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Ich fühle mich wie benebelt...

Thixotropie

Mitglied
Hallo.

Bestimmt bin ich mit der Sache nicht alleine und niemand kann und will hier Ferndiagnosen stellen (erwarte ich auch nicht), jedoch kann mir vielleicht jemand Anregungen und Tipps geben, wodurch ich herausfinden kann, was mit mir los ist und wie ich wieder Power tanken kann.

Seit einiger Zeit fühle ich mich total neben der Spur. Ich weiß nicht, wann es genau anfing. Das Gefühl lässt sich schwer beschreiben, aber gleicht einem "Nebel im Kopf". Ich kann mich so gut wie gar nicht konzentrieren, muss alles Wichtige mehrmals überprüfen, um sicher zu sein, dass das auch so stimmt (einen Kontrollzwang habe ich aber nicht). Bin auch oft sehr langsam in meinen Abläufen, da oft der Körper etwas tut, der Kopf aber nicht so richtig folgen kann. Ich kann mich (leider) ziemlich gut auf alles Unwichtige konzentrieren und verliere dadurch das Wesentliche aus dem Auge, sodass ich im Nachhinein denke: "Wieso habe ich das nun getan?" Fast so, als wäre ich in Gedanken versunken, nur ohne Gedanken. Ein Blackout, das sich oft sehr lange zieht und mich grübeln lässt "Was ist nur los mit mir?!"

Da verlege ich Dinge, die ich nie wieder finde, da ich sie in meiner Verwirrung irgendwo hingelegt, oder vielleicht sogar in den Müll geworfen habe, wo eigentlich die Bananenschale hin sollte. Wenn mich jemand etwas fragt und ich schnell eine Antwort parat haben muss, ist da wieder diese Leere. Ich sehe dann nur mein Gegenüber, er erwartet eine Antwort doch sie kommt nicht. Erst nachdem ich aus der Situation raus bin, fällt es mir dann wieder ein. Manchmal bin ich mit dem Auto unterwegs, stehe an einer Abbiegung und bleibe stehen, obwohl ich eigentlich Vorfahrt habe. Ich fahre noch nicht sehr lange Auto, kenne die Verkehrsregeln zwar gut, aber in der jeweiligen Situation kann ich die Informationen einfach nicht abrufen. Es ist wie eine Blockade.

Ich kann mich sehr gut auf anstehende Prüfungen vorbereiten, die Theorie macht mir absolut keine Probleme. Ich liebe es, neue Sprachen zu lernen. Die Vokabeln sitzen auch sehr schnell und sicher. Ich kann mir hochkomplizierte Formeln merken (ich mag den Kosmos und lerne darüber sehr gerne Neues), die ich wahrscheinlich niemals brauchen werde. Mein großes Problem ist es jedoch, die Theorie mit der Praxis zu verbinden und in Situationen schnell zu handeln.

Etwas verträumt und unfokussiert war ich schon als kleines Kind, trotzdem hatte ich größtenteils gute Noten. Wahrscheinlich fällt mir das Ganze erst so stark auf, seitdem ich für mehr und wichtigere Dinge Verantwortung übernehmen muss. Vielleicht ist es der Job, der mir einfach zu viel ist? Die Arbeitszeiten variieren stark, manchmal gibt es mehrere Schichtwechsel innerhalb einer Woche. Mein Wochenende ist gesplittet, das heißt ich habe so gut wie nie zwei Tage am Stück frei. Oft arbeite ich 11 Stunden am Tag, an anderen jedoch nur 5.

Vielleicht liegt es an meinem sozialen Umfeld? Ich habe so gut wie keine Freunde, keinen Kontakt zu meiner richtigen Familie und bin sehr oft alleine. Um etwas zu unternehmen, fehlt mir meist die Zeit, die Menschen, das Selbstbewusstsein (ich habe sehr starke Selbstzweifel), die Motivation und letztendlich auch einfach die Kraft. Ich ziehe mich dann in meiner Freizeit zurück und spiele Computer, lese oder lerne. So viel zu meinem derzeitigen Leben.

Der Arzt hatte Eisenmangel bei mir diagnostiziert, ansonsten wäre ich wohl kerngesund. Ich ernähre mich jedoch nicht gesund. Ich esse so gut wie kein Obst und Gemüse, manchmal zwinge ich mich dazu eine Banane oder einen Apfel zu essen, aber ich mag es einfach nicht. In nächster Zeit werde ich noch einen Versuch starten, meine Ernährung umzustellen, vielleicht hilft mir das wieder etwas "auf die Sprünge". Soo und nun zu Euch 🙂 Kennt jemand dieses Gefühl und kann nachvollziehen, wovon ich spreche? Hat Tipps für mich, was die Ursache👎 sein könnte👎? Wohlmöglich liegt es einfach nur an meiner Psyche, aber wie entkomme ich diesem Teufelskreis?

Vielen Dank für Eure Zeit!
 
