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Gast
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Hallo,
ich (w, 26) habe vor einiger Zeit schon mal hier ins Forum geschrieben und damals leider keine Antwort bekommen. Jetzt hoffe ich, dass ich ein paar Antworten bekomme, weil ich es einfach nicht mehr aushalte.
Im Moment wünsche ich mir nichts sehnlicher, als dass der Schmerz in mir endlich aufhört. Es zerreist mich innerlich, und ich komme einfach nicht zur Ruhe. Aber nun zu den Hintergründen, damit mein Post nachvollziehbar wird.
Seitdem ich denken kann, habe ich dauerhaft das Gefühl, dass man mich nicht ernst nimmt und das ich einfach nirgends dazugehöre. Angefangen hat das schon im Kindergarten und durchzog sich durch die gesamte Schulzeit. Ich habe jahrelanges Mobbing hinter mir, was natürlich tiefe Wunden hinterlassen hat. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich damit abgeschlossen habe - im nächsten Moment überkommen mich jedoch meine ganzen Erinnerungen und ich fühle mich wieder so klein, nutzlos und hilflos wie damals. Diese Jahre werden mich wohl niemals ganz loslassen und haben wohl dazu geführt, dass ich bei vielen Menschen direkt denke, sie wollen mir etwas böses oder mich schlecht reden. Dennoch hatte ich während meiner Schulzeit ein paar wenige Freunde, die einzigen Menschen, bei denen ich einfach so sein konnte wie ich bin. Außerhalb der Schule haben wir jedoch nie viel unternommen und wenn, dann bezog sich das immer auf die Dinge, die die anderen machen wollten. Viel Freude hatte ich an den Aktivitäten nicht, ich war aber froh, dass ich wenigstens nicht alleine bin.
Ich glaube, dass ich während der Pubertät eine sehr depressive Phase hatte, die sich jedoch mit 16/17 Jahren legte und ich schließlich zu einem sehr fröhlichen, ausgeglichenen Menschen wurde. Zu der Zeit hatte ich auch viele Freunde um mich herum.
Nach der Schulzeit habe ich einige Reisen und Praktika gemacht und ich glaube so gut wie damals ging es mir sonst nie in meinem Leben. Ich war endlich einfach frei und konnte ich selbst sein. Ich wurde mit keinen blöden Vorurteilen konfrontiert und hatte irgendwie alles selbst in der Hand.
Doch seitdem ich wieder hier bin, bin ich der einsamste Mensch der Erde. Angefangen hat es damit, dass ich nach und nach meine Freunde verlor'. Das hatte keinen bestimmten Grund, nach der Schulzeit trennten sich die Wege – aus den Augen, aus dem Sinn. Ich versuchte mit allen Mitteln die Freundschaften und meinen Freundeskreis aufrechtzuerhalten. Ich habe Ausflüge organisiert und bezahlt, nur um dann wenige Stunden davor die Nachricht zu bekommen, dass man jetzt doch nicht mit möchte. Auf den Kosten bin ich schlussendlich immer sitzen geblieben. Da ich nicht gerne in Diskotheken gehe, sagte ich in dem Fall immer ab, wodurch mir unterstellt wurde, ich sei langweilig und ein Eigenbrötler. Ist es so seltsam, wenn man als junger Mensch kein Interesse daran hat, in viel zu lauten, stickigen Diskos rum zuhängen und sich die Birne voll laufen zu lassen? Meine Vorschläge (z.B. Radtouren, Kanutouren, Freizeitparks, Wildwasser-Rafting, Ski-Fahren, Picknick, Konzerte, Campen, etc.) wurden dann auch immer abgelehnt oder es wurde, wie schon erwähnt, kurz vorher abgesagt. Sind meine Vorschläge denn wirklich zu langweilig?
Die meisten meiner ehemaligen Freunde lernten aufgrund des Studiums oder der Arbeitsstelle neue Freunde kennen, was natürlich nicht das Problem ist. Nur dadurch wurde ich immer uninteressanter für meine Freunde.
