Julemil1826
Mitglied
Hallo,
ich bin neu hier und habe ein Problem, und hoffe, dass ich jemanden finde, mit dem ich darüber sprechen kann.
Ich fange einfach mal beim Urschleim an.
Ich bin 27 Jahre alt und habe einen 10 Monate alten Sohn.
Aufgrund der Schwangerschaft musste ich die Arbeitsstelle wechseln.
An meinem ersten Tag in der neuen Arbeit bin ich halt morgens dahin, und habe meine neuen Kollegen kennengelernt, die alle sehr nett und aufgeschlossen waren.
Ich weiß gar nicht, wie ich es ausdrücken soll, weil es so kitschig klingt. Auf einmal kam der neue Chef rein, und ich hatte sofort das Gefühl, als würden wir uns schon ewig kennen. Es war ganz komisch. Wir haben uns in die Augen gesehen, und ich habe sofort ein warmes Gefühl in mir gespürt. Naja, die ersten Tage liefen auf jeden Fall ganz gut, ich hatte immer noch etwas Sehnsucht nach meiner „alten“ Arbeitsstelle.
Es wurde immer besser, und ich wollte am liebsten gar nicht mehr dort weg. Mein Chef hat zunehmend die Nähe zu mir gesucht, und wir haben sehr viel rumgealbert auf der Arbeit, und haben eigentlich ständig aufeinandergehockt. Ich hatte damals noch einen Freund und habe auch erfahren, dass er seit einem Jahr verheiratet ist, und ebenfalls einen Sohn hat. Darum habe ich mir wegen ihm erstmal auch weiter keine Gedanken gemacht, er war halt für mich ein netter Kollege und mehr nicht.
Dann kam es, dass er mir immer wieder anbot, sich auch mal privat mit mir zu treffen, was ich aber immer wieder ablehnte, weil ich ja einen Freund hatte. Irgendwann kam es, dass wir beide zusammen Spätdienst hatten, und als dann alle weg waren, und wir alleine waren, er uns beiden Kaffee kochte, und mir anbot, wir könnten uns ja noch beide zusammen hinsetzen und einen Kaffee trinken. Ich war zwar schon angezogen und bereit zum losgehen, aber da ich mich schon irgendwie zu ihm hingezogen fühlte, setzte ich mich zu ihm. Es ist nichts passiert, aber wir haben stundenlang einfach nur geredet und haben festgestellt, dass wir sehr viele Gemeinsamkeiten haben. Er hat auch durchklingen lassen, dass es mit seiner Frau nicht so läuft, wie er sich das eigentlich vorstellt und wir haben festgestellt, dass wir beide genau die selben Vorstellungen haben von Beziehungen usw.
In den nächsten Wochen hat er die Dienstpläne immer so gemacht, dass wir fast jeden Tag zusammen Spätdienst hatten, und wir haben dann jeden Abend zusammengesessen und geredet.
Während der Arbeitszeit habe ich gemerkt, dass er mich die ganze Zeit immer wieder angesehen hat, und in meiner Nähe wurde er auf einmal total nervös, und hat immer alles fallen gelassen was er in der Hand hatte oder so, und meinte dann, dass ich ihn total nervös mache, wenn ich ihn so ansehe. Er hat mir auch während der Arbeitszeit mal SMS geschrieben, dass ich ihn nicht so niedlich ansehen soll. Die Kollegen meinten auch, dass er total verändert ist, seitdem ich da bin. Irgendwann saßen wir dann mal zusammen, und er gestand mir, dass er mich sehr mag, und zwar mehr als er es eigentlich dürfte. In dem Moment wurde mir erstmal bewusst, dass mir das die ganze Zeit eigentlich auch so ging. Ich habe so etwas noch nie erlebt.
Er hat mich manchmal am Po berührt oder so, und normalerweise gehe ich bei so was an die Decke, weil das gar nicht geht, wenn ich einen Freund habe. Aber bei ihm habe ich es zugelassen und genossen.
Wir haben auch abends die ganze Zeit immer hin und her geschrieben. Bestimmt 20 SMS am Abend, und er meinte, dass er sich mehr auf die Arbeit freut, als auf seine Frau. Die waren wohl auch schon zur Eheberatung, obwohl sie erst seit einem Jahr verheiratet waren.
Er war mit mir zusammen auf dem Weihnachtsmarkt, und wir waren zusammen im Park spazieren im Dunkeln, wo es total verschneit war. Das war eigentlich total romantisch. Einmal hat er mir auf die Frontscheibe meines Autos ein Herz in den Schnee gemalt und hat mir gesagt, dass er meine Nähe braucht.
