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Ich verliere seit einem Jahr Stück für Stück meinen besten Freund

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Hallo zusammen

Meine Geschichte erstreckt sich über ein Jahr, ich werde mich so kurz wie möglich fassen.

Vor ungefähr einem Jahr habe ich realisiert, dass ich für meinen besten Freund (21, wie ich) mehr als nur freundschaftliche Gefühle hege. Ich arbeitete bis November für den Bund und konnte ihn so nur einmal pro Woche sehen.

Anfangs konnte ich mir selbst meine Gefühle gar nicht eingestehen, da ich bis zu diesem Zeitpunkt der Meinung war, nur auf Frauen zu stehen (ich hatte bereits eine längere Beziehung zu einer Frau, mit sehr starken Gefühlen). Ich habe versucht, das ganze zu verdrängen, wodurch aber alles nur heftiger wurde. Ungefähr im August letzen Jahres hielt ich es nicht mehr aus und beichtete ihm mein Problem.

Er sagte mir klar, dass das, was ich mir vorstelle, so nie passieren wird. Wenn ich damit klar kommen würde, ändere sich für ihn nichts. Ich fand seine Reaktion toll und habe sein Verständnis geschätz.

Leider hat sich aber seit der Zeit im zivilen Leben (ab Dezember) herausgestellt, dass er es mehr oder weniger einfach unter den Teppich gekehrt hat. Ich sehe ihn wieder öfters, habe aber unglaubliche Mühe, damit klar zu kommen. Es ist für mich unmöglich, die Freundschaft zu beenden, auch wenn ich schon oft einen Anlauf gewagt habe. Ich mag ihn zu sehr, er ist für mich der wichtigste Mensch in meinem Leben.

Auf meine Frage, ob er sich Gedanken mache, wie es mir in dieser Situation geht, antwortete er, er mache sich keine Gedanken. Ich hätte von ihm erwartet, dass er sich dafür interessiert, wie es mir geht. Dass er versucht, sich ein zu fühlen.

Wer weiss, in welcher Situation ich mich befinde (zwischen Rückzug und Verzweiflung bzw. unermüdlicher Anstrengung, ihn als Freund behalten zu dürfen), kann sich vorstellen, dass ich seit ungefähr einem Jahr einen riesigen Kampf mit mir selber führe.

Mein Eindruck ist, dass er mich nicht versteht, war er oft auch sagt. Er mag es aber auch nicht, wenn ich dieses Thema anspreche, also kann ich mich nicht wirklich erklären (hatte schon x Versuche hinter mir). Hier ist zu erwähnen, dass er noch nie eine Beziehung hatte und noch nie verliebt war bzw. Gefühle für jemanden hegte. Er kann sich also auch nicht wirklich ansatzweise in diese Lage hineinversetzen, geschweige denn in meine Problematik.

Ich bin nicht geoutet, er ist der einzige, dem ich mich anvertraut habe, weil ich damals einfach nicht mehr anders konnte.

Er ist ein eher stiller Typ, der schlecht über Gefühle sprechen kann. Ich für meinen Teil finde es seltsam, dass wir zusammen verreisen können und er neben mir im selben Bett schläft (halbnackt). Manchmal habe ich das Gefühl, er hat praktisch keine Berührungsängste. Wenn es aber darum geht, Nähe zu zeigen oder er in Situationen kommt, in denen es um Scham geht (öffentliche Duschen z.Bsp.), blockt er total ab bzw. zeigt sich nie nackt (auch nicht vor anderen).

Ich verstehe sein Verhalten teils einfach nicht und bin mir nicht sicher, was mich bei dieser Freundschaft hält. Reicht die Tatsache, dass ich ihn sehr mag? Logisch ist immer eine Spur Hoffnung dabei, die kann man nicht verleugnen. Ich versuche aber immer, realistisch zu bleiben und mich nach und nach damit abzufinden.

Könnt ihr mir helfen?

Liebe Grüsse
Nolan
 
Lieber Nolan,

ich denke auch wie Du, dass Dein Freund sich Dir gegenüber sehr fair verhalten hat. Dass er mit Dir nicht über Deine Gefühle sprechen kann und will, kann ich nachvollziehen, denn er hat Dir ja sehr deutlich gesagt, dass da nichts laufen wird. Du investierst in Gefühlen; er nicht. Für ihn bist Du ein lieber Freund. Das ist etwas sehr wertvolles.

Nicht erwiderte Liebe tut weh, aber die Entscheidung, ob Du damit leben kannst liegt bei Dir, nicht bei ihm. Da kann Dir keiner helfen.

