E
~Elly
Gast
Einen guten Abend euch allen,
ich schreibe hier weil ich ein großes Problem mit meinen Eltern im speziellen mit meinem Vater habe.
Wir hatten schon immer unsere Streitigkeiten. Als ich noch zur Schule ging war ich nicht gerade sonderlich fleißig, habe so gut wie nie meine Hausaufgaben gemacht, meine Noten waren eher schlecht als recht, doch zur Mittleren Reife hin hat sich das alles verbessert. Mein Vater jedoch gab mir nicht wirklich das Gefühl meine Verbesserungen anzuerkennen.
Vielleicht sollte ich es hier erwähnen dass ich eine 2 jahre ältere Schwester habe, zu der ich auch ein sehr gutes Verhältnis habe. Allerdings war sie schon immer die hübschere, die klügere und allgemein die beliebtere von uns beiden. Wirklich eifersüchtig war ich nie, nur hatte ich schon immer das Gefühl das es für mich schwieriger ist Anerkennung (von meinem Vater) zu gewinnen.
Es gab einige hochs und tiefs. Ich absolvierte ein freiwilliges soziales Jahr und machte die Fachhochschulreife (Schnitt 2,4). Da ich unschlüssig war was ich studieren sollte ging ich als Aupair nach Neuseeland, lebte bei einer tollen Gastfamilie und passte auf die Kinder des Hauses auf.
Jetzt bin ich seit einem Monat wieder in Deutschland und komme mit meinem Vater einfach auf keinen gemeinsamen Nenner. Angefangen hat es mit meiner Studienplatzbewerbung. Der Abgabetermin überschnitt sich ganz blöd mit meinem Rückflug aus Neuseeland. Es endete so dass mein Vater persönlich die Unterlagen bei der FH einreichte. Er war sauer (verständlich) und ich im Pack- und Abschiedsstress. Kurz unsere Telefonate waren ziemlich frostig.
Bei meiner Ankunft in Deutschland fielen wir uns natürlich trotzdem um den Hals, schließlich liebe ich ihn, was ja auch auf Gegenseitigkeit beruht. (Jedenfalls gehe ich doch mal stark davon aus 😉 )
In der kommenden Zeit hing ich ziemlich in der Luft. Ich wartete auf die Zusage der Uni und kämpfte mit Jetlag und Kulturschock. Mein Vater war immer sehr gereizt wenn er von der Arbeit kam und ich zog mich immer mehr zurück um dem Ärger auszuweichen. Mein Freund und Helfer in der Not war mein Laptop. Ich spielte viel und ich spielte lang. Bis mir mein Vater den Laptop wegnahm. Geändert hat das nichts - statt am Laptop zu sitzen habe ich jetzt eben immer ein Buch vor.
Meine Studienplatz-Zulassung ging ein, ich schrieb mich an der FH ein und begann nach einer WG zu suchen, da die FH zu weit entfernt ist um täglich zu pendeln. Dies tue ich von dem Computer meiner Schwester (die ein Auslandssemester macht). Meinen Vater scheint das auch nicht zu stören. Als er mir dann allerdings vorwarf warum ich diese und jene Mail nicht gelesen hätte, ging mir fast die Hutschnur hoch. Ich habe natürlich gleich sämtliche Passwörter geändert. Seither ist die Stimmung noch schlimmer.
Ich habe das Gefühl er hat einen regelrechten Kontrollzwang, traut es mir nicht zu dass ich eine WG finde, das ich mich überhaupt darum bemühe. Er meinte ich sei bockig und trotzig wie eine 13-jährige.
Sobald er nach Hause kommt flüchte ich in mein Zimmer, wenn wir längere Zeit gemeinsam in einem Raum sind (z.B. zum Abendessen) knistert es förmlich zwischen uns. Es ist so weit das ich ihm nicht mehr ins Gesicht schauen kann ohne das mir Tränen in die Augen steigen und ich mich ständig frage was eigentlich passiert ist das es so weit gekommen ist. Mit am Schlimmsten für mich ist aber, dass es meine Mutter natürlich auch fertig macht. Heute sagte sie mir es ginge ihr schrecklich, es würde Krieg im Haus herrschen und ich sei die Ursache. Und das tut weh. Das tut so schrecklich weh.
