre sorgen. daraufhin ziehe ich mich aus dem gespräch zurück und sage erstmal nichts mehr, sondern höre nur noch zu. ich höre dann also zu, wie die anderen in der gruppe ohne mich interessante gespräche führen, lachen, sich gegenseitig nette sachen sagen und insgesamt sehr vertraut und positiv miteinander umgehen. währenddessen merke ich wieder, dass ich dort nicht gebraucht werde, vielleicht nicht einmal erwünscht bin. nachdem ich aufhöre, mich an dem gespräch zu beteiligen, dauert es dann ungefähr zwei stunden bis irgendjemand sagt: "ist ian eigentlich noch da?". dann schalte ich mein mikro an und bestätige, dass ich noch da bin. "bist du müde?" - "ja" - "ach so".
entweder bemerkt niemand, dass ich nichts sage. oder aber, es interessiert sie einfach nicht. oder es ist ihnen einfach sehr willkommen, dass ich nichts sage. oder sie denken, ich bin nicht daran interessiert, mitzureden. oder sie denken, ich bin beleidigt, weil ich kritisiert wurde.
in wahrheit habe ich das gefühl, dass es für mich nichts mehr zu sagen gibt. ich habe keine worte in mir, um etwas positives beizutragen. meine sprache ist wirr und dinge kommen anders heraus als ich sie meine. ich möchte keine negativen gefühle verursachen, somit ist es besser, ich schweige. und letztendlich wieder die erkenntnis: ich gehöre nicht unter menschen, ich trage nichts positives in mir und im grunde wäre es für alle angenehmer, wäre ich nicht da.
 
Hallo,
ich kann Deine Empfindung sehr gut nachvollziehen!
Im Studium hatte ich einen - naja, Fast-Freund, der es fertig brachte, mit seinen Witzen durchweg alle Zuhörer zum Augenrollen zu bringen. Das war natürlich nie seine Absicht und er fand seine Aussagen als logisch, amüsant und unterhaltsam an. Waren sie aberr nicht, denn jeder und jede fragte sich, was der für einen Blödsinn von sich gibt.
Aber, wenn seine Gedanken eine vollständige Torte darstellten, so teilte er nur 2..3 Tortenstückchen davon mit seiner Umwelt. Der Inhalt wurde, wegen des fehlenden Zusammenhanges, negativ gewertet, was alsbald zu seinem Markenzeichen ( Kainsmal) wurde.
Auch wenn er nichts sagte, ja, schon wenn er in eine Gruppe kam, begann das Augenrollen; er wurde ausgeschlossen, übergangen, übersehen.
Warum war er mir nur ein " Fast Freund"? Weil er mich mitunter auch in den Wahnsinn trieb, wenn wir gemeinsam paukten- und ich war wahrscheinlich der Einzige, der es mit ihm einigermaßen aushielt und er mit mir!
Heute ist er im Übrigen ein sehr gefragter Hochschullehrer, Professor.
Wie kam das zu dieser Wandlung?
Seine Gedanken waren, wenn man sich die Zeit nahm diese zu erforschen, absolut brilliant.
Aber, mal ehrlich, in einer Unterhaltung machen sich die Teilnehmer kaum die Mühe, die Gedanken Anderer wissenschaftlich zu reflektieren. Was würde dies für einen Smalltalk bedeuten?
In einer Therapie lernte er sich selbst zu hören und zu verstehen. Er lernte, seine Gedanken und seine diesbezüglichen Aussagen zu reflektieren und so sein kommunikatives Defizit im Verhältnis zu seinen Gedanken zu verstehen. Natürlich auch noch einiges mehr.
Nein, Du bist der Gruppe nicht egal, ansonsten würde niemand nach Deinem Verbleib fragen. Andererseits scheinst Du aber auch nicht wie ein Partylöwe die Leute zu unterhalten, so dass " keine Feier ohne Meyer" nicht das Bild Anderer von Dir ist.
Willst Du es wirklich ändern? Oder, fürchtest Du Dich vor der Erkenntnis Deines eigenen Seins?
Manchmal ist uns Menschen ja das eigene Bild, welches wir von uns haben, viel geliebter, als die Sicht der Anderen auf uns. Es kann hart sein, aber Andere kannst Du halt nicht verändern, nur Dich selbst! Somit hast Du nun zwei Möglichkeiten:
1. Du verbleibst in Deiner Komfortzone und lebst mit der Ist- Soll Diskrepanz, also zw. Eigen- und Fremdwahrnehmung
oder
2. Du beginnst mit der Erforschung der Ursachen.
Nein, Du bist nicht der Schuldige von vornherein. Das zu verstehen ist ganz wichtig. Wenn ich mit Kollegen über ein Thema im Gespräch bin, in welchem sie nicht sattelfest sind, kommt garantiert nach ein paar Minuten der Rückzug. Sie gehen, lassen mich stehen und, das musss ich dann zu werten wissen. Es kann, muss aber nicht an mir gelegen haben.
Zu Ersterem brauchst Du keine Hilfe. Bei Zweitem kann ich Dir vielleicht ein kleines Stück begleiten, wenn Du dies möchtest und bereit dafür bist!
Gruß von Odysseus
Gruß von Odysseus
 
Könntest du mal ein konkretes Beispiel nennen für eine Situation, wo du etwas nicht böse gemeint hast, aber dann wurdest du zurecht gewiesen?

