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Ich suche Menschen, die in ihrer Gedankenwelt gefangen sind

  • Starter*in Starter*in -Mythos-
  • Datum Start Datum Start
M

-Mythos-

Gast
Hallo,

möglicherweise klingt es etwas ungewöhnlich, aber je intensiver ich darüber nachdenke, desto mehr komme ich zu dem Schluss, dass es wahrscheinlich gar nicht so ungewöhnlich ist.

Ich suche Menschen, die genau wie ich, nicht dazu in der Lage sind, ihren Kopf, also ihre Gedanken auszuschalten.

Ich will jetzt hier nicht in Kürze erklären, warum ich zu so einem Menschen wurde und was die Gründe dafür sind, dass alles so ist, wie es ist.

Ich suche halt wie gesagt andere Menschen, die auch nicht mehr dazu fähig sind, abzuschalten oder zu entspannen, sondern deren Denkmaschine praktisch rund um die Uhr in Bewegung ist. Ich weiß nicht, wie ich das mal eben so auf die Schnelle beschreiben soll. Egal, was ich tue, egal, was ich mache, ich bin ständig nur am Grübeln und ich bin mit meinen Gedanken praktisch ständig in der Vergangenheit. Hätte, wenn und wäre………..früher konnte ich Menschen nicht verstehen, die so gedacht haben und nun bin ich selber so geworden. Es war nicht immer so. Ich war mal ein gnadenloser Optimist und Spaßvogel, der Klassenclown schlechthin, in jeder Hinsicht, und habe sämtliche Steine, die mir das Leben in den Weg gelegt hat, beiseite geschoben, mal einfacher, sicherlich auch mal mit mehr Anstrengung, aber irgendwie ist mir das immer gelungen. Aber diese Zeiten sind lange her und seit vielen Jahren gehe ich immer nur noch mit den Gedanken durch das Leben, dass ja früher alles viel besser war oder warum ich hier und da nicht anders gehandelt habe. Durch dieses gedankenverlorene Leben isoliert man sich immer weiter und ist nicht mehr in der Lage, das Positive im Leben zu sehen, was ja durchaus existent ist, aber ich bin nicht dazu in der Lage, darüber nachzudenken.

Wie gesagt, mein Kopf arbeitet und arbeitet und das kostet mich mehr Energie, als jede noch so harte Tätigkeit, die ich je gemacht habe.

Ich könnte mir vorstellen, dass es auch andere Menschen gibt, denen es so geht, oder denen es vielleicht so ging und dir mir sagen können, was ihnen geholfen hat.

Ich bin mittlerweile ziemlich hilflos, weil ich das Gefühl habe, dass das reale Leben immer weiter an mir vorbeizieht, während ich in meiner Gedankenwelt verloren, beziehungsweise gefangen bin.

Wenn es jemanden gibt, dem es ähnlich geht oder der mir Ratschläge geben kann, wie ich da raus komme, würde ich mich sehr darüber freuen, wenn du dich bei mir meldest.


Viele Grüße
-Mythos-
 
Dein Hirn findet keine Ruhe, kann nicht abschalten...
Die Ruhe braucht es aber - wenn nicht - ... naja, wäre dann ein Fall für ein Psycho... 🙄

Verarbeiten, Abschalten, Ruhe..................... L E R N E N !!!
 
Hallo Mythos,

Ich würde mal sagen, du bist in deinen Gedanken `hängengeblieben`. Daraus kommst du nur mit `handeln`. Du solltest verarbeiten, was noch nicht verarbeitet ist, dann verwendest du deine Energie sinnvoller. Das ständige `denken`wie es mal war, wie es sein könnte, bringt dich nicht weiter. Das sind Energiefresser ohne Ende. Aufstehen, und etwas dagegen tun, wäre mein Rat. Hat dich ein bestimmtes Ereignis dazu veranlasst im Gedankenrad zu bleiben, aus dem du nicht mehr rausgefunden hast?

lg Nell
 
Ich musste das leider auch kennenlernen. Die Verwandlung von einem lebensfrohen Optimisten zu einem Trauerkloß.