Vor vier Jahren begann ich ein Studium, von dem ich mir viel versprochen habe. Aber schon seit dem 2. Semester sehe ich in dem ganzen keinen Sinn. Der einzige Grund, warum ich es fortgesetzt habe und bald auch beenden werde, ist, dass ich keine gute Alternative sehe. Ich weiß einfach nicht, was ich sonst tun soll. Es scheint mir so, als gäbe es für mich einfach keinen Beruf. Und das macht mich einfach fertig, da ich aufgrund der fehlenden Kontakte das Ziel hatte, meinen zukünftigen Beruf quasi zu meinem Lebensinhalt zu machen.
Auch an Uni fand ich keinen Anschluss. Ich werde nicht wahrgenommen oder für eigene Zwecke ausgenutzt. Das Schlimme ist, dass meine Einsamkeit so stark geworden ist, dass ich mich bewusst ausnutzen lasse, um wenigstens dadurch in den Kontakt zu anderen Menschen zu kommen. Ich weiß genau, dass es mich verletzt und es mir nicht gut tut, dennoch tue ich es, weil ich dadurch das Gefühl bekomme, noch am Leben zu sein.
Meine beiden Beziehungen scheiterten schon nach wenigen Wochen und sehr plötzlich. Von einen auf den anderen Tag und ich weiß bis heute nicht, was ich falsch gemacht habe. Das kratzt so sehr an meinem Ego, dass mich die Erinnerungen bis heute nicht loslassen. Ich weiß, dass meine erste Freundin mich benutzt hat, um ihre Wunden der vorherigen Beziehung zu heilen und mich fallen ließ, als sie merkte, dass es nicht so einfach funktioniert. Damals war ich viel zu naiv, verliebt und gutgläubig um das zu bemerken. Meine zweite Freundin hielt über Wochen hin und ignorierte mich hin und wieder. Es gab Tage, da war sie der netteste Mensch auf Erden, im nächsten Augenblick ignorierte sie mich tagelang ohne Grund. Ein ständiges auf und ab, bis sich irgendwann der Kontakt einstellte. Vor einer Woche bin ich ihr zufällig über den Weg gelaufen und grüßte sie - sie ignorierte mich einfach und ging weg. Seitdem spielt mein Kopfkino wieder verrückt. Immer wieder gehen mir die Bilder durch den Kopf, wie sie einfach so weggeht, ohne mich dabei nur mal kurz anzusehen. Es zerreist mich einfach - die ganze Ablehnung anderer Menschen und besonders ihre Ablehnung mir gegenüber. Ich habe so eine verdammte Angst vor Ablehnung, dass ich mich manchmal frage, warum ich mir das alles hier noch antue und mein Leben nicht einfach hinter mir lasse. Ich dachte, dass ich meine Ex-Freundin mittlerweile auch gefühlsmäßig hinter mir gelassen habe, aber wie ich vor einer Woche merkte, habe ich das immer noch nicht. Warum nimmt mich ein zufälliges Treffen so verdammt mit? Die Beziehung ist mehr als zwei Jahre her, warum tut es so verdammt weh sie zu sehen? Warum tut es immer noch so weh, dass sie mich ablehnt und ignoriert?
Ich hasse diesen Schmerz der Ablehnung und die Tatsache, dass ich von so vielen Menschen nicht ernst genommen werde. Zum Beispiel machen sich viele Mensch darüber lustig, dass ich homosexuell bin. Einige Menschen in meinem Umfeld sehen homosexuelle Beziehungen nicht als "richtige" Beziehungen an - für sie ist das einfach ne Lachnummer und das geben sie mir oft zu spüren.
Mittlerweile leide ich an einigen psychosomatischen Beschwerden; Schlafstörungen, Ohrgeräusche, Sehstörungen, Migräne, Haarausfall und Bauchschmerzen. Ich komme mir schon vor wie ein Hypochonder, denn ständig funktioniert irgendwas nicht so wie es soll oder ich habe Schmerzen - ich weiß jedoch, dass das alles keine organische Ursache hat.
Ich merke gerade, dass meine Konzentration nachlässt - ich hoffe, in meinem Text ist wenigstens ein bisschen Struktur vorhanden und man kann nachvollziehen, was ich sagen möchte. Vielen Dank fürs Leben - ich hoffe, der ein oder andere nimmt sich die Zeit zu antworten.
