Hi,
ich denke so ein Leben gibt es nicht...ist reine Illusion und Wunschdenken...es sei denn man ist komplett isoliert oder schizophren oder so und bildet sich ein total glücklich zu sein und null Probleme zu haben.
Das normale Leben ist ein ewiges Auf und Ab...
Aber mal rein spekulativ...die alten Griechen haben sich ja bereits philosophisch mit dem Thema beschäftigt...und einer hatte da einen Begriff: Ataraxie...als einen Gemüts/Glückszustand der unbewegten Stille....daran musste ich bei deiner Frage denken. Solch ein Zustand war für einige erstrebenswert...sie dachten: eeendlich frei sein von den menschlichen Lüsten, der Unruhe und Getriebenheit ein Optimum an Glück = Reichtum etc. zu erzielen...Ne andere Truppe die Hedonisten dachten sich: also das maximale Glück liegt in dem Genuss, der Unruhe, Orgien, Ausschweifungen etc. Und da gab es noch diese Kyniker (heutiger Zynismus ist darauf zurückzuführen) wie Diogenes, der Reduktion auf das Wesentliche vorschlug, seine Reichtümer verschenkte, in ne Regentonne zog und das größte Glück in einem warmen Sonnenstrahl auf seinem Gesicht sah.
Ich kenne alle Höhen und Tiefen des Lebens...und habe auch alle Emotionen bereits erlebt..tiefe Trauer, Verzweiflung, Schwermut, Wut, Raserei, Jähzorn, Freude, ein tiefes Glücksempfinden, Übermut, Ausgelassenheit Lebenskraft spüren, Mitgefühl, Einsamkeitsgefühl, Gemeinschaftsgefühl, starke NÄhe zu einem Menschen aber auch himmelweite Ferne... etc. etc....ich denke erst die gesamte Bandbreite macht ein Leben echt und authentisch....v.a. sollte man offen sein und alles zulassen...durch sich hindurchfließen lassen und ohne grosse Erwartungshaltungen auf sich zukommen lassen...einfach immer mal schaun und aus allem das Beste draus machen....so ähnlich wie missbi das ja auch sieht...sie hat ja auch erkannt, dass eine Sache wie z.B Leid nicht nur Leid ist, sondern es da mehrere Aspekte gibt.
Ich denke das eine funktioniert nicht ohne das andere....Glück funktioniert nicht ohne Leid...wie soll ich erkennen, dass ich glücklich bin, wenn ich nicht das Gegenteil kenne? Alles ist ambivalent...und alle Dinge auch Glück oder Leid sind untrennbar miteinander verbunden....nur Temporalisierung...d.h. die Zeit und tausenderlei Einflüsse (auch und v.a. die eigenen Ansichten und Weltanschauungen + das eigene Handeln) bestimmen welche SEite gerade mehr zum Tragen kommt...mehr Glück oder mehr Leid...und so ist das Leben ein Zustand der Oszillation zwischen diesen beiden Polen...und das ist o.k. für mich, weil ich in mir sone Art Kernpunkt der Ruhe, Selbstgewissheit und Zufriedenheit in mir habe...wie ein stiller Teich, den nur ein leichter Flügelschlag mit sanften Wellen berührt...mit diesem Bild wurde Ataraxie von irgendeinem griech. Philosophen beschrieben und das trifft diese Empfindung irgendwo.
Die Buddhisten haben sich ja auch mit dem Thema beschäftigt und sagen: alles ist untrennbar mit allem verbunden...aber die Menschen sind oft verwirrt in ihren Ansichten, hängen fest in ihrem EGO, suchen ihr Leben lang nach Kieselsteinen obwohl sie die Diamanten direkt vor der Nase haben...und diese verirrten Menschen leben in dem Grundgefühl der Abgetrenntheit, der Entzweiung von sich und dem Kosmos und das bringt Leid...durch lange Übung und v.a. aufhören zu denken und stattdessen die Intuition in sich wach werden zu lassen können die Menschen jedoch diesen Dualismus, diese Entzweiung zwischen sich und Kosmos= allem übrigen was existiert..aufheben und damit an dieses Grundgefühl sich sicher und wohl zu fühlen und seine innere Ängste/EGO zu überwinden rankommen. Jeder Mensch trägt schon immer in sich diese Gewissheit der Verbundenheit...die EGO, Angst vor sich selber oder anderen Menschen oder ggü dem Leben zu einem Geborgenheitsgefühl = Glücklichsein verwandeln kann. Man muss sich halt nur hinreichend bemühen da ran zu kommen 🙂)
Gruss
Tyra