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Ich kapsle mich von meinen Freunden ab weil sie mehr erreicht haben als ich

  • Starter*in Starter*in Thobuggis
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T

Thobuggis

Gast
Leider habe ich Depressionen weil bei mir beruflich so ziemlig alles schiefgelaufen ist was nur schieflaufen kann. Alle meine Freunde scheinen den roten Faden im Leben gefunden zu haben und gehen ihren Weg. Ständig vergleiche ich mich mit ihnen und kann Gespräche über Erfolge oder Aufstieg bei privaten Treffen nicht ertragen, so dass ich diesen Samstags erstmals Krankheit vorschiebe um nicht auf einen Geburtstag zu gehen, weil ich Angst habe, dass die Themen wieder angesprochen werden, zumal einer grade wieder befördert wurde.

Ständig frage ich mich, warum alle anderen und ich nicht, bin wütend auf mich selbst und sehe mich als Flasche ! Was kann ich tun, ist diese Entwicklung gefährlich, kann mir ein Psychologe helfen?
 
Sich mit anderen zu vergleichen ist einer der besten Wege, sein Leben ins Unglück zu stürzen. Wenn deine Freunde div. Karrieren gemacht haben, darfst du nicht vergessen dass diese Freunde auch schlichtweg andere Menschen sind als du, sie hatten andere Startvoraussetzungen, sind vielleicht anders bzw. überhaupt gefördert worden, hatten Unterstützung, sind den passenden Leuten begegnet, etc.

Vieles hängt davon ab, was man im Leben mit auf die Reise mitbekommen hat und welche Dinge sich ergeben haben. Daher ist Mensch A kaum mit Mensch B vergleichbar und "Warum hat der und ich nicht?" lässt sich so relativ leicht erklären.

Ich würde dir empfehlen, auf den Geburtstag zu gehen, damit du a) beginnst zu lernen, Menschen auszuhalten ohne dich mit ihnen zu vergleichen und dich runterziehen zu lassen und b) ist es gut unter Menschen zu sein, wenn man zu Depressionen neigt. Hockst du nur alleine zuhause rum, wird es nicht besser, sondern nur schlechter!
 
Hey Dr. Rock. Vielen Dank für die Worte. Sicher geht es mir alleine zuhause nicht besser. Aber macht es Sinn hinzugehen wenn die dann merken dass ich bei den Themen ganz komisch werde? Ich kann es kaum verbergen, man merkt es mir bereits an.
Und ich bin ja nicht neidisch auf Sie, es tut mir lediglich nicht gut weil ich das sofort auf mich selbst beziehe und dann am Liebsten von dort wieder weglaufen will. Ich fühl mich einfach nicht mehr dazugehörig weil ich nichts erreicht habe. Und wenne s mir jedesmal schlecht geht ist das doch nicht gut oder?
 
ich stimme Dr Rock total zu!

Wie sind denn die Freunde zu Dir? Hast Du das Gefühl, dass sie arrogant geworden sind? Oft denkt man sich ja "wenn die wissen wo ich stehe, werden die auf mich herab schauen". Doch wenn man den Mut hat ehrlich zu sein und von seinen eigenen Problemen zu berichten, zeigen viele dieser sogenannten Karrieros eine ganz andere Seite. Auf einmal erfährt man von Geschwistern und Cousins, die beruflich auch keinen Fuß auf den Boden bekommen.
Und davon, wie ihre eigene Karriere beinahe ein abruptes Ende genommen hätte oder wie viele Opfer der Job, den sie jetzt haben, von ihnen verlangt und dass ihr Leben gar nicht so glänzend ist wie es nach außen hin aussieht. Wenn Du Dich öffnest und sagst "ich bin nicht dort wo ich gerne wäre", dann tun es andere oft auch. Wirklich. Ich habe es selber erlebt!!
Denn ich bin ebenfalls im beruflichen Nirvana.
Und wenn es doch anders läuft auf der Feier? Dann, aber nur dann, würde ich meinen Freundeskreis überdenken. Doch versuche (für Dich) doch bitte diesen Menschen erst einmal eine Chance zu geben. 😉
Du weißt, dass der Wert eines Menschen nicht von seinem Geld oder beruflichen Status abhängt, oder? Oft wird die Karriere ja fast alleine durch eine andere Person entschieden (die Dich entdeckt, einstellt, (be)fördert oder fallen lässt). Hängt Dein Wert also davon ab, was irgendein Chef oder Mitarbeiter im Personalwesen über Dich denkt?
Oder kommt es im Leben nicht eher darauf an wie man andere behandelt und ob man Liebe gibt?
 
Hi,

Hey Dr. Rock. Vielen Dank für die Worte. Sicher geht es mir alleine zuhause nicht besser. Aber macht es Sinn hinzugehen wenn die dann merken dass ich bei den Themen ganz komisch werde? Ich kann es kaum verbergen, man merkt es mir bereits an.

Ja, das macht es wirklich. Zumindest sehe ich es so, denn an solchen (für dich momentan noch unangenehmen) Situationen, kannst du prima üben. Üben, anders, also kommunikativer mit den Leuten umzugehen und dich auch den für dich unangenehmen Gesprächsthemen anzunähern, sie besser zu verstehen, besser mit ihnen klar zu kommen, besser auf sie einzugehen. Und..wie du unten schreibst...sie nicht auf dich persönlich zu beziehen.

Weichst du diesen Themen oder generell den Leuten aus, bestätigst du leider nur deine Hemmungen und sie werden nicht kleiner, sondern wachsen.

Und ich bin ja nicht neidisch auf Sie, es tut mir lediglich nicht gut weil ich das sofort auf mich selbst beziehe und dann am Liebsten von dort wieder weglaufen will. Ich fühl mich einfach nicht mehr dazugehörig weil ich nichts erreicht habe. Und wenne s mir jedesmal schlecht geht ist das doch nicht gut oder?

Nein, das es dir dann schlecht geht, ist natürlich nicht gut, aber wenn du dich, wie gesagt, so einer Situation nicht stellst, wie willst du dann jemals einen anderen Umgang damit erreichen? Unangenehme Gefühle verlieren eigentlich erst dann ihren Schrecken, wenn ihnen die Grundlage entzogen wird, also wenn du merkst dass der Grund für´s Unwohlsein gar nicht sooooo gemein ist bzw. dass du dein Unwohlsein selbst erzeugt hast, weil du etwas allgemeines auf dich persönlich bezogen hast. 😉
 
ich stimme Dr Rock total zu!

Dankeschön. 🙂

Und du hast Recht, viele dieser Karrierefuzzis strahlen vielleicht nach Außen eine enorme Zufriedenheit und Souveränität aus, aber im Inneren kann es düster ausschauen, oder aber (oder beides) sie haben Zuhause Stress, den sich kein Mensch je wünschen würde...ich arbeite in einem Großkonzern und hab im Laufe der Jahre so viele Leute kommen und gehen sehen, Alkohol, Depressionen, Burn Out...

Und nein, der "Wert" eines Menschen hat definitiv nix mit seiner beruflichen Stellung zu tun, garantiert nicht. Entscheidend ist das Verhalten, nicht seine künstliche Autorität oder sein Einkommen. 😉
 
Lieber Dr. Rock. Das finde ich interessant auch mal zu hören wie die Realität aussieht bzw. aussehen kann. Auf mich wirken diese Menschen in der Tat immer wie fehlerlose Perfektionisten. Hast du mir da noch 1-2 Beispiele, vielleicht tut mir das gut.

Ich schildere jetzt mal wie es am Samstag gelaufen ist (war dann doch dort).

Unbehagen als ich hinkam, Erleichterung dass es dann zunächst nicht zu solchen Themen kam. Letztendlich ging es dann doch los, Aufstieg bei Rewe als Filialleiter usw.. und schon bekam ich wieder zittrige Hände. Wenn ich natürlich höre wieviel da gearbeitet wird (SA oft bis 22 Uhr), frage ich mich einerseits ob ich dazu Lust hätte, andererseits hab ich eben immer das Gefühl andere tun mehr und kommen weiter und ich bleibe halt hier "sitzen", obgleich ich dann auch wieder an deine Worte denke aus einem anderen Thread mit der Work-Life-Balance.

Ich fühle mich einfach unter den Mastern, Bachelor und sonstwelchen Aufsteigern irgendwie minderwertiger.
 
Oh Mann, Filialleiter bei Rewe...ich hab Pilot, Diplomatin, Vielflieger-Consultant und hohen Nato-Mitarbeiter in der alten Klasse. Autsch, sag ich nur. Aber auch Hausfrauen und Handwerker.

Will sagen: wenn Du dieser Filialleiter wärst, könnte Dir immer noch einer übern Weg laufen der gerade Millionär geworden ist und seine vierte Firma aufmacht.

Ich kenne es gut, es tut weh und: es hört nie auf. Da ist IMMER einer mit mehr mehr mehr. Also konzentrier Dich auf Dinge die Dir gut tun, geh Deinen Weg und die Depris, die lässt Du zu, aber eben wie einen lieben guten Hund: werde ihren Bedürfnissen gerecht, aber in der guten Stube rumkacken sollten sie keinesfalls. Deine Empfindungen haben Berechtigung, aber sie haben nicht immer RECHT und sie sollten sich nicht überall einmischen. Vor allem was Beruf, Soziales usw. angeht mischen sich die Biester leider gerne ein. Das sind Zwangsgedanken die Dich ablenken, denn eigentlich musst Du fokussieren auf Dinge die Dir gut tun und dass Du die Kraft dafür findest.
 
Genauso ist es Gast. Diese Gedanken beherrschen meinen Tag und lassen überhaupt keine Energie für andere Dinge zu.
Und was war Samstag nacht ? Ich lag im Bett und überlegte wieviel Geld er wohl bei REWE dann verdienen wird, wann er sein erstes Haus baut etc... ich fühle mich täglich in diesem Vergleichsdruck und möchte auch auf Teufel komm raus irgendwie mithalten weil ich meine nur dann vollwertig zu sein.

Bevor ich auf den Geburtstag ging hatte ich 3 Bier getrunken, irgendwie um besser drauf zu sein, um die Angst vor solchen Gesprächen zu unterdrücken - hatte ich bisher noch nie gemacht. Der Führerschein wäre weggewesen. ich denke also dass mein Zustand durchaus als ernst zu betrachten ist, denn ich isoliere mich immer weiter und verkümmere in diesem Gedankenstrudel.
 
Wenn ich kurz meine Meinung darüber äußern darf:

Die gesellschaftliche Idee von Erfolg ist geistesgestört.
Wenn es erfolgreich ist, eine Filiale zu leiten um die Arbeiterschaft auszublündern und es kaum geachtet wird, wenn man hungernden Menschen hilft, ist das ein Fehler in den Köfpen der Menschen.
Sie sind systemgerecht erschaffen worden und folgen nur blind einer Herde, ohne je ihren eigenen Verstand zu gebrauchen. Warum sollte man auch ein Spiel hinterfragen, in dem man gerade gut ist. Wenn man sie deswegen kritisiert, werden sie bockig wie kleine Kinder, weil man ihnen ihre Illusion nehmen will.
Und nach dem Spiel kommt wieder alles in die Box, das was du für dich getan hast, stirbt mit dir. Das was du für andere getan hast, ist unsterblich.
Menschen stehen unter Konformitätsdruck, bewusst oder unbewusst. Sie werden ihre psychischen Energien auf ihr Umfeld ausrichten und verlieren, je abhängiger sie sind, desto mehr die Fähigkeit rational und kritisch zu denken.

Man verliert also sein wahres Ich wenn man versucht der Herde zu folgen und was bleibt ist eine Marionette.
Wenn man das durchschaut, sieht man nur noch angepasste Zombies die keinen Funken Menschlichkeit mehr besitzen. Es ist nur das eigene falsche Denken das schmerzt. Wenn man das überwunden hat, tun einen die anderen Leid. Und wenn man weiß was wirklich erfolgreich ist, nämlich das zu tun, was man für richtig hält, ganz egal wieviele Menschen davon überzeugt sind, dann sieht man, dass man das Schachbrett einfach nur auf die richtige Seite drehen muss und nicht krampfhaft versucht, ein falsches Spiel zu gewinnen. 😉
 

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