Liebe Grüße
ich (w, 26) habe vor einiger Zeit schon mal hier ins Forum geschrieben und damals leider keine Antwort bekommen. Jetzt hoffe ich, dass ich ein paar Antworten bekomme, weil ich es einfach nicht mehr aushalte.
Im Moment wünsche ich mir nichts sehnlicher, als dass der Schmerz in mir endlich aufhört. Es zerreist mich innerlich, und ich komme einfach nicht zur Ruhe. Aber nun zu den Hintergründen, damit mein Post nachvollziehbar wird.
Seitdem ich denken kann, habe ich dauerhaft das Gefühl, dass man mich nicht ernst nimmt und das ich einfach nirgends dazugehöre. Angefangen hat das schon im Kindergarten und durchzog sich durch die gesamte Schulzeit. Ich habe jahrelanges Mobbing hinter mir, was natürlich tiefe Wunden hinterlassen hat. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich damit abgeschlossen habe - im nächsten Moment überkommen mich jedoch meine ganzen Erinnerungen und ich fühle mich wieder so klein, nutzlos und hilflos wie damals. Diese Jahre werden mich wohl niemals ganz loslassen und haben wohl dazu geführt, dass ich bei vielen Menschen direkt denke, sie wollen mir etwas böses oder mich schlecht reden. Dennoch hatte ich während meiner Schulzeit ein paar wenige Freunde, die einzigen Menschen, bei denen ich einfach so sein konnte wie ich bin. Außerhalb der Schule haben wir jedoch nie viel unternommen und wenn, dann bezog sich das immer auf die Dinge, die die anderen machen wollten. Viel Freude hatte ich an den Aktivitäten nicht, ich war aber froh, dass ich wenigstens nicht alleine bin.
Ich glaube, dass ich während der Pubertät eine sehr depressive Phase hatte, die sich jedoch mit 16/17 Jahren legte und ich schließlich zu einem sehr fröhlichen, ausgeglichenen Menschen wurde. Zu der Zeit hatte ich auch viele Freunde um mich herum.
Nach der Schulzeit habe ich einige Reisen und Praktika gemacht und ich glaube so gut wie damals ging es mir sonst nie in meinem Leben. Ich war endlich einfach frei und konnte ich selbst sein. Ich wurde mit keinen blöden Vorurteilen konfrontiert und hatte irgendwie alles selbst in der Hand.
Doch seitdem ich wieder hier bin, bin ich der einsamste Mensch der Erde. Angefangen hat es damit, dass ich nach und nach meine Freunde verlor'. Das hatte keinen bestimmten Grund, nach der Schulzeit trennten sich die Wege – aus den Augen, aus dem Sinn. Ich versuchte mit allen Mitteln die Freundschaften und meinen Freundeskreis aufrechtzuerhalten. Ich habe Ausflüge organisiert und bezahlt, nur um dann wenige Stunden davor die Nachricht zu bekommen, dass man jetzt doch nicht mit möchte. Auf den Kosten bin ich schlussendlich immer sitzen geblieben. Da ich nicht gerne in Diskotheken gehe, sagte ich in dem Fall immer ab, wodurch mir unterstellt wurde, ich sei langweilig und ein Eigenbrötler. Ist es so seltsam, wenn man als junger Mensch kein Interesse daran hat, in viel zu lauten, stickigen Diskos rum zuhängen und sich die Birne voll laufen zu lassen? Meine Vorschläge (z.B. Radtouren, Kanutouren, Freizeitparks, Wildwasser-Rafting, Ski-Fahren, Picknick, Konzerte, Campen, etc.) wurden dann auch immer abgelehnt oder es wurde, wie schon erwähnt, kurz vorher abgesagt. Sind meine Vorschläge denn wirklich zu langweilig?
Die meisten meiner ehemaligen Freunde lernten aufgrund des Studiums oder der Arbeitsstelle neue Freunde kennen, was natürlich nicht das Problem ist. Nur dadurch wurde ich immer uninteressanter für meine Freunde.