Dann war es so, dass wir einen Tag vor Weihnachten 2010 zusammen Spätdienst hatten. Wir haben uns dann beide verabschiedet und uns umarmt, und die Umarmung empfand ich als sehr innig und intensiv. Der SMS Kontakt ging auch über die Feiertage weiter. Ich muss dazu sagen, dass die Beziehung zu meinem damaligen Freund (und Vater meines Kindes) zu dem Zeitpunkt schon nicht mehr so gut lief. Es gab sehr oft Streit zwischen uns. Das Problem war einfach, dass er irgendwie total abweisend mir uns dem Baby gegenüber war, er wollte meinen Bauch nicht streicheln usw. Mein Chef hat mir öfter meinen Bauch gestreichelt, als der Vater meines Kindes, hat sich ständig nach meinem Befinden erkundigt, und ich durfte nicht mal etwas heben, was zwei Kilo wiegt. Zu Hause habe ich alles alleine machen müssen, und habe sogar Möbel gerückt, und keine Hilfe bekommen.
Nun war es so, dass ich an Silvester und auch die Tage darauf plötzlich vorzeitige Wehen bekam (ich war ja erst in der 25 Woche oder so). Also ging ich zum Arzt und wurde erstmal krankgeschrieben und musste im Bett bleiben. Ich telefonierte fast täglich mit meinem Chef, und er kam mir auf einmal sehr verändert vor. Er war irgendwie so kalt, und er ging davon aus, dass ich gar nicht mehr wiederkomme. Es kamen auch keine SMS mehr von ihm. Dennoch durfte ich nach zwei Wochen wieder arbeiten gehen, aber durfte nur noch 4 Stunden arbeiten. Ich hatte das Gefühl, dass er sich sehr gefreut hat, mich wiederzusehen, und es war wieder alles genau wie vorher. Dann war es so, dass ich zwei Tage später eigentlich das Auto meinem Bruder geben sollte, und ich wäre dann mit dem Bus zur Arbeit gefahren. Mein Chef hatte mir angeboten, mich abzuholen, was für ihn ein ziemlicher Umweg gewesen wäre, da er in einem anderen Ort wohnt. Ich lehnte dies aber ab. Nun brauchte mein Bruder das Auto aber doch nicht, und ich fuhr doch mit dem Auto. Ich weiß noch genau, dass es ein Donnerstag war, und wir an diesem Tag wieder beide Spätdienst haben sollten. Ich habe mich darauf sehr gefreut, da wir ja zuvor eine ganze Weile nichts mehr zusammen gemacht haben. Ich habe mir extra ein hübsches Kleid angezogen und fühlte mich pudelwohl. Nun hatte ich allerdings auf dem Weg zur Arbeit einen ziemlich heftigen Autounfall, bei dem aber zum Glück außer ein paar Schürfwunden und einem Schleudertrauma nichts passiert ist. Da ich aber schwanger war, haben sie mich mit ins Krankenhaus genommen, wo ich dann zur Beobachtung bleiben musste. Er hat mir nur abends eine SMS geschrieben, dass er sich Vorwürfe macht, weil ich nicht bei ihm mitgefahren bin, worauf ich nur antwortete, dass es nicht seine Schuld ist, und er sich keine Sorgen machen brauche.
An dieser Stelle kam der Bruch. Er meldete sich nur noch sehr selten, und wenn dann nicht mehr so tiefgründig wie bisher, und das kann ich mir nicht erklären.
Nach ein paar Wochen durfte ich dann wieder arbeiten. Es waren noch zwei Wochen bis zum Beginn des Mutterschutzes, und es lief wieder alles wie vorher. Wir alberten rum, und hingen nur zusammen. Nur der SMS Kontakt war auf einmal weg. Wenn ich ihm schrieb, reagierte er auf einmal nicht mehr, und begründete dies immer damit, dass er kein Guthaben hätte.
Nun kam es, dass ich meinen letzten Arbeitstag hatte. Es lief alles ganz normal. Er war irgendwie den ganzen Tag total komisch, wirkte abwesend und traurig auf mich. Und als ich dann gehen, und mich von ihm verabschieden wollte, war er irgendwie abweisend und wollte mich nicht mal richtig umarmen. Als ich später nachfragte, meinte er, dass er mit der Situation nicht umgehen konnte.
