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Ich hasse den Freund meiner Schwester... dabei will ich das nicht!

G

Gast

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Hi,
ich hab seit kurzem ein echt mieses Problem.
Meine Schwester hat ihren (ersten) Freund mit nach Hause angeschleppt. Meine Fam und ich kannten ihn seit ein paar Monaten, nur so vom Sehen auf Familienfeiern (Er ist der Sohn des zweiten Mannes meiner Tante...oder so.)
Am Anfang fand ich ihn auch noch sympathisch, und er ist garantiert kein A**** oder so... aber seit er der Freund meiner Schwester ist... ist alles irgendwie nurnoch Chaos in meinem Kopf.

Meine Schwester ist 20, also 5 Jahre älter als ich.
Bevor J. (ich schreib den Namen jetz mal net aus) aufgetaucht ist, hatte ich eine coole JUNGE große Schwester, mit der ich reden kann, und die auch mal Zeit hat mir zu helfen (Hausaufgaben etc.) oder mit mir was zu unternehmen. Zwar war ziemlich wenig Zeit vorhanden in den letzten Monaten (Ausbildung), aber ich hab sie wenigstens noch zu Gesicht bekommen.

Seit J. ihr Freund ist, hat sie einfach keine Zeit mehr. Sie ist von heute auf morgen wirklich 'erwachsen', und hat kein Interesse mehr an etwas anderem als Lernen, Facebook, Essen, Schlafen, Atmen, Denken und J.! Wobei Facebook schon fast unter die Kategorie J. fällt...
Sie ist überhaupt nicht mehr Teil des Alltags. Nicht mal Abends, weil der Typ ständig vorbeikommt.
Ich HASSE das.

Außerdem hasse ich J. dafür, dass er einfach so...hm... 'in meine Familie gestolpert' kam, frei nach dem Motto "Hey, hier bin ich, akzeptiert mich gefälligst!". Ich bin schon seeeeehr ängstlich und schüchtern, und spreche kaum mit anderen Leuten außer meinen Freunden, die ich seit 6 Jahren kenne. In gegenwart von Fremden kann ich mich kaum normal benehmen, ohne eine art... gleichgültigkeit an den Tag zu legen, die meine einzige wirksame Beruhigung ist... Aber mit sowas wie J. es macht, komme ich überhaupt nicht klar. Zuhause war der einer der wenigen Orte wo ich wirklich entspannen konnte, ohne mir Gedanken über irgendwas machen zu müssen. Wenn aber J. hier auftaucht, traue ich mich kaum noch einen Laut zu machen, geschweigedenn Musik zu hören oder mein Zimmer zu verlassen oder Gitarrespielen zu üben. Einmal, weil ich Angst habe zu stören, aber auch weil es mir peinlich ist (Weder mein Musikgeschmack noch mein Gitarrenspiel sind ... normal) Ich bin eig. überhaupt nicht normal.

Aber eigentlich, wenn ich ALLE oben genannten Punkte außer Acht lasse, ist der Typ wirklich sympathisch. Immer freundlich, ständig ein Grinsen auf dem Gesicht und vorsichtig mit Bemerkungen und Sprüchen im Allgemeinen. Niemand, den man nicht mag, und schon gar nicht hasst.
Aber er hat mir meine Schwester 'weggenommen' und dazu noch einen der wenigen (3 um genau zu sein) Orte zerstört, an dem ich mal ICH seien kann.

Ich weiß echt nicht mehr weiter.
Meine Eltern hören mir nicht zu, und zu meiner Schwester brauche ich damit gar nicht erst gehen. Die reißt mir den Kopf ab. Ich komme mir selber so verdammt albern vor, aber mein Kopf wehrt sich gegen alle meine Gegenargumente. Bin ich einfach nur verrückt, oder ist sowas auch normal?
Und wie kann ich dieses verworrene Problem lösen? 🙁

HILFE!
 
Deine Schwester ist verliebt, gönn es ihr doch.
Nur weil du eifersüchtig auf ihren Freund bist, musst du dich nicht völlig zurückziehen.
Du kannst dein Problem nur lösen indem du akzeptierst, dass der Typ jetzt aktuell ist und du in den Hintergrund rückst. Ich denke mal, sie wird trotz allem noch für dich da sein.
Du wirst es besser verstehen, wenn du selbst mal einen Freund hast.
 
