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Ich schaffe es nicht, etwas regelmäßig zu tun

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Lisa_18

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Hallo liebe User,
ich habe ein großes Problem. Es belastet mich sehr stark in meinem Alltag.
Ich schaffe es nicht, etwas regelmäßig zu tun. Das bedeutet, ich habe es vor ein paar Jahren kaum geschafft, in die Schule zu gehen. Ich hatte unglaublich viele Fehlzeiten. Trotzdem habe ich irgendwie meinen Abschluss geschafft.
Danach war ich erst mal sehr froh.
Ich habe mich dann für eine Ausbildung beworben, die ich unbedingt machen wollte. Die ersten paar Wochen waren auch super schön. Aber dann wurde es wieder zu viel. Die ganzen Mitschüler dort, die ich eigentlich fast alle sehr nett fand, die Lehrer -auch alle sehr nett- und zuletzt dann der Betrieb in dem ich gearbeitet habe.. Es wurde mir alles zu viel. Ich fand es zwar schön dort und der Stoff war unglaublich einfach (die Klausuren habe ich alle ohne lernen bestanden). Aber es wurde mir zu viel. So wie jedes Mal.🙁
Dabei bin ich unglaublich ehrgeizig und habe ganz klare Vorstellungen und Ansprüche an mich selbst.
In der Schulzeit habe ich Depressionen bekommen und seitdem geht es nur noch bergab.
Ich habe die erste Ausbildung abgebrochen und habe mich danach unglaublich doll geschämt. Ich wollte auch nichts mehr mit den Mitschülern zu tun haben, weil es mir so peinlich war.🙁
Ich schaffe es einfach nicht, morgens aus dem Bett zu kommen. Ich fühle mich dann plötzlich krank und habe Panik vor den anderen Leuten dort.. Das ist furchtbar. Dabei ist es, wenn ich mich dann doch aufraffen kann, immer schön, doch hingegangen zu sein. Aber meistens kostet mich das Aufraffen zu viel Kraft und ich bleibe zu Hause. Ich liege dann im Bett und bin stinksauer auf mich, weil ich wieder versagt habe.
Nach der ersten Ausbildung habe ich, ein halbes Jahr später, eine andere Ausbildung begonnen. Sie ist der ersten thematisch nicht ganz fern und machte mir noch mehr spaß. Bei dieser Ausbildung ist es so, dass zuerst der ganze theoretische Teil kommt und dann die Praxis. Danach eine Abschlussprüfung und das war's. Bei der ersten war es immer in Blöcke aufgeteilt.
Den theoretischen Teil habe ich fast ohne Fehlzeiten hinbekommen. Das war ein Riesenerfolg für mich. Ich hätte mir das nie zugetraut. Aber dann kam der praktische Teil und ich bin schon nach einer Woche "krank" geworden.
Versteht mich nicht falsch. Ich feiere nicht krank in dem Sinne. Ich fühle mich richtig krank. Teilweise kriege ich Fieber oder bin total erkältet, bekomme Blasenentzündungen oder furchtbare Kopfschmerzen.:wein:
Und dazu kommt die Angst. Ich habe sehr viel Angst, ein totaler Versager bei der Arbeit zu sein. Ich will alles perfekt machen und alles zu 100% wissen. In den Ausbildungen habe ich mich aber oft vernachlässigt gefühlt. Ich wurde auf Arbeiten losgelassen, die ich noch nie gemacht habe und das, obwohl das überhaupt nicht legal ist... Aber das interessiert dort niemanden, denn es ist da Gang und Gäbe. Wenn ich dann Fragen gestellt habe, wurde ich angemotzt oder mehr oder weniger ignoriert.
Nach dem ich den ersten praktischen Teil endlich (mit 3 Wochen Verschiebung) fertig hatte, kam der zweite und letzte praktische Teil. Ich habe mich dort direkt viel wohler gefühlt, aber die Anspannung war auch noch viel größer. Denn da ging es dann "um die Wurst". Da musste ich mit meinem Wissen glänzen und sehr aktiv sein. Ich weiß zwar deutlich mehr, als meine Mitschüler, aber ich habe eben diese Angst, die mich in allem hemmt. Ich komme sehr schüchtern und verlegen rüber. Dabei habe ich einfach nur Angst. Panik.🙁

Ich habe vor zu studieren. Die Ausbildung(en) mache ich übergangsweise. Eigentlich wollte ich dieses Jahr mit der zweiten Ausbildung fertig sein, um in dem Metier zu arbeiten und dann Ende des Jahres eine neue Ausbildung beginnen. Ich bin sehr interessiert an den Themen und es macht mir sehr viel Spaß. Schon letztes Jahr habe ich mich für die neue Ausbildung beworben und gleich drei Zusagen bekommen. Aber ich hatte wieder Angst, dass ich es nicht schaffe und deshalb habe ich alles abgelehnt.. Das war schrecklich und jetzt läuft es mir hinterher.