Die folgenden Wochen hatten wir kaum Kontakt, und ich habe auch nicht so viel an ihn gedacht, da ich hauptsächlich die Geburt meines Babies im Kopf hatte. Außerdem trennte ich mich in der Zeit auch von meinem Freund, was auch sehr hart für mich war, so kurz vor der Entbindung. Zu meinem Chef hatte ich in der Zeit kaum Kontakt. Ich meldete mich nur ab und an, um zu erzählen, wie es mir geht, und das der kleine noch nicht da ist usw.
Im April kam dann mein Baby zur Welt und ich war überglücklich, und hatte nur dieses kleine Wesen im Sinn. Er meldete sich nur kurz um mir zu gratulieren.
Als der kleine circa eine Woche alt war, rief ich bei der Personalabteilung an, um zu fragen, wie es nun weitergeht wegen Elternzeit und so, wo man mir mitteilte, dass mein (befristeter) Arbeitsvertrag ausläuft, und nicht verlängert wird. Mein Chef hatte mir davon zuvor nichts gesagt.
Ich habe natürlich bei ihm nachgefragt, warum er mir das nicht gesagt hat. Für mich ist eine Welt zusammengebrochen. Ich war auf einmal ganz allein mit einem Baby und hatte nun auch keine Arbeit mehr. Ich wusste nicht, wie ich das alles ganz alleine schaffen soll. Von meinem Chef kam nur, dass er es erst ganz kurzfristig erfahren hat, und mir nichts sagen wollte, weil ich ja schwanger war und mich nicht aufregen sollte. Nun war ich aber noch viel wütender, weil ja irgendwie alles auf einmal kam. Ich machte ihn für meine Lebenssituation verantwortlich und war total am Boden. Er war nicht einmal für mich da in der Zeit. Er meinte immer, dass er mich mal besuchen kommt, um den kleinen zu sehen und damit wir mal über alles reden können.
Irgendwann verabredete ich mich mit einer anderen Kollegin zum Frühstück bei mir. Sie meinte dann, dass er UNBEDINGT mitkommen wolle, und wir mussten nun einen Termin finden, an dem wir alle drei konnten. Diesen fanden wir auch, doch meine Kollegin sagte am Abend vorher ab, da mein Chef doch nicht könne. Dies passierte ungefähr drei Mal hintereinander, und irgendwann ist mir dann der Kragen geplatzt. Meine Kollegin wollte ich ja auch mal wieder sehen und mit ihr quatschen. Ich warf ihm vor, dass er sich einfach dazwischengedrängt und uns alles kaputt gemacht hat. Also kam meine Kollegin dann irgendwann alleine und es war auch sehr nett. Sie erzählte mir, dass er auf der Arbeit immer so tut, als wäre alles in Ordnung und auch mit seiner Frau liefe es super. Ich dachte mir, okay, vielleicht haben sie sich wieder zusammengerauft, war aber insgeheim doch ein wenig traurig.
Irgendwann klappte es dann doch, und er besuchte mich zu Hause zum Frühstück. Es war total angenehm, wie früher, al wäre nie etwas gewesen. Er beschäftigte sich total lieb mit meinem Sohn, und mein Sohn fand ihn auch super.
Abends, als ich grad meinen Sohn ins Bett gebracht hatte, klingelte es auf einmal, und er stand vor der Tür. Er meinte, er wollte mich nur noch einmal umarmen und mich lächeln sehen. Ich war total glücklich, aber konnte auch nicht verstehen, wieso er das macht.
Die nächsten Wochen hatten wir immer mal wieder Kontakt, er sagte mir, dass er mich manchmal mehr mag, als er eigentlich sollte, und ich gestand ihm meine Gefühle. Ich habe ihm gesagt, dass ich mehr für ihn empfinde als freundschaftliche Gefühle. Er war irgendwie schockiert und hat es erstmal ignoriert und meinte, er müsse das erstmal verarbeiten. Daraufhin bestand er ständig darauf, dass wir nur Freunde sind, und dass er seine Frau liebt. Ich habe das akzeptiert, und habe versucht, mich so gut wie möglich abzulenken. Er war trotzdem noch ein paar Mal hier, und hat mich die ganze Zeit mit diesem bestimmten Blick angeschaut und mir Komplimente gemacht. Wir haben uns teilweise gefühlte Minuten lang in die Augen gesehen.
Irgendwann hatten wir uns dann mal für einen Freitag Abend zum DVD schauen bei mir verabredet (der Vorschlag kam von ihm). Er stand dann an dem Abend mit einer Flasche Champagner vor meiner Tür. Wir haben den ganzen Abend geredet und Champagner getrunken und es hat einfach nur gefunkt wie verrückt. Er hat mir sogar seinen Hintern gezeigt, weil wir rumgealbert haben und ich meinte, ich könne mir nicht vorstellen, dass der gut aussehen soll. Er ist mir die ganze Zeit auf die Pelle gerückt, hat mein Bein gestreichelt, meinen Po berührt, mein Parfum gerochen usw., es hätte nicht mal ein Blatt Papier zwischen uns gepasst. Außerdem hat er sich über seine Frau „ausgeheult“. Meinte, dass es halt irgendwie nicht so richtig passt.
Er hat sogar mehrfach gefragt, ob er hier schlafen kann, was ich aber ignoriert habe. Er ist dann nachts irgendwann losgefahren und hat sich vorher noch für den Abend bedankt.
Als ich ihn dann darauf angesprochen habe, wie er sich mir gegenüber verhalten hat, dass wir uns ja sehr nahe gekommen sind, hat er alles geleugnet, meinte, er hätte ja nur meinen Rücken berührt, weil ich so verspannt war. Ich konnte das gar nicht verstehen, und habe ihn noch mal darauf hingewiesen, dass er doch bitte auch mal meine Gefühle berücksichtigen soll. Für mich ist eine Freundschaft kein Problem, wenn wir uns nicht so nahe kommen. Ich höre ihm gern zu, und rede gern mit ihm, aber dann soll er mich doch nicht so berühren und mir so nah kommen. Er weiß ganz genau, dass ich mich manchmal allein und einsam fühle, und dass ich mehr für ihn empfinde.
Seit diesem Abend, für den er sich dann auch entschuldigt hat, haben wir uns nicht mehr gesehen. Das war im Oktober 2011
Nun ist es so, dass seine Frau meine ganzen Nachrichten gelesen hat, und (verständlicherweise) ziemliches Theater gemacht hat, aber am nächsten Tag war angeblich alles schon wieder gut und sie hatte sich beruhigt. Allerdings konnte ich das nicht so ganz glauben, so was ist nicht einfach wieder gut.
Jetzt hat sie ihm den Kontakt zu mir verboten. Er hat mir zwar trotzdem noch geschrieben, und hat mir jedes Mal geschrieben, dass er eine Entscheidung treffen muss und das ihm seine Frau sehr wichtig ist und das er sie liebt. Aber er hat sich doch schon entschieden, oder?! Ich bin im Moment ratlos, er fehlt mir sehr. Ich verstehe seine Frau irgendwo, aber kann nicht verstehen, wie man seinem Partner etwas verbieten kann. Ich weiß nicht, was ich machen soll. Er ist mir als Mensch einfach sehr wichtig, und ich weiß nicht, wie ich diese Lücke füllen soll in meinem Herzen. Ich weiß ganz genau, dass ich ihn NIEMALS vor die Wahl stellen würde und das ich niemals eine Familie zerstören wollen würde. Dennoch muss es doch irgendwie einen Weg für uns geben. Ich möchte auch nicht, dass wir heimlich Kontakt haben. Er hat zwar gesagt, dass er vorbeikommen und in Ruhe über alles reden möchte, aber ich weiß nicht, ob das so gut ist. Ich denke, ich werde erstmal abwarten, und ihm die Zeit geben die er braucht. Aber es ist so unheimlich schwer. Er hat auch selbst gesagt, dass er sich sehr über seine Frau ärgert, und das er sehr traurig ist. Er scheint auch psychische Probleme zu haben durch die Situation. Er hat mir letztens erzählt, dass er ins Krankenhaus musste, weil er innerhalb von zwei Wochen zwei Mal umgekippt ist, da er Magenprobleme hat und ihm auf einmal schwarz vor Augen wurde. Er meinte auch, dass er das alles nicht mehr schafft mit Arbeit, Familie usw. Ich würde ihm gern helfen, aber weiß nicht wie, wenn ich nicht an ihn rankomme.
Ich vermisse ihn so sehr. Habe jede Nacht Alpträume und habe selbst schon Magenprobleme. Es fühlt sich so an, als würde ich genau das fühlen, was er gerade fühlt.
Ich weiß nicht, was das alles zu bedeuten hat und wie es nun weitergeht, bzw. was ich tun soll.
Vielleicht liest irgendjemand diesen langen Text und kann mir etwas dazu sagen bzw.hat ein paar aufmunternde Worte für mich.
Tut mir leid, dass es so viel geworden ist, aber ich dachte es wäre verständlicher für einen Außenstehenden, wenn ich von vorne anfange, sonst ergibt ja alles keinen Sinn…
ich bin neu hier und habe ein Problem, und hoffe, dass ich jemanden finde, mit dem ich darüber sprechen kann.
