Hallo,
also ich finde das auch nach der langen Zeit die inzwischen vergangen ist verständlich. Ich hab viel über Trauer gelesen um mir momentan selbst beim Verarbeiten vom Tod meines Vaters zu helfen. Von Experten wird demnach sehr oft beobachtet, dass Menschen sich wie Du keine Zeit zum trauern nehmen... und es heißt, dass die Trauer sich dann früher oder später doch eine Weg aus der Verdrängung an die Oberfäche suchen wird. Oft haut sie denjenigen dann plötzlich um zu einem Zeitpunkt an dem er es am wenigsten erwartet hätte oder gebrauchen kann. Vielleicht durch irgendeinen kleinsten Auslöser. Gerade darum soll es ja so wichtig sein sich bewußt mit der eigenen Trauer zu beschäftigen und sie zu durchleben, statt zu verdrängen.
Dass aber Außenstehende wie Dein Mann reagieren ist wohl leider auch häufiger der Fall. Auch das ist etwas was ich von Psychologen gelesen habe: Dass gerade der Tod der eigenen Eltern gesellschaftlich als kaum bedeutend heruntergespielt und erwartet wird, dass er für (erwachsene) Kinder ganz schnell und einfach zu überwinden wäre. Grade dies sei aber unglaublich paradox und ein dummer Irrglaube. Denn die Eltern-Kind Beziehung ist eine der aller prägensten im Leben eines Menschen überhaupt! Eltern sind ja unsere Herkunft, unsere Wurzeln... und solange man sie hat, ist man auch immer noch ein bisschen das "Kind" - also weiß man in der Regel, dass da jemand ist der einen meist bedingungslos und sicher liebt... dass man im äußersten Notfall oder nur wenn man einen Rat braucht immer zu Mutter oder Vater gehen könnte. Wenn also ausgerechnet jener Mensch mit all seiner Bedeutung die ein Elternteil hat stirbt, dann bricht für die Kinder all das zusammen. Man fühlt sich verloren, entwurzelt, verlassen... und dann ist da noch die sehr enge, innere Verbindung und Liebe die nun wegbricht. Wo sollte das also bitteschön eine Lapalie sein und wieso sollte man nach einem so einschneidenden Ereignis wieder einfach zum Alltag übergehen können?? Ein Irrglaube wie gesagt!
Ich stecke selbst noch ganz tief in der Trauer, daher weiß ich leider auch nicht wirklich wie man das ganz bewältigt, bzw. ich kann Dir kein Patent-Rezept nennen mit dem Verlust Deiner Mutter abschließen zu können. Vielleicht könntest Du aber bewußt versuchen Dich mit dem Thema Trauer auseinanderzusetzen. Hast Du Bilder Deiner Mutter? Vielleicht kannst Du sie aufstellen und in Gedanken mit ihr sprechen... Abschied nehmen und Dich bewußt liebevoll an sie erinnern. Und weine wenn Dir danach ist! Vielleicht erleichtert es Dich. Die Grabstelle ansich ist gar nicht so wichtig! Gibt es stattdessen einen anderen, schönen Ort den Du mit Deiner Mutter in Verbindung bringst und der eine Erinnerung mit ihr bedeutet? Vielleicht könntest Du dann dort einmal hinreisen um Dich ihr nahe fühlen zu können.
Alles Liebe!!