Schlich sich ganz heimlich an mich ran, wurde auch lange nicht bemerkt. Habe es unter...nicht gut drauf...verbucht. Kennt jeder. Ich fand nur nicht mehr zurück. Wurde immer wieder krank geschrieben. 6 Monate lang vegetierte ich so vor mich hin, dann konnte ich es nicht mehr aushalten. Ich schluckte alles an Tabletten die ich zu Hause hatte, trank eine Flasche Whisky...und dachte ich hätte es endlich geschafft.

Meine Schwester hat mich gefunden und in die Psych gebracht. Geschlossene...weil man mir ja nicht trauen konnte.

Die ersten zwei Tage waren Horror, danach fing ich langsam wieder an zu leben.

Ich wurde verstanden... ein Gefühl das ich lange nicht hatte, weder von mir noch (keiner konnte mir helfen) von Freunden, die es nicht wissen konnten, weil ich es nicht erlaubt habe.

Durch den Aufenthalt in der Klinik habe ich gelernt, dass es jeden treffen kann, nichts mit Versagen oder Unfähigkeit zu tun hat.

Ich wurde nicht wieder so wie ich mal war...aber ich lebe wieder.

Ich kenne dieses Grübeln, nicht schlafen können, verzweifelt zurück zu wollen.

Such dir Hilfe, ich habe es alleine nicht geschafft da wieder raus zu kommen
 
Zunächst einmal würde ich mir an Deiner Stelle keine großen Gedanken darum machen.
( leichter gesagt als getan, gell? )
Du schläfst doch sicherlich - dann hat Dein Hirn normalerweise ausreichend Erholung. Es sei denn, Du leidest vielleicht unter einer Schlafstörung, die Dich dieser Erholungsphase beraubt....
Im Übrigen denke ich, dass jeder Mensch in seiner Gedankenwelt gefangen ist .... es stört nur kaum Jemanden, weil sich die meisten Leute keine Gedanken darüber machen 🙂
Ich glaube, dass der Mensch in der Lage ist sein Bewusstsein zu fokussieren .... gib Deinem Hirn und Deinen Gedanken nicht so viel Gewicht ..... denn Deine Gedankenwelt ist nur ein kleiner Teil von Dir, der sehr gut auch ohne Deine ständige Aufmerksamkeit zurecht kommt!
Lenke Dein Bewusstsein statt dessen intensiver auf die anderen Teile Deiner Existenz - auf die körperliche Ebene zum Beispiel, oder auf die emotionale Ebene, oder auf die seelische Ebene .....
 
Hallo mythos,

ich glaube ich weiß was du meinst. Manchmal hab ich das Gefühl, es geht mir ähnlich.
Würde mich über einen Meinungsaustausch (gerne auch per PN) freuen, um zu erfahren,
was es genau bei dir betrifft.

Gruß,

Marc.
 
hallo du,

ich hatte das "problem" auch. habe einmal bei einem super lehrer meditiert und war danach für einige stunden schön entspannt, da die gedanken "fortegeflogen" waren.


ich habe damals viele sachen nicht verstanden im leben. und fing an nachzudenken. die schule hat das noch begünstigt. die vielen bücher und medien zum lesen gaben noch zusätzlich daten für meine hirnnachdenkmaschine. abschalten. es gibt viele verschiedene wege dazu. wichtig ist, dass man die aufmerksamkeit auf was anderes lenkt, damit man dieses fast schon krankhafte nachdenken abstellen kann. mir hat unter anderen meditation geholfen oder gartenarbeit! alle wo ich meine gedanken "ablenken" konnte. nicht mehr aktiv nachdenken. eher spüren, sein. dadurch entspannt man sich auch.

sport ist auch so etwas, wo der mensch macht, um "abzuschalten".

es sind ja auch unsere gedanken, die auf den körper einwirken.

es gibt auch noch den weg, dass du "angstvolle" gedanken uminterpretierst. wenn du das selber nicht gut kannst, brauchst du jemanden mit erfahrung und vertrauen (!!!), der dir dabei hilft. kann aber mitunter sehr schwer sein. aus diversen gründen. panikdenken, katastrophendenken.. es hilft manchmal auf den nächsten berggipfel zu steigen und runter aufs tal zu schauen um mal eine andere perspektive zu bekommen.

sorry, das ist jetzt alles sehr kurz geschildert. aber es gibt eben viele methoden gedanklich abzuschalten oder auf deine gedanken einzuwirken. manchmal führen auch so gedanken, dass man hartnäckig an was dran bleibt und sich mühe gibt.

mir reicht es schon manchmal einfach aufzustehen und mein dreckiges geschirr in der küche abzuwaschen um mal kurz auf andere gedanken zu kommen. oder putzen. oder was auch immer. tätig sein. mit dem körper. rausgehen, joggen, fahrrad fahren, den körper anstrengen halt. oder eben bewusste entspannungsübungen, wo ich dann nur noch "bin".
 
Hallo!

Was ich dir wirklich empfehlen kann ist schreiben... Also, bei mir ist das ähnlich. Ich denke zu viel nach, bzw. meist über das Schlechte, Sachen, die man nicht ändern kann, nur ertragen usw. alte Vergangenheit, die droht kaputt zu machen... Irgendwann hab ich mal angefangen zu schreiben, erst Tagebuch und dann irgendwann später Geschichten, Bücher... man kann da wirklich viel abladen, verarbeiten in so einer Ersatzwelt, damit man nicht irgendwann platzt - nach dem Schreiben gehts einem für eine Zeit lang wieder besser und man hat einen klaren Kopf für die Realität - versuch das mal, ist ne gute Therapie, wirklich.

Ansonsten, du kannst mir auch gern ne PN oder so schreiben, wo man sich besser austauschen kann, ich höre/lese dir gerne zu.

Liebe Grüße,
Moloko +
 
Hallo,

zuerst einmal einen ganz großen Dank an euch alle, die mir hier geantwortet haben.

Ich habe vieles von den Dingen, von denen ihr erwähnt habt, dass sie mir möglicherweise helfen könnten, schon ausprobiert, also auch früher schon.

Das mit dem Schreiben, wie du "Moloko" es mir vorschlägst, mache ich auch schon seit vielen Jahren sehr intensiv. Es hilft dann auch tatsächlich temporär. Selbst wenn man über die Dinge schreibt, die einen so sehr bewegen, ist man durch das Aufarbeiten sehr abgelenkt. Aber in dem Moment, in dem ich aufhöre, falle ich in der Regel auch sofort wieder in meine Gedankenwelt zurück.

Auch Sport mache ich sehr intensiv, wie du, "Gast", es mir rätst. Früher hat es mir tatsächlich geholfen. Immer, wenn ich Sport gemacht habe, fühlte ich mich besser; Und auch der Rest des Tages verlief dann in der Regel etwas besser. Aber es hat sich geändert. Es hilft nicht mehr richtig. Ich fühle mich dann zwar körperlich immer besser, aber der Sport holt mich nicht mehr aus meinen Gedanken. Ich habe einen wahnsinnigen Schreck bekommen, als mir das auffiel.