Ich fange einfach mal beim Urschleim an.
Ich bin 27 Jahre alt und habe einen 10 Monate alten Sohn.
Aufgrund der Schwangerschaft musste ich die Arbeitsstelle wechseln.
An meinem ersten Tag in der neuen Arbeit bin ich halt morgens dahin, und habe meine neuen Kollegen kennengelernt, die alle sehr nett und aufgeschlossen waren.
Ich weiß gar nicht, wie ich es ausdrücken soll, weil es so kitschig klingt. Auf einmal kam der neue Chef rein, und ich hatte sofort das Gefühl, als würden wir uns schon ewig kennen. Es war ganz komisch. Wir haben uns in die Augen gesehen, und ich habe sofort ein warmes Gefühl in mir gespürt. Naja, die ersten Tage liefen auf jeden Fall ganz gut, ich hatte immer noch etwas Sehnsucht nach meiner „alten“ Arbeitsstelle.
Es wurde immer besser, und ich wollte am liebsten gar nicht mehr dort weg. Mein Chef hat zunehmend die Nähe zu mir gesucht, und wir haben sehr viel rumgealbert auf der Arbeit, und haben eigentlich ständig aufeinandergehockt. Ich hatte damals noch einen Freund und habe auch erfahren, dass er seit einem Jahr verheiratet ist, und ebenfalls einen Sohn hat. Darum habe ich mir wegen ihm erstmal auch weiter keine Gedanken gemacht, er war halt für mich ein netter Kollege und mehr nicht.
Dann kam es, dass er mir immer wieder anbot, sich auch mal privat mit mir zu treffen, was ich aber immer wieder ablehnte, weil ich ja einen Freund hatte. Irgendwann kam es, dass wir beide zusammen Spätdienst hatten, und als dann alle weg waren, und wir alleine waren, er uns beiden Kaffee kochte, und mir anbot, wir könnten uns ja noch beide zusammen hinsetzen und einen Kaffee trinken. Ich war zwar schon angezogen und bereit zum losgehen, aber da ich mich schon irgendwie zu ihm hingezogen fühlte, setzte ich mich zu ihm. Es ist nichts passiert, aber wir haben stundenlang einfach nur geredet und haben festgestellt, dass wir sehr viele Gemeinsamkeiten haben. Er hat auch durchklingen lassen, dass es mit seiner Frau nicht so läuft, wie er sich das eigentlich vorstellt und wir haben festgestellt, dass wir beide genau die selben Vorstellungen haben von Beziehungen usw.
In den nächsten Wochen hat er die Dienstpläne immer so gemacht, dass wir fast jeden Tag zusammen Spätdienst hatten, und wir haben dann jeden Abend zusammengesessen und geredet.
Während der Arbeitszeit habe ich gemerkt, dass er mich die ganze Zeit immer wieder angesehen hat, und in meiner Nähe wurde er auf einmal total nervös, und hat immer alles fallen gelassen was er in der Hand hatte oder so, und meinte dann, dass ich ihn total nervös mache, wenn ich ihn so ansehe. Er hat mir auch während der Arbeitszeit mal SMS geschrieben, dass ich ihn nicht so niedlich ansehen soll. Die Kollegen meinten auch, dass er total verändert ist, seitdem ich da bin. Irgendwann saßen wir dann mal zusammen, und er gestand mir, dass er mich sehr mag, und zwar mehr als er es eigentlich dürfte. In dem Moment wurde mir erstmal bewusst, dass mir das die ganze Zeit eigentlich auch so ging. Ich habe so etwas noch nie erlebt.
Er hat mich manchmal am Po berührt oder so, und normalerweise gehe ich bei so was an die Decke, weil das gar nicht geht, wenn ich einen Freund habe. Aber bei ihm habe ich es zugelassen und genossen.
Wir haben auch abends die ganze Zeit immer hin und her geschrieben. Bestimmt 20 SMS am Abend, und er meinte, dass er sich mehr auf die Arbeit freut, als auf seine Frau. Die waren wohl auch schon zur Eheberatung, obwohl sie erst seit einem Jahr verheiratet waren.
Er war mit mir zusammen auf dem Weihnachtsmarkt, und wir waren zusammen im Park spazieren im Dunkeln, wo es total verschneit war. Das war eigentlich total romantisch. Einmal hat er mir auf die Frontscheibe meines Autos ein Herz in den Schnee gemalt und hat mir gesagt, dass er meine Nähe braucht.