:kerzeanzuend:Thixotropie;


WOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOW!!!! 😱 Und ... bin Sprachlos!! ZUerst hätte ich darauf geschätzt, das dir deine Psychopharmaka zu hoch eingestellt worden sind aber als ich weiter dich las,.... du schreibst ja wie in Lichtgeschwindigkeit, als würde dir jemand deinen LapTop wegziehen tun und du weiterhin darauf schreibst als müsstest du es zu ende schreiben, komme was wolle.

Alles auf was ich drauf kommen würde was dein Problem sein könnte wäre, das du allmählich an einen Burnout eckst!! Ähnliches hatte ich auch einst gehabt, als ich mit dem Wagen unterwegs war, sone Landstraße die ich in und Auswendig kannte. Es war alles weiß, draußen hatte es geschneit gehabt und auch die Bäume und Berge in der unmittelbaren Umgebung waren schön bedeckt und doch kam ich an einen Hügel dessen Umgebung ich auch sehr gut kenne, es war helliger Tag, kein Schneefall und sonst niemand umher gefahren als ich da entlang fuhr, ............................. plötzlich ich anhalten musste, weil ich verwirrt wurde. Ich stoppte meinen Wagen und sah mich um und um und um und um... das ging Minuten lang nur so, wie Nebel im Kopf!! Als hätte man mir mein Gehirn entfernt, ich war zwar da und doch nicht da gewesen, so wie du es beschreibst.

Auch ich arbeitete so wie du und schliff so zwischen 4 und 5 Stunden jeden Tag bis sich langsam der Burnout breit machte? Könnte man das so nennen oder war das etwas anderes??? Es war an der Zeit gewesen RUNTER zu schalten!! Und das tat ich dann auch,. Auch jetzt so, vielle Jahre später, jetzt stört mich das überhaupt Gar nicht mehr, das wenn es wieder geschieht, ich nicht einmal mehr weiß, wie ich nach Hause kam per Bus, da ich ohne Wagen unterwegs bin, brauche ihn nicht mehr. Man ist trotzdem noch, weiterhin so auf dem Sprung und doch etwas weniger. Aber das stört mich nicht mehr denn ich finde das gut so, denn die Welt da draußen um Mich herum, hat für mich keine Bedeutung mehr. Und wenn ich mich mal an Hundert Metern Fuß strecke nicht mehr erinnern kann, dann ist das auch OK.

Es könnte sich allerdings dabei auch um etwas ganz anderes handeln, so wie du beschreibtest, das dich der Kosmos auch interessiert? Etwas in der Art geschieht da mit Uns und wir wetzen es ab als etwas anderes und Ärzte auch. Ich denke mal das dass was mit Bewusstseinserweiterung zu tun hat, das gleiche gilt, das geschah mir auch mal so, als ich in einer Woche, jeden Tag schwer arbeitete, also sehr lange und stressig, eher Nicht schwer. Ich schlief dabei nur 3 Stunden jede nacht bis am ende der Woche etwas eigenartiges geschah als ich zum einkaufen ging. Der Parkplatz neben mir, also eine große Fläche eines in der nähe -einkaufszentrums samt Gehweg samt Autos darauf parkend begann sich wie riesige Wellen auf dem Meer zu bewegen!! 😱 😕😕 Da musste ich mich an der Seite festhalten, Ohoh war die meine Reaktion dazu andernseits sehr interessant aber zu wenig Schlaf resultiert meist in baldigen "Gar keinen Schlaf" mehr, das hatte ich auch mal das ich 3 Tage lang nicht mehr schlief, eigenartig aber wahr.
 
Oh Mann, das kann ich alles total gut nachvollziehen... Ein bisschen gewundert habe ich mich nur als Du geschrieben hast dass dir dein Job vielleicht zu viel ist- ich hab so beim lesen eher das Gefühl dass dein Job dir vielleicht zu wenig ist. Also ich weiss natürlich nicht was du genau machst, aber vielleicht bist du da inhaltlich eher unterfordert?
Das erste, das mir eingefallen war, war aber: Meditation. Ich finde, das hilft immer sehr, wieder besser zu sich zu kommen, gibt Energie und Fokus.
Und ich habe gedacht, weil ich selber gerade überlege, wandern zu gehen: Wandern!
Auf jeden Fall, finde ich, hört sich das bei Dir so an als ob du mal raus müsstest, aus dem Job jedenfalls, sei es nun wegen Über- oder wegen Unterforderung (Sicherlich geht auch beides gleichzeitig).
 
Seit einiger Zeit fühle ich mich total neben der Spur. Ich weiß nicht, wann es genau anfing. Das Gefühl lässt sich schwer beschreiben, aber gleicht einem "Nebel im Kopf". Ich kann mich so gut wie gar nicht konzentrieren, muss alles Wichtige mehrmals überprüfen, um sicher zu sein, dass das auch so stimmt (einen Kontrollzwang habe ich aber nicht). Bin auch oft sehr langsam in meinen Abläufen, da oft der Körper etwas tut, der Kopf aber nicht so richtig folgen kann.


