Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Ich möchte normal sein

GenerousFly

Mitglied
Hallo,

Ich bin 26 und arbeite als MFA im Labor eines Krankenhauses.

Seit meiner Geburt fühle ich mich anders. Ich wurde immer als zu ruhig bezeichnet.

In der Schule war das sogar ein großes Problem, wodurch ich nur das Fachabitur mit einer 3,5 geschafft habe. 2017 verstarb mein Opa und ich wurde 3 Monate später mit dem Turner Syndrom diagnostiziert. Meine Lehrer wussten damals davon nichts.

Die Berufsschule habe ich dann aber im Juni 2023 mit einer 1,6 abgeschlossen.

Ich wohne noch zu Hause, bin aber gerade auf der Suche nach einer Wohnung. Ich bin auch noch Single und Jungfrau(leider) bzw. glaube ich, dass ich auch auf Frauen stehe. Meine Familie weiß dies noch nicht und macht sich auch lustig, dass ich noch keine Wohnung habe und Single bin(ich wäre nicht normal etc.)

Ich war auch für eine Zeit in Therapie, habe nach der Schule ein FSJ gemacht. Es ging mir für eine Zeit gut, habe es sogar geschafft auf ein Stadionkonzert alleine zu gehen, einzelne Bekanntschaften zu schließen.

Ich war im Dezember mit meinem Onkel und seiner Freundin im Urlaub. Sie ist der Meinung, dass ich keine eigene Meinung habe und falsch bin(Ich bin sehr introvertiert und sensibel). Ich solle anfangen Alkohol zu trinken, ich wäre langweilig und es wäre nicht normal in so einem Alter noch so zu sein.

Ich habe zwar Bekanntschaften/Freunde, mit denen ich mich treffe. Allerdings muss ich diese Leute anschreiben, weil sie sich von selber nicht melden und bei Fremden fühle ich mich unwohl und möchte mich mit den meisten gar nicht privat treffen.

Ich fühle mich zwischen den meisten Menschen unwohl, wie ein Alien. Außer wenn ich lese, Musik höre, Sport mache etc. Ich besuche auch manchmal Taylor Swift-Partys aber selbst dort habe ich das Gefühl, dass ich dort nicht hingehöre oder man sagt mir, dass es peinlich wäre, ich dafür zu alt bin.

Ich habe natürlich auch Fehler gemacht, sehr komische Sachen gesagt. Ich bin schließlich nicht perfekt.

Trotzdem habe ich das Gefühl, dass ich hier nicht her gehöre und für immer alleine bleiben werde. Ich weiß nicht wieso ich so bin oder wieso ich so geboren wurde. Ich würde einfach gerne normal sein.
 
Trotzdem habe ich das Gefühl, dass ich hier nicht her gehöre und für immer alleine bleiben werde. Ich weiß nicht wieso ich so bin oder wieso ich so geboren wurde. Ich würde einfach gerne normal sein.
Hast du dich schon mal in Foren für Menschen mit Behinderung umgeschaut? Es gibt auch passende Kontaktbörsen für romantische Beziehungen.
Es ist nicht schlimm, anders zu sein als die Norm. Aber man sollte sich zusammentun.
 
Ich würde einfach gerne normal sein
Das finde ich total nachvollziehbar.

Trotzdem schau an, was für die anderen "normal" ist und ob das wirklich zu Dir passt. Es ist schwer, anders als die Mehrheit zu sein und als junger Mensch ist man oft noch so unsicher oder weiß noch gar nicht so richtig, was man will.

Ich habe ca. bis 40 gebraucht, um das für mich klar zu haben.

Welche Einschränkungen bringt das Turner-Syndrom für Dich?

Ich würde Dir raten, Dich auf den Weg zu machen. Dich zu befreien von dem, was andere so finden, wie Du sein solltest. Dann findest Du auch in Gruppen/ Communities, in die Du passt.
 
Ich glaube der einzige Fehler an dir ist das du die fehler bei dir selbst suchst.

Und leider hast du eine Umgebung mit Menschen die Unsensibel und Ignorant sind. das ist jetzt dein 3. Beitrag den ich lese und es belastet dich immer dein Umfeld. Ich wünsche die das du mal einen echten Freund findest (nicht Partner/in) damit du mal merkst wer/was du bist und nicht sein musst wie andere 😉 Davon gibt es ehh schon genug.

"Ich war im Dezember mit meinem Onkel und seiner Freundin im Urlaub. Sie ist der Meinung, dass ich keine eigene Meinung habe und falsch bin(Ich bin sehr introvertiert und sensibel). Ich solle anfangen Alkohol zu trinken, ich wäre langweilig und es wäre nicht normal in so einem Alter noch so zu sein."

Interessante Aussage übrigens: sei du selbst und mache alles anderen Menschen nach und nicht was du magst -.- Finde den Fehler, und er liegt nicht bei dir
 
Ich würde einfach gerne normal sein.

Vorweg: mit Dir ist nichts falsch. Du bist weder kaputt, noch peinlich und erst recht nicht weniger wert als andere.

Das Turner-Syndrom erklärt einiges von dem, was Du beschreibst – vor allem Sensibilität, Erschöpfbarkeit und dieses dauernde Gefühl, anders zu sein. Es erklärt aber nicht Deinen Wert als Mensch. Und es macht Dich nicht „unnormal“.

Du hast trotz schwieriger Voraussetzungen eine Menge geschafft:
Du hast eine Ausbildung abgeschlossen, Deine Berufsschule sehr gut beendet, ein FSJ gemacht, Therapie angenommen, bist allein auf Konzerte gegangen und hast soziale Kontakte aufgebaut. Das ist keine Schwäche, das ist unter diesen Voraussetzungen eine erhebliche (besondere) Leistungsfähigkeit, auf die Du stolz sein kannst. Daß andere sie nicht sehen liegt daran, daß sie nicht in Deinen Schuhen laufen. Sie ahnen nichts vom Zusatzgewicht, das Du bei alldem auf Deiner Schulter hattest. Also fühlen sie nicht mit Dir und ordnen Deine Leistungsfähigkeit falsch ein, sogar Deine ersten Lehrer. Sei nachsichtig mit ihnen, denn sie wissen so gesehen nicht, was sie tun.

Was Du erlebst, geht vielen introvertierten, sensiblen Menschen auch ohne Turner-Syndrom schon so. Das eigentliche Problem ist nicht Deine Art, sondern ein Umfeld, das Lautsein, Alkohol, Anpassung und Daueraktion für „normal“ erklärt und alles andere abwertet.

Daß Du nicht trinkst, nicht flirtest, nicht dauernd unterwegs bist, ist kein Defizit. Es ist eine Persönlichkeit, die diese Bedürfnisse nicht hat. Wer Dir Alkohol empfiehlt, damit Du „normaler“ wirst, hat selbst ein Problem – nicht Du.

Deine Sexualität geht niemanden etwas an – Ende Gelände. Daß Deine Familie Druck macht, ist belastend, aber es sagt nichts über Deine Richtigkeit aus. Es zeigt deren Grenzen, nicht Deine.

Gleichzeitig ist es wichtig, daß Du anfängst, mehr für Dich selbst zu tun – aber bitte nüchtern, praktisch und vor allem ohne Selbstverleugnung.

1. Hör auf, Dich an Menschen zu messen, die völlig andere Voraussetzungen haben. Introversion, Sensibilität und Turner-Syndrom sind keine Charakterfehler, sondern Rahmenbedingungen. Du mußt sie nicht „wegtrainieren“.

2. Bau Dir Schritt für Schritt ein eigenes Leben außerhalb Deiner Familie auf. Wohnungssuche weiterführen, auch wenn es zäh ist. Selbst ein kleines, ruhiges Alleinleben verändert Dein Selbstbild und reduziert den familiären Druck enorm.

3. Such Dir Kontakte nach Inhalt, nicht nach Lautstärke oder Alter. Lesen, Musik, Sport, Fandoms, ruhige Interessen – das sind Deine Milieus. Hör auf, Dich in Gruppen zu zwingen, in denen Du Dich jedes Mal falsch fühlst. Das führt zu Selbstverschleiß.

4. Therapie ja – aber mit klarem Ziel. Nicht, um Dich anzupassen, sondern um Selbstabwertung, Dauerzweifel und dieses „Ich bin ein Alien“-Gefühl zu bearbeiten. Wenn Therapie Dich nur funktionaler, aber nicht stabiler macht, verfehlt sie ihr Ziel.

5. Lerne kurze, klare Sätze für Grenzverletzungen:
„Das ist Deine Meinung, nicht meine.“
„Darüber diskutiere ich nicht.“
„Ich trinke keinen Alkohol.“
Nicht erklären, nicht rechtfertigen, nicht verteidigen.

6. Akzeptiere nüchtern, daß Dein Leben vermutlich anders verlaufen wird als das vieler Gleichaltriger. Später, leiser, weniger konventionell. Das ist keine Niederlage, nur eine andere Spur, nämlich Deine. Sobald Du aufhörst, dagegen anzukämpfen, wird es leichter.

Natürlich gehörst Du hierher. Auch wenn es sich oft nicht so anfühlt. Menschen wie Du finden ihren Platz häufig später – weil sie tiefer ticken und sich nicht verbiegen. Das sind echte Qualitäten. Sie werden nicht schlechter dadurch, daß Dein Umfeld sie nicht wahrnimmt.

„Normal“ ist keine erstrebenswerte Kategorie, da Durchschnitt. Dein Ziel sollte kein normales, sondern ein tragfähiges Leben sein, das Dich nicht dauerhaft erschöpft und beschämt. Sieh Deinen Kopf als inneren Ort, an dem Du in Dir selbst ruhen und zuhause sein kannst. Ein Zuhause, von dem aus Du Dein Umfeld mit gesunder Skepsis beobachten kannst, ehe Du entscheidest, bei wem Du Dir Nähe überhaupt vorstellen willst. In Deinem jetzigen Milieu verdienen die meisten sie offenbar gar nicht.
 
[Offtopic ON]Nicht jeder Beitrag stammt von ChatGPT, nur weil er ordentlich strukturiert ist.[Offtopic OFF]
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben