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Ich kenne noch kaum jemanden an der Uni, was tun?

G

Gast

Gast
Hallo zusammen

Wie schon der Titel sagt, studiere ich an einer Uni und nun läuft schon die dritte Woche meines ersten Semesters. Im Grunde habe ich mich schnell an das neue Leben gewöhnt, doch ich habe noch keine wirklichen Bekannschaften in meiner "Klasse" machen können. Ausserhalb meiner "Klasse" habe ich schon ein paar Leute kennen gelernt, doch das ist im Moment auch noch nichts Grosses.
Ich glaube, ich habe es verpasst! Wenn man in der dritten Woche noch niemanden gefunden hat... Die meisten lernen sich ja schon am ersten Tag kennen. Bei mir hat das nicht geklappt und jetzt haben sich schon kleine Grüppchen gebildet. In die komme ich wohl nicht mehr so einfach rein.
Ja, okay, ich bin ja auch eher introvertiert. Ich war noch nie gut im Freundschaftschliessen. Okay, wenn ich ehrlich bin, stört es mich nicht so gross, keine Freunde zu haben. Ich habs ja nie anders gekannt.
Naja... ich weiss einfach nicht, was ich tun kann. In den Pausen bleib ich meist sitzen oder gehe was essen... ja, ich weiss, ich geh den Leuten aus dem Weg. Aber ich hab das immer so gemacht. Mir ist es einfach peinlich, wenn andere merken, dass ich alleine bin.
Ich brauche einfach jemanden, weil man an der Uni nicht alleine lernen soll! Tut mir leid, wenn das alles jetzt so negativ klingt... sooooo schlimm ist es nicht.
Aber ich möchte trotzdem was daran ändern. Ach ja noch was, viele Leute kommen mir einfach arrogant rüber, vielleicht ist das das Problem.
Ich will nicht mein ganzes Leben alleine sein! Was kann ich tun? Ist es noch nicht zu spät?
 
Hallo Gast,

auch ich bin nun die 3. Woche am studieren, allerdings an einer Fh.
Bei uns war es auch so, dass sich am ersten Tag schon kleine Gruppen gebildet haben, ich habe direkt ein paar nette Mädels kennengelernt. Von Tag zu Tag lernt man nun neue Leute kennen.
Mir ist aufgefallen dass die Leute aufeinander zu gehen, indem sie sich einfach in Gespräche einklinken, nachfragen und erzählen. So werden kleine Gruppen größer und Leute schließen sich zusammen. Es wird wirklich niemand blöd angeschaut, wenn er sich einfach mal zu anderen gesellt. Auch in der Mensa war es so, wir saßen schon an einem Tisch und es kamen Mädels dazu, die noch alleine waren, die dann einfach gefragt haben, ob sie sich zu uns setzen dürfen. So haben sich dann nette Gespräche entwickelt. Man ist ja auch erwachsen und sieht die Dinge etwas anders, als in der Schule.

Es ist auf keinen Fall zu spät für dich, du musst allerdings die Initiative ergreifen. Lächel die Leute mal an, die dir sympatisch erscheinen, unterhalte dich mit ihnen und stelle Fragen zu Vorlesungen. Du wirst sehen, es geht schneller, als man denkt.

Ich wünsche dir alles Gute & Kopf hoch!

Steffi
 
Hallo,



Du sagtst auf der einen Seite, das Du keine Freunde brauchst, weil Du es ja gewohnt so bist von der Schulzeit?!
Auf der anderen Seite sagst Du, dass Du nicht alleine sein willst und dich doch irgenwie nach Kontakten / Freundschaften sehnst.
Ich bin ein Mensch, der auch nur sehr wenige Freunde hat.Aber daran gebe ich mir selbst die Schuld, weil ich mich irgendwann, wie Du auch an den Zustand des alleineseins gewöhnt habe, und ich mir einbildete, keine Freunde zu brauchen.Dies stimmt jedoch nicht, ein Mensch braucht immer irgendeinen, sonst wird man irgendwann verbittert, einsam und isoliert sich.
Du hast aber die Besten Bedingungen Freunde kennenzulernen, durch die Uni.Das erfordert mühe und Kraft, wenn man introvertiert ist, aber Mühe lohnt sich.Du bist noch am Anfang, also ist in dem Punkt noch alles offen.Ändere Deine Sichtweise und denk postiv.Beobachte Deine Komolitonen, wie sie sich einbringen und Kontakte herstellen.Stell dich zu Menschen, die dir symphatisch sind und versuche dich einzubringen durch Small-Talk.Jeden Tag ein bisschen mehr.Klar gibt es immer Menschen, die man nicht mag, das ist normal und geht jedem anderen auch so.
Was ich Dir noch empfehlen kann ein VHS-Kurs über Selbstbewusstein und Komunikation.


Alles Gute !
 
Schau dir mal verschiedene Studentenorganisationen an. Dort lernt man immer Leute kennen. Schau einfach, was dir am besten gefällt und dort bleibst du denn.

Ich bin seit 5 Jahren mit dem Studium fertig- zu Kommilitonen habe ich kaum noch Kontakt, zu den Leuten aus meiner Studentenorganisation immer noch sehr viel🙂Die Zeit würde ich nicht missen wollen.
 
Hey,
mach dir keine Sorgen - obwohl Heidegger ja der Meinung ist, dass das Leben "nur" Sorge sei 😉.
Absolut gar nichts ist dadürch verloren, dass du in der dritten woche noch niemanden zum Lernen kennen gelernt hast ...
Denn: Dass du in der Uni nicht alleine lernen sollst ist nicht auf deine privaten Kontakte bezogen, sondern vielmehr auf die Arbeitsweise in der Wissenschaft im Allgemeinen. Du wirst im Laufe deines Studiums sehr oft die Gelegenheit bekommen mit anderen zusammen arbeiten zu können, unabhängig davon ob du die anderen magst, sie dich mögen und selbstverständlich ohne Rücksicht darauf ob du dazu Lust hast. Dabei handelt es sich allerdings um Gelegenheiten, so wie du auch die Gelegenheit haben wirst interdisziplinär zu arbeiten, dich auf geeignete Stellen in der Uni selbst zu bewerben, dich auf zutreffende Stipendien zu bewerben etc. Es obliegt deinem Gutdünken ob du diese Gelegenheiten ergreifst. Anders ausgedrückt: Das Studium ist auch in diesem Punkt in direkter Weise von deiner Eigenverantwortung abhängig!
Dass du studierst bedeutet nicht, dass du deine Freiheit und Unabhängigkeit in einer Weise selbst beschneiden musst, die es verhindern würde/könnte dich selbst noch zu ertragen. Daher: Wenn dir die anderen irgendwie zuwider sind, verschwende möglichst deine Zeit NICHT damit sie besser kennen zu lernen. Bedenke immer auch, dass die anderen auch Zeit für dich aufbringen müssen, damit du dann nach dem Kennenlernen vielleicht nur entgültig sagen kannst: "Ne, passt nicht. Danke. Next!".
Sollte es dir darum gehen Freunde zu finden, solltest du vielleicht zu allererst darüber nachdenken, was für Konsequenzen das auf dein Studium haben könnte, wenn dich deine "Freunde" permanent umgeben. Stell dir doch einfach vor, dass du derzeit in einer übergroßen Firma deine Ausbildung absolvierst, in der du ganz viele gleichgestellte Kollegen, aber nicht unbedingt genauso viele Gleichgesinnte hast.
Ich wünsche dir viel Glück und Erfolg in deinem Studium 🙂
 
Hi!

Du musst dich da wohl selber ein wenig coachen. Bei anderen braucht einem im Grunde nichts peinlich sein. Wenn man mal einen schlechten Tag hat und eben mal ein wenig erzählt, was nicht gut ankommt, dann vergessen Menschen auch schnell. Die Hauptsache ist, dass du dich nicht verlierst. Wenn du weißt, wer du bist, deine Einstellungen hast, dann musst du mal einfach Leute anquatschen. Stell dir die Uni doch mal als riesengroß vor, nicht nur das Gebäude, sondern auch die Anzahl der Menschen dort.

1. bist du nicht gezwungen dazu, Leute aus deinem Studiengang zu finden oder aus deiner Gruppe gar zu haben. Du könntest Freundschaften mit allen möglichen Studis schließen und auch mit älteren aus deinem Studiengang. Alles ist möglich, nur nicht aufgeben und meinen, alles wär zu spät. Meinst du wirklich die Allianzen, die sich da gerade formen, halten für immer und ewig? Mitnichten!

Gut, du bist zurückhaltend, aber man kann versuchen, da an sich zu arbeiten. Du wirst schon Wesenszüge haben, die auch nach außen spürbar für andere sind. Geh denen doch nicht aus dem Weg. Stell dich wo dazu. Man darf sich nicht beschweren, nicht beachtet zu werden, wenn man gar nicht vor den Augen der anderen auftaucht.

Du könntest versuchen sowas wie Unisport zu belegen oder nen Sprachkurs von der Uni mitzumachen. Da lernst du doch auch andere kennen.

Oder kennst du das Gequassel während Vorlesungen? Naja, du sollst nicht 90 Minuten unaufhörlich Gespräche führen, der Stoff muss ja auch noch hängenbleiben, aber wenn mal was schwer ist und alle um dich ne Runde ächzen, wäre es auch nicht schlimm, mal sich an den Nachbarn zu wenden und ne Runde mitzuächzen..Klingt jetzt doof auf den ersten Blick, aber geteiltes Leid schafft Gemeinsamkeiten.

Interesse an deinen Mitmenschen kann auch niemand schlimm finden. Wenn du z.B. siehst, dass jemand ein Buch liest, kannst du ihn drauf ansprechen und was fragen...Kontaktaufnahme hat auch was Experimentelles!

Ich würd mich an deinen Kommilitonen nicht festbeißen. Was nicht klappt, klappt halt nicht, muss ja nicht auf ewig so bleiben.

Ich war auch mal so, dass ich irgendwie immer was Anstößiges an den Leuten gefunden hab, wie du mit deiner Arroganz bei den anderen. Naja, das Dumme ist, es führt zu nichts. Du wirst nie rausbekommen, wie jeder tickt. Du hast nur Vorstellungen drüber und die anderen auch über dich. Man muss sich halt abfinden mit dem ersten Eindruck, der bei dir noch entsteht, weil du dich schützen willst. Nur weil dein Leben mit Freundschaften nicht optimal lief, heißt das nicht, dass dir jemand das an der Nasenspitze ansieht und meint, dass da der Looser kommt. Die sehen doch nur, dass du ein Neuer bist, der anscheinend nicht so auf Gesellschaft steht...denk mal nicht, die haben alle tausend Gedanken nur über dich...
 
Hallo,

Nein, nach 3 Wochen ist es noch nicht zu spät. Ich finde es eher normal, dass man in der kurzen Zeit erst eher flüchtige Kontakte gefunden hat. Zumal man ja am Anfang des Studiums auch noch 1000 andere Dinge zu regeln hat. Setz Dich deswegen also nicht unter Druck.

Wenn es nur um das "nicht alleine Lernen" geht - Arbeitsgruppen findet man eigentlich immer bzw. werden die ja zum Teil in den Seminaren auch schlicht und einfach vom Prof/Dozenten zusammengestellt. Das sind dann eben Zweckgemeinschaften, aus denen sich ja aber "mehr" ergeben kann.

Die Kontakte an einer Universität sind anfangs oft eher oberflächlich. Die Studentenschaft ist lange nicht so eine weitgehend homogene Masse wie eine Schulklasse, in der sich die Leute seit Jahren kennen, in der jeder seine Rolle hat...

An der Uni hast halt 20-Jährige und 30-Jährige, Muttersöhnchen und Familienväter, Dreifachjobber und Karrieristen, Weltverbesserer und Elfenbeinturmbewohner*g*....kurzum, es dauert bis man Leute findet, mit denen man in etwa auf einer Welle schwimmt. Man kann es etwas forcieren, indem man sämtliche "Anfängertutorien" besucht, sich irgendwo engagiert (Hochschulradio, -zeitung, Asta, Umweltreferat ect. ect.) - wobei man dabei bedenken sollte, dass man sich grad am Anfang nicht verzettelt.

Mein Tipp: Lass es auf dich zukommen. Und schäm dich nicht, weil du alleine irgendwo sitzt. Das juckt an der Uni üblicherweise niemanden (im Gegensatz zur Schule). Gewöhn dich langsam an die neuen Abläufe als Student, der Rest kommt schon.
 
Allein durch's Studium zu gehen, ist echt nicht so schön! Erstmal natürlich, weil Freunde total wichtig sind...und zum anderen kann man auch super zusammen lernen! Hm, du darfst dich auf keinen Fall abschotten...so denken die anderen, dass du kein Interesse hast! Versuch dich mit einzubringen...setzt dich z.B. nicht allein in die erste Reihe, sondern setz dich dorthin, wo schon welche sitzen...so kommt ihr sicher irgendwie ins Gespräch! Viel Glück! 🙂
 
Allein durch's Studium zu gehen, ist echt nicht so schön! Erstmal natürlich, weil Freunde total wichtig sind...und zum anderen kann man auch super zusammen lernen!

Mache ihn doch keine Angst.
Er braucht keine Freunde zum lernen - im Gegenteil, in solchen Kreisen kann es sogar dazukommen, dass aus dem ehrgeizigen Ziel des Lernen nur ein sinnlose Saufgelage wird nach dem Motto: Heute nicht, aber nächste Woche fangen wir an zu lernen...

Ich weiß ja nicht, um welches Studium es geht, aber generell ist es nicht ungewöhnlich, dass man auch in unbekannten Lerngruppen zusammenarbeit. Bei den größeren Vorlesungsklausuren ist es i.d.R. immer so, dass in den Foren der Lehrveranstaltung vor den Klausuren Leute Lerngruppen suchen. Und das sind bei 200 Leuten nicht 1-2 sonder locker 20 Beiträge dieser Art und mehr. Und das sind nur die Beiträge im Forum, es gibt ja auch PNs die verschickt werden. Ich tippe mal darauf, dass gut 20 % der Veranstaltung an sowas Interesse haben.
Das ist also schon weitverbreitet und Leute für einer Lerngruppe findet man auch so.
Oder Minilerngruppen mit 2 Leuten suchen noch 2-3 weitere Personen, andere Lerngruppen lösen sich auf und ähnliches. Dort gibt es häufig Anfragen und die Möglichkeit sich irgendwo anzuschließen besteht fast immer. Im Beruf kann man sich die Arbeitskollegen auch nicht aussuchen.
Ich gehe sogar soweit zu behaupten, dass die zweckgemeinschaftlichen Lerngruppen häufig effektiver sind und viel näher an den Themen dran sind als irgendwelche Freundeskreises, die sich gegenseitig ablenken. Die Freunde kann man zum Smalltalk nutzen - zum arbeiten braucht man "Arbeitskollegen"!
In den Zwechgemeinschaft steht die Klausur als übergeordnetes Ziel fest und es gibt wenig Ablenkungen, man arbeit unglaublich effektiv. Sie sind eigentlich eine optimale Vorbereitung und dienen erstmal nur für ein Semester und ein Modul.
 
Also ich studiere im 5. Semester und hatte anfangs auch große Probleme jemanden kennenzulernen. Das hat sich dann gegen Ende des ersten Semesters gelegt. Da ging es darum sich auf Klausuren vorzubereiten und alle haben nach Lernpartnern gesucht.
Ich würde Dir empfehlen die Leute, die Du anfangs 'ganz nett' fandes zu fragen, ob Du mit ihnen lernen könntest. Kaum jemand sagt da Nein, eine Uni ist keine Schule. Dort laufen (halbwegs) erwachsene Menschen herum. Zumindest war das meine Erfahrung.

Ich wünsche Dir dabei alles erdenklich Gute!
 

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