Ich gehe schon seit Jahren bei jeder sich mir bietenden Gelegenheit spazieren. Selbst das Wetter spielt da keine Rolle für mich. Egal, ob es schneit, regnet, oder ob die Sonne scheint, ich versuche so oft es geht, aus der Wohnung raus zu kommen, denn innerhalb meiner Wohnung fühle ich mich wie in einem Gefängnis. Auch das hat mir früher temporär geholfen, aber irgendwie geht mir auch diese Hilfe langsam abhanden. Dafür kann ich ein ziemlich gutes Beispiel geben.
Meine Eltern, oder besser gesagt meine Mutter (mein Vater starb vor 2 Jahren (nein, ich habe dadurch kein Trauma oder so erlitten)) lebt seit 22 Jahren auf Ibiza. Es gibt kaum eine schönere Natur, als dort. Ich bin übrigens derzeit gerade für einige Wochen hier. Früher habe ich hier gesessen und über die Wunder der Natur gestaunt. Ich habe darüber gestaunt, wie die Gekkos nachts an den Fenstern hochgekrabbelt sind, oder wie das unglaubliche Ameisenvolk Dinge, die 10 Mal so groß sind, wie sie selber, durch die Gegend transportieren, oder wie die Fledermäuse in der Dämmerung durch ihr Echolot an den Bäumen vorbeidüsten. Aber ich habe den Blick für die Wunder dieser Welt verloren. Ich habe sie genau vor Augen und kann sie nicht mehr sehen.
Was gibt es schöneres, als am Meer zu liegen und dem Rauschen der Wellen zuzuhören!? Ich kann es nicht mehr. Ich liege dort und meine Gedanken nehmen mich gefangen.

Ich habe oft überlegt, meine Heimatstadt zu verlassen, einfach um eine totale Veränderung herbeizuführen, in der Hoffnung, dass mir das vielleicht hilft. Aber bisher hat mir der Mut dazu gefehlt. Und es ist ja in der heutigen Zeit auch nicht mehr ganz so einfach, mal eben einen Job zu finden, in dem man sich einigermaßen wohl fühlt. Und mein Job ist derzeit mein wichtigster Halt.

Mir ist bewusst, dass ich es alleine nicht schaffen werde, aus dieser Situation rauszukommen, aber ich musste feststellen, dass es nicht ganz so einfach ist, einen Psychologen zu finden, der einem helfen kann, beziehungsweise dem gegenüber man wirklich bereit ist, sein inneres Seelenleben anzuvertrauen. Vertrauen ist ein kostbares Gut und es gibt nur sehr wenige Menschen, denen ich das entgegenbringe.


Ich werde mich in den kommenden Tagen bei allen melden, die mir angeboten haben, dass ich sie persönlich anschreiben darf.

Nochmal ganz viel Dank euch alle für eure Bemühungen, mir zu helfen.

Liebe Grüße
-Mythos-
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

mir geht es seit längerer Zeit ganz genau so. Das Leben zieht an mir vorbei, mein eigenes Leben. Ich kann meine Gedanken einfach nicht abstellen, ganz egal was ich tue. Inzwischen habe ich alle Menschen, die mir nahe standen vergrault aus meinem Leben. Darüber hinaus bin ich auch dabei mein Studium zu verhauen und allgemein habe ich das Gefühl in der Schwebe zu stehen. Ich schwebe über dem Abgrund, viel fehlt nicht und ich falle. Am Anfang dachte ich, das ist nur eine Phase und ich habe mit meinem besten Freund darüber gesprochen, aber es half nichts. Je mehr ich redete und mich öffnete, um so weniger fühlte ich mich verstanden. Und heute rede ich mit niemandem mehr. War bei verschiedenen Psychologen, ich war geschockt wie wenig man mich verstand. Es sollte nun ein Aufenthalt in der psychosomatischen Klinik folgen, aber ich habe in der Zeit Klausuren und muss arbeiten, weil ich nur Aushilfsjobs habe und es mir nicht leisten kann auszufallen für Wochen. Ich habe mich in meinem ganzen Leben noch nie so alleine, einsam und verloren gefühlt. Und ich habe Schlimmes erlebt. Ich war immer die Starke, die alles gepackt hat. Inzwischen packe ich noch nicht mal meine eigene Gedankenwelt. Das aller schlimmste ist, das man mit niemandem reden kann. Man hält die Fassade aufrecht und hofft das dies ewig so weiter geht. Doch ich befürchte das dies nicht möglich ist. Ich weiß auch nicht was ich Dir raten soll; Ich weiß nicht was hilft...
Alles Gute auf jeden Fall.
 

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