Dann war es so, dass wir einen Tag vor Weihnachten 2010 zusammen Spätdienst hatten. Wir haben uns dann beide verabschiedet und uns umarmt, und die Umarmung empfand ich als sehr innig und intensiv. Der SMS Kontakt ging auch über die Feiertage weiter. Ich muss dazu sagen, dass die Beziehung zu meinem damaligen Freund (und Vater meines Kindes) zu dem Zeitpunkt schon nicht mehr so gut lief. Es gab sehr oft Streit zwischen uns. Das Problem war einfach, dass er irgendwie total abweisend mir uns dem Baby gegenüber war, er wollte meinen Bauch nicht streicheln usw. Mein Chef hat mir öfter meinen Bauch gestreichelt, als der Vater meines Kindes, hat sich ständig nach meinem Befinden erkundigt, und ich durfte nicht mal etwas heben, was zwei Kilo wiegt. Zu Hause habe ich alles alleine machen müssen, und habe sogar Möbel gerückt, und keine Hilfe bekommen.
Nun war es so, dass ich an Silvester und auch die Tage darauf plötzlich vorzeitige Wehen bekam (ich war ja erst in der 25 Woche oder so). Also ging ich zum Arzt und wurde erstmal krankgeschrieben und musste im Bett bleiben. Ich telefonierte fast täglich mit meinem Chef, und er kam mir auf einmal sehr verändert vor. Er war irgendwie so kalt, und er ging davon aus, dass ich gar nicht mehr wiederkomme. Es kamen auch keine SMS mehr von ihm. Dennoch durfte ich nach zwei Wochen wieder arbeiten gehen, aber durfte nur noch 4 Stunden arbeiten. Ich hatte das Gefühl, dass er sich sehr gefreut hat, mich wiederzusehen, und es war wieder alles genau wie vorher. Dann war es so, dass ich zwei Tage später eigentlich das Auto meinem Bruder geben sollte, und ich wäre dann mit dem Bus zur Arbeit gefahren. Mein Chef hatte mir angeboten, mich abzuholen, was für ihn ein ziemlicher Umweg gewesen wäre, da er in einem anderen Ort wohnt. Ich lehnte dies aber ab. Nun brauchte mein Bruder das Auto aber doch nicht, und ich fuhr doch mit dem Auto. Ich weiß noch genau, dass es ein Donnerstag war, und wir an diesem Tag wieder beide Spätdienst haben sollten. Ich habe mich darauf sehr gefreut, da wir ja zuvor eine ganze Weile nichts mehr zusammen gemacht haben. Ich habe mir extra ein hübsches Kleid angezogen und fühlte mich pudelwohl. Nun hatte ich allerdings auf dem Weg zur Arbeit einen ziemlich heftigen Autounfall, bei dem aber zum Glück außer ein paar Schürfwunden und einem Schleudertrauma nichts passiert ist. Da ich aber schwanger war, haben sie mich mit ins Krankenhaus genommen, wo ich dann zur Beobachtung bleiben musste. Er hat mir nur abends eine SMS geschrieben, dass er sich Vorwürfe macht, weil ich nicht bei ihm mitgefahren bin, worauf ich nur antwortete, dass es nicht seine Schuld ist, und er sich keine Sorgen machen brauche.
An dieser Stelle kam der Bruch. Er meldete sich nur noch sehr selten, und wenn dann nicht mehr so tiefgründig wie bisher, und das kann ich mir nicht erklären.
Nach ein paar Wochen durfte ich dann wieder arbeiten. Es waren noch zwei Wochen bis zum Beginn des Mutterschutzes, und es lief wieder alles wie vorher. Wir alberten rum, und hingen nur zusammen. Nur der SMS Kontakt war auf einmal weg. Wenn ich ihm schrieb, reagierte er auf einmal nicht mehr, und begründete dies immer damit, dass er kein Guthaben hätte.
Nun kam es, dass ich meinen letzten Arbeitstag hatte. Es lief alles ganz normal. Er war irgendwie den ganzen Tag total komisch, wirkte abwesend und traurig auf mich. Und als ich dann gehen, und mich von ihm verabschieden wollte, war er irgendwie abweisend und wollte mich nicht mal richtig umarmen. Als ich später nachfragte, meinte er, dass er mit der Situation nicht umgehen konnte.
