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Ich hab die Nase voll

  • Starter*in Starter*in will nicht
  • Datum Start Datum Start
W

will nicht

Gast
Hi

Mir reichts...ich will nicht mehr, ich habe so viele Gedanken, so viele Probleme, der Vergangenheit und auch der Gegenwart in meinem Kopf dass ich nicht weiss woran ich zuerst denken soll. Ich bin ausgepowert und will einfach nicht mehr leben. Denke oft an Selbstmord. Ein paar Stunden später packt mich die Angst vor dem was nach dem Tod ist... Dass einfach nichts danach ist...nur dunkel und garnichts mehr
Dann muss ich an meine Oma denken, meine Opa, an Leute die gestorben sind, an Haustiere die ich mal hatte die tot sind.
An Menschen die mal gelebt haben, genauso wie ich jetzt lebe, die Hoffnungen hatten, Gedanken und Gefühle hatten, und jetzt aber nur noch Vergangenheit sind... Ich bekomme Panik vor der Unendlichkeit des Tod seins...Bekomm dann zwischendurch Heulkrämpfe teilweise wegen meinem verkorksten Leben und teilweise wegen der Angst vor dem Tod, und frag mich ob es das jetzt war, für das bin ich auf der Welt? Den Scheiss den ich erlebt habe, die Gegenwart auf die ich gut verzichten könnte, und in Zukunft wird es nicht besser werden, denn darauf warte ich schon zu lange...und das einzige was dem ein Ende setzen wird ist der Tod...
Meine Gedanken drehn sich hier um Kreis herum und ich komm einfach nicht mehr raus...
 
Hallo will nicht,

ich kann mich glaube sehr gut in Dich reinfühlen, da ich nahezu 100 % das gleiche schreiben hätte können wie Du.

Gestern Abend hatte ich ein offenes und motivierendes Gespräch mit einer Dame von der Telefonseelsorge. Jetzt geht´s mir zumindest wieder besser. Ein Lichtblick.

Hast Du einen Menschen, mit dem Du aktuell über Deine Probleme, Gedanken und Gefühle reden kannst? Ich leider nicht. Die Ratschläge meiner nächsten Freunde wie "Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott" oder "Füll doch einfach das Formular fürs Finanzamt aus, ist doch kein Problem" haben mich letztlich nur mehr runtergezogen. Offenbar können gerade Freunde und Verwandte aus irgendeinem Grund nicht helfen sondern nur vermeintlich gute Ratschläge erteilen. Ich wäre froh gewesen, wenn man mir nur abundzu mal richtig zugehört hätte, wenn ich mich aussprechen hätte können. An anderer Stelle in diesm Forum steht sinngemäß: "Da Dir andere nicht helfen, musst Du Dir selbst helfen, oder du gehst unter". Tja, das kann ich aus meiner persönlichen Erfahrung nun so unterschreiben.

Das Gespräch mit der Dame von der Telefonseelsorge hat mir gezeigt, dass es doch noch Menschen gibt, die helfen und zuhören können. Und ich werde jetzt einen weiteren Schritt machen, um Menschen kennenzulernen, die in einer ähnlichen Situation sind wie ich, die sich in mich reinversetzten können und dann auch wirklich helfen können, und sei es nur durch ernstgemeintes zuhören. Ich werde heute Vormittag mal Kontakt zu einer "Selbsthilfegruppe Depressionen" in meiner Stadt knüpfen.

Ruf doch auch einfach mal bei der Telefonseelsorge an. Bestimmt geht es Dir danach besser und kannst überlegen, was du dann tun kannst. Ich würde mich freuen, wenn hier Deine Erfahrung erzählen könntest.

Liebe Grüße

willspacken
 
Hi du

Nein, geredet habe ich über diese Dinge, wies direkt in mir drin aussieht, mit noch niemandem. Es weiss auch niemand wies mir geht. Mit Freunden will ich über diese Dinge auch gar nicht reden. Ich habe schon mal versucht mit einer Psychologin über Sachen aus der Vergangenheit zu reden die mich belasten, das hat mir nicht geholfen. Ich hab schon einige kennengelernt die aus dem ein oder anderen Grund depressiv waren... solche Leute ziehen mich eher noch viel tiefer runter...
Ich weiss nicht wie ich da wieder rauskommen soll, diese depressiv Phasen werden immer häufiger...
Mit anderen Leuten reden hilft mir nicht, ich selber kann mir auch nicht helfen...
 
Hallo will nicht,
will nicht meinte:
[...] ich selber kann mir auch nicht helfen...
doch, aber dazu musst du natürlich erstmal wissen, wie. Genau das kannst du z.B. im Rahmen einer Psychotherapie lernen (ich habe deine Aussage "Ich habe schon mal versucht mit einer Psychologin über Sachen aus der Vergangenheit zu reden..." so verstanden, dass das höchstens ein paar Gespräche waren und keine richtige Therapie).
Also was ich damit sagen will: es braucht schon etwas Geduld und Anstrengung, um sich oder sein Leben zu verändern.
Und man kann in Situationen geraten, in denen man seine Probleme nicht mehr aus eigener Kraft oder auch mit Hilfe beliebiger anderer Menschen bewältigen kann. Dann ist es das Beste, wenn man sich an professionelle Helfer wendet, die mit solchen Problemen eben nicht überfordert sind.

Viele Grüße,
Jens
 
Hallo will nicht,

so am Donnerstag gings mir recht gut, Freitag war mal wieder total daneben, aber heute habe ich mut Mut und Lust etwas zu tun.

Nächste Woche habe ich einen Termin bei der Beratung der Diakonie. So richtig freuen kann ich mich zwar noch nicht darauf, aber ich denke, es wird mich auf jeden Fall weiterbringen. Ich gebe zu, mir fällt das auch schwer, hier tätig zu werden. Ich reiß mich jedoch ein bißchen zusammen. Gestern sind dann auch schon Broschüren der Diakonie über Selbsthilfegruppen etc. gekommen.

Melde dich doch einfach bei der Diakonie, Caritas oder beim Pfarrer. Die helfen dir aufs erste weiter. Klar mit einem ersten Gespräch ist noch nicht viel gewonnen. Aber es ist ein Anfang.
 

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