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Ich vermisse so meinen Papa...

Liebe Yasi.Mein Vater ist seit drei Jahren tot.Er hat sich das Leben genommen.Ich war sehr lange traumatisiert ,da ich keinen Abschied hatte,wir durfte auch den Leichnahm nicht sehen.Es schmerzt noch immer und er fehlt mir sehr.Ich war lange Zeit depressiv ,aber ich kann dir sagen ,das Gefühl wird schwächer werden.Du lernst damit umzugehen.Der Tod ist eigentlich kein Tod,er ist ein Übergang in eine andere Bewußtseinsebene.Ich denke dein Vater hat seine Aufgabe auf Erden erfüllt und hat nun eine andere.Rede mit ihm in Gedanken ,er nimmt sie wahr.Mein Vater begegnet mir im Traum,denke ich oft an ihn.Ich spüre er ist bei mir und es geht ihm gut.sei zuversichtlich.Wir werden alle zum Licht (Gott)zurückkehren haben wir unsere Aufgabe hier erfüllt.Du trauerst.Du wirst merken daß du lernst damit zu leben.Ich habe eine kleine Tochter.Sie gibt mir Kraft dazu und ihr Lachen ist mein Trost und meine Zuversicht.Du sagst dein Vater war sehr positiv.Mag er dich nun so sehen?.Würde er nicht wollen ,daß du lachst und Freude hast.Will er dich leiden sehen.er war dein Vorbild.Lebe das weiter.Ihm geht es gut.Ich wünsche dir viel Kraft und die Menschen die dich leiten.Habe Zuversicht.
 
Hallo Yasi

Durftest du heute auch ein paar Sonnenstrahlen geniessen? Es tut so gut...aber der Alltag ist hart. Es geht mir wie dir, morgens kämpfe ich mich aus dem Bett - lasse den Wecker immer und immer wieder klingeln. Es fehlt an der Motivation das Leben einfach weiterzuleben wie bisher - denn ist doch alles nicht mehr wie vorher. Die Arbeit tut zwar gut - es lenkt etwas ab und lässt nicht 24-Stunden am Tag grübeln - und doch, denke ich oft: Müsste die Welt nicht still stehen? Wie kann alles einfach weitergehen als ob nichts passiert wäre...Wie kann ich weiterleben wie bisher? An meinem Arbeitsplatz wird auch nicht gross Rücksicht genommen, ob es mir nun gut oder schlecht geht, hauptsach die Arbeit ist erledigt. Wie geht es dir dabei? Hast du auch oft dieses Gefühl "dass es doch alles gar nicht sein kann"....Manchmal denke ich, ich schaff das alles gar nicht...

Mein Pap's musste sich einer Bypass-Op am Herz unterziehen - klingt zwar deftig, ist aber im Endeffekt heutzutage eine Routine-Op....und die Op hat er eigentlich auch gut überstanden - er hatte sogar schon vom nach Hause kommen geredet und was er noch allles tun muss....ohh gott, es ist alles so unfair...Ich versuche zu glauben und zu fühlen, aber all zu oft ist da einfach nur eine Leere...War dein Papa am Schluss noch ansprechbar? Ich frage mich so oft, wie viel er von all dem noch mitbekommen hat...

Schick einen Sonnenstrahl zu dir!
Liebe Grüsse
Cara
 
hallo ihr alle
u. euch einen lieben tag...

jemand von euch hat erzählt, daß alle übersehen, daß ein kind (auch wenn dieses erwachsen ist) genauso trauert wie die ehefrau/mann u. DAS völlig übersehen wird......
DAS stimmt leider u. grade ist von meiner freundin der papa gestorben u. sie selber, also meine freundin hat eh schon ganz viel um die ohren und ich hab ihr gesagt, daß sie mit den freunden ihrer mutti reden soll u. diese bitten soll, mutti mal zum kaffee einzuladen u. mutti bewußt zu machen, daß es eine trauergruppe gibt.
ich hab meine freundin so erlebt, daß sie wirklich damit überfordert war in ihrem traurigen zustand auch noch die mutti zu trösten u. für sie stark zu sein.
und wo ist die schulter für meine freundin?

ich denk, daß es wichtig ist, wenn man so traurig ist, daß man irgendwo auftanken kann u. sich nicht nur in der rolle der gebenden/starken befindet.

ich schicke euch allen sehr liebe gedanken
adele
 
Hallo Adele

Deine Worte sind so richtig! Ich weiss, dass es vorallem für meine Mam so unglaublich schwer ist - und doch, oft trifft es mich, wenn alle zu mir kommen und das Gefühl haben, ich müsse auf meine Mam aufpassen. Klar tue ich dies, so gut ich kann, ich erledige auch fast allen Papierkram - was echt nicht wenig ist - aber es trifft mich in dem Sinne, dass ich mich dann frage, ob die Leute auch daran denken, dass es mein Vater war. Dass auch ich diesen Verlust verstehen und verarbeiten muss....Weisst du, es ist bestimmt richtig, dass man mit den Freunden reden kann - sie bitten, auch mal auf einen Kaffee vorbei zu gehen - aber die Erwartungen, gerade an eine Tochter (das normale Rollenverhalten) sind gross - und die Umwelt geht sehr sehr schnell zum normalen Leben über (das merke ich bereits jetzt, nach 3 Woche...) aber für meine Mam und mich, wird es nie mehr das Selbe sein...