Die folgenden Wochen hatten wir kaum Kontakt, und ich habe auch nicht so viel an ihn gedacht, da ich hauptsächlich die Geburt meines Babies im Kopf hatte. Außerdem trennte ich mich in der Zeit auch von meinem Freund, was auch sehr hart für mich war, so kurz vor der Entbindung. Zu meinem Chef hatte ich in der Zeit kaum Kontakt. Ich meldete mich nur ab und an, um zu erzählen, wie es mir geht, und das der kleine noch nicht da ist usw.
Im April kam dann mein Baby zur Welt und ich war überglücklich, und hatte nur dieses kleine Wesen im Sinn. Er meldete sich nur kurz um mir zu gratulieren.
Als der kleine circa eine Woche alt war, rief ich bei der Personalabteilung an, um zu fragen, wie es nun weitergeht wegen Elternzeit und so, wo man mir mitteilte, dass mein (befristeter) Arbeitsvertrag ausläuft, und nicht verlängert wird. Mein Chef hatte mir davon zuvor nichts gesagt.
Ich habe natürlich bei ihm nachgefragt, warum er mir das nicht gesagt hat. Für mich ist eine Welt zusammengebrochen. Ich war auf einmal ganz allein mit einem Baby und hatte nun auch keine Arbeit mehr. Ich wusste nicht, wie ich das alles ganz alleine schaffen soll. Von meinem Chef kam nur, dass er es erst ganz kurzfristig erfahren hat, und mir nichts sagen wollte, weil ich ja schwanger war und mich nicht aufregen sollte. Nun war ich aber noch viel wütender, weil ja irgendwie alles auf einmal kam. Ich machte ihn für meine Lebenssituation verantwortlich und war total am Boden. Er war nicht einmal für mich da in der Zeit. Er meinte immer, dass er mich mal besuchen kommt, um den kleinen zu sehen und damit wir mal über alles reden können.
Irgendwann verabredete ich mich mit einer anderen Kollegin zum Frühstück bei mir. Sie meinte dann, dass er UNBEDINGT mitkommen wolle, und wir mussten nun einen Termin finden, an dem wir alle drei konnten. Diesen fanden wir auch, doch meine Kollegin sagte am Abend vorher ab, da mein Chef doch nicht könne. Dies passierte ungefähr drei Mal hintereinander, und irgendwann ist mir dann der Kragen geplatzt. Meine Kollegin wollte ich ja auch mal wieder sehen und mit ihr quatschen. Ich warf ihm vor, dass er sich einfach dazwischengedrängt und uns alles kaputt gemacht hat. Also kam meine Kollegin dann irgendwann alleine und es war auch sehr nett. Sie erzählte mir, dass er auf der Arbeit immer so tut, als wäre alles in Ordnung und auch mit seiner Frau liefe es super. Ich dachte mir, okay, vielleicht haben sie sich wieder zusammengerauft, war aber insgeheim doch ein wenig traurig.
Irgendwann klappte es dann doch, und er besuchte mich zu Hause zum Frühstück. Es war total angenehm, wie früher, al wäre nie etwas gewesen. Er beschäftigte sich total lieb mit meinem Sohn, und mein Sohn fand ihn auch super.
Abends, als ich grad meinen Sohn ins Bett gebracht hatte, klingelte es auf einmal, und er stand vor der Tür. Er meinte, er wollte mich nur noch einmal umarmen und mich lächeln sehen. Ich war total glücklich, aber konnte auch nicht verstehen, wieso er das macht.
Die nächsten Wochen hatten wir immer mal wieder Kontakt, er sagte mir, dass er mich manchmal mehr mag, als er eigentlich sollte, und ich gestand ihm meine Gefühle. Ich habe ihm gesagt, dass ich mehr für ihn empfinde als freundschaftliche Gefühle. Er war irgendwie schockiert und hat es erstmal ignoriert und meinte, er müsse das erstmal verarbeiten. Daraufhin bestand er ständig darauf, dass wir nur Freunde sind, und dass er seine Frau liebt. Ich habe das akzeptiert, und habe versucht, mich so gut wie möglich abzulenken. Er war trotzdem noch ein paar Mal hier, und hat mich die ganze Zeit mit diesem bestimmten Blick angeschaut und mir Komplimente gemacht. Wir haben uns teilweise gefühlte Minuten lang in die Augen gesehen.