Aber sobald ich mich um etwas Frieden und Harmonie bemühe fühlt sich das alles so aufgesetzt an, als würden alle Beteiligten nur so auf das nächste Donnerwetter warten.
Mich macht das als sehr harmoniebedürftigen Menschen so fertig und eigentlich will ich nurnoch weg und Abstand von der Situation gewinnen. In meine WG -so ich eine finde- werde ich allerdings erst anfang Oktober ziehen können und wie ich jetzt so einen ganzen Monat überstehen soll kann ich mir nicht vorstellen.
Ich weine mich regelmäßig in den Schlaf, schlafe schlecht, bin total überreizt, fühle mich schwach und hilflos, bin schrecklich nah am Wasser gebaut, habe keinen Apetit mehr und würde am liebsten den ganzen Tag im Bett verbringen, mit der Bettdecke über die Ohren gezogen. Meiner Mutter will ich das aber nicht antun und so leiste ich ihr tagsüber Gesellschaft und fliehe erst wenn mein Vater kommt.
Ich weiß nicht wie und ob ihr mir helfen könnt. In erster Linie hat es schon einmal gut getan sich das alles von der Seele zu schreiben.
Wenn sich das jetzt jemand durchgelesen hat würde ich mich über ein paar (neutrale) Meinungen freuen.
Darf mir (20 Jahre) mein Vater meinen Laptop wegnehmen den er mir einmal geschenkt hat?
Hat er ein Recht darauf mitzuverfolgen von wem ich Mails bekomme? (In meinen Mails gelesen hat er nach eigenen Angaben nicht)
Wie kann ich wieder ein normales Verhältnis zu ihm Aufbauen?
Wie schaffe ich es ein normales Gespräch mit ihm zu führen ohne gleich das Weinen anzufangen?
Meine Mutter meint ich stecke in einer Depression. Anfangs habe ich das abgestritten, mittlerweile bin ich mir da nicht mehr so sicher. Wie seht ihr das?
Das sind so die Fragen die mich im Moment beschäftigen. Vielleicht weiß ja jemand Rat?
Ich bin dankbar für alles, schlimmer als es jetzt ist kann es eigentlich nicht mehr werden
Alles Liebe,
Elly
ich schreibe hier weil ich ein großes Problem mit meinen Eltern im speziellen mit meinem Vater habe.
Wir hatten schon immer unsere Streitigkeiten. Als ich noch zur Schule ging war ich nicht gerade sonderlich fleißig, habe so gut wie nie meine Hausaufgaben gemacht, meine Noten waren eher schlecht als recht, doch zur Mittleren Reife hin hat sich das alles verbessert. Mein Vater jedoch gab mir nicht wirklich das Gefühl meine Verbesserungen anzuerkennen.
Vielleicht sollte ich es hier erwähnen dass ich eine 2 jahre ältere Schwester habe, zu der ich auch ein sehr gutes Verhältnis habe. Allerdings war sie schon immer die hübschere, die klügere und allgemein die beliebtere von uns beiden. Wirklich eifersüchtig war ich nie, nur hatte ich schon immer das Gefühl das es für mich schwieriger ist Anerkennung (von meinem Vater) zu gewinnen.
Es gab einige hochs und tiefs. Ich absolvierte ein freiwilliges soziales Jahr und machte die Fachhochschulreife (Schnitt 2,4). Da ich unschlüssig war was ich studieren sollte ging ich als Aupair nach Neuseeland, lebte bei einer tollen Gastfamilie und passte auf die Kinder des Hauses auf.
Jetzt bin ich seit einem Monat wieder in Deutschland und komme mit meinem Vater einfach auf keinen gemeinsamen Nenner. Angefangen hat es mit meiner Studienplatzbewerbung. Der Abgabetermin überschnitt sich ganz blöd mit meinem Rückflug aus Neuseeland. Es endete so dass mein Vater persönlich die Unterlagen bei der FH einreichte. Er war sauer (verständlich) und ich im Pack- und Abschiedsstress. Kurz unsere Telefonate waren ziemlich frostig.