Hey, ich kann Dich gut verstehen, aber ich finde, Du hast großes Glück, weil er ein echt netter Kerl ist, wie Du schreibst! 🙂 Mir ging es genauso wie Dir, als meine Brüder ihre ersten Freundinnen anschleppten, und später irgendwann ihre zweiten, und ihre dritten... 🙄 Plötzlich waren da "Fremde" im Haus, mit denen man sich arrangieren musste, und nicht alle von ihnen waren wirklich sympathisch bzw. umgänglich - das kam noch hinzu. Leisten durften sie sich trotzdem vieles, und meine Eltern haben mir ebenfalls nicht zugehört. Hauptsache, die Freundinnen wurden gut bedient und betüdelt und fühlten sich "wie zu Hause" - dabei war das auch mein zu Hause, meine einzige "Burg" in der ich mich zurückziehen, entspannen und frei entfalten konnte. Bis dahin jedenfalls. 😉

Irgendwann habe ich mir zwei Dinge gesagt: erstens, die Freundinnen wollen bestimmt nicht, dass ich mich im eigenen Zuhause unwohl fühle, sie ahnen sicherlich gar nichts von meinem "Problem", sie können nichts dafür - also brauche ich sie auch nicht dafür zu hassen. Und zweitens muss ich es mir ohnehin nicht nehmen lassen, mich wohl fühlen zu können, ob nun mit oder ohne deren Anwesenheit. Okay zugegeben, wenn sie nicht da waren, konnte ich mich "freier bewegen" und entfalten 😀, aber auch sonst (wenn sie da waren) habe ich versucht, mich möglichst nicht einzuschränken. Ich war immer noch Teil des Hauses, also wieso sollte ich plötzlich jemanden stören? Das fehlte noch. 😉

Habe bewusst mehr Kontakt zu dem Freund Deiner Schwester, wenn er da ist, dann wird Dir seine Präsenz mit der Zeit immer vertrauter und gewohnter werden. Gehe ihm nicht absichtlich aus dem Weg, verstecke Dich nicht. Du musst kein stilles Mäuschen sein, kannst nach wie vor Musik hören, Gitarre üben usw., eben Deine Sachen machen. Er wird Dich deswegen nicht verurteilen. Verstelle Dich nicht, das bringt nichts.

Was Deine Schwester betrifft... Ja, sie wird erwachsen, das ist der Lauf des Lebens. Sie wurde Dir nicht "weggenommen" (auch wenn es sich so anfühlt), sondern sie ist in das Alter gekommen, wo sie ihre eigenen Wege geht. Mit so etwas müssen jüngere Geschwister einfach leben. 😉 Sei nicht traurig deswegen, sie ist und bleibt Deine Schwester.
 
@Punto60
Mal ganz ehrlich, die Antwort ging garnicht.
Ich bin nicht eifersüchtig auf J., sondern einfach nur... na toll, danke. Hab kein Wort dafür, und damit hast du das Chaos in meinem Hirn noch um 1 Punkt erweitert. Und natürlich gönne ich es meiner Schwester, sehr sogar. Wie gesagt, eigentlich will ich den Typ sogar weiterhin nett finden.
Und fang gar nicht erst an mit der 'später wirst du's verstehen' Masche. Die zieht nicht. Ich verstehe mehr, als 99% der Leute mir zutrauen, selbs wenn ich von mir aus und schon IMMER introvertiert un still bin. Ich verstehe sehr wohl, dass J. im Vordergrund steht, nur leider sind mein Gehirn und mein Unterbewusstsein nicht zwangsläufing einer Meinung...