Es ist wichtig, Kraft aufzutanken....aber das Umfeld, die Mitmenschen, die Reaktionen - oder eben das nicht-Reagieren-können, macht es schwierig...Nur wenige gibt es, die offen auf mich zukommen - die Allermeisten sind wohl einfach froh, wenn sie sich nicht gross damit auseinander setzten müssen. Oft schöpfe ich meine Kraft alleine in der Natur, in der Kreativität oder in Worten, welche ich zum Beispiel hier nieder schreibe.

Ah ja, ich war bisher unter "Cara" zu lesen.
 
liebe cara
DAS macht mich wieder so betroffen, was ich von dir und anderen immer wieder höre.
ich kann gar nicht verstehen, warum die leute so gedankenlos sind.
hab DU wenigstens den mut mit den leuten zu reden und zu sagen, wie gerne du mutti unterstützen möchtest, aber einfach kaputt bist u. du noch zusätzliche hilfe brauchst, damit du nicht untergehst in DEINEM alltag.

und weißt du, denk bloß nicht "an andere leute" und "was die alles sagen könnten".
ich hatte meiner freundin, von der ich schon hier schrieb, empfohlen, daß sie menschen aussucht, die in betracht kommen würden, ma zu unterstützen u. dann hab ich ihr DRINGENDST geraten, der mutti zu sagen, (weil die mütter DAS vergessen in ihrem schmerz oftmals) daß auch sie einen schmerz zu verkraften hat u. sie DAS alles nicht leisten und bei mutti auffangen kann u. daß es eine trauergruppe gibt für ma, wo sie auch ältere damen findet, die das gleiche mitgemacht haben, denn die tochter weint um ihren PAPA und die mutter um ihren EHEMANN. DAS sind 2 paar versch. schuhe u. die TOCHTER braucht genaus unterstützung, damit sie ihren tag hinbekommt.

ich drück ganz lieb alle frauen hier
adele
 
guten abend alle miteinander!
ich freue mich immer wieder über eure zeilen, es tut gut mit menschen zu reden die einem verstehen..
caramella: ja, ich kann das ganze auch nicht begreifen, es ist noch total irreal...aber ich merke, dass mir die arbeit gut tut, dass sie mich auch wenn nur ein klein wenig ablenkt.
meiner mam geht es den umständen entsprechend, sie gibt sich jedoch alle mühe aus dem haus zu kommen was ihr auch sicherlich sehr gut tut..
doch es ist total schwierig, mein vater ist anf. jan. in ein koma gefallen, hatte eine sehr starke hirnblutung und ist 5 tage später ohne aufzuwachen für immer eingeschlafen...
meine mam hat mich angerufen ich solle dringend vorbeikommen, es war wie in einem notruf-film, die notärzte am bett von meinen eltern und mein vater lag da bereits in koma.
die ärzte meinten, ich solle nach ihn rufen, jedoch wusste ich in meinem inneren bereits, dass er nicht mehr antworten kann.
dann haben sie ihn ins krankenhaus gefahren und dann war er an den schläuchen angehängt...war in koma...
es war so hart...ich sehe ihn immer im bett liegen...und auch habe ich immer das bild von meinem vater, wie er im sarg liegt, er war mir zu diesem zeitpunkt so fremd, als ob gar nicht mein vater dort liegen würde....
ich bin so unsagbar traurig, mir fehlen die gespräche mit meinem vater, mir fehlt einfach auch nur sein "hallo schatz"....und wenn ich denke, dass er mir diese worte nie mehr sagen kann, dann könnte ich immer nur heulen...
er wird mir das ganze leben lang fehlen, es werden viele momente auf uns zukommen....ich darf noch gar nicht daran denken, manchmal habe ich auch das gefühl, dass ich das niemals verkraften kann.

ich schicke euch ganz liebe gute nacht grüsse und hoffe bald wieder von euch zu hören!

grosse umarmung!

yasi.

hier habe ich noch einen sehr schönen spruch betr. dem tod:

"Denk dir ein Bild, weites Meer.
Ein Segelschiff setzt seine weißen Segel und
gleitet hinaus in die offene See.
Du siehst, wie es kleiner und kleiner wird.
Wo Wasser und Himmel sich treffen,
verschwindet es.
Da sagt jemand: Nun ist es gegangen.
Ein anderer sagt: Es kommt.
Der Tod ist ein Horizont,
und ein Horizont ist nichts anderes als die Grenze unseres Sehens.
Wenn wir um einen Menschen trauern,
freuen sich andere, ihn hinter der Grenze wieder zu sehen"
 
Indigo:

ich spreche dir auch mein tiefes mitgefühl aus, es tut mir sehr leid für dich, was mit deinem vater passiert ist!
sei fest gedrückt von mir!

liebe grüsse,
yasi.
 

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