Irgendwann hatten wir uns dann mal für einen Freitag Abend zum DVD schauen bei mir verabredet (der Vorschlag kam von ihm). Er stand dann an dem Abend mit einer Flasche Champagner vor meiner Tür. Wir haben den ganzen Abend geredet und Champagner getrunken und es hat einfach nur gefunkt wie verrückt. Er hat mir sogar seinen Hintern gezeigt, weil wir rumgealbert haben und ich meinte, ich könne mir nicht vorstellen, dass der gut aussehen soll. Er ist mir die ganze Zeit auf die Pelle gerückt, hat mein Bein gestreichelt, meinen Po berührt, mein Parfum gerochen usw., es hätte nicht mal ein Blatt Papier zwischen uns gepasst. Außerdem hat er sich über seine Frau „ausgeheult“. Meinte, dass es halt irgendwie nicht so richtig passt.
Er hat sogar mehrfach gefragt, ob er hier schlafen kann, was ich aber ignoriert habe. Er ist dann nachts irgendwann losgefahren und hat sich vorher noch für den Abend bedankt.
Als ich ihn dann darauf angesprochen habe, wie er sich mir gegenüber verhalten hat, dass wir uns ja sehr nahe gekommen sind, hat er alles geleugnet, meinte, er hätte ja nur meinen Rücken berührt, weil ich so verspannt war. Ich konnte das gar nicht verstehen, und habe ihn noch mal darauf hingewiesen, dass er doch bitte auch mal meine Gefühle berücksichtigen soll. Für mich ist eine Freundschaft kein Problem, wenn wir uns nicht so nahe kommen. Ich höre ihm gern zu, und rede gern mit ihm, aber dann soll er mich doch nicht so berühren und mir so nah kommen. Er weiß ganz genau, dass ich mich manchmal allein und einsam fühle, und dass ich mehr für ihn empfinde.
Seit diesem Abend, für den er sich dann auch entschuldigt hat, haben wir uns nicht mehr gesehen. Das war im Oktober 2011
Nun ist es so, dass seine Frau meine ganzen Nachrichten gelesen hat, und (verständlicherweise) ziemliches Theater gemacht hat, aber am nächsten Tag war angeblich alles schon wieder gut und sie hatte sich beruhigt. Allerdings konnte ich das nicht so ganz glauben, so was ist nicht einfach wieder gut.
Jetzt hat sie ihm den Kontakt zu mir verboten. Er hat mir zwar trotzdem noch geschrieben, und hat mir jedes Mal geschrieben, dass er eine Entscheidung treffen muss und das ihm seine Frau sehr wichtig ist und das er sie liebt. Aber er hat sich doch schon entschieden, oder?! Ich bin im Moment ratlos, er fehlt mir sehr. Ich verstehe seine Frau irgendwo, aber kann nicht verstehen, wie man seinem Partner etwas verbieten kann. Ich weiß nicht, was ich machen soll. Er ist mir als Mensch einfach sehr wichtig, und ich weiß nicht, wie ich diese Lücke füllen soll in meinem Herzen. Ich weiß ganz genau, dass ich ihn NIEMALS vor die Wahl stellen würde und das ich niemals eine Familie zerstören wollen würde. Dennoch muss es doch irgendwie einen Weg für uns geben. Ich möchte auch nicht, dass wir heimlich Kontakt haben. Er hat zwar gesagt, dass er vorbeikommen und in Ruhe über alles reden möchte, aber ich weiß nicht, ob das so gut ist. Ich denke, ich werde erstmal abwarten, und ihm die Zeit geben die er braucht. Aber es ist so unheimlich schwer. Er hat auch selbst gesagt, dass er sich sehr über seine Frau ärgert, und das er sehr traurig ist. Er scheint auch psychische Probleme zu haben durch die Situation. Er hat mir letztens erzählt, dass er ins Krankenhaus musste, weil er innerhalb von zwei Wochen zwei Mal umgekippt ist, da er Magenprobleme hat und ihm auf einmal schwarz vor Augen wurde. Er meinte auch, dass er das alles nicht mehr schafft mit Arbeit, Familie usw. Ich würde ihm gern helfen, aber weiß nicht wie, wenn ich nicht an ihn rankomme.
Ich vermisse ihn so sehr. Habe jede Nacht Alpträume und habe selbst schon Magenprobleme. Es fühlt sich so an, als würde ich genau das fühlen, was er gerade fühlt.
Ich weiß nicht, was das alles zu bedeuten hat und wie es nun weitergeht, bzw. was ich tun soll.
Vielleicht liest irgendjemand diesen langen Text und kann mir etwas dazu sagen bzw.hat ein paar aufmunternde Worte für mich.
Tut mir leid, dass es so viel geworden ist, aber ich dachte es wäre verständlicher für einen Außenstehenden, wenn ich von vorne anfange, sonst ergibt ja alles keinen Sinn…