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Ich hasse diese Ausbildung, aber was soll ich sonst tun

Ohnezahn

Mitglied
Hallo

erstmal eine kleine Vorabbeschreibung

Ich bin 24, noch in der Ausbildung zur Altenpflegerin, fast 2. Lehrjahr, aber ich hasse diese Arbeit. Es war mir eigendlich von anfang an völlig klar, aber es war die einzige Ausbildungsstelle, die mich angenommen hat.

Ich hab 2005 die Realschule abgeschlossen, 2007 Fachabitur im Sozial und Gesundheitswesen gemacht, beides erfolgreich. Dann habe ich mich als Erzieher versucht, was nicht Funktionierte, ich war zu ruhig usw. Dann hab ich 2012 meine Sozialhelferausbildung erfolgreich abgeschlossen und als Altenpflegeschüler begonnen. Es war die einzige positive Rückmeldung.

Ich wollte immer schon Medizinische Fachangestellte werden, habe mich Jahr für Jahr beworben, aber wurde nie angenommen. Ich war von Jahr zu Jahr weniger wählerisch was meine Ausbildungsstelle angeht, hab mich zuletzt auf alles Beworben, was nicht mit Technik zu tun hat und es hat sich nur diese scheiß Altenpflegestelle ergeben. Ich bewundere Altenpfleger, aber ich will beim besten willen keiner sein. Ich ekele mich vor den Gerüchen und den Dingen, die man sehen muss. Ich baue kaum wirkliche Bindungen zu den Bewohnern auf, weil ich einfach nicht dieses "Altenpflegerherz" habe. Die Menschen sind für mich gelinde gesagt nur Kunden, und ich hasse die Arbeit mit ihnen.
Noch dazu ist es die Hölle, in einem Job, den man hasst, wo man vor allem vor einer Spätschicht morgends regelrechte Depressionen bekommt und nur am heulen ist, 12 Tage am stück arbeiten zu müssen...

Alle was ich seit 2005 will, ist einen Job, den ich auch gerne ausüben möchte, der mich psychisch nicht völlig kaputt macht, womit ich etwas mehr als über die runden komme, wenn ich ausgelernt bin. Ich will nichts, was unmöglich ist. Ich habe immer alles gegeben, seit nunmehr 8 Jahren und will dann nicht anderer Leute schxxxe abwischen müssen, weil ich keinen anderen Job kriege.

Ich bin so wütend auf alles und jeden, weil ich doch arbeiten will, ich will etwas lernen, aber nicht das. Warum zur Hölle, was ist falsch an mir, das mich keiner für eine Ausbildung einstellt.

Mittlerweile bin ich psychisch und auch körperlich ein wrack. Ich habe dauernd schmerzen im Unterbauch, durchfälle. Hatte 2 wochen Urlaub, da war alles bestens, heute hätte ich arbeiten gehen müssen, schon wieder durchfall. Früher hatte ich in einige schuljahren keine einzige fehlstunde, heute bin ich andauernd krank.

Ich will am liebsten kündigen, aber was soll ich dann nur tun.
 
Hey Ohnezahn 🙂

Wenn du so gerne eine Ausbildung zur MFA machen möchtest - hast du schonmal drüber nachgedacht, diese eventuell irgendwo anders in Deutschland zu machen?

Ich selber arbeite als MFA in Baden-Württemberg und war bis vor kurzem auch noch in der Berufsschule. Einen Platz als MFA-Azubi bekommt hier in der Gegend fast (!) jeder. Ich war in der Berufsschule von 90% Vollidioten vergeben. Eigentlich bin ich nicht so jemand der schlecht über Leute redet, aber wenn um dich herum 20 Tussen sitzen, die sich während dem Unterricht schminken, die Nägel lackieren, mit ihrem I-Phone spielen und nichtmal den Unterschied zwischen Blutdruck und Puls verstehen (nach häufigem Erklären!), dann muss man sich schon wundern...

Und an deinem Beitrag ist eindeutig zu merken, dass du eine intelligente junge Frau bist, und auf jeden Fall das Zeug dazu hättest, eine gute MFA zu werden!!! Du hast sogar einen Realschulabschluss und Fachabitur!!! Wir hatten viele in der Klasse, die hatten nichtmal einen Hauptschulabschluss...

Bist du dann bei den Bewerbungen immer schon an der "Vorauswahl" gescheitert, oder liefen die Vorstellungsgespräche nicht so gut? Vielleicht solltest du auch einfach mit jemandem, der sich auskennt, nochmal an der Bewerbung oder am Bewerbungsgespräch arbeiten.