Ich sitze den ganzen Tag zu Hause rum, mache den Haushalt und warte darauf, dass mein Freund abends wieder kommt. Ansonsten lese ich sehr viel und arbeite mit Entspannungsübungen und einem Traumabuch. Ich bin seit ein paar Jahren in Therapie. Es geht mir seitdem auch deutlich besser, aber wenn ich dieses RIESENPROBLEM anspreche, sagt mein Therapeut jedes Mal: Das hat doch noch Zeit, entspann dich. Mach dir nicht so viel Stress, es kommt alles von selbst. Du musst erst mal ein Fundament bauen.
Aber es regt mich AUF. Ich fühle mich wie ein Versager. Und meine Familie UND meine Freunde bestätigen mir das jedes Mal wenn es heißt "bist du eigentlich mal mit der Ausbildung fertig? Du wolltest doch letztes Jahr fertig sein..." oder "du machst ja im Moment eh nichts, liegst uns nur auf der Tasche und du willst studieren? Willst du nicht lieber bei der Ausbildung bleiben?".
NEIN :mad: Will ich nicht. Ich habe den Traum von dem Studium schon, seit ich klein bin. Und seitdem habe ich versucht, darauf hin zu arbeiten. Aber dann kam diese blöde Depression und diese blöde Trauma dazwischen und haben alles so furchtbar schwer gemacht.
Ich WILL arbeiten. Ich WILL diese Ausbildungen machen. Aber ich bin zu schwach. Ich habe Angst.
Könnt ihr mir helfen?

Danke für's Lesen.

Lisa
 
Hallo,
kannst du nicht mit deinem Abschluß direkt studieren ?
Warum der Umweg ?
Erfülle dir einfach diesen Traum direkt 🙂
Lg
Ralf
 
kenne ich nur zu gut.
man selbst steht sich im weg.
ich bin borderlinerin und habe seit 5 jahren burnout und unterleibschmerzen und nagelpilz
 
Danke für eure Antworten.
@Wunschtraum (passender Name 😉)
Das Fach, das ich studieren möchte, hat einen sehr hohen NC, deshalb bin ich gezwungen zu warten 🙁

Ich frage mich, wie ich aus diesem Teufelskreis rauskomme.
Ich möchte ja gerne regelmäßig
- lernen
- zur Ausbildung / Arbeit gehen
oder eben auch nur Hobbys regelmäßig machen. Egal was.
Ich schaffe es einfach nicht. Es wird irgendwann zu viel und auf einmal habe ich Angst, dort hin zu gehen. Auch wenn es mir eigentlich Spaß macht.

Was kann man da machen?
 
Meine Güte, das beschreibt ganz genau auch meine Situation. Ich bin jetzt 30, seit über 10 Jahren breche ich alles ab und bringe nichts zu Ende, obwohl ich es so sehr möchte. Schulen, Ausbildung, Jobs, Sport, Hobbies und sogar soziale Kontakte halten nicht lange 🙁 Erst läuft alles super, manchmal sogar ein Jahr lang ohne Fehlzeiten arbeiten gehen. Doch dann kommt das "alte" Muster wieder durch, ich schaffe nix, kann nicht mehr aufstehen, und der Frust steigt, um jeden Tag wo ich mich nicht aufraffen kann, mehr und mehr. Das Krankmelden beim Arbeitgeber fällt mir besonders schwer, also mache ich das dann auch nicht mehr. Ich hasse mich so sehr für mein Verhalten und das ich einfach nicht "normal" sein kann. Ein normales, funktionierendes Leben führen wie jeder andere auch... :'(

Der Thread ist ein knappes Jahr alt...falls du das hier liest, wie geht es dir mittlerweile?

Und falls noch jemand einen Rat hat, bitte schreibt ihn gerne.

LG, die Jess
 
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