Und versuche, es so kurz und klar wie möglich zu halten.
Dann wird vielleicht ganz offensichtlich, was falsch lief.
 
ich leide in letzter zeit zunehmend an meiner unfähigkeit, verbal das auszudrücken, was ich konkret meine. ich weiß nicht, woran es liegt, aber ich habe den eindruck, dass ich ständig missverstanden werde. ich bin kein bösartiger mensch und schrecke selbst dann davor zurück, leuten etwas verletzendes an den kopf zu werfen, wenn ich sie nicht mag oder sie sich abwertend mir oder anderen gegenüber verhalten. ich würde nicht absichtlich jemanden verletzen. dennoch passiert es in letzter zeit ständig, dass meine aussagen zum beispiel als verletzend oder sarkastisch aufgenommen werden. ich meine etwas neutral oder als "friendly jab" und merke durch die folgende zurechtweisung, dass es definitiv anders ankam als gemeint. ich kann das auch nur schwer ändern, weil mir eben vorher nicht bewusst ist, dass meine aussage missverstanden werden könnte. alternativ: vielleicht wird nichts missverstanden und meine aussage ist einfach scheiße.
inzwischen ziehe ich mich nach solchen vorfällen immer mehr zurück und sitze dann einfach da und fühle mich schlecht. das schema in gesprächen (meistens im voicechat) ist daher momentan oft folgendermaßen: ich sage etwas, was dann negativ aufgenommen wird. ich versuche, zu erklären. kurze zeit später passiert es nochmal. wieder versuche ich, zu erklären. habe dann aber bereits das gefühl, dass es egal ist, was ich sage und dass meine aussagen für eine negative atmosphäre sorgen. daraufhin ziehe ich mich aus dem gespräch zurück und sage erstmal nichts mehr, sondern höre nur noch zu. ich höre dann also zu, wie die anderen in der gruppe ohne mich interessante gespräche führen, lachen, sich gegenseitig nette sachen sagen und insgesamt sehr vertraut und positiv miteinander umgehen. währenddessen merke ich wieder, dass ich dort nicht gebraucht werde, vielleicht nicht einmal erwünscht bin. nachdem ich aufhöre, mich an dem gespräch zu beteiligen, dauert es dann ungefähr zwei stunden bis irgendjemand sagt: "ist ian eigentlich noch da?". dann schalte ich mein mikro an und bestätige, dass ich noch da bin. "bist du müde?" - "ja" - "ach so".
entweder bemerkt niemand, dass ich nichts sage. oder aber, es interessiert sie einfach nicht. oder es ist ihnen einfach sehr willkommen, dass ich nichts sage. oder sie denken, ich bin nicht daran interessiert, mitzureden. oder sie denken, ich bin beleidigt, weil ich kritisiert wurde.
in wahrheit habe ich das gefühl, dass es für mich nichts mehr zu sagen gibt. ich habe keine worte in mir, um etwas positives beizutragen. meine sprache ist wirr und dinge kommen anders heraus als ich sie meine. ich möchte keine negativen gefühle verursachen, somit ist es besser, ich schweige. und letztendlich wieder die erkenntnis: ich gehöre nicht unter menschen, ich trage nichts positives in mir und im grunde wäre es für alle angenehmer, wäre ich nicht da.

Könnte von mir sein.
Ich bin aus genau dem selben Grund hier, nur ohne Chat sondern wegen real life Gesprächen.

Und weil ich müde bin und keine Kraft mehr habe immer noch zu üben mich noch n ticken besser zu werden in der Kommunikation.

Ich habe Asperger und versuche wirklich höflich zu sein, versuche mit freundlicher Stimme und einem Lächeln zu sprechen, stattdessen werde ich angeschrien.
Oder ignoriert.

Fühle mich da jedes Mal wieder als wäre ich 3 Jahre alt und mal wieder meinem Vater im Weg...

Ich versuche wirklich so dolle, es gut und richtig zu machen und ich habe mich sogar viele Jahre für andere Menschen aufgeopfert. Ich habe eine Familie, Mann und Kind.

Ich spreche ruhig und gelassen? Man versteht mich falsch!

Ich bin offen (höflich!) und direkt? Ist falsch!

Egal was, egal WIE. Falsch, falsch, falsch.

Noch ist mein Sohn klein, aber wenn er älter ist, werde ich gehen und ihn bei seinem allerliebsten Papa lassen. Da störe ich wenigstens nicht mehr.

Ich habs versucht. Ich habs echt versucht.
 
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