Aber ich denke, am allerwichtigsten ist, dass du dich jetzt selbst dadurch nicht runterziehst und deine Leistungen schlechtredest! Du hast ja schon sehr vieles erreicht, wovon andere nichtmal zu träumen wagen 😉
Dass es dir nicht gut geht, kann ich nachvollziehen... Den Job und die Kollegen sieht man nunmal sogar häufiger als die eigene Familie :/

Gibt's noch was anderes außer MFA was dir gefallen könnte? Mit deinem Fachabitur könntest du ja vielleicht sogar mal über ein Studium nachdenken... 😉
 
Ich muss zustimmen, MFAs werden bei uns händeringend gesucht, da bist Du mit Deinen ganzen Vorbildungen schon fast überqualifiziert, bei und reicht ein HSA.

Guck doch mal in anderen Regionen....
 
"...Mittlerweile bin ich psychisch und auch körperlich ein wrack. "

Zitat Ende.

Das ist keine gute Ausgangslage für eine neue Ausbildung.
Ich würde es durchziehen.
Du kannst doch hinterher noch eine zweite Ausbildung machen.
Zieh`es durch.
 
Danke für die Tipps, aber eigendlich hätte ich an andere Alternativen als einen Umzug gedacht, da ich hier freunde und Familie habe. Ich weiß, schrecklich unflexibel, aber ich will nein leben nicht der Arbeit anpassen müssen, ich sehe schlichtweg nicht mehr ein das ich mich aufgrund der Arbeit unglücklich machen lasse!

Und "zieh es durch"... Wunderbar, ich soll also noch zwei Jahre durchziehen was mich psychisch kaputt macht... aber sicher doch. Stell dir mal vor du hasst deinen Job, hast immer 12 Tage hintereinander Schicht, fühlst dich in dem Beruf nur ausgenutzt und ekelst dich Tag für Tag vor der Arbeit...
 
Liebe Ohnezahn.
Du hast dir doch die Antworten schon selbst gegeben.
Was möchtest du haben? Eine Bestätigung?

Gut, die bekommst du von mir, auch wenn ich auf Widerstand stoße.
Lass sie mich jedoch einschränken.

Du machst grade einen Job, den du nicht magst.
Wie bist du dahin gekommen? Wieso hast du ihn angenommen?
War es schon immer so schlimm, oder erst seit...wann?

Weißt du wirklich, was du sonst machen willst? Woher weißt du das?

Für mich ist Arbeit nichts natürliches. Heute wird viel gearbeitet, um zu...
Um Geld zu verdienen, um Anerkennung zu erhalten und und und.
Das sind alles meine Gedanken und Gefühle.
Ich glaube, dass jeder Mensch ganz besondere Talente hat, ganz besonder Eigenschaften und Möglichkeiten und dass er sich und den Menschen den größten Gefallen tut, wenn er diese Talente lebt.
Ihm wird es Spaß machen und den "Kunden" den maximalen Nutzen geben.
Win-Win Situation nennt man sowas.

So, wie mir z.B. Therapieren Freude macht und mein Talent ist Rhetorik, Einfühlungsvermögen und Interesse am Mensch und am Leben.
So habe ich mir mit Leichtigkeit die Biochemie im Menschen gelernt, Sozialstrukturen, Psyche und und und.
Wenn ich heute einen Klienten habe und wir sind fertig, hab ich manchmal das Gefühl, ich müsste ihm noch was geben, weil es mir so viel Spaß gemacht hat. Ich kann das Geld, was mir noch mit einem herzlichen Danke überreicht wird oft schwer annehmen. In mir ist der Gedanke, Arbeit kann doch keinen Spaß machen und ohn Fleiß kein Preis, dabei ist alles leicht und macht Freude.

Nebenher oder auch hauptsächlich arbeite ich aber in meinem Lehrberuf.
Diesen habe ich bis vor 2 Jahren gehasst. Genau wie du, jeden Tag Depressionen, Wut, geheult und ich wollte da raus. Heute liebe ich den Job. Wieso? Weil sich meine Gedanken und Gefühle dazu geändert haben und ich meine Widerstände aufgegeben habe.
Ich bin dankbar für den Job. Er gibt mir ja was. Ich bekomme Geld, ohne dass ich meine Ausbildung nicht hätte machen können. Ich komme mit Menschen in Kontakt und sitze nicht allein zuhause rum.
Ich habe mir eine Liste mit guten Dingen gemacht, die mir mein Job gibt. Das hat mir viel geholfen.

Ich sage dir, wenn dich etwas krank macht, dann ändere es.
Aber überprüfe vorher, ob es dein Job oder nur deine Widerstände sind, die dich krank machen.
 
bewerbe Dich weiter als MFA. Das kann einfach nicht sein, daß Du keine Ausbildung bekommst. Wohnst Du denn auf dem Dorf? Ich lebe auch 45 KM von meinem geliebten Heimatort aus arbeitstechnischen Gründen entfernt. Überhaupt gar kein Probl. Kontakt zu Freunden aufrechtzuerhalten. MFA werden händeringend gesucht. Auch KH suchen MFA händeringend, da diese preisgünstige Arbeitskräfte sind...so ist das nun mal leider...
w.
 

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