Vor vier Jahren begann ich ein Studium, von dem ich mir viel versprochen habe. Aber schon seit dem 2. Semester sehe ich in dem ganzen keinen Sinn. Der einzige Grund, warum ich es fortgesetzt habe und bald auch beenden werde, ist, dass ich keine gute Alternative sehe. Ich weiß einfach nicht, was ich sonst tun soll. Es scheint mir so, als gäbe es für mich einfach keinen Beruf. Und das macht mich einfach fertig, da ich aufgrund der fehlenden Kontakte das Ziel hatte, meinen zukünftigen Beruf quasi zu meinem Lebensinhalt zu machen.
Auch an Uni fand ich keinen Anschluss. Ich werde nicht wahrgenommen oder für eigene Zwecke ausgenutzt. Das Schlimme ist, dass meine Einsamkeit so stark geworden ist, dass ich mich bewusst ausnutzen lasse, um wenigstens dadurch in den Kontakt zu anderen Menschen zu kommen. Ich weiß genau, dass es mich verletzt und es mir nicht gut tut, dennoch tue ich es, weil ich dadurch das Gefühl bekomme, noch am Leben zu sein.
Meine beiden Beziehungen scheiterten schon nach wenigen Wochen und sehr plötzlich. Von einen auf den anderen Tag und ich weiß bis heute nicht, was ich falsch gemacht habe. Das kratzt so sehr an meinem Ego, dass mich die Erinnerungen bis heute nicht loslassen. Ich weiß, dass meine erste Freundin mich benutzt hat, um ihre Wunden der vorherigen Beziehung zu heilen und mich fallen ließ, als sie merkte, dass es nicht so einfach funktioniert. Damals war ich viel zu naiv, verliebt und gutgläubig um das zu bemerken. Meine zweite Freundin hielt über Wochen hin und ignorierte mich hin und wieder. Es gab Tage, da war sie der netteste Mensch auf Erden, im nächsten Augenblick ignorierte sie mich tagelang ohne Grund. Ein ständiges auf und ab, bis sich irgendwann der Kontakt einstellte. Vor einer Woche bin ich ihr zufällig über den Weg gelaufen und grüßte sie - sie ignorierte mich einfach und ging weg. Seitdem spielt mein Kopfkino wieder verrückt. Immer wieder gehen mir die Bilder durch den Kopf, wie sie einfach so weggeht, ohne mich dabei nur mal kurz anzusehen. Es zerreist mich einfach - die ganze Ablehnung anderer Menschen und besonders ihre Ablehnung mir gegenüber. Ich habe so eine verdammte Angst vor Ablehnung, dass ich mich manchmal frage, warum ich mir das alles hier noch antue und mein Leben nicht einfach hinter mir lasse. Ich dachte, dass ich meine Ex-Freundin mittlerweile auch gefühlsmäßig hinter mir gelassen habe, aber wie ich vor einer Woche merkte, habe ich das immer noch nicht. Warum nimmt mich ein zufälliges Treffen so verdammt mit? Die Beziehung ist mehr als zwei Jahre her, warum tut es so verdammt weh sie zu sehen? Warum tut es immer noch so weh, dass sie mich ablehnt und ignoriert?
Ich hasse diesen Schmerz der Ablehnung und die Tatsache, dass ich von so vielen Menschen nicht ernst genommen werde. Zum Beispiel machen sich viele Mensch darüber lustig, dass ich homosexuell bin. Einige Menschen in meinem Umfeld sehen homosexuelle Beziehungen nicht als "richtige" Beziehungen an - für sie ist das einfach ne Lachnummer und das geben sie mir oft zu spüren.
Mittlerweile leide ich an einigen psychosomatischen Beschwerden; Schlafstörungen, Ohrgeräusche, Sehstörungen, Migräne, Haarausfall und Bauchschmerzen. Ich komme mir schon vor wie ein Hypochonder, denn ständig funktioniert irgendwas nicht so wie es soll oder ich habe Schmerzen - ich weiß jedoch, dass das alles keine organische Ursache hat.
Ich merke gerade, dass meine Konzentration nachlässt - ich hoffe, in meinem Text ist wenigstens ein bisschen Struktur vorhanden und man kann nachvollziehen, was ich sagen möchte. Vielen Dank fürs Leben - ich hoffe, der ein oder andere nimmt sich die Zeit zu antworten.
Liebe Grüße