@Tibah
Cool, jemand versteht es. Ich dachte nicht, dass irgendjemand dieses Chaos verstehen würde...
Ja, das mit dem 'wie zu hause' fühlen fängt jetzt auch noch an.
Und genau das mit dem Fremden, ist mein Problem. Ich habe meine ganz eigene (vielleicht dumme?) Methode entwickelt im Leben außerhalb des Hauses klarzukommen. Ich verstecke mich hinter einem anderen ich. Das ist ziemlich anstrengend auf die dauer, und genauso wie du es schreibst ist ja zuhause auch der einzige Ort, an dem ich das lassen kann. Wenn der Fremde, der sonst nur außerhalb des Hauses ist, jetzt auch noch da ist, funktioniert die ganze Taktik nicht mehr... Und das verwirrt, wenn einem nach 5 Jahren klar wird, dass eine Gewohnheit einfach unpraktisch ist. Und ich weiß nicht, was ich anderes tun soll... denn offensichtlich habe ich das normalsein gegenüber Fremden Leuten 100%ig verlernt.

Jetzt wo du es schreibst, wird selbst meinem unnormal sturen Hirn klar, dass J. natürlich nichts davon ahnen kann, wie merkwürdig und unwohlseins-erzeugend seine Anwesenheit hier ist... Das macht Sinn... Wie sollte er das wissen?
Aber das mit dem stören bleibt...
Ich könnte ja nicht nur sie BEIDE stören, sondern auch nur meine Schwester.
Die ist nämlich neuerdings dauergestresst, weil sie den ganzen Tag arbeiten und freundlich lächeln muss.

Und im Prinzip verstehe ich, dass ich mich nicht in meinem Zimmer verkriechen muss, und ich würde mich ja auch gerne wieder mehr in das Leben hier im Haus einmischen, und ich hab es sogar versucht. Aber noch bevor ich ein Wort sagen konnte, hat mich der ganze schöne Mut verlassen, und ich bin doch wieder in mein Zimmer geflohen. Das ganze war sogar 2mal so. Langsam bekomme ich das Gefühl, dass ich echt nicht fürs Leben geeignet bin, wenn ich nicht mal den Mut hab, in meinem eigenen Zuhause mit anderen zu reden... was ja nun wirklich nicht schwer ist.
Oder vielleicht bin ich doch einfach psychisch krank?

Und danke, du hast recht. Klar hat mir niemand meine Schwester weggenommen... es hat sich nur echt so angefühlt als ob. Mit mir unternehmen wird sie so bald vermutlich nichts, aber man kann ja hoffen...
Aber trotzdem ist sie ja meine große Schwester 🙂 Haben alle anderen in der Schule auch gesagt.
 
Ich verstehe sehr wohl, dass J. im Vordergrund steht, nur leider sind mein Gehirn und mein Unterbewusstsein nicht zwangsläufing einer Meinung...

Sicherlich kommt es für Dich etwas plötzlich, aber es sind die ganz natürlichen Wege Deiner älteren Schwester, welche sie nun geht. Dies bloß nochmal zur Verdeutlichung dafür, dass Du keinen Frust auf ihren Freund schieben musst, sowie dass sie Dich deswegen nicht weniger lieb hat und trotzdem für Dich da wäre.


Und genau das mit dem Fremden, ist mein Problem. Ich habe meine ganz eigene (vielleicht dumme?) Methode entwickelt im Leben außerhalb des Hauses klarzukommen. Ich verstecke mich hinter einem anderen ich. Das ist ziemlich anstrengend auf die dauer, und genauso wie du es schreibst ist ja zuhause auch der einzige Ort, an dem ich das lassen kann.

Und wenn man diese Methode auch noch zu Hause fortführen muss, wird es umso anstrengender, ja ich erinnere mich. 🙄 😀 Diese Anwendung eines "anderen ich" kommt gar nicht so selten vor unter den Menschen, sobald sie vor die Haustür gehen. Ich meine, Du bist definitiv nicht die einzige, die das tut. ABER irgendwie habe ich das Gefühl, dass eine große Angst von Dir darin besteht, wie Du auf andere wirkst und was sie von Dir denken könnten. Bis zu einem gewissen Grad ist das auch normal, denke ich. Allerdings musst Du Dich für niemanden komplett verbiegen und verstellen - Du siehst ja, wo das hinführt. 😉 Und wenn Du es einmal geschafft hast, jemandem Dein "echtes ich" zu zeigen, werden die Hemmungen mit der Zeit immer mehr fallen - wenigstens erstmal dieser einen Person gegenüber, in dem Fall der Freund Deiner Schwester. Um den es hier schließlich geht. So wie Du es beschrieben hast, ist er doch kein Typ, dem Du misstrauen musst.

