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Ich kann meinen Bruder nicht leiden

  • Starter*in Starter*in lahtschi
  • Datum Start Datum Start
L

lahtschi

Gast
Ich möchte mit einem Problem zu euch kommen, dass mich schon lange Zeit beschäftigt.

Ich habe mittlerweile eingesehen, dass ich meinen Bruder einfach nicht leiden kann und ihn eigentlich nicht mehr in meiner Umgebung haben möchte. Dieser Gedanke verfolgt mich schon seit längerer Zeit. Ich selbst bin 21 Jahre alt, studiere Soziale Arbeit und wohne bei meiner Mutter zusammen. Mein Bruder ist acht Jahre älter, wohnt also eigentlich nicht mehr zu Hause ist aber oft daheim, da er in der Stadt, in der meine Mutter und ich wohnen, einen Job gefunden hat.

Ich kann einfach mit seiner Art nicht mehr umgehen. Er ist in meinen Augen selbstbezogen, uneinsichtig, cholerisch, egoistisch, selbstmitleidig und extrem(!) unselbstständig (meine Mutter kommt teilweise vom Arbeiten heim und muss ihm etwas zu essen kochen). Ich benehme mich ihm gegenüber sehr kalt, abweisend, und sage ihm sehr oft, dass ich „gerade“ nicht mit ihm sprechen möchte – und damit sage ich eigentlich, dass ich gar nicht mit ihm sprechen möchte. Ich bin wirklich schrecklich zu ihm. Und ich weiß leider wirklich nicht, wie ich das ändern kann. Schon alleine, wenn er nach Hause kommt, stellt es mir die Nackenhaare aus, ich ärgere mich schon, wenn er mein Zimmer betritt und mit mir zu reden anfangen möchte.
Meine Kindheit war geprägt von Streitereien, vor allem zwischen meinem Bruder und meinen Vater, die teilweise auch handgreiflich wurden. Mein Bruder und ich haben auch gestritten und uns ebenfalls geschlagen – ich dachte, dass das eben normal zwischen Geschwistern sei. Ich wurde nur mal von einem Freund darauf hingewiesen, dass es nicht normal ist, dass sich Geschwister schlagen, bei denen ein Altersunterschied von 8 Jahren besteht. Und wenn ich so darüber nachdenke, kann ich mir schon vorstellen, dass das stimmt. Ich habe ihm das mal im Streit vorgeworfen, er hat zu Weinen angefangen und gemeint, dass ich ihm endlich verzeihen sollte und dass er sich geändert hätte. Mich hat das einfach kalt gelassen?!

Mein Bruder hatte sicher kein leichtes Leben und das begründet auch seine Verhaltensweisen, ich versuche ihn nicht als alleinigen Sündenbock darzustellen, obwohl ich es eigentlich wirklich gerne tun würde). Mittlerweile sieht mein Bruder zu mir auf, möchte mit mir Sachen unternehmen und möchte, dass wir ein enges Geschwisterverhältnis miteinander haben – ich will das aber einfach nicht und gebe ihm das auch öfter durch die Blume zu verstehen.

Zwei Sachen möchte ich noch erwähnen. Unser Vater ist vor ein paar Monaten an einer Krankheit gestorben ist. Mein Bruder und mein Vater sind sich sehr ähnlich bzw. ähnlich gewesen*. Auch bei ihm habe ich mich in den letzten Jahren oft gefragt, ob ich ihn wirklich leiden kann, oder ob ich nur gezwungenermaßen mit ihm Zeit verbringen muss. Seit dem er gestorben ist, bzw. in der Zeit in der wir wussten, dass er uns nicht mehr lange bleiben würde, hat sich dieses Gefühl etwas relativiert. Aber um ehrlich zu sein, hatten wir kein super gutes Vater-Tochter-Verhältnis, vor allem in den letzten Jahren, miteinander. Was wohl auch mit seiner Krankheit zusammengehängt hat.
Mein Vater hat immer gesagt: „Wir sind eine Familie, wir halten zusammen!“ Mein Bruder sagt diesen Spruch jetzt auch immer, wenn wir streiten. Aber so ein Zusammenhaltungsgefühl habe bzw. hatte ich nur während der ersten paar Monate, als mein Vater gestorben ist. Sonst sehe ich diesen Spruch eher als Ausrede dafür, dass man seine Familienmitglieder behandeln darf, wie man möchte, ohne Konsequenzen zu fürchten – man muss ja zusammenhalten.

Die zweite Sache ist, dass mein Bruder schwerhörig ist, was sein Leben sicher nicht einfach macht. Ich habe jedoch auch Leute kennengelernt, die eine körperliche Behinderung haben, und eben charakterlich nicht so drauf sind – ich meine, ich kenne diese Perosnen dann natürlich nicht so gut, wie ich meinen Bruder kenne. Aber ich glaube, eine körperliche Behinderung kann nicht die Entschuldigung für so ein Verhalten sein?
Meine Frage ist – was kann ich tun? Wenn ich meinen Bruder direkt darauf ansprechen würde, dass ich seine Anwesenheit nicht mehr aushalte, dann würde er mir mit Vorwürfen kommen („Mein Vater ist gestorben, jetzt kommt das auch noch dazu“) – die ich berechtigt finde, mich aber in der Situation noch wütender machen würden.
Ich bin ab nächstem Semester ein halbes Jahr in Berlin, mein Bruder möchte mich besuchen (Eine Anmerkung nebenbei – als er erfahren hat, dass ich ein WG Zimmer gefunden habe, war seine erste Reaktion darauf, dass er „endlich einen gratis Schlafplatz in Berlin hätte.“ Kein Herzliches Glückwünsch, gar nichts. Und er hat mitbekommen, dass die Zimmersuche keine einfache Sache für mich war.) Ich möchte nicht, dass er mich besucht. Ich möchte einfach einmal eine halbes Jahr meine Ruhe vor ihm haben, vielleicht mal mit ihm auf Facebook schreiben und hoffen, dass es danach besser wird (obwohl ich das leider bezweifle – aber ich versuche trotzdem hoffnungsvoll zu bleiben). Der Gedanke, dass mein Bruder mich besucht, geht mir einfach total gegen den Strich.

Wie wird das wieder, dass ich ihn besser leiden kann? Manchmal überlege ich, den Kontakt zu ihm abzubrechen, wenn ich nicht mehr wirklich dazu gezwungen bin etwas mit ihm zu tun zu haben. Das Problem ist, dass er mir eben mit diesen Vorwürfen kommen würde und dann bin ich die Böse – die ich ja in der Situation eigentlich wirklich bin.
Ich bin angehende Sozialarbeiterin, könnte also ressourcenorientiert handeln, also seine guten Eigenschaften eher hervorheben und sollte eigentlich auch allgemein besser damit umgehen können oder Verständnis zeigen. Aber ich kann’s bei ihm nicht.

Tut mir leid für den langen Text. Ich dachte mir, ich gebe euch genug Infos.

LG
Lahtschi

(*Mein Vater und seine Schwester hatten übrigens auch nie ein gutes Verhältnis zueinander. Mir wurde immer beigebracht, dass das an ihr liegen würde. Ich kann meine Tante wirklich nicht leiden, sehe diese Sache aber mittlerweile auch differenzierter.)
 
Hallo, Lahtschi,

es tut mir leid, dass Deine Beziehung zu Deinem Bruder so von Aversion geprägt ist.
Aber was ist Dein Wunsch? Hast Du wirklich nur den Wunsch, möglichst nichts mehr - oder so wenige wie möglich - mit ihm zu tun zu haben?

Es ist leicht, die sozialen Probleme anderer Menschen zu "bearbeiten". Aber bei den eigenen ist es schwer.
Was möchtest Du?

LG; Nordrheiner
 
Oh, sorry, habe Deine Frage überlesen. Wie kannst Du ihn wieder leiden?

Aus meiner Sicht liegt die Vermutung nahe, dass Euer Vater das emotionale Gleichgewicht und damit die Harmonie in der Familie massiv störte. Verhaltensweisen haben sich auf Deinen Bruder übertragen. Er tut das, was er gelernt hat. Er hat vermutlich keine alternativen Verhaltensweisen auf Lager. Solange er seine Verhaltensweisen nicht reflektiert, wird er auch kein Lernbedürfnis haben, andere Verhaltensweisen zu lernen. Und die Reflektion alleine macht es auch nicht.
Zum Lernen bedarf es Motivation. Wenn Dein Bruder mit seinem Leben zufrieden ist und auch mit dem Grad der sozialen Beziehung (zu Dir), wird es schwer, ihn zu motivieren.

Ich persönlich trenne zwischen Liebe zu einem Menschen von seinen ggf. schlechten Handlungen. Hält der Mensch an schlechten Verhaltensweisen fest, gilt das Sprichwort: Mitgegangen, mitgefangen.
Dann lehne ich also in diesem Fall den Menschen ab. Ich kann zu einem Menschen keine freundschaftliche oder überhaupt eine gute Beziehung unterhalten, wenn er sich schlecht verhält.

Deinen Bruder zu lieben und ihn gleichzeitig aufgrund seiner Verhaltensweisen abzulehnen, kann durchaus parallel laufen. Möglicherweise wäre ein ganz offenes Gespräch mit ihm über genau diesen Widerspruch ein erster Ansatz für seine Reflektion. Es ist durchaus möglich, dass ihm wichtig ist, dass er keine Ablehnung mehr erfährt... und das wäre dann ein Ansatz für Motivation. Und wieviel ihm an Dir, seiner Schwester, einer guten Beziehung liegt, wirst Du durch offene Gespräche evt. auch feststellen können.

Rein gefühlsmässig gebe ich zu bedenken, dass viele Menschen nicht authentisch sind. Gedanken, Wort und Tat widersprechen sich. Bei Deinem Bericht habe ich den Eindruck, dass das Fehlen von Authentizität bei Deinem Bruder gegeben sein könnte. Auch das ist natürlich ein Fakt, der - wenn er zutrifft - ebenfalls offen mit Deinem Bruder besprochen werden sollte.

Ich denke, Du könntest so eine Art Mentor für Deinen Bruder werden, falls er Vertrauen zu Dir hat und ihm Deine Zuneigung wichtig ist - und Du diese Rolle für Dich annehmen möchtest und kannst.

Also wichtig: Schwesterliebe verdeutlichen - Ablehnung und Hindernisse diese Schwesterliebe zu erleben - klar aufzeigen.

Hilft Dir das etwas weiter?

LG, Nordrheiner
 
Hey Nordrheiner! Danke für deine Antwort! Sie hilft mir echt weiter, meine GEdanken weiterzuspinnen, um da hoffentlich auf eine Lösung zu kommen.


Ich weiß nicht. Ich denke, seitdem mein Vater nicht mehr da ist, ist es schlimmer zwischen uns geworden. Früher konnte er meinen Vater eben auch „nerven“, da sie sich ähnlich sind, hat mein Vater da eher Verständnis gezeigt. Sie haben sich hald angeschrien und gestritten, aber dann war gut, sie haben sich ausgesöhnt und die Sache war dann ganz schnell wieder vergeben und vergessen. Er ist auf die eine Art und Weise sehr sensibel(wenn es darum geht was andere sagen), auf der anderen Seite total unsensibel(wenn es um seine Art geht, mit anderen Menschen [vor allem mit meiner Mutter] umzugehen).

Er ist zur Zeit nicht sehr zufrieden mit seinem Leben, macht aber in meinen Augen keine Anstalten, es zu verändern. Er arbeitet „nur“ 20 Stunden, hätte gerne eine Vollzeitanstellung – er bewirbt sich zwar für Jobs, findet aber keine Festanstellung und kommt sich nutzlos vor. Dass das bei Arbeitslosen öfter vorkommt weiß ich. Es kann hald gerade niemand an seiner Arbeitssituation konkret etwas ändern. Ich versuche ihn aufzumuntern und zu sagen, dass seine Situation blöd ist, aber er nicht alleine ist auf der Welt mit diesem Problem (Also versuche eben, das Thema auf eine Ebene zu heben, in der ihm klar werden sollte, dass nicht nur er gerade eine schlechte Jobsituation hat, damit er sich nicht die ganze Zeit denkt "Warum nur ich". Dabei habe ich versucht, ihn und seine Probleme ernstzunehmen und nicht zu relativieren. Das hat nicht geklappt, seine Antwort ging in die Richtung, dass er "blitzgescheit" ist, und es sicher nicht viele Leute, die so klug und in so einer Situation sind. Da hab ich schon wieder meine Nerven verloren.)

Er hat nicht wirklich gute FreundInnen (habe ich den Eindruck) bzw. sind die von seiner Art mittlerweile anscheinend auch schon sehr genervt. Er bildet sich ständig Geldsorgen ein(der Höhepunkt war, dass ich mir aus unserem Kühlschrank eine halbe Tomate genommen gegessen habe, die er sich am Weg zu uns nach Hause gekauft hat, und er hat sich darüber geärgert, weil er ja so wenig Geld hat. Eine HALBE(!!) Tomate!)

Mittlerweile hat er meine Mutter so lange angejammert, dass sie jetzt ernsthaft damit begonnen hat, ihm eine Art Taschengeld zu geben. Er ist 29 Jahre und nicht arbeitslos. Ich finde das einfach wahnsinnig.

Die Sache, die mich am meisten in den Wahnsinn treibt ist, dass er kein Ende findet wenn man Gespräche mit ihm führt. Ich sage zu ihm fünf Mal: „Die Sache hat sich für mich geklärt, lassen wir‘s“ bzw. „Ich möchte gerade nicht reden.“ Er sagt dann: „Ja das passt für mich“, kommt nach fünf Minuten wieder in mein Zimmer und möchte das ganze Thema noch einmal durchdiskutieren – genau das gleiche noch einmal. Er respektiert die Grenzen anderer Menschen einfach nicht. Er kommt immer und immer wieder und will „noch einmal darüber reden.“ Das treibt mich in den Wahnsinn, ich werde wütend bzw. total kühl und zum totalen A**** und dann ist der große Streit da. Das macht er bei meiner Mutter auch. Die haben teilweise eine vierstündige Kreisdiskussion, in der es immer wieder um das gleiche Thema geht, die Diskussion keine neuen Erkenntnisse bringt und er kann damit einfach nicht aufhören.
Also Reflexionsvermögen habe ich bei ihm noch nicht entdeckt. Er gibt gerne allen anderen die Schuld an Situationen, immer haben „die anderen ihn falsch verstanden“. Ich finde er begeht recht oft emotionale Erpressung, stellt mir ein Ultimatum, rudert aber recht schnell zurück, weil ich mit diesen Ultimatum ganz gut leben könnte, und ihm das auch sage(bei solchen Sachen bin ich mittlerweile beinhart). Ich habe schon oft mit ihm geredet, was mich stört, und was vielleicht die Sache ändern könnte. Aber wie ich schon oben erwähnt hat – er ist ein ziemliches Gewohnheitstier, sehr verfahren in seinen Verhaltensweisen, besitzt wenig Reflexionsvermögen. Wenn ich ihm morgen sage, was Sache ist, was er ändern könnte und was ich ändern könnte, weiß ich, dass ich nächstes Monat die gleiche Diskussion führen kann
.
Ich weiß nicht, ob das, was ich für meinen Bruder empfinde, Geschwisterliebe ist. Ich glaube aber, dass ich ein Mensch bin, der nicht wirklich liebt bzw. da eher gedämpftere Gefühle habe. Ich mag meine Mutter sehr gerne, lieben tu ich sie aber auch nicht.

Ich habe hald den Eindruck, dass es den Menschen, die mehr mit meinem Bruder zu tun haben, ähnlich geht. Ich denke nicht, dass meine Mutter meinen Bruder schon auf eine Art und Weise mag (bzw. mehr mag als ich ihn), bzw. „Mutterverpflichtungen“ fühlt, aber ich glaube, sie ist auch schon genervt, wenn sie hört, dass er zu uns nach Hause kommt.
Ich möchte keine Mentorinnenrolle für ihn eingehen. Ich bin acht Jahre jünger, habe ebenfalls meinen Vater verloren und auch noch andere Probleme zu händeln(ich wurde selbst in diese Familie mit sieben Monaten hineinadoptiert). Ich habe einmal versucht ihn zu „beraten“, als er meine Mutter wieder ewig angejammert hat, da ging es ihm danach besser. Ich habe das aber nicht gemacht weil ich gedacht habe: „Hey, er braucht jetzt Hilfe von seiner Schwester“ sondern weil ich mir gedacht habe: „Er soll jetzt endlich mal die Mama in Ruhe lassen!“ Aber ich möchte diese Mentorinnenrolle einfach nicht einnehmen. Vor allem ist er ja auch bereits in psychologischer Betreuung – die in meinen Augen gar nichts bringt (Er ist dort zwar erst seit 3/4 Monaten, von dem her erwarte ich keine Besserung „von heute auf morgen“. Aber wie gesagt, ich finde, sein Verhalten hat sich in letzter Zeit verschlimmert)
Teilweise hat sich da schon so viel Wut aufgetstaut, dass ich mich ihm gegenüber sicher auch oft recht unfair verhalte, und mich auch nicht wiedererkenne. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass er mir mit seiner überemotionalen Art alle Gefühle im Raum „wegnimmt“, und dann für mich keine mehr übrig sind (ich kann das nicht besser beschreiben). Wenn er anfängt mit mir darüber zu reden, dass er sich „endlich mit mir gut verstehen will“ und traurig wird, dann fühle ich einfach nichts und es ist mir auch egal.

Wie gesagt, ich verhalte mich nur ihm gegenüber so. Sonst würde ich mich eigentlich als recht okaye, junge Frau bezeichnen.
So, ich hoffe ich bin jetzt passend auf deinen Beitrag eingegangen. irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich gerade nur noch meinem Ärger Luft gemacht habe 😀

Also, ich könnte das mal versuchen mit dem „Aufzeigen“ von einer Art Zuneigung. Ich habe nur die Befürchtung, dass die Diskussion darauf hinauslaufen wird, dass er sagen wird: „Und ich bin wieder der Sündenbock. Immer bin ich an allem Schuld“ – wenn er so anfängt werde ich einfach aggressiv bzw. gefühllos und die Sache gerät aus dem Ruder.

Ich wünsche dir einen schönen Tag!
Lg
Lahtschi
 
Hallo, Lahtschi,

Dankeschön für Deine Ergänzungen.

Aus meiner Sicht ist entscheidend, ob Dein Bruder
a) echten Leidensdruck verspürt oder
b) ob er sich als Unschuldslamm sieht, welches von allen mißverstanden und falsch behandelt wird.

Im ersten Fall ist Hilfe möglich. Im zweiten Fall sehe ich keinen Ansatzpunkt.

Das Spielen der Opferrolle ist eine gängige Variante, um andere Menschen so zu manipulieren, bis sie das Gewünschte tun. "Nutzt dies nichts, kann ich es ja auch mal mit Drohungen versuchen."

Da Dein Bruder nach eigener Auffassung blitzgescheit ist, müsste er auch sehr erfolgreich im Leben sein oder bewusst sich das Leben ausgesucht haben, welches er derzeit führt. Ich vermute eben, Dein Bruder ist nicht authentisch.

Jedoch alle Versuche, das Verhalten Deines Bruders zu verstehen, sind lediglich intellektuelle Übungen, solange Dein Bruder keinen Leidensdruck verspürt und daher keinen Anlass sieht, irgendwas an seinem Verhalten zu ändern.
Würde er etwas ändern wollen, könnte man über das "wie" nachdenken. Und damit meine ich nicht leere Versprechungen.

Solange andere Menschen, Deine Mutter, sich manipulieren lassen, kann er sich sein Leben "auf dem Rücken anderer Menschen" so einrichten, wie es ihm passt. Das ist doch eine komfortable Situation für ihn, oder? Nenn' mir einen Grund - aus der Sicht Deines Bruders - warum er daran etwas ändern sollte?

Vielleicht würde er einen hilfreichen Leidensdruck verspüren, wenn Du Dich von ihm zurückziehst.

LG, Nordrheiner
 
Hallo Nordrheiner!

Danke nochmal für deinen Ratschlag. Ich habe mit meiner Mutter über das Theme geredet, die das ähnlich sieht, aber einfach nicht in der Lage zu sein scheint, Konsequenzen zu ziehen.

Mein Bruder hat mir heute im Streit auf den Arm geschlagen. Ich habe ihn vor einigen monaten gewarnt, als er mich schon mal unangenehm angepackt hat, dass ich nichts mehr mit ihm zu tun haben möchte, sollte er mir körperliche Gewalt antun. An das hat er sich nicht gehalten, und ich werde jetzt einen Schlusstrich ziehen.

Lg
Lahtschi
 
Ja, tue das. Schlagen bzw körperliche Gewalt Dir gegenüber ist ein Nogo. Da sehe ich keinen Spielraum für irgendeine Diskussion. Mir ist unverständlich, warum Deine Restfamilie da zuschaut. Heute schlägt er Dich. Morgen seine Mutter.

Nur weg!

LG, Nordrheiner
 

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