Du bist jung und hast noch so viel Zeit, Dich in jemanden zu verlieben, der Deine Liebe erwidert. Und das wird noch schöner werden, als Du es Dir jetzt vorstellen magst; denn das wird dann der Richtige Mensch für Dich sein.
Sei offen, neugierig und hoffnungsvoll...dann wird es Dir irgendwann gut gehen (mit Liebe).
Alles Gute wünsch ich Dir!🙂
 
Ob euch ein bisschen mehr Distanz gut tun würde ?

Dir würde es dann leichter fallen, dich auf einen neuen Partner einzulassen. Ab dann werden viele eurer Probleme ganz von selber verschwinden.

Sag deinem Freund aber, warum du auf Rückzug gehtst.
 
Danke euch zwei für eure Antworten, vielleicht kann mir noch jemand anders eine Meinung dazu sagen.

Wir hatten letzte Woche Streit. Es ging darum, dass er mich nicht versteht und er mir misstraut (unberechtigt). Seit letzter Woche geht es mir richtig beschissen, ich habe seit einer Woche sogar körperliche Beschwerden auf Grund dieser Belastung. Seit Freitag bin ich wieder daran, mich ihm anzunähern. Aber irgendwas ist anders. Er meldet sich von sich aus kaum. Wenn ich ihn anrufe oder ihm schreibe, dauert es ewig, bis er abnimmt oder zurück schreibt. Wenn ich mit ihm spreche, bleibt er monoton, keine farbige Stimme oder Begeisterung. Ich habe ihm gesagt, dass ich verstehe, dass es ihm nicht gut geht (ein naher Verwandter ist letztes Wochenende gestorben). Er meinte, ihm ginge es gut, er wisse nicht was ich meine. Darauf hin sagte ich ihm: Ich habe dich heute noch kein einziges Mal lachen gesehen.

Seit dieser Aussage lächelt er immerhin ab und zu wieder. Aber er ist seltsam. Ich weiss nicht, ob er versucht Abstand zu mir zu gewinnen oder ob ihn der Tod des Verwandten so sehr beschäftigt (was ich aber eher nicht glaube).

Ich habe Freitag und Samstag versucht, ihn aus der Reserve zu locken und das Eis zu brechen, aber viel ändert sich nicht. Da er für den Ausgang nie Kaugummis hat, habe ich ihm sogar welche gekauft, habe also an alles gedacht und er hätte das nicht erwartet, da bin ich mir sicher. Ich will ihm zeigen, dass ich ihn sehr gut kenne. Er weiss es so oder so.

Er macht mich mit seinem Verhalten unsicher, ich fühle mich, als würde er mich wegstossen wollen, damit meine Gefühle sich verändern (im Stil von: wenn ich es nicht kann, nimmt er es nun in die Hand). Ich kann nicht schon wieder mit ihm sprechen oder sagen, wie ich mich fühle, er meint immer, ich sei bei ihm an der falschen Adresse wenn es ums sprechen über unsere Probleme geht.

Letzte Woche habe ich dazu gesagt, ob ich dann nicht allgemein bei ihm an der falschen Adresse bin, wenn ich nicht einmal mit ihm sprechen kann. Er sagte "ja vielleicht", soweit ich das verstanden habe.

Keine Ahnung wie es weiter geht, ich gebe mir unendlich viel Mühe, um diese Freundschaft zu erhalten. Nur glaube ich, dass wenn er sich nicht öffnet und mir zeigt, dass er mich als Freund will, also auch mal einen Schritt auf mich zu macht es nur noch die Möglichkeit gibt, ihn aufzugeben. Das ist das letzte in meinem Leben was ich möchte. Alles, nur das nicht.

Versteht ihn jemand von euch, anhand meiner Schilderungen? Wie kann ich mit einem solchen Menschen umgehen, der sich nicht öffnet, mit mir spricht und unantastbar ist?
 
Ich bin ein bisschen verwirrt.
Weißt du eigentlich, was du willst ? Was ist dein Ziel ?

Wenn ich mir deinen Text durchlese.... So schreibt ein Mann, der verliebt ist.
In einer Männerfreundschaft ist es normal, dass man sich auch mal ein paar Wochen nicht sieht.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass du das Herz eines Hetro-Mannes gewinnen kannst. Je näher du ihm rückst, umso mehr zieht er sich aus Selbstschutz zurück.
Sorry..... Ist meine Meinung zum Thema.

Nachtrag: Wäre es nicht gut, wenn du mehrere Freunde und Freundinnen hättest ? Bzw. dich mehr auf diese konzentrieren würdest?
 
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