So ähnlich habe ich damals zum ersten Mal meine Depersonalisation beschrieben. Ein Unwirklichkeitsgefühl, als wäre ich von meinem Körper gelöst.
Lies doch mal ein bisschen was über Depersonalisation/Derealisation vielleicht findest du dich ja darin wieder. Viel Glück!
 
Danke für Eure Antworten. Also Burnout oder das genaue Gegenteil... da würde ich mal ganz spontan auf das Burnout tippen, obwohl das schon ein großer Begriff ist. Unterforderung, naja. Ich habe gerne nicht zu viel Verantwortung im Job, da ich auch Ängste habe zu versagen. Fakt ist, dass ich nun seit gut zwei Jahren in meinem Job arbeite und als quasi Ungelernte die kompletten Abläufe beigebracht bekommen habe, dabei wurde auch keine Abteilung ausgelassen. Auch habe ich seit Kurzem Aufgaben, die sonst nur Abteilungsleiter übernehmen, also an Abwechslung mangelt es gewiss nicht 😛

Vielleicht ist es nur einfach nicht mein Traumjob. Vielleicht - und das noch viel eher - fehlt mir aber einfach die Motivation, um zur Arbeit zu gehen. Ich bin ganz bestimmt nicht faul, brauche immer etwas zu tun aber es muss auch irgendwie... Sinn ergeben? Ich meine okay, ich gehe zur Arbeit um zu überleben, aber kann das wirklich "der Sinn des Seins" sein? 😕 Es gibt so viele schöne Dinge, die man leider nicht machen kann, da man keine Zeit dazu hat. Später bereut man das alles. Da sieht man nur noch das 'Ich HÄTTE da mal, WENN...'

Ein Jobwechsel ist leider nicht einfach bis fast unmöglich. Ich habe zwar die mittlere Reife, jedoch keine abgeschlossene Berufsausbildung. Ein weiterer Aufreger, auf den ich besser gar nicht weiter eingehe. Durch die Pflege eines Familienmitglieds konnte ich meine Ausbildung nicht beenden, die ich jedoch gerne nachgeholt hätte. Doch dafür hat mich der Staat leider bestraft mit "Es gibt kein Bafög, Pech gehabt." Jetzt ist es leider schon zu spät, nochmal eine Ausbildung aufzunehmen, allein schon finanziell unmöglich. So viel dazu.

Zur Depersonalisierung/Derealisation habe ich einige Beiträge gelesen und mich in einigen wiedergefunden. Auch dieses Gefühl, sich selbst fremd zu sein und gar nicht wirklich zu existieren, habe ich immer wieder. Besonders wenn ich ängstlich oder stark nachdenklich bin. Leider habe ich seit einigen Jahren Panikattacken, die kurze Zeit besser waren, nun aber wieder verstärkt auftreten, auch meist (oder immer?) in Verbindung mit dem Gefühl der Realitätsfremdheit. Leider habe ich die Ursache bisher aber nicht gefunden, wahrscheinlich jedoch musste ich einfach schon zu viel verkraften und bin eben doch nicht so stark, wie ich es gerne wäre.
 
Hallo T.,

ich kenne das Problem sehr gut. Ich habs ziemlich gut im Griff inzwischen, kann dir aber nicht genau sagen, wie es geht, sondern nur dass es geht. Bei mir kam das immer mehr Schubweise. Am Anfang war ich in so einer Phase hilflos. Heute merk ich, dass so eine Phase ist, aber ich weiß, dass ich trotzdem richtig funktionieren werde. Ich kann auch sagen, dass das unheimlich gut tut so etwas zu erleben. Ich kann einfach nur Mut machen weiter hell wach zu sein und Antworten auf diese Fragen finden zu wollen. Auch wenn man diese Antwort nicht findet. Man findet andere, auf die man sonst nicht gestoßen wäre.
Ich überleg mir, ob das so ist, weil man mit einem Menschen/Seele verbunden ist, die gar nicht zu einem passt? Oder das das Unterbewußtsein eine Rolle eingenommen hat, die keinen wichtigen Weg zum Bewußtsein findet? Was ist das überhaupt an was der Geist manchmal hängt? Ich denke für meine Stärke in solch schwachen Momenten rührt von vielen Situationen her in denen ich etwas bemerkt habe. Ich kann jetzt nicht sagen, dass es genau diese eine Sache ist. Aber so ein schwieriger Moment setzt sich denke ich aus vielen kleineren Herausforderungen zusammen und ich weiß, dass ich reagieren kann. Zu mindest eine Idee bzw. eine Ahnung werde ich haben. Man muß zum Glück den Stein der Weisen nicht direkt finden. Es reicht anscheinend wenn sein Licht auf einen scheint!
lg
 

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