Bei meiner Ankunft in Deutschland fielen wir uns natürlich trotzdem um den Hals, schließlich liebe ich ihn, was ja auch auf Gegenseitigkeit beruht. (Jedenfalls gehe ich doch mal stark davon aus 😉 )
In der kommenden Zeit hing ich ziemlich in der Luft. Ich wartete auf die Zusage der Uni und kämpfte mit Jetlag und Kulturschock. Mein Vater war immer sehr gereizt wenn er von der Arbeit kam und ich zog mich immer mehr zurück um dem Ärger auszuweichen. Mein Freund und Helfer in der Not war mein Laptop. Ich spielte viel und ich spielte lang. Bis mir mein Vater den Laptop wegnahm. Geändert hat das nichts - statt am Laptop zu sitzen habe ich jetzt eben immer ein Buch vor.
Meine Studienplatz-Zulassung ging ein, ich schrieb mich an der FH ein und begann nach einer WG zu suchen, da die FH zu weit entfernt ist um täglich zu pendeln. Dies tue ich von dem Computer meiner Schwester (die ein Auslandssemester macht). Meinen Vater scheint das auch nicht zu stören. Als er mir dann allerdings vorwarf warum ich diese und jene Mail nicht gelesen hätte, ging mir fast die Hutschnur hoch. Ich habe natürlich gleich sämtliche Passwörter geändert. Seither ist die Stimmung noch schlimmer.
Ich habe das Gefühl er hat einen regelrechten Kontrollzwang, traut es mir nicht zu dass ich eine WG finde, das ich mich überhaupt darum bemühe. Er meinte ich sei bockig und trotzig wie eine 13-jährige.
Sobald er nach Hause kommt flüchte ich in mein Zimmer, wenn wir längere Zeit gemeinsam in einem Raum sind (z.B. zum Abendessen) knistert es förmlich zwischen uns. Es ist so weit das ich ihm nicht mehr ins Gesicht schauen kann ohne das mir Tränen in die Augen steigen und ich mich ständig frage was eigentlich passiert ist das es so weit gekommen ist. Mit am Schlimmsten für mich ist aber, dass es meine Mutter natürlich auch fertig macht. Heute sagte sie mir es ginge ihr schrecklich, es würde Krieg im Haus herrschen und ich sei die Ursache. Und das tut weh. Das tut so schrecklich weh.
Aber sobald ich mich um etwas Frieden und Harmonie bemühe fühlt sich das alles so aufgesetzt an, als würden alle Beteiligten nur so auf das nächste Donnerwetter warten.
Mich macht das als sehr harmoniebedürftigen Menschen so fertig und eigentlich will ich nurnoch weg und Abstand von der Situation gewinnen. In meine WG -so ich eine finde- werde ich allerdings erst anfang Oktober ziehen können und wie ich jetzt so einen ganzen Monat überstehen soll kann ich mir nicht vorstellen.
Ich weine mich regelmäßig in den Schlaf, schlafe schlecht, bin total überreizt, fühle mich schwach und hilflos, bin schrecklich nah am Wasser gebaut, habe keinen Apetit mehr und würde am liebsten den ganzen Tag im Bett verbringen, mit der Bettdecke über die Ohren gezogen. Meiner Mutter will ich das aber nicht antun und so leiste ich ihr tagsüber Gesellschaft und fliehe erst wenn mein Vater kommt.
Ich weiß nicht wie und ob ihr mir helfen könnt. In erster Linie hat es schon einmal gut getan sich das alles von der Seele zu schreiben.
Wenn sich das jetzt jemand durchgelesen hat würde ich mich über ein paar (neutrale) Meinungen freuen.
Darf mir (20 Jahre) mein Vater meinen Laptop wegnehmen den er mir einmal geschenkt hat?
Hat er ein Recht darauf mitzuverfolgen von wem ich Mails bekomme? (In meinen Mails gelesen hat er nach eigenen Angaben nicht)
Wie kann ich wieder ein normales Verhältnis zu ihm Aufbauen?
Wie schaffe ich es ein normales Gespräch mit ihm zu führen ohne gleich das Weinen anzufangen?
Meine Mutter meint ich stecke in einer Depression. Anfangs habe ich das abgestritten, mittlerweile bin ich mir da nicht mehr so sicher. Wie seht ihr das?
Das sind so die Fragen die mich im Moment beschäftigen. Vielleicht weiß ja jemand Rat?
Ich bin dankbar für alles, schlimmer als es jetzt ist kann es eigentlich nicht mehr werden
Alles Liebe,
Elly