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Ich komme nicht damit klar, dass mein Freund und ich nicht alles teilen

sawarama

Neues Mitglied
Mein Freund und ich sind schon lange zusammen, jetzt haben wir uns gestritten und da kam bei raus, dass er mit mir nicht über absolut alles was in seinem Leben vorgeht reden will. Umgekehrt findet er auch dass es Thema in meinem Leben gibt, wo er nichts zu sagen kann oder will und die ich lieber mit jemand anderem besprechen soll.

Das ist erstmal total vernünftig aber macht mir trotzdem mega zu schaffen. Ich habe nicht wirklich jemanden mit dem ich so eng bin wie mit ihm. Und es verunsichert mich auch weil ich an ihm hauptsächlich geschätzt habe dass wir eben über alles reden können.... Also dass er sozusagen Geliebter, Mitbewohner, beste Freundin Therapeut und Lifecoach in einem für mich ist.

Wie komme ich damit klar?
 
Es kann unglaublich einengend wirken, wenn du alles - egal ob gut oder schlecht - mit nur einem einzigen Menschen teilen willst und auch eine entsprechende Erwartung an ihn hast, es dir gleichzutun. Tatsächlich würde ich sagen, er tickt da deutlich entspannter als du und es wäre gut, wenn du für dich etwas von dieser Entspanntheit übernehmen könntest.

Wenn du sonst niemanden hast ist das zunächst erst einmal dein Problem. Der Vorteil ist, dass dann auch du diejenige bist, die es lösen kann. Gibt es niemanden in deiner Familie, mit dem/der du es besonders gut kannst? Tante, Cousine o.ä. - und wie sieht es mit der Familie deines Freundes aus? Hast du keine Freunde?

Freundschaften kann man sich ja auch jederzeit noch aufbauen. Je jünger du bist, desto einfacher ist es - z. B. über Vereine oder andere Interessensgruppen. Vielleicht gibt es ein Thema, das für dich zum neuen, bereichernden Hobby werden könnte und das dich mehr interessiert als deinen Freund. Solche Themen, die man mal für sich hat, können sogar einen Beitrag zur Lebenszufriedenheit leisten. Und oft trifft man dann auch Gleichgesinnte, die zu Freunden werden können, die dann auch für Gespräche oder Treffen abseits des Hobbys zur Verfügung stehen.

Tatsächlich muss man nicht alles mit dem anderen teilen, ohne das das gleich als Nachteil in einer Beziehung gesehen werden muss. Das Gegenteil ist nach meiner Erfahrung der Fall.
 
Zuletzt bearbeitet:
Dass so etwas im Streit ausgesprochen wird, und das, nachdem man schon sehr lange Zeit zusammen ist, empfinde ich auch als sehr verletzend. Entweder Du wirst wütend und bläst ihm ordentlich den Marsch, oder Du ziehst daraus Deine Konsequenzen.
Immerhin stehst Du nun vor einer grossen Desillusion und das Gefühl, hingehalten oder gar ausgenützt worden zu sein, ist auch nicht so abwegig.
Folglich: Auf in den Kampf oder .....
 
Dein Freund ist da sehr viel realistischer als du:

Ich finde es schon zu viel, wenn manche sagen, der Partner/die Partnerin sei gleichzeitig bester Freund/beste Freundin, schon das halte ich für eine Fixierung, die nicht gut sein kann.

Und nein, dein Freund ist nicht dein Therapeut. Da weigert er sich völlig zurecht, und ja, ich glaube, das hält keine Beziehung aus.

Er scheint zu spüren, dass du ihn völlig vereinnahmen möchtest. Glaub mir: Das ist der sicherste Weg, jemanden zu verlieren, ich habe es schon oft genug im Umfeld beobachtet.
 
Was war denn der Auslöser/Anlass für Eueren Streit?
Ich war wegen einer gemeinsamen Bekannten genervt und wollt das mit ihm besprechen. Hatte eben sonst niemanden der was dazu sagen konnte und er kennt sie ja auch.
Wir konnten uns aber nicht wirklich einigen...bzw meinte er dann dass er nicht immer alle meine Probleme lösen kann, vor allem nicht wenn es mit ihm nicht direkt zu tun hat. Und dann kam so eins zum anderen und was ich oben geschrieben habe war so unser gemeinsames Fazit. Aber ich fühle mich trotzdem vor den Kopf gestoßen.

Gibt es niemanden in deiner Familie, mit dem/der du es besonders gut kannst? Tante, Cousine o.ä. - und wie sieht es mit der Familie deines Freundes aus? Hast du keine Freunde?
Habe leider keine Familie mehr. Mit der Familie von meinem Freund bin ich nur auf "Smalltalk" Ebene. Freunde ja, aber nur ein paar und...da hab ich das gleiche Problem. Mir reicht das irgendwie nicht dass jeder nur für einen bestimmten Lebensbereich da sein kann...ich finde das so befreiend wenn eine Person für alles da ist und ich mir vorher keine Gedanken machen muss welche Themen angemssen sind. Ich weiß nicht wieso.

Tatsächlich muss man nicht alles mit dem anderen teilen, ohne das das gleich als Nachteil in einer Beziehung gesehen werden muss. Das Gegenteil ist nach meiner Erfahrung der Fall.
Ja schon. Das lustige ist ja dass es eigentlich auch ein zwei Sachen gibt, wo mein Freund nicht so ein guter Gesprächspartner ist. Aber damit komme ich auch nicht klar weil ich ihm nicht das Gefühl geben will dass er nicht genug wäre oder ich was vor ihm verheimlichen würde

Immerhin stehst Du nun vor einer grossen Desillusion und das Gefühl, hingehalten oder gar ausgenützt worden zu sein, ist auch nicht so abwegig.
Ich glaube so krass ist es gar nicht. Das Problem liegt schon mehr bei mir als bei ihm.

Die Frage ist, welche Bereiche des Lebens er nicht mit dir teilen möchte.
War jetzt nichts verrücktes dabei...ich glaube es ging ihm nur darum, dass ich erwarte alles zu wissen, also mindestens genauso viel wie seine Eltern oder seine Kumpels
 
Zuletzt bearbeitet:
Auch der Partner hat ein Anrecht auf eine gewisse Privatsphäre und muss mMn nicht alles bis auf den kleinsten Nenner mit der Partnerin besprechen, umgekehrt genauso.

Ich finde es kann auch ein wenig belastend und zu viel für einen Menschen sein, wenn er der einzige Ansprechpartner in deinem Leben für all deine Themen ist. Was der Partner aber niemals nie sein sollte, ist ein Therapeuten-Ersatz. Das ist einfach nicht gut für eine Partnerschaft auf Dauer und zu viel, was man da dem Partner aufbürdet.
 
Ich verstehe deinen Freund und finde deine Erwartungshaltung auch zu doll. Meiner Meinung nach ist es in einer Partnerschaft wichtig, dass man eben nicht ,,alles" ist (zum Beispiel Therapeut) sondern in erster Linie Partner/Partnerin mit allem, was dazu gehört. Wenn zu viele Rollen übernommen werden, kann sich das sehr negativ auf die partnerschaftliche Beziehung und Ebene auswirken. Von daher finde ich die Aussage deines Partners total vernünftig.

Was du tun kannst? Dir ein größeres soziales Umfeld schaffen. Freunde kann man sein Leben lang finden. Und wenn du das Gefühl hast, du brauchst einen Therapeuten oder einen Life Coach, dann such dir einen! Davon gibt es heutzutage doch genug.
 

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