Wenn der Fremde, der sonst nur außerhalb des Hauses ist, jetzt auch noch da ist, funktioniert die ganze Taktik nicht mehr... Und das verwirrt, wenn einem nach 5 Jahren klar wird, dass eine Gewohnheit einfach unpraktisch ist. Und ich weiß nicht, was ich anderes tun soll... denn offensichtlich habe ich das normalsein gegenüber Fremden Leuten 100%ig verlernt.

Deshalb fang' langsam an, es wieder zu üben - bei Dir zu Hause! 😉 Ich weiß, das klingt bisschen doof, aber es wäre echt das beste für Dich. Du suchst nach einer Lösung, fühlst Dich überhaupt nicht wohl, wenn ein Fremder anwesend ist... Also. 🙂 Ich hab damals immer irgendwie versucht, aus mir heraus zu kommen... weil ich wusste, dass alles andere es noch schlimmer macht. (Je mehr man sich zurückzieht, desto unwohler fühlt man sich nämlich mit der Zeit! Dem solltest Du aktiv entgegensteuern.)

Ich könnte ja nicht nur sie BEIDE stören, sondern auch nur meine Schwester.
Die ist nämlich neuerdings dauergestresst, weil sie den ganzen Tag arbeiten und freundlich lächeln muss.

Das ist was anderes. Es macht einen Unterschied, ob man sich aus Gründen der nötigen Rücksichtnahme zurückhält (jemand braucht wirklich Ruhe etc.), oder ob man sich selbst generell nichts mehr traut, um bloß niemandem aufzufallen. 😉

Und im Prinzip verstehe ich, dass ich mich nicht in meinem Zimmer verkriechen muss, und ich würde mich ja auch gerne wieder mehr in das Leben hier im Haus einmischen, und ich hab es sogar versucht. Aber noch bevor ich ein Wort sagen konnte, hat mich der ganze schöne Mut verlassen, und ich bin doch wieder in mein Zimmer geflohen.

Wenn Du die ersten Schritte nicht schaffst, musst Du sie nicht selber machen. Setz' Dich in die Küche oder ins Wohnzimmer und mache dort irgendwas, oder lass' Deine Zimmertür mal offen wenn Du drin bist - hauptsache, Du bist auch mal zugänglich und sichtbar. Dann wirst Du angesprochen werden und die Dinge nehmen ihren Lauf. Überwinde Dich! 🙂

Langsam bekomme ich das Gefühl, dass ich echt nicht fürs Leben geeignet bin, wenn ich nicht mal den Mut hab, in meinem eigenen Zuhause mit anderen zu reden... was ja nun wirklich nicht schwer ist.
Oder vielleicht bin ich doch einfach psychisch krank?

Nee, allein deshalb würde das hier niemand behaupten oder beantworten können, denke ich mal.

Mit mir unternehmen wird sie so bald vermutlich nichts, aber man kann ja hoffen...

Ja, das wäre schön, wenn's wieder mal klappt. Und ein gemeinsamer Abend zu Hause, mit Deiner Schwester, ihrem Freund und Dir wäre vielleicht auch mal ganz nett. 😉

Viele Grüße
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja, vermutlich war das alles doch ein bissl zu plötzlich.
Und ja, ich hatte dummerweise schon seit ich mich erinnern kann angst aufzufallen, bzw. hab mir viele (zu viele) Gedanken darüber gemacht, was andere von mir halten. Aber wahrscheinlich, würde der Typ nicht mal was schlechtes denken, wenn ich ihm die Haustür vor der Nase zuschlagen würde, wenn er grad angekommen ist. Kann man sich bei dem 50%-des-Tages-Grinsen einfach nicht vorstellen xD

Auf jeden fall werde ich das 'ich-sein' mal wieder ausprobieren 😉
...ausprobieren müssen.
Hab inzwischen begriffen, dass es nichts bringt sich zu verstecken. Im eigenen Haus ._.
Na ja...

Danke